Unterrubriken
Sie befinden sich derzeit auf folgender Seite:
Verkehr
Der Kanton Zürich in einem Tag
Eine Reise durch den Kanton Zürich ist auf jeden Fall die beste Gelegenheit, ihn näher kennenzulernen. Unser Ausgangspunkt ist der Flughafen. Wer weiss, vielleicht reisen Sie ja einmal mit dem Flugzeug an, um unseren Kanton zu besichtigen.
07.26 Uhr
Die Glattalbahn fährt in elegantem Bogen in die Haltestelle Flughafen ein. Sanfte Anfahrt, und die Reise durch den Kanton Zürich beginnt. Vorbei an Flughafengebäuden und einem Sonnenblumenfeld bei der Haltestelle Bäuler zum Bahnhof Glattbrugg, wo auf einem Gleis nebenan eine einzelne Lok vorbeirast. Bürogebäude, immer mehr Passagiere, Oerlikon, der Milchbuck - und dann die Haltestelle bei der Talstation der Seilbahn Rigiblick. Mit ihr fahren wir in fünf Minuten zum Rigiblick hoch, vorbei an Balkonen und Gärten. Von oben Blick über Teile der Stadt bis hin zum See. Wieder runter zur Talstation und gleich rein ins Tram zum Hauptbahnhof.
08.25 Uhr
Sihltalbahn
Hier genehmigen wir uns mitten im regen Treiben einen Kaffee, bevor wir in den Untergrund abtauchen, wo die Sihltalbahn auf uns wartet. Der rote Doppelstöcker fährt dorthin, wo der Kanton Zürich urwüchsig wird: ins Sihltal. Die Station Adliswil ist unser nächstes Ziel, denn dort befindet sich die Talstation einer weiteren Bergbahn, genauer der einzigen Luftseilbahn im Kanton Zürich, die auf die Felsenegg fährt. Mit einer roten Kabine fahren wir hoch - und später mit einer blauen wieder hinunter. Von der Bergstation aus erreichen wir in fünf Minuten das Restaurant Felsenegg, wo sich uns eine grandiose Sicht auf den Zürichsee bietet - von Zürich bis Rapperswil.
10.10 Uhr
Schiff «Stadt Rapperswil»
Zurück im Tal, fahren wir mit der Sihltalbahn nach Langnau-Gattikon, wo schon das Postauto bereitsteht, das uns über die Gattikerhöhe nach Thalwil bringt. In der Seeanlage schalten wir eine Pause ein, bis das Schiff von Zürich her anlegt und uns mitnimmt auf eine Fahrt nach Stäfa. Damit haben wir gleich auch den See überquert - und von der «Pfnüselküste» zur «Goldküste»* gewechselt!
13.11 Uhr
Wir steigen auf den VZO-Bus um und fahren über Oetwil am See (liegt aber gar nicht direkt am See!) und Grüningen nach Wetzikon im Zürcher Oberland. Hier holen wir kurz Schnauf zu einer Fahrt mit der S-Bahn Nummer 5 quasi quer durch den Kanton bis nach Rafz im untersten Zürcher Unterland! Das wird eine runde Stunde dauern. Wetzikon selber und auch Uster, das nach fünf Minuten Fahrt erreicht wird, haben sich in den letzten Jahren stark entwickelt, was der Blick aus dem Zugfenster eindrücklich zeigt. Dazwischen liegt das enge Aathal, wo früher Spinnereibetriebe standen und sich heute viel Verkehr auf der Hauptstrasse durchzwängt. Ab Uster geht's in vollem Tempo ohne Halt bis Stadelhofen - mitten in Zürich.
14.35 Uhr
Die stark besetzte S-Bahn leert sich im Hauptbahnhof - aber fast ebenso viele Fahrgäste steigen wieder zu. Ihr Ziel: Orte im Agglomerationsgürtel von Zürich wie Glattbrugg oder Rümlang - und dann natürlich Bülach, das Zentrum des Unterlandes. Danach wird es wieder ländlicher, und bald erreichen wir den Höhepunkt dieser Fahrt nach Rafz: die Eisenbahnbrücke über den Rhein bei Eglisau. Aus 50 Metern Höhe blicken wir auf das idyllisch gelegene Städtchen und den grünfarben dahinfliessenden Rhein. Dann hinaus ins Rafzerfeld bis nach Rafz, wo die Fahrt mit der S5 endet.
15.17 Uhr
Postauto
Wir haben eine kleine Verspätung eingefahren, die uns zwingt, schnell umzusteigen, damit wir das Postauto nicht verpassen, das uns nach Winterthur bringen wird. Es ist eine Fahrt durch hügeliges Gelände, eine fruchtbare Gegend, wo sich Rebberge, Obst-und Gemüsekulturen zwischen malerischen Bauerndörfern mit vielen Fachwerkhäusern ausbreiten. Schliesslich fahren wir durch Neftenbach und hinunter nach Winterthur, wo wir über die Wülflingerstrasse direkt zum Hauptbahnhof kommen und nahtlos umsteigen in die S26 mit Zielbahnhof Bauma.
16.13 Uhr
Dampfbahn
Die Weite des Zürcher Unterlandes ist einer Tallandschaft gewichen, an deren Seiten sich bewaldete Hügel hinziehen, die im oberen Teil des Tösstals in eine voralpine Landschaft übergehen. Die Töss führt nur wenig Wasser, und auf dem Veloweg**, der den Fluss praktisch auf seiner ganzen Länge säumt, herrscht kaum Betrieb an diesem Werktag. Der Zufall will es, dass kurz nach unserer Ankunft in Bauma ein Dampfzug einfährt und sofort das Interesse der Umstehenden auf sich zieht. Es ist eine Sonder-fahrt, denn normalerweise sind die Dampfzüge auf der Strecke zwischen Bauma und Hinwil nur an einzelnen Sonntagen von Mai bis Oktober unterwegs. Eine romantische Variante, diesen Teil des Zürcher Oberlandes kennenzulernen!
16.59 Uhr
Wir nehmen den Bus, der uns in einer knappen halben Stunde nach Wetzikon bringt. Wetzikon? Genau, da waren wir schon mal, bevor wir unsere Fahrt quer durch den Kanton ins Zürcher Unterland angetreten haben. Jetzt nehmen wir eine andere Route. Es ist die S 3, die nach Effretikon fährt. Eine vor allem in ihrem ersten Teil landschaftlich wunderschöne Fahrt, auf der von ferne der Pfäffikersee grüsst, eingebettet in unberührte Natur.
* «Pfnüsel-» und «Goldküste»: Das linke Ufer des Zürichsees wird im Volksmund scherzhaft Pfnüselküste (Schnupfenküste, wörtlich übersetzt) genannt. Die Bezeichnung hat ihren Ursprung im Vergleich zum rechten Zürichseeufer, das als Goldküste bekannt ist und wegen der Südhanglage in den Genuss von mehr Sonne kommt, während das linke Seeufer wegen des früher auftretenden Schattens im Verdacht steht, zu Erkältungen zu führen.
** Velo sagen wir in der Schweiz - und meinen damit das Fahrrad.
