Region Zürich wird als weltgewandt, dynamisch, arbeitsam und gleichzeitig kühl und anforderungsreich wahrgenommen

17.12.2010 - Medienmitteilung

Zurück zu Medienmitteilungen

Die Metropolitanregion Zürich gilt als arbeitsam, funktionierend und erfolgreich. Die Region ist weltgewandt, dynamisch und vielfältig, gilt gleichzeitig als seriös und sicher, aber auch als kühl und anforderungsreich. Das sind Resultate einer repräsentativen Studie zur Wahrnehmung der Region Zürich in der Bevölkerung im Kanton, der übrigen Schweiz und im Ausland.

Die Studie Zürich Image-Monitoring (ZIM) wurde vom Amt für Wirtschaft und Arbeit und von der Staatskanzlei in Zusammenarbeit mit der Forschungsabteilung der Kalaidos Fachhochschule realisiert. Die Studie erfasst die Wahrnehmung des Images der Region Zürich bei der Bevölkerung im Kanton, der Schweiz und im Ausland in den Aufgabenfeldern des Kantons und weiteren standortrelevanten Themenfeldern. Daraus ergeben sich für den Kanton Orientierungshilfen für die entsprechenden Aufgabenfelder. Das ZIM stellt eine der Grundlagen für die Planung in der nächsten Legislaturperiode 2011 bis 2015 dar.

Wissenschaftliche Messung des «weichen» Faktors Image

Beim Image handelt es sich um einen sogenannt weichen Faktor, der nach Erkenntnissen der Verhaltensforschung die Wahrnehmung und das Handeln entscheidend beeinflusst. Mit klassischen ökonomischen Messmethoden konnten solche Image-Effekte bislang nicht erfasst werden. Neu entwickelte Messinstrumente erlauben es nun, das Image messbar zu machen und Auswirkungen auf das Verhalten nachzuweisen. Das Image beeinflusst die Entscheidung für oder wider einen Standort und die Zufriedenheit mit einem gewählten Standort. Der Fokus der Studie liegt auf einer objektiven Imagemessung, nicht auf der Positionierung oder der Markenpflege. Das ZIM wurde so angelegt, dass es wissenschaftlich fundiert, neutral, replizierbar und vollständig dokumentiert ist. Neben persönlichen Interviews und einer Inhaltsanalyse von Leitmedien bildete eine Online-Befragung die wichtigste empirische Datenquelle. An der repräsentativen Befragung beteiligten sich über 5000 Personen aus dem In- und Ausland. Die Studie kostete rund 130'000 Franken.

Besonders stark: Finanzbranche, Hochschulen, öffentlicher Verkehr und Vielfalt der Konsum- und Freizeitangebote

Das Image der Region Zürich ist in den meisten wesentlichen Aspekten gut bis sehr gut. Als besonders stark gelten die Finanzbranche, die Hochschulen, der öffentliche Verkehr und die Vielfalt der Konsum- und Freizeitangebote. Ebenfalls positiv beurteilt werden die internationale Anbindung, der Forschungsstandort, die kulturelle Vielfalt und die Attraktivität für Arbeitstätige aus dem In- und Ausland. Die Bevölkerung schätzt die Möglichkeiten zur Erholung in der Natur und die Kombination aus Urbanität und Überschaubarkeit. Die Region wird als zuverlässig, gut funktionierend und weltstädtisch angesehen. In Zürich lässt es sich gut arbeiten und wirtschaften. Dabei kann man sich aufeinander verlassen und fühlt sich sicher. Die Region gilt als tolerant, flexibel und weltoffen. Die von den Befragten wahrgenommene und geschätzte Vielfalt geht gleichzeitig nicht auf Kosten der Seriosität oder des Sicherheitsgefühls, was für eine moderne Metropolitanregion nicht selbstverständlich ist.

Zürich ist stressig und zuweilen emotional kühl

Zum Bild der urbanen Wirtschaftsmetropole passt, dass die Region Zürich als betriebsam, laut und teuer empfunden wird. Unnahbarkeit, Hektik, Arroganz, eine gewisse emotionale Distanz und eine als relativ gering empfundene Nachhaltigkeit weisen in diese Richtung. Ein Teil der Befragten ist der Ansicht, Ausländer seien nicht besonders gut integriert, die Region sei ausser für Kurzaufenthalte kein gutes Ferienziel und es sei unangenehm, sich per Auto oder Velo fortzubewegen. Die Steuerbelastung gilt als hoch, wird aber mit steigendem Berufsstatus als gerechter empfunden.

Wohnregion, Beruflicher Status, Geschlecht und Alter beeinflussen die Wahrnehmung – Bildung und Wohndauer hingegen kaum

Im Ausland wohnhafte Personen finden die Region Zürich noch sympathischer als die Zürcherinnen und Zürcher. Die übrige Schweiz findet die Region Zürich weniger sympathisch als diese sich selber. Tiefer qualifizierte Arbeitnehmende haben eine etwas negativere Gesamtwahrnehmung als höher Qualifizierte. Auch empfinden ausländische Führungskräfte eine höhere Sympathie als Führungskräfte aus der übrigen Schweiz. Betrachtet man das Image in Abhängigkeit vom Geschlecht, fällt eine durchweg etwas bessere Beurteilung durch Frauen auf. Auch halten diese die Region nicht für weniger sicher als Männer. Jüngere Menschen geben ein etwas kritischeres Urteil über Zürich ab als ältere.

Hoher Lebensstandard und hohes Potential zur Lebenszufriedenheit

Die Befragten erachten die Region Zürich mit ihrem hohen Lebensstandard als sehr attraktiv und vielfältig, fühlen sich aber auch angespannt und nicht immer wohl. Die Region Zürich wird von allen respektiert, wenn auch nicht immer geliebt. „Wer sich im kompetitiven, innovativen und dynamischen Wirtschaftsraum Zürich durchsetzen will, muss sich eben auch anstrengen,“ so ein Befragter. Würde die Region als weniger kühl wahrgenommen, so hätte dies auch Auswirkungen auf die Zufriedenheit der Bevölkerung. Unterschätzt ist, dass die Region Zürich neben See und Üetliberg auch noch weitere naturnahe Gebiete und dörfliche Gegenden aufweist, die mehr für Werte wie Herzlichkeit, Natürlichkeit und Ländlichkeit sprechen. Hier liegt ein Potential, das die Lebenszufriedenheit weiter steigern könnte.

 

Die Studie ist in der Internetversion dieser Medienmitteilung unter www.news.zh.ch,
Link «Medienmitteilungen», verfügbar.

 

Weitere Informationen:

Zurück zu Medienmitteilungen