Nach sechs Jahren Primarschule – Lernstandserhebung in den 6. Klassen der Volksschule im Kanton Zürich

09.06.2011 - Medienmitteilung

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Der Grossteil der Kinder in der sechsten Klasse kann am Ende der Primarschule gut Deutsch und Mathematik und erreicht die Lehrplanziele. Dies geht aus der Lernstandserhebung 2009 hervor. Die Ergebnisse wurden heute an einer Medienkonferenz vorgestellt. Mit den Lernstandserhebungen verfolgt die Bildungsdirektion die Leistungsentwicklungen von rund 2000 Schülerinnen und Schülern seit ihrem Schuleintritt im Jahr 2003.

Der Grossteil der Schülerinnen und Schüler erreicht am Ende der Primarschule die Lehrplanziele – 83 Prozent in Deutsch und 82 Prozent in Mathematik. Gut ein Sechstel der Lernenden bleibt im jeweiligen Fach hinter den Zielen zurück. Zwischen den leistungsschwächsten und den leistungsstärksten Kindern hat sich seit dem Ende der 3. Klasse die Leistungsschere geöffnet. Dies zeigt der Bericht zur Lernstandserhebung 2009. Unter den Leistungsstärksten sind sozial privilegierte Lernende übervertreten, unter den Leistungsschwächsten ist hingegen der Anteil sozial Benachteiligter besonders hoch.

Merkmale wie Herkunft und Sprache beeinflussen Benotung und Übertritt

Bei der Benotung durch die Lehrpersonen spielt neben den Leistungen der Schülerinnen und Schüler ihre jeweilige soziale Herkunft eine Rolle. Sozial benachteiligte Kinder und Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache werden bei gleicher Leistung oft tiefer benotet als sozial Privilegierte und Deutschsprachige. Zusätzlich setzen Lehrpersonen in leistungsstarken Klassen einen höheren Massstab an und benoten die einzelnen Lernenden tiefer. In leistungsschwächeren Klassen fällt die Benotung hingegen höher aus. Die individuellen Merkmale der Lernenden spielen auch für den Übertritt in einen Schultyp der Sekundarstufe I eine Rolle. So treten sozial privilegierte Lernende mit dem Notendurchschnitt 5.5 eher ins Gymnasium über, sozial benachteiligte mit dem gleichen Durchschnitt eher in die Abteilung A der Sekundarschule.

Massnahmen intensivieren und neu ausrichten

Die Ergebnisse der neuen Untersuchung bestätigen die Befunde der vorhergehenden Erhebungen. Sie zeigen auch, dass bereits bestehende Entwicklungen in die richtige Richtung weisen. Mit dem kommenden Lehrplan 21 und den darauf abgestimmten Instrumenten zur individuellen Standortbestimmung werden Lehrpersonen die Leistungen der Schülerinnen und Schüler breiter abgestützt einschätzen können. Die Bildungsdirektion prüft, ob im Kanton Zürich ab 2014 ein standardisierter Test beim Übertritt in die Sekundarstufe I zum Einsatz kommen soll. Ein solcher Test soll für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit beim Übertritt sorgen. Auch sollen die Massnahmen für Schülerinnen und Schüler, die sozial benachteiligt sind und Deutsch als zweite Sprache sprechen, intensiviert werden. Dazu ist vorgesehen, das bestehende Projekt Qualität in multikulturellen Schulen, QUIMS, deutlicher auf die Leistungsförderung auszurichten. Und Kinder mit wenig Anregungen in ihrem sozialen Umfeld sollen durch leicht zugängliche Angebote möglichst schon vor dem Kindergarten gefördert werden. Für fremdsprachige Kinder ist wichtig, dass sie vor, während und nach der Volksschulzeit eine durchgängige und systematische Sprachförderung in Deutsch erhalten.


Die Lernstandserhebung in den 6. Klassen wurde vom Institut für Bildungsevaluation und der Pädagogische Hochschule Zürich im Auftrag der Bildungsdirektion durchgeführt.
Die Ergebnisse sind in einem wissenschaftlichen Schlussbericht sowie in einer Broschüre der Bildungsdirektion veröffentlicht (www.bi.zh.ch -> Veröffentlichungen -> Aktuell). Dort finden Sie auch Dokumente zur Medienkonferenz.
Die Broschüre kann unter bildungsplanung@bi.zh.ch oder 043 259 53 50 kostenlos bestellt werden.

(Medienmitteilung der Bildungsdirektion)

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