Aktuelle Messwerte zur Luftqualität im Internet
Medienmitteilung 24.04.2001
Die interkantonale Trägerschaft «Ostluft» veröffentlicht neu aktuelle Messwerte zur Luftqualität aus acht Ostschweizer Kantonen und dem Fürstentum Liechtenstein im Internet. Die Werte werden viermal täglich aktualisiert und lassen sich unter der Internet-Adresse http://www.ostluft.ch abrufen. Die Messergebnisse des Jahres 2000 liegen zudem auch in gedruckter Form vor. Sie zeigen unter anderem, dass die Grenzwerte für Feinstaub sowohl in den Städten als auch in verkehrsärmeren Gebieten überschritten worden sind.
Hauptträger der gemeinsamen Luftqualitäts-Überwachung «Ostluft» sind die Kantone
Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, St.Gallen, Thurgau, Zürich und das Fürstentum Liechtenstein; Schaffhausen und Graubünden sind als assoziierte Kantone beteiligt.
Das gestraffte Messnetz von 17 Stationen ist seit Januar 2001 in Betrieb und wird ergänzt durch ein feinmaschigeres Netz von Passivsammlern für Stickstoffdioxid. Bis Ende des Jahres 2000 betrieben die einzelnen Ostluft-Partner noch total 33 Stationen. Mit ausgewählten typischen Standorten wird sichergestellt, dass auch mit weniger Messstationen aussagekräftige Ergebnisse zum Zustand und zur Entwicklung der Luftqualität in der Ostschweiz und im Fürstentum Liechtenstein möglich sind.
Die Schadstoffbelastung der Luft wird an repräsentativen Standorten rund um die Uhr gemessen. Die Daten werden in den beiden Servicezentren in Sankt Gallen und Zürich gesammelt und an die Datenzentrale in Frauenfeld übermittelt. Auf der Osttluft-Homepage werden sie viermal täglich aktualisiert. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich auf diesem Weg laufend über die Luftqualität im gesamten Messgebiet informieren.
Die Messergebnisse des Jahres 2000 wurden zwar noch von den einzelnen Partnern erhoben; sie sind aber bereits im Rahmen von Ostluft zusammengetragen und verdichtet worden. Inzwischen liegen ein achtseitiges Faltblatt und ein Bericht mit den detaillierten Stationsdaten 2000 vor. Während das Faltblatt eine Übersicht über Ostluft vermittelt, enthalten die Stationsblätter detailliertere Angaben zu den Messergebnissen der einzelnen Standorte.
Grenzwerte 2000 für Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon in Städten überschritten
Lungengängiger Feinstaub besteht aus Teilchen von weniger als einem Hundertstelmillimeter Durchmesser. Er entsteht sowohl bei Verbrennungsprozessen, zum Beispiel in Motoren (Dieselruss), Heizungen, bei offenen Feuern, als auch bei mechanischer Beanspruchung von Materialien. Auf Strassen bildet er sich auch aus dem Abrieb von Reifen und Belägen. Herkunftsbedingt ist Feinstaub räumlich ähnlich verteilt wie Stickoxid. In
grossen Städten wurde der Jahresgrenzwert von 20 Mikrogramm im vergangenen Jahr auch in verkehrsarmen Gebieten überschritten. Nur auf dem Land lagen die Jahresmittelwerte abseits von Hauptverkehrswegen nahe oder unter dem Grenzwert von 20 Mikrogramm.
Auch im Jahr 2000 lagen die Jahresmittelwerte für Stickstoffdioxid entlang von Hauptverkehrsachsen über dem Grenzwert von 30 Mikrogramm je Kubikmeter Luft. In Wohngebieten von Städten wurde dieser Wert ebenfalls überschritten, in Dörfern und auf dem Land jedoch eingehalten.
Der Stundenmittel-Grenzwert für Ozon von 120 Mikrogramm wurde an bis zu 90 Tagen überschritten. Witterungsbedingt häuften sich diese Belastungen besonders in den Monaten April bis Juni sowie im August.
Zürich: Geringer Rückgang bei den Stickoxiden und beim Feinstaub
Die Luftqualität hat sich im Jahr 2000 im Kanton Zürich gegenüber dem Vorjahr geringfügig verbessert. Grossräumig überschritten blieben die Grenzwerte von Ozon vor allem im Juni und in der zweiten Augusthälfte. Die Feinstaub-Belastung ging gegenüber dem Vorjahr an mehreren Standorten zurück, liegt jedoch in den Städten Zürich, Winterthur und Dübendorf immer noch über dem Grenzwert. Ein Immissionstrend kann daraus aber nicht abgeleitet werden, da die Messreihen maximal vier Jahre zurückreichen und das wetterbedingte Auf und Ab beim Feinstaub relativ gross ist. Das Vorkommen von Belastungsspitzen ist in erster Linie mit mehrtägigen Wetter-Inversionslagen verknüpft. Diese waren im 2000 weniger häufig als im Vorjahr. Die Stickstoffdioxidbelastung ist seit einigen Jahren kaum mehr rückläufig und stabilisiert sich an verkehrsnahen Lagen auf zu hohem Niveau. An mehreren weniger verkehrsexponierten Standorten ist erstmals wieder ein Rückgang der Langzeitbelastung zu verzeichnen. Zur Abnahme der verkehrsbedingten Stickoxidemissionen hat in den vergangenen Jahren vor allem der benzinbetriebene Verkehr (Katalysatorfahrzeuge) beigetragen, während der dieselbetriebene Schwerverkehr deutlich geringere Reduktionen aufweist.
Hinweis an die Redaktionen:
Die Homepage der Abteilung Lufthygiene des AWEL, Baudirektion Kanton Zürich, ist ebenfalls heute aufgeschaltet worden. Die Seite http://www.luft.zh.ch enthält neben vielen Aktualitäten verschiedene interessante Links.
Unter http://www.ostluft.ch können Sie das Faltblatt «Die Luftqualität in der Ostschweiz und in Liechtenstein» und den Bericht «Stationsdaten 2000» herunterladen.
Für ergänzende Auskünfte stehen Ihnen zur Verfügung:
Markus Meier, Leiter Immissionen, AWEL Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich, Telefon 01 259 29 93, E-Mail markus.meier@bd.zh.ch
Thomas Engesser, Vorsteher Gesundheitsamt Winterthur, Obertor 32, 8402 Winterthur, Telefon 052 267 57 49, E-Mail thomas.engesser@win.ch
Jürg Brunner, Umwelt und Gesundheitsschutz Zürich (UGZ), Abteilung Umwelt,
Telefon 01 216 28 32, E-Mail: juerg.brunner@gud.stzh.ch
Hinweis
Diese Meldung ist vor 2018 erschienen. Gegenüber der ursprünglichen Fassung sind alle Bilder, Links und Downloads entfernt worden. Dies beim Wechsel zum neuen kantonalen Webauftritt 2020.
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