Vernetzte Gemeinden: Zweckverbände dienen der Erfüllung kommunaler Aufgaben

19.12.2011 - Medienmitteilung

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Im Kanton Zürich gibt es knapp 200 Zweckverbände, in denen sich Gemeinden zusammengeschlossen haben, um gemeinsam eine Leistung zu erbringen. Sie dienen etwa dem Betreiben von Kläranlagen, der Regionalplanung oder der Abfallverwertung. Die aktuelle Publikation des Statistischen Amtes gibt zusammen mit der dazugehörigen Applikation auf der Homepage erstmals einen umfassenden Überblick über die Zweckverbände und die kommunalen Vernetzungsstrukturen im Kanton Zürich.

Derzeit sind mit Ausnahme der Stadt Zürich sämtliche Zürcher Gemeinden in mindestens einem Zweckverband organisiert. Die Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinweg ist jedoch nicht überall gleich beliebt. So ist die Stadt Winterthur in nur einem Zweckverband Mitglied, während es die Gemeinden Steinmaur und Wil auf jeweils zwölf Mitgliedschaften bringen. Grundsätzlich nimmt die Neigung, sich bei der Bewältigung der anfallenden Aufgaben mit anderen Gemeinden zusammenzutun, mit zunehmender Urbanität und steigender Finanzkraft ab: Es sind vor allem die ländlichen und finanziell eher schwach gestellten Gemeinden, die vom Zweckverband Gebrauch machen. Darüber hinaus entscheidet die geografische Nähe, wer mit wem zusammenarbeitet.

Unter- und Oberland sind eng verflochten

So bleiben die Gemeinden in topografisch klar abgegrenzten Regionen wie dem Knonauer Amt, dem Weinland oder dem Zimmerberg am liebsten «unter sich». Die Gemeinden des Furttals, des Unter- und des Oberlandes, des Glattals und des Pfannenstiels arbeiten dagegen über die regionalen Grenzen hinweg eng zusammen. Die Zweckverbände bilden somit ein engmaschiges, grossflächiges Beziehungsnetzwerk in einem wirtschaftlich und siedlungstechnisch immer näher zusammenrückenden Raum.

Von administrativen Strukturen hin zu funktionalen Räumen

Gerade in diesem mittleren Teil des Kantons spielen administrative Strukturen wie die Bezirke kaum mehr eine Rolle, die Auswahl der Partnergemeinden richtet sich vielmehr nach den anfallenden Aufgaben. So teilen sich beispielsweise die Gemeinden im Tösstal die Wasserversorgung, die Abwasserreinigung, das Altersheim und den Zivilschutz. Es hat sich aufgrund ähnlicher Bedürfnisse ein funktionaler Raum über Gemeinde- und Bezirksgrenzen hinweg entwickelt.

Vernetzung schmälert Übersichtlichkeit

Keine Frage: Um infrastrukturintensive Aufgaben überhaupt erfüllen zu können, sind Kooperationen unerlässlich. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet die zunehmende Vernetzung aber auch einen Verlust von Übersichtlichkeit.

Da die neue Kantonsverfassung auch in Zweckverbänden demokratische Mitbestimmungsrechte garantiert, ist es umso wichtiger, einen Überblick über die existierenden Verbände und die Verflechtungen zwischen den Gemeinden zur Verfügung zu stellen. Denn: Nur wenn bekannt ist, bei welchen Aufgaben die Gemeinden Kooperationen eingehen, machen die demokratischen Möglichkeiten auch Sinn.


Wo Gemeinden gemeinsam Friedhöfe, Spitäler oder Sportanlagen betreiben und wie intensiv sie sich mit wem vernetzen: www.statistik.zh.ch/zv

(Medienmitteilung des Statistischen Amtes)

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