Kanton übernimmt Jagdschiessanlage Embrach

27.06.2013 - Medienmitteilung

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Bisher absolvieren die Jägerinnen und Jäger im Kanton Zürich vorwiegend in der Jagdschiessanlage Au in Embrach das gesetzlich vorgeschriebene Schiesstraining. Sobald die geplante neue Anlage in Bülach bereit steht, soll die Anlage in Embrach saniert und stillgelegt werden. Um den Betrieb bis dahin sicher zu stellen und für eine geordnete Sanierung zu sorgen, übernimmt der Kanton die Anlage von der Jagdschützengesellschaft Zürich.

Mit der Hege und Pflege des heimischen Wildbestandes erfüllen die Jägerinnen und Jäger im Kanton Zürich eine Aufgabe im Dienst der Allgemeinheit. Die Jagd im dichtbesiedelten Kanton Zürich wird immer anspruchsvoller. Die Anforderungen an die Schiessfertigkeit der Jägerinnen und Jäger steigen dadurch weiter. Mehr denn je ist eine gute Aus- und Weiterbildung an der Jagdwaffe erforderlich. Es ist Aufgabe des Kantons Zürich, den Jägerinnen und Jägern das obligatorische und freiwillige Schiesstraining zu ermöglichen – im Interesse der Sicherheit und um dem Wild unnötiges Leiden zu ersparen. Bis heute trainieren die Zürcher Jägerinnen und Jäger grösstenteils in der Jagdschiessanlage Au in Embrach. Die seit bald 50 Jahren bestehende, in einer mittlerweile geschützten Auenlandschaft gelegene Anlage muss wegen zu hoher Schadstoffbelastung saniert werden. Um die Auenlandschaft in Embrach vom Schiessbetrieb zu befreien, plant die Baudirektion eine neue Anlage in Bülach, die auf dem neusten Stand der Technik konzipiert ist und hinsichtlich Lärm- und sonstigen Umweltimmissionen die modernsten Anforderungen erfüllt.

Sanierung von Embrach erfordert neue Anlage in Bülach

Voraussetzung für die Sanierung der Anlage in Embrach ist allerdings, dass der Schiessbetrieb ruht. Dies wiederum bedingt, dass die neue Anlage in Bülach fertiggestellt ist. Denn den Jägerinnen und Jägern im Kanton Zürich muss lückenlos eine Trainingsanlage zur Verfügung stehen, wie sie vom Gesetz gefordert ist. Nach längerem Verfahren hat der Zürcher Kantonsrat am vergangenen Montag dem erforderlichen Eintrag des Standorts der neuen Anlage in Bülach in den kantonalen Richtplan zugestimmt. Damit ist der Weg für eine nachhaltige Lösung frei. Der ursprünglich für 2015 ins Auge gefasste Termin zur Eröffnung der Anlage Widstud in Bülach verzögert sich allerdings aufgrund des Richtplanverfahrens voraussichtlich bis 2017. Dies macht den vorläufigen Weiterbetrieb der Anlage in Embrach erforderlich.

Übergangslösung gefunden; Kanton kommt den Gemeinden entgegen

Die Baudirektion, die Jagdschützengesellschaft Zürich als bisherige Besitzerin und Betreiberin der Anlage in Embrach sowie die Gemeinde Embrach haben sich darum darauf verständigt, dass die Baudirektion die Anlage sowie das bestehende, im Jahr 2015 auslaufende Baurecht der Gemeinde übernimmt. Ferner ist die Gemeinde Embrach bereit, den Baurechtsvertrag bis längstens Ende 2019 zu verlängern.

Damit ist der Weiterbetrieb der Anlage in Embrach sicher gestellt, bis die neue Anlage in Bülach bereit steht. Die Baudirektion kommt der Gemeinde Embrach und den Anliegergemeinden Dättlikon und Freienstein-Teufen hinsichtlich des Übergangsbetriebs und der Sanierung wie folgt entgegen:

  • Die Baudirektion reduziert die Anzahl der bewilligten jährlichen Schiesshalbtage ab 2014 von 205 auf 180 an Werktagen und von vier auf einen an Sonntagen.
  • Zur weiteren Reduktion der Lärmbelastung werden die täglichen Öffnungszeiten ab 2014 um eine Stunde reduziert.
  • Die Gemeinde Embrach hat bis zur Stilllegung der Anlage das Recht, jederzeit Tontauben aus den Wurfmaschinen zu entnehmen und auf die Einhaltung der Schadstoffgrenzwerte überprüfen zu lassen. 
  • Die Baudirektion saniert die Anlage sofort nach der Stilllegung. 
  • Die Baudirektion übernimmt die Kosten der Sanierung. Die Gemeinde Embrach, die Anliegergemeinden Dättlikon und Freienstein-Teufen sowie die privaten Grundbesitzer müssen keinen Sanierungskostenbeitrag leisten. 
  • In diesem Rahmen übernimmt die Baudirektion auch die Kosten für den Rückbau der im Baurecht erstellten Bauten sowie die Wiederherstellung des Geländes, das anschliessend der Gemeinde Embrach zur freien Verfügung steht.
  • Die Baudirektion bezieht die Gemeinde Embrach sowie die Anliegergemeinden Dättlikon und Freienstein-Teufen in das Sanierungsprojekt mit ein.

Kanton sorgt für geordneten Betrieb und Sanierung

Mit der Übernahme der Anlage durch das Amt für Landschaft und Natur (ALN) ist garantiert, dass der Übergangsbetrieb, die Stilllegung, die Sanierung sowie der Rückbau der Jagdschiessanlage Au Embrach geordnet und fachgerecht erfolgen. Das ALN übernimmt die Anlage spätestens per 1. Januar 2014 und wird deren Betrieb dem Verein JagdZürich übertragen. Der neue Betreiber hat dem ALN ein Betriebsreglement einzureichen, in dem alle Details des Schiessbetriebs festgehalten sind. Für die Sanierung der Anlage ist bei der Baudirektion ein Projekt in Arbeit. Als nächsten Schritt wird das Amt für Landschaft und Natur (ALN) in einem öffentlichen Submissionsverfahren die Art der Sanierung und die Sanierungsfirma festlegen.

Jäger müssen sich an den Sanierungskosten beteiligen

Die Baudirektion verlangt von der bisherigen Betreiberin der Anlage, der Jagdschützengesellschaft Zürich, dass sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten an den Sanierungskosten beteiligt. Ferner müssen die Schützinnen und Schützen ab 2014 zusätzlich zu den normalen Benutzungsgebühren eine Sanierungskosten-Abgabe entrichten.

Keine zusätzlichen Umweltrisiken durch Weiterbetrieb

Seit einigen Jahren und bis zur Stilllegung der Anlage kommt auf den Wurftaubenanlagen nur noch Stahlschrot anstelle des umweltbelastenden Bleischrots zum Einsatz. Und der Schadstoffgehalt der heute genutzten Wurftauben liegt weit unter den zulässigen Grenzwerten. Damit erhöht das bis zur Stilllegung der Anlage in Embrach zusätzlich abgelagerte Material das Risiko für die Umwelt nicht weiter und verteuert auch das Sanierungsprojekt nicht zusätzlich.

(Medienmitteilung der Baudirektion)

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