Erhebung zum Stand der Informatik an den Mittelschulen des Kantons Zürich

Die Bildungsplanung der Bildungsdirektion des Kantons Zürich hat Mitte 1999 eine Erhebung zum Stand der Informatiknutzung an den Mittelschulen des Kantons Zürich durchgeführt. Was den Einsatz der Informatik im Mittelschulbereich betrifft, zeigen die Ergebnisse der Untersuchung ein widersprüchliches Bild. Zwar ist der Computer in den letzten Jahren ausserhalb des Unterrichts sowohl bei den Lehrkräften als auch bei den Mittelschülerinnen und Mittelschülern zu einem alltäglichen Werkzeug geworden, aber im Fachunterricht wird der Computer vergleichsweise wenig eingesetzt.

Im Rahmen der Erhebung wurden die Schulleitungen und Informatikverantwortlichen der Mittelschulen sowie 300 Mittelschullehrkräfte und ebenso viele Schülerinnen und Schüler befragt.

Der Bildungsrat hat von den Ergebnissen der Erhebung Kenntnis genommen und die bildungsrätliche Kommission für Schulinformatik beauftragt, unverzüglich ein Massnahmenpaket zur Förderung der Informatikkompetenz an den Mittelschulen vorzubereiten. Die Kommission für Schulinformatik wird eine Arbeitsgruppe für die Sekundarstufe II einzusetzen, die unter anderem konkrete Massnahmen zur Verbesserung der Informatikintegration in den Bereichen Unterricht, Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte sowie Infrastruktur der Mittelschulen erarbeiten soll.

Was den gegenwärtigen Einsatz der Informatik im Mittelschulbereich betrifft, zeigen die Ergebnisse der Untersuchung ein widersprüchliches Bild. Zwar ist der Computer in den letzten Jahren ausserhalb des Unterrichts sowohl bei den Lehrkräften als auch bei den Mittelschülerinnen und Mittelschülern zu einem alltäglichen Werkzeug geworden, aber im Fachunterricht wird der Computer vergleichsweise wenig eingesetzt. Teilweise sind dafür die Rahmenbedingungen der Mittelschulen verantwortlich, vor allem die Fragmentierung des Unterrichts in Einzellektionen und der häufige Wechsel der Schulzimmer. In einzelnen Fächern fehlen zudem geeignete fachspezifische Programme. Entscheidend für die Informatikintegration auf der Mittelschulstufe ist die Motivation der Lehrkräfte, den Computer als Werkzeug im Unterricht auch wirklich einzusetzen.

Auffallend ist, wie oft die Lehrkräfte sich selber für nicht ausreichend ausgebildet halten, wenn es um methodisch-didaktische oder spezifische Fragen der Informatik geht. Diese selbstkritische Einschätzung wird von den Schulleitungen, Informatikverantwortlichen und den Jugendlichen weitgehend geteilt. Notwendig sind demnach fundierte fachspezifische Weiterbildungsangebote, die den Fachlehrkräften exemplarische Anregungen für den Einsatz von Informatikmitteln im Unterricht vermitteln und dabei auch methodisch-didaktische Fragen aufgreifen.

In rund einem Drittel der Schulen war die Informatikinfrastruktur zum Zeitpunkt der Erhebung nicht ausreichend. Für Neubeschaffungen sind häufig mobile Computer vorgesehen, die sich im Unterricht flexibel einsetzen lassen

Für einen wirkungsvollen Computereinsatz im Unterricht müssen Wartung und Support effizient organisiert sein. In mindestens jeder dritten Schule liesse sich dieser Bereich optimieren. Die Informatikverantwortlichen der Mittelschulen befinden sich im Spannungsfeld zwischen anspruchsvollen Benutzenden mit teilweise ungenügender Informatikkompetenz und der zunehmend komplexen Informatikausrüstung ihrer Schule.

Der Bericht ist unter der Adresse http://www.schulinformatik.ch/publikationen/Mittelschulbericht/Mittelschulbericht.html
auf dem Internet verfügbar.

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