11. Heft der Kleinen Schriften der Zürcher Denkmalpflege: «Reformierte Kirche Effretikon – Provokativer Paradebau der Nachkriegsmoderne»

03.10.2013 - Medienmitteilung

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Abbildung 6: Aktuelle Aussenaufnahme, 2013.

Die Kantonale Denkmalpflege legt erstmals eine umfassende Abhandlung zu einem zürcherischen Bauwerk der Nachkriegszeit vor: Das 11. Heft der Reihe Kleine Schriften zur Zürcher Denkmalpflege widmet sich der reformierten Kirche Effretikon. Das Hauptwerk von Architekt Ernst Gisel war zu seiner Entstehungszeit 1959–1961 höchst umstritten, heute ist es ein international beachteter Kirchenbau der Moderne.

Die reformierte Kirche Effretikon ist einer der wertvollsten Zeugen der Nachkriegsmoderne im Kanton Zürich. Auf dem Rebbuck nahe dem verkehrstechnisch wichtigen Bahnhof gelegen war das Gebäude damals ein stolzes Zeichen für die wachsende Gemeinde
Illnau-Effretikon, die in den Nachkriegsjahrzehnten eine rasante bauliche Entwicklung vom
Bauerndorf zur Stadt durchlief. Daher figuriert der auffallende Bau, den viele Bahnreisende von Zürich nach Winterthur kennen, seit 2008 im überkommunalen Inventar als Schutz-objekt von kantonaler Bedeutung.

In Ernst Gisels umfangreichem Gesamtwerk blieb die Kirche Effretikon eine kreative Höchstleistung und ein richtungsweisendes Schlüsselprojekt. Den bereits ursprünglich angedachten, der Kirche angegliederten Gemeindesaal konnte Gisel schliesslich
1994–1995 ausführen. Dieser lehnt sich in der Architektursprache an den bestehenden Bau an und ist doch ein eigenständiges Gebäude.

Die aktuelle Publikation aus der Reihe Kleine Schriften zur Zürcher Denkmalpflege widmet sich der reformierten Kirche Effretikon. Im Jahr 1999 erstmals erschienen befassen sich die Kleinen Schriften in loser Folge mit Themen rund um denkmalpflegerische Belange im Kanton Zürich. Die Bandbreite reicht von monographischen Abhandlungen, wie beispielsweise das Heft zu den mittelalterlichen Malereien in der Schlosskapelle Kyburg, bis hin zu einer vierteiligen Serie über das öffentliche Bauwesen im Kanton Zürich. Im 11. Heft legt Autor Michael Hanak erstmals eine umfassende Abhandlung zu einem zürcherischen Bauwerk der Nachkriegszeit vor.

Moderne Architektur im Fokus der Denkmalpflege

Die Architektur der Nachkriegsmoderne wird derzeit aus verschiedenen Gründen intensiv diskutiert. Für die Benutzer und Besitzer von Gebäuden, die in den Jahrzehnten nach 1945 entstanden sind, stehen altersbedingt Erneuerungen und Instandsetzungen an. Für Historiker und Denkmalpfleger gelangen die Bauwerke dieser Epoche nun in den Fokus der Geschichtsschreibung. Bei der Bestimmung der jüngeren Baudenkmäler wird das zeitliche Dilemma relevant: Viele Bauten aus den 1940er- bis 1970er-Jahren wurden bereits saniert oder abgebrochen, bei anderen wiederum fehlen fachliche Grundlagen zur objektiven Beurteilung. Es besteht dringender Handlungsbedarf, da sonst der Verlust herausragender Zeugen der jüngeren Architekturgeschichte droht.

Vor diesem Hintergrund stimmte die Baudirektion einem Inventarprojekt zu, das die kantonale Denkmalpflege anfangs 2013 starten konnte. Es richtet seinen Fokus auf bedeutende Objekte des 20. Jahrhunderts beziehungsweise der Nachkriegszeit bis 1980. Innerhalb der kommenden Jahre gilt es auf der Basis des Zürcher Planungs- und Baugesetzes, den umfangreichen Baubestand nach einheitlichen Kriterien in sämtlichen Zürcher Landgemeinden durchzusehen und herausragende Objekte aller Baugattungen zu inventarisieren.

Abbildung 1:

Abbildung 1: Architekt Ernst Gisel vor der Baustelle, 1960.
© Gta Archiv/ETH Zürich (Vorlass Ernst Gisel)

Architekt Ernst Gisel vor der Baustelle, 1960.

Abbildung 2:

Abbildung 2: Die Baustelle vor der Aufrichte, 1960.
© Gta Archiv/ETH Zürich (Vorlass Ernst Gisel)

Die Baustelle vor der Aufrichte, 1960.

Abbildung 3:

Abbildung 3: Die Reformierte Kirche Effretikon nach Bauvollendung, undatiert.
© Denkmalpflege Kanton Zürich

Die Reformierte Kirche Effretikon nach Bauvollendung, undatiert.

Abbildung 4:

Abbildung 4: Innenaufnahme, um 1963.
© Gta Archiv/ETH Zürich (Vorlass Ernst Gisel)

Innenaufnahme, um 1963.

Abbildung 5:

Abbildung 5: Aktuelle Innenaufnahme, 2013.
© Denkmalpflege Kanton Zürich

Aktuelle Innenaufnahme, 2013.

Abbildung 6:

Abbildung 6: Aktuelle Aussenaufnahme, 2013.
© Denkmalpflege Kanton Zürich

Aktuelle Aussenaufnahme, 2013.

(Medienmitteilung der Baudirektion)

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