«Fil Bleu» – Überregionales Freiraumkonzept Glattraum

01.04.2015 - Medienmitteilung

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Mit dem «Fil Bleu» liegt ein überregionales Freiraumkonzept für das Gebiet entlang der Glatt vor. Die Städte Dübendorf, Opfikon und Zürich, die Gemeinde Wallisellen, die Zürcher Planungsgruppe Glattal (ZPG) sowie die im Prozess eingebundenen kantonalen Ämter bekunden ihren Umsetzungswillen mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung. Das im Kontext zum neuen Gewässerschutzgesetz erarbeitete Projekt ist im Agglomerationsprogramm 2. Generation des Bundes integriert.

Das Glattal gehört heute zu einem der schweizweit attraktivsten Wirtschaftsstandorte. Durch die fortlaufende Siedlungs- und Verkehrsentwicklung steigt auch der Erholungsdruck auf die vorhandenen Grünräume. Die Glatt führte als Naherholungsgebiet bisher ein Schattendasein. Mit dem «Fil Bleu» soll der siedlungsnahe Erholungsraum entlang des Flusses aufgewertet und besser zugänglich gemacht werden. Damit erhält die dynamische Wachstumsregion auch ein identitätsstiftendes Naherholungsgebiet.

In den übergeordneten Planungen der ZPG, Dübendorf, Wallisellen, Opfikon, der Stadt Zürich und den kantonalen Ämtern wurde festgehalten, dass entlang der Glatt eine gemeindeübergreifende Gebietsplanung erarbeitet werden soll. Unter Berücksichtigung des neuen Gewässerschutzgesetzes wurden mehrere Gestaltungs- und Nutzungsmassnahmen evaluiert.

«Fil Bleu» umfasst vier Schlüsselelemente:

1. Gesamtkonzept zur nachhaltigen Aufwertung der Stadtlandschaft
Das Konzept zeigt eine Systematik auf, wie die Glatt im Kontext urbaner und siedlungsnaher Strukturen aufgewertet werden kann. Hierzu werden die Zentrumsbereiche Dübendorf und Opfikon parkähnlich und erholungsorientiert gestaltet, während in der dazwischen aufspannenden «grünen Mitte» die ökologischen Aspekte ein höheres Gewicht bekommen. Grundlage der gemeinsamen Planung sind somit nicht nur die Bedürfnisse nach siedlungsnahem Erholungsraum, sondern auch die Anliegen des Natur- und Hochwasserschutzes. Der «Fil Bleu» schafft eine solide Grundlage für die weitere Planung und die schrittweise Umsetzung, die den verschiedenen Interessen in diesem räumlich engen Gebiet Rechnung trägt.

2. Verbesserung des Fuss- und Veloverkehrs
Mit einem durchgehenden, grundsätzlich vier Meter breiten Glattweg soll eine attraktive Erholungsroute für den Fuss- und Veloverkehr geschaffen werden, die auch für Berufspendler eine Alternative zum bestehenden Wegnetz bietet. Diese soll einen Beitrag an die Verbesserung des regionalen Gesamtvelonetzes leisten.

3. Rive gauche und Rive droite mit Intensivierungsgraden
Der Glattweg soll insbesondere in der grünen Mitte entlang des linken Ufers (Rive gauche) geführt werden. Hier wird sich auch die Erholungsinfrastruktur konzentrieren. Das gegenüberliegende Ufer (Rive droite) soll möglichst gleichzeitig ökologisch aufgewertet werden.
Die Ausgestaltung der jeweiligen Abschnitte richtet sich nach den unterschiedlichen Intensivierungsgraden.

4. Massnahmen zur Umsetzung
Einzelne «Fil Bleu»-Elemente wie Wegausbauten, Ausstattung der Aufenthaltsbereiche oder punktuelle Wasserzugänge können unabhängig von Wasserbauprojekten und Revitalisierungsprogrammen umgesetzt werden. So sind rasch Attraktivitätssteigerungen möglich, die später durch umfangreichere Vorhaben ergänzt werden. Die Einheitlichkeit der Ausgestaltung und die Rücksichtnahme auf örtliche Begebenheiten stehen bei der Umsetzung im Vordergrund.

Die Unterzeichnenden erklären sich unter anderem bereit,

  • den «Fil Bleu» gemäss Konzeptbericht weiterzuentwickeln,
  • weiterhin partnerschaftlich zusammenzuarbeiten, um die Umsetzung der Massnahmen weiter zu verfolgen,
  • bei wichtigen Teilprojekten die Möglichkeit von Mitwirkungsprozessen und den Einbezug von externen Wissensträgern zu prüfen,
  • die Gelder aus dem Agglomerationsprogramm 2. Generation so unter den Gemeinden zu verteilen, dass für die verschiedenen Abschnitte angemessene Beiträge möglich sind.

Prozess

Das Projekt wurde von April 2013 bis Ende 2014 erarbeitet. In Projektteam und -steuerung wirkten folgende Beteiligte mit:

  • Grün Stadt Zürich (Projektleitung)
  • Amt für Städtebau, Stadt Zürich
  • Stadt Dübendorf
  • Stadt Opfikon
  • Gemeinde Wallisellen
  • Zürcher Planungsgruppe Glattal (ZPG)
  • Amt für Abfall,Wasser, Energie und Luft, Kanton Zürich
  • Amt für Landschaft und Natur, Kanton Zürich
  • Amt für Raumentwicklung, Kanton Zürich
  • Amt für Verkehr, Kanton Zürich

In der Umsetzung wird die Gesamtprojektleitung nun an das Amt für Verkehr übertragen. Die Realisierung der Wegabschnitte erfolgt abschnittsweise.

(Gemeinsame Medienmitteilung der Baudirektion und der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich, der Städte Opfikon, Dübendorf und Zürich, der Gemeinde Wallisellen sowie der Zürcher Planungsgruppe Glattal)

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