Blickfelder tanzt aus der Reihe

Das biennale Theaterfestival Blickfelder richtet sich mit erstklassigen Inszenierungen an ein junges Publikum. Erstmals ist Blickfelder nun auch im Zwischenjahr aktiv: Von März bis Juni 2005 zeigen sieben Tanzcompagnien aus Frankreich, Italien und der Schweiz Choreografien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene – Gelegenheit, die Lust am Tanz und selber Tanzen zu entdecken.

Berichte und Untersuchungen über Kinder, die sich zu wenig bewegen, deren Motorik und Koordinationsfähigkeit gestört sind, haben Hochkonjunktur. Beklagt werden falsche Ernährung, mangelnde Bewegung und massloser Konsum von Fernsehen, Video- und Computerspielen. Dass es Alternativen zu Gameboy und Playstation gibt, zeigt «Blickfelder tanzt aus der Reihe». Die veranstaltende Fachstelle schule und kultur der Bildungsdirektion des Kantons Zürich will mit der Tanzreihe bei Kindern und Jugendlichen die Lust auf Bewegung wecken, die Vielfalt der Körpersprachen aufzeigen, Begegnungen mit zeitgenössischem Tanz bieten. In Zusammenarbeit mit dem Theaterhaus Gessnerallee, Theater Rigiblick, GZ Buchegg, Casino-Saal Aussersihl und Blauen Saal wurden sieben Gruppen aus Frankreich, Italien und der Schweiz ausgewählt, die mit theatralen Formen, Rhythmusgefühl und starken Bildern arbeiten und somit den zeitgenössischen Tanz als sinnliche, alltagsnahe Kunstform erlebbar machen.

Drei Uraufführungen kommen im Rahmen von «Blickfelder tanzt aus der Reihe» auf die Bühne: Brigitta Schrepfer’s Somafon zeigt «girls games», eine witzig-vielschichtige Etude zum Thema Mädchenfreundschaft. Die Choreografin Aleksandra Mirjana Crossan von Earthphish Dance nimmt David Lynchs Film «Elephant Man» als Ausgangspunkt ihrer gleichnamigen Produktion und erzählt die Geschichte dieses deformierten Aussenseiters. Die Tänzerin Andrea Herdeg und der Pianist André Desponds gehen dem Leben des grossen Komponisten Frédéric Chopin nach und schaffen in «Mme Chopin!» ein bewegendes Portrait des melancholischen Visionärs.

Aus Frankreich kommt die Gruppe Black Blanc Beur, seit den 80er Jahren Garant für innovativen Hip Hop: In ihren beiden Kurzstücken «Défilles» und «Break Quintet» kreieren sie Alltagsbilder von grosser Virtuosität und Präzision. Mit «Romanzo d’infanzia» der Compagnia Abbondanza-Bertoni gastiert ein poetisches Tanztheater aus Italien, das aus wechselnder Perspektive die Eltern-Kind-Beziehung beleuchtet. Das Cathy Sharp Dance Ensemble schliesslich hat sich dem schweizerischen Mythos Schellen-Ursli angenommen, diesen neu interpretiert und eine bezaubernde, farbige Version auf die Bühne gebracht, die nicht nur Kinder begeistern wird.

«Blickfelder tanzt aus der Reihe» soll nicht nur Theatersäle für junges Publikum öffnen, sondern auch Turnhallen, Aulas und Klassenzimmer zu Tanzpalästen umfunktionieren. Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen sollen einerseits Profis auf der Bühne erleben und anderseits auch die Möglichkeit haben, im eigenen Schulhaus mit ihnen zu arbeiten. So finden im Vorfeld fast aller Aufführungen Workshops mit den Tänzerinnen und Tänzern statt. Auf spielerische Art und Weise sollen die Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer ein Bewusstsein für Bewegung, Rhythmus und Raumgefühl erlangen.

Das detaillierte Programm ist erhältlich bei schule und kultur, Telefon 043 322 24 44 oder info@schuleundkultur.ch.

(Medienmitteilung der Bildungsdirektion)

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