Positive Bilanz über das Vorsitzjahr des Kantons Zürich in der Internationalen Bodenseekonferenz
Medienmitteilung 01.12.2006
Heute Nachmittag geht der Vorsitz der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) plangemäss vom Kanton Zürich an das Fürstentum Liechtenstein über. Im Rahmen der heutigen Regierungschefkonferenz in Zürich wird Regierungsrätin Rita Fuhrer, Volkswirtschaftsdirektorin und Vertreterin des Kantons Zürich in der Regierungschefkonferenz, das «IBK-Ruder» dem fürstlichen Regierungschef des Fürstentums Liechtenstein, Otmar Hasler, übergeben. Der Kanton Zürich blickt auf ein intensives Vorsitzjahr zurück, in dem als Marksteine der Prozess für ein neues Leitbild gestartet und im Zusammenhang mit der Bewältigung der Vogelgrippe die Grundlage für das internationale Forschungsprojekt «Constanze» geschaffen wurden.
Der Kanton Zürich übernahm vor einem Jahr in Konstanz den Vorsitz der IBK vom deutschen Bundesland Baden-Württemberg. Er setzte sich unter anderem zum Ziel, der IBK, obwohl am Rande des Bodenseegebietes liegend, als wichtiger Partner zu dienen.
Leitbildprozess gestartet
Unter Führung des Kantons Zürich ist im Verlauf des Vorsitzjahres der Prozess für die Überarbeitung des Bodensee-Leitbildes aus dem Jahr 1994 in Angriff genommen worden; der Kanton Zürich wird diese Überarbeitung über den ganzen Prozess hin leiten. Begleitet wird er dabei von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Konstanz. Derzeit werden in intensiven Arbeitsgruppen die Hauptziele der IBK diskutiert und konkretisiert. An dieser Erarbeitung sind auch die Kommunen im Bodenseeraum sowie die Parlamentarierkommission Bodensee mitbeteiligt. Geplant ist, der Regierungschefkonferenz von Dezember 2007 ein neues Leitbild zur Beschlussfassung vorzulegen. Der Kanton Zürich will in diesem Zusammenhang sein wichtiges Anliegen weiterverfolgen, grossräumig zu denken und den Raum rund um den Bodensee als ein Wirtschafts- und Lebensraum zu verstehen, der im grossen Dreieck Stuttgart – München – Zürich liegt.
Grundlage für das internationale Forschungsprojekt «Constanze» geschaffen
Auch auf Fachebene konnten im Vorsitzjahr verschiedene konkrete Ergebnisse in der internationalen Zusammenarbeit erzielt werden. Im Zusammenhang mit der Bewältigung der Vogelgrippe am Bodensee und am Rhein fanden beispielsweise mehrere Treffen der Fachminister und Fachspezialisten der IBK statt, in denen die Massnahmen auf politischer und fachlicher Ebene koordiniert und die Vorbereitungen für den kommenden Winter getroffen wurden. Die Fachgruppe «Aviäre Influenza» der IBK legte dabei den Grundstein für das internationale Forschungsprojekt «Constanze», mit dem die Ausbreitungsmechanismen der Vogelgrippe erforscht werden. Der Bodensee und der angrenzende Rhein werden damit zu den bestüberwachten Gewässern Mitteleuropas.
Fakten zur Internationalen Bodenseekonferenz
Die Internationale Bodenseekonferenz wurde 1972 gegründet. Damaliges Hauptanliegen der Mitglieder war es, sich in Umweltschutzfragen, insbesondere im Bereich Gewässerschutz, grenzübergreifend abzustimmen. So gelang es, das hoch gefährdete Trinkwasserreservoir Bodensee innert kurzer Zeit zu einem der saubersten Binnenwasserseen Euro-pas zu machen. Heute setzt sich die IBK zum Ziel, die Bodenseeregion insgesamt als attraktiven Lebens-, Natur-, Kultur- und Wirtschaftsraum zu erhalten und zu fördern und die regionale Zusammengehörigkeit zu stärken. Der Kanton Zürich ist im Jahr 1998 als zehntes Mitglied der IBK aufgenommen worden und beteiligt sich jährlich mit rund 300'000 Franken. In der Regierungschefkonferenz wird er vertreten durch Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer, im Ständigen Ausschuss durch Staatsschreiber Beat Husi. In den nach Fachthemen gegliederten Kommissionen (zum Beispiel Verkehr, Umwelt, Bildung oder Kultur) sind Fachspezialistinnen und -spezialisten (Kaderangestellte) aus der kantonalen Verwaltung vertreten. Nebst dem Fürstentum Liechtenstein und den beiden Halbkantonen Appenzell ist der Kanton Zürich das einzige Mitglied, das nicht unmittelbar an den Bodensee angrenzt.
Weitere Informationen zur IBK: www.bodenseekonferenz.org
(Medienmitteilung der Staatskanzlei)
Hinweis
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