Ergebnisse der kantonalen Bevölkerungserhebung 2012

08.02.2013 - Medienmitteilung

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Anhaltendes, aber leicht abgeschwächtes Bevölkerungswachstum

Der Kanton Zürich zählte Ende 2012 rund 1'406'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Damit hat die Wohnbevölkerung im Lauf des vergangenen Jahres um fast 16’000 Personen zugelegt – etwas weniger stark als in den Vorjahren. Dies zeigt die jüngste Bevölkerungserhebung des Statistischen Amts des Kantons Zürich.

Ende 2012 lebten 1'406'083 Personen im Kanton Zürich. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme um 15'959 Personen oder 1,1 Prozent. Damit hat sich das hohe Wachstum der letzten fünf Jahre etwas abgeschwächt. Zum Vergleich: Im Vorjahr war die Einwohnerzahl um rund 19'000 Personen gewachsen.

Frauen in der Überzahl, aber nur bei den Personen im Seniorenalter

Ende 2012 zählte der Kanton Zürich rund 710'000 Frauen und 696'000 Männer. In den Altersgruppen bis 54 Jahre sind die Männer in der Überzahl – mit Ausnahme der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen. Ab 55 Jahren stellen hingegen die Frauen die Mehrheit. Von der Gesamtbevölkerung ist knapp jede fünfte Person jünger als 20 Jahre und bereits jede sechste älter als 64. Das Durchschnittsalter liegt bei gut 41 Jahren.

Ausländische Bevölkerung nimmt zu

Die Zahl der ausländischen Staatsangehörigen belief sich Ende 2012 auf rund 349'000. Dies entspricht einem Ausländeranteil von 24,8 Prozent, 0,3 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Die Zusammensetzung der ausländischen Wohnbevölkerung hat sich leicht verändert: Der Anteil der Personen aus einem EU- oder EFTA-Staat ist auf 64 Prozent gestiegen, jener aus dem übrigen Europa auf 21 Prozent gesunken. 15 Prozent stammen aus den übrigen Teilen der Welt. Deutschland und Italien stellen mit rund 82'000 respektive 49'000 Personen die grössten Bevölkerungsgruppen. Portugal ist mit 25'000 an dritter Position, vor Serbien und Montenegro, der Türkei, Kosovo und Mazedonien.

Erneut stärkste Zunahme im Furttal und im Limmattal

Die Bevölkerungszahl ist in sämtlichen Zürcher Regionen gewachsen. Prozentual am meisten zugelegt haben – wie bereits im Vorjahr – das Furttal und das Limmattal, dieses Mal mit 2,2 respektive 1,9 Prozent, vor dem Unterland, dem Oberland und Winterthur und Umgebung. Im kantonalen Mittel von 1,1 Prozent liegt die Region Zimmerberg, etwas unterdurchschnittlich gewachsen sind die Stadt Zürich, das Knonaueramt und das Glattal. Die niedrigsten Zuwachsraten weisen das Weinland und der Pfannenstiel auf, doch auch hier betragen sie 0,6 respektive 0,5 Prozent. In absoluten Zahlen liegt – wie bereits im Vorjahr – die Stadt Zürich mit einem Zuwachs von 3'900 klar vorn, vor der Region Winterthur und Umgebung, dem Oberland, dem Unterland und dem Limmattal. Diese fünf Regionen vereinen über 70 Prozent des kantonalen Zuwachses auf sich.

Spitzenreiter sind Aesch und Zürich

Die höchsten Wachstumsraten wiesen 2012 eher kleine Gemeinden auf. An der Spitze steht die Gemeinde Aesch, die 2012 um fast sieben Prozent gewachsen ist. Dahinter folgen Flaach, Höri und Buchs mit einem Plus von je über sechs Prozent, knapp dahinter Fehraltorf, Otelfingen und Weiach. In absoluten Zahlen zeigt sich natürlich ein anderes Bild: Hinter der Spitzenreiterin Zürich folgen Winterthur (+ 1'400), Dietikon (+ 700), Wetzikon (+ 600), Adliswil und Schlieren (je + 500). Zum starken Wachstum im Furttal haben besonders Buchs und Otelfingen beigetragen, im Limmattal geht der Zuwachs vor allem auf das Konto von Dietikon und Schlieren.

Mitgliederzahl der Evangelisch-Reformierten schrumpft weiter

Die Bevölkerungserhebung des Statistischen Amts erfasst die Einwohnerinnen und Einwohner auch nach der Konfessionszugehörigkeit. Ende 2012 war die Bevölkerung zu rund 33 Prozent evangelisch-reformiert und zu 28 Prozent römisch-katholisch. Je 0,1 Prozent gehörten zu den übrigen anerkannten Religionsgemeinschaften, nämlich zur christkatholischen Kirche respektive zu einer der beiden anerkannten jüdischen Gemeinden. 39 Prozent der Wohnbevölkerung gehören demzufolge keiner oder einer anderen Religionsgemeinschaft an. Im Vergleich zum Vorjahr hat die evangelisch-reformierte Landeskirche insgesamt rund 5'800 Mitglieder verloren, die römisch-katholische Kirche hingegen fast 1'000 gewonnen. Die Evangelisch-Reformierten haben 2012 in sämtlichen elf Zürcher Regionen Mitglieder verloren, aber auch die Römisch-Katholischen in sechs Regionen. Stark zugelegt hat – wie bereits in den letzten Jahren – die Gruppe der Personen anderer oder ohne Konfession, sie ist um über 20'000 gewachsen.

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Wozu dienen die Bevölkerungszahlen?

Die kantonale Bevölkerungserhebung wird seit 1962 alljährlich durchgeführt. Die Zahlen dienen in erster Linie als Grundlage für die Festsetzung des kantonalen Finanzausgleichs, darüber hinaus auch als Schlüssel für die Verteilung der Kantonsratssitze auf die Wahlbezirke sowie für die Kostenbeiträge an die anerkannten Religionsgemeinschaften. Seit 2010 werden nicht mehr nur die Mitglieder der evangelisch-reformierten, der römisch-katholischen und der christkatholischen Kirche erfasst, sondern auch jene der beiden anerkannten jüdischen Gemeinden, der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich sowie der Jüdischen Liberalen Gemeinde.

Wie wird genau gezählt?

Die Erfassung erfolgt jährlich per 31. Dezember. Zur Wohnbevölkerung einer Gemeinde zählen nur Personen mit Hauptwohnsitz in der Gemeinde, nicht jedoch jene mit Nebenwohnsitz. Bei den schweizerischen Staatsangehörigen sind es jene, die in der Gemeinde gemeldet sind. Bei den ausländischen Staatsangehörigen sind es sämtliche Personen mit Ausweis B (Aufenthalter/innen) oder C (Niedergelassene) und von den übrigen Ausländerkategorien all jene, die seit mindestens einem Jahr ununterbrochen in der Gemeinde leben. Nicht gezählt werden Personen im Asylverfahren.

Weshalb provisorisch?

Da die kommunalen Daten im Zuge der landesweiten Registerharmonisierung elektronisch an das Statistische Amt geliefert werden, steht jeweils bereits anfangs Februar eine kantonale Einwohnerzahl zur Verfügung. Die Zahlen werden in der nun vorliegenden provisorischen Form Anfang März im Amtsblatt publiziert. Nach Ablauf einer Rekursfrist von 30 Tagen werden die Bevölkerungszahlen definitiv.

(Medienmitteilung des Statistischen Amts)

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