Festival zum Datenschutztag 2024: Künstliche Intelligenz – Mitbestimmen statt mitlaufen

Inmitten des Hypes um Künstliche Intelligenz, ChatGPT und Midjourney stellt die Datenschutzbeauftragte Fragen: Wer bestimmt, wie sich Technologie entwickelt? Und welche Folgen hat das für den Menschen, seine Freiheiten und Grundrechte? Im Kino Frame findet am 28. und 29. Januar ein Festival statt mit Film-Vorpremieren, Spezialvorführungen, Gespräche und Diskussionen.

Inhaltsverzeichnis

Persönlichkeitsrechte schützen

Datenschutz ist ein Menschenrecht und wird auch das Recht auf informationelle Selbstbestimmung genannt. Sein Zweck ist es, die Privatsphäre und das Recht auf freie Meinungsbildung zu schützen. Die rasant fortschreitenden technologischen Entwicklungen, die im letzten Jahr durch den Hype rund um ChatGPT und Midjourney allgegenwärtig wurden, führen zu Fragen dazu, wie dieser Schutz der Persönlichkeitsrechte auch in Zukunft gewährleistet werden kann. Die Umwälzungen unserer Gesellschaft und unseres Zusammenlebens durch die Künstliche Intelligenz sind unabsehbar. Das Festival zum Datenschutztag 2024 soll darauf aufmerksam machen, dass Technologieentwicklung kein Selbstläufer ist. Technologie und deren Entwicklung braucht die gesellschaftliche Diskussion. In einer demokratischen Gesellschaft muss die Bevölkerung mitbestimmen können, statt nur mitzulaufen. Auch die Künstliche Intelligenz wird von Menschen entwickelt. So tragen Menschen die Verantwortung für die Folgen. Das heisst aber auch, dass wir die Entwicklung gestalten können.

Schweizer Vorpremieren, Expertengespräche, Diskussionen und eine Installation

Das Festival «Künstliche Intelligenz – Mitbestimmen statt mitlaufen» findet Sonntag und Montag, 28. und 29. Januar im Kino Frame an der Lagerstrasse 104, 8004 Zürich statt. Es ist eine Zusammenarbeit der Datenschutzbeauftragten mit Kino Frame, Think & Do Tank Dezentrum und dem ETH-Lehrstuhl für Ethik, Technologie und Gesellschaft.

Am Sonntag, 28. Januar um 11 Uhr startet das Festival mit der kostenlosen Veranstaltung «Künstliche Intelligenz: Was passiert? Wer bestimmt?» Gezeigt wird der Kurzfilm «Things Falling Apart» in Anwesenheit des Zürcher Regisseurs Daniel Loepfe. In seinem Debutprojekt gibt der ZHdK-Absolvent einen Einblick in das Zürich der nahen Zukunft, wenn der Grossteil der Menschen dank einem Hirnimplantat telepathische Fähigkeiten entwickelt und nicht mehr miteinander reden muss. Anschliessend diskutieren die Datenschutzbeauftragte Dominika Blonski, Angela Müller von AlgorithmWatch CH, Lukas Hess vom Think & Do Tank Dezentrum und Flurin Senn von der Pädagogischen Hochschule Zürich unter der Leitung von Tages-Anzeiger-Redaktorin Rahel Bains.

Ab 13.30 Uhr bietet der Think & Do Tank Dezentrum einen Workshop an, der Chancen, aber auch Gefahren, Herausforderungen und Grenzen generativer Künstlicher Intelligenz beleuchtet. Mit Expertenvorträgen und Experimentieren mit KI-Anwendungen sowie einem Reflexions- und Diskussion-Teil bietet der Workshop ein erkenntnis- und abwechslungsreiches Erlebnis. Die Teilnahme ist kostenlos.

Um 17 Uhr wird als Schweizer Vorpremiere die schwarze Komödie «Dream Scenario» (USA, 2023, Kristoffer Borgli) mit einem hervorragenden Nicolas Cage gezeigt. Anschliessend spricht Rahel Bains mit Markus Kneer, Professor für Ethik der Künstlichen Intelligenz am IDea_Lab der Universität Graz über Menschenwürde, Ethik und Künstliche Intelligenz.

Um 19 Uhr folgt gleich die zweite Vorpremiere: «The Hypnosis», eine satirische Komödie des schwedischen Regisseurs Ernst de Geer. «Dream Scenario» und «The Hypnosis» liefen beide im Programm des Zurich Film Festivals 2023.

Am Montag, 29. Januar um 18 Uhr zeigen die Datenschutzbeauftragte und der ETH-Lehrstuhl für Ethik, Gesellschaft und Technologie den preisgekrönten Dokumentarfilm «Democracy – Im Rausch der Daten» (2015, D, David Bernet). Anschliessend spricht Rahel Bains mit Margarita Boenig-Liptsin und Dominika Blonski über die Erfahrungen mit den Möglichkeiten zur Regulierung und Kontrolle von Technologieentwicklung. Wie kann eine demokratische Gesellschaft mit ihren komplexen Entscheidungsprozessen der Dynamik des technologischen Fortschritts beikommen? Was können wir aus bisherigen Regulierungsversuchen lernen?

Im Foyer des Kinos Frame steht die interaktive, KI-basierte Installation «Zürich Reimagined» von Lucid, dem Büro für kollektive Neugierde, zum Experimentieren bereit. Die interaktive und partizipative Installation erlaubt es Besucherinnen und Besuchern ihre ganz eigenen Zukunftsvisionen der Stadt Zürich zu erträumen.

Die Veranstaltungen finden im Kino Frame, Lagerstrasse 104, 8004 Zürich statt. Tickets können online auf www.frame.ch oder an der Kinokasse gekauft werden. Die Veranstaltung am 28. Januar um 11 Uhr und der Workshop um 13.30 Uhr sind kostenlos zugänglich. Für die weiteren Veranstaltungen gilt der normale Kino-Eintrittspreis.
 

17. Europäischer Datenschutztag

Seit 2007 wird auf Initiative des Europarats jährlich am 28. Januar der Europäische Datenschutztag begangen. Der Tag erinnert an die Unterzeichnung der Konvention 108 des Europarats im Jahr 1981. Die Konvention 108 ist der wichtigste völkerrechtlich verbindliche Vertrag zum Datenschutz.
 

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