Gemeinsame Schwerpunkte von Staat und anerkannten Religionsgemeinschaften

19.03.2020 - Medienmitteilung

Zurück zu Medienmitteilungen

Religionsministerin Jacqueline Fehr und die Spitzen der anerkannten Religionsgemeinschaften haben an ihrem jährlichen Treffen drei gemeinsame Schwerpunkte für die laufende Legislatur 2020 bis 2023 festgelegt. Es sind dies: ein Zukunftsdialog zur Beziehung zwischen Staat und Religionsgemeinschaften, die Klärung der Rollen im Verhältnis zu den nicht-anerkannten Religionsgemeinschaften und eine Studie zur gesellschaftlichen Bedeutung der Religionsgemeinschaften.

Religionsgemeinschaften sind für den Staat wichtige Partner. Sie wirken an den Wertegrundlagen mit, die die Gesellschaft prägen und tragen dazu bei, den öffentlichen Frieden zu wahren. Der Kanton Zürich kennt eine langjährige Tradition der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den anerkannten Religionsgemeinschaften. Heute ist das Miteinander von Staat und Religionsgemeinschaften auf neue Weise herausgefordert: Die Gesellschaft und damit die Religionslandschaft im Kanton Zürich werden immer vielfältiger. Als Reaktion auf den gesellschaftlichen Wandel haben der Kanton und die anerkannten Religionsgemeinschaften gemeinsame Schwerpunkte entwickelt, die das Verhältnis zwischen Staat und Religionsgemeinschaften nicht isoliert, sondern im weiteren gesellschaftlichen Zusammenhang betrachten und damit weiterentwickeln. Übergeordnetes Ziel der Schwerpunkte ist die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Drei Schwerpunkte

Der erste Schwerpunkt besteht in einem Zukunftsdialog: Staat und anerkannte Religionsgemeinschaften denken gemeinsam darüber nach, wie das zukünftige Verhältnis zwischen Staat und Religionsgemeinschaften ausgestaltet werden könnte. Der offene Dialog soll einen Beitrag für eine gesellschaftliche Diskussion liefern.

Den zweiten Schwerpunkt bildet die Klärung der Rollen der einzelnen Akteure im Verhältnis zu den nicht-anerkannten Religionsgemeinschaften. Diese Gemeinschaften wie auch die Gruppe der konfessionslosen Personen wachsen, sind aber erst ansatzweise in das System der Beziehungen zwischen Staat und Kirche eingebunden. Eine Arbeitsgruppe soll klären, welche Aufgaben die einzelnen Akteure übernehmen können, um dieses Verhältnis zu klären.

Im Rahmen eines dritten Schwerpunkts soll eine Studie zu den Tätigkeiten der anerkannten Religionsgemeinschaften von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung erarbeitet werden. Eine eingehende Studie (sogenannte Widmer-Studie) hat im Jahr 2017 diese Tätigkeiten erhoben, um Grundlagen für eine Quantifizierung zu liefern. Beiträge der Religionsgemeinschaften zur Solidarität, zur Stabilität und zum Zusammenhalt der Gesellschaft wurden dabei bewusst ausgeklammert. Kanton und anerkannte Religionsgemeinschaften wollen im Rahmen einer neuen Untersuchung auch diese nicht quantifizierbaren Beiträge der Kirchen und Religionsgemeinschaften evaluieren.

Zweites Treffen dieser Reihe

Am 12. März traf sich Regierungsrätin Jacqueline Fehr mit den Spitzen der anerkannten Religionsgemeinschaften – der Evangelisch-reformierten Landeskirche, der Römisch-katholischen Körperschaft, der Christkatholischen Kirchgemeinde, der Israelitischen Cultusgemeinde und der Jüdischen Liberalen Gemeinde. Es war das zweite Treffen dieser Art, nachdem am 19. März 2019 der Auftakt stattgefunden hatte.

Neben der Zusammenkunft mit allen anerkannten Religionsgemeinschaften, die einmal jährlich im Frühling durchgeführt wird, finden in regelmässigen Abständen Arbeits- und Austauschtreffen mit Vertreterinnen und Vertretern der einzelnen Religionsgemeinschaften statt.

(Medienmitteilung der Direktion der Justiz und des Innern)

Zurück zu Medienmitteilungen