20. Bericht der Zürcher Denkmalpflege – quer durch Regionen, Epochen und Baugattungen

28.05.2015 - Medienmitteilung

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Schloss Wülflingen in Winterthur

Die Kantonale Denkmalpflege Zürich veröffentlicht periodisch einen Bericht mit Einblicken in die Tätigkeit der Fachstelle. Der nun vorliegende 20. Band umfasst Restaurierungen bedeutender Baudenkmäler, die schwergewichtig im Zeitraum 2009–2010 erfolgreich abgeschlossen wurden. Die reich illustrierte Publikation lädt Fachleute und interessierte Laien zur Auseinandersetzung mit wichtigen Zeugen der Baukultur im Kanton Zürich ein – quer durch Regionen, Epochen und Baugattungen.

Den Auftakt bilden zwei längere Artikel: Einerseits veranschaulicht der Beitrag «Historische Verkehrswege – auch eine Aufgabe für Archäologie und Denkmalpflege» das 2010 vom Bundesrat festgesetzte Inventar der historischen Verkehrswege. Anderseits werden unter dem Titel «Die Webmaschinen im Neuthal – Lebenszyklen einer Sammlung» die Bedeutung und die 2010 erfolgreich abgeschlossene Überführung der Sammlung von Rüti ins Neuthal abgehandelt. Das Schwergewicht des 20. Berichts der Denkmalpflege nehmen jedoch die 37 ausführlichen Beiträge mit bauhistorischer Zeittafel, Renovations- und Restaurierungsberichten sowie einem Dokumentations- und Quellenanhang ein. Über 100 Kurztexte zu denkmalpflegerisch begleiteten Massnahmen runden den Band ab.

Einen Schwerpunkt stellen sieben ausführliche Texte zu Objekten in der Stadt Winterthur dar, unter anderem zum Haus «Zur Geduld» und zur Villa «Am Römerholz» mit spannender Querverbindung durch den Kunstsammler Oskar Reinhart oder das geschichtsträchtige Schloss Wülflingen. Aber auch der verheerende Brand des Zürcher Zunfthauses «Zur Zimmerleuten» am 14. November 2007 ist ein Thema; die aufwändige Wiederherstellung – verbunden mit baugeschichtlichen Erkenntnissen und überraschenden Entdeckungen – gelangen ausführlich zur Darstellung.

Grosse regionale und zeitliche Bandbreite

Reformiertes Pfarrhaus in Eglisau
Eglisau, Ref. Pfarrhaus, Ausschnitt der freigelegten, bemalten Balkendecke aus der Barockzeit. Zustand nach der Restaurierung, Mai 2010.

Der typologische Querschnitt des vorliegenden Bandes reicht von unscheinbaren Infrastrukturbauten wie dem Quellwasser-Reservoir Steinacker in Ossingen bis zu grossen Ensembles wie der ehemaligen Baumwollspinnerei Oberkempttal in Illnau-Effretikon oder der Schulanlage in Wetzikon. Verschiedene Kirchen (Oberrieden, Stallikon) und Pfarrhäuser (Eglisau, Gossau, Maschwanden) stehen neben bedeutenden Bauern- und Bürgerhäusern (Gossau, Männedorf, Russikon, Wädenswil) oder früheren Gewerbebauten (Andelfingen). Ebenso gross ist die zeitliche Bandbreite der Gebäude, die vom späten Mittelalter bis in die Zeit nach 1970 reicht. Eine Anzahl Objekte vertreten das 20. Jahrhundert, darunter die Turnhalle «Platte» in Thalwil, die Schulanlage Rümelbach in Rümlang oder das keramische Wandbild «Zeitmessung Sonne» der Künstlerin Maja von Rotz, dessen Rettung und Überführung von Küsnacht nach Männedorf gelang.

Die vorgestellten Schutzobjekte stehen in ihrer Vielfalt exemplarisch für herausragende baukünstlerische Leistungen in den vergangenen Jahrhunderten. Die seit 1961 lückenlos erschienenen 20 Bände ermöglichen sowohl für die interessierte Öffentlichkeit als auch für die Fachwelt einen vielfältigen Einblick in die Geschehnisse.  

Zürcher Denkmalpflege, 20. Bericht 2009–2010
Baudirektion Kanton Zürich, Kantonale Denkmalpflege

Kommissionsverlag: FO-Publishing GmbH, Zürich und Egg 2015
ISBN 978-3-905681-70-3, 384 Seiten, reich illustriert, Preis Fr. 60.– / EUR 58.–
Bestellung online: www.fo-publishing.ch, Stichwort «Verlags-Shop Denkmalpflege»

Lindenmühle in Andelfingen
Andelfingen, ehem. Mühle, sog. Lindenmühle. Ansicht der Südfassade. Zustand nach der Restaurierung, April 2011.

Kunsthaus in Zürich
Zürich, Kunsthaus, sog. Füsslisaal im Hauptbau von 1910. Zustand nach der Renovation mit dem rekonstruierten Spannteppich, März 2005.

Wohnhaus in Allenwinden, Gossau
Gossau, Allenwinden, Reihenwohnhaus. Gesamtansicht. Zustand nach der Restaurierung, März 2012.

(Medienmitteilung der Baudirektion)

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