Flugplatzareal Dübendorf: Erste Ergebnisse der Testplanung liegen vor

08.06.2009 - Medienmitteilung

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Im Rahmen einer Testplanung haben vier Planungsteams Entwicklungsszenarien für das Flugplatzareal Dübendorf erarbeitet. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurden dem Regierungsrat Empfehlungen für zu vertiefende Fragestellungen und das weitere Vorgehen vorgelegt. Der Regierungsrat erachtet es als wichtig, dass das Flugplatzareal bis auf weiteres als strategische Landreserve gesichert wird.

Das Flugplatzareal Dübendorf wird voraussichtlich im Jahr 2014 frei für neue Nutzungen. Es ist die letzte grosse strategische Landreserve in Zentrumsnähe und für den Lebens- und Wirtschaftsraum Zürich von herausragender Bedeutung. Um die Optionen und Alternativen für das 234 Hektaren grosse Areal zu kennen und in einem grösseren Zusammenhang bewerten zu können, hatte der Regierungsrat die Baudirektion im Januar 2008 beauftragt, gemeinsam mit dem Bund, der Planungsregion Glattal sowie den Standortgemeinden eine Testplanung durchzuführen. Im Rahmen dieser Testplanung erhielten vier Planungsteams den Auftrag, Szenarien für die Diskussion möglicher Entwicklungen bereitzustellen. Ein Gremium, bestehend aus Experten der Fachdisziplinen Raum-, Stadt-, Landschafts- und Verkehrsplanung sowie Ökonomie übernahm die Begleitung und Beurteilung sämtlicher Arbeiten und entwickelte Schlussfolgerungen im Sinne von Empfehlungen. Das Ziel der Erkundungsphase der Testplanung bestand nicht darin, ein Siegerprojekt zu küren, sondern zu Schlussfolgerungen bezüglich der zu vertiefenden Fragestellungen und für das weitere Vorgehen zu kommen. Die Empfehlungen des Begleitgremiums liegen nun in Form eines Berichts vor.

Das Areal als strategische Landreserve

In seinem Bericht weist das Begleitgremium darauf hin, dass im Umfeld des Flugplatzareals wie auch in anderen Regionen des Kantons Zürich noch beträchtliche, teilweise bereits baureife Flächenreserven bestehen, die den Bedarf für die Entwicklung der nächsten 30 Jahre abzudecken vermögen. Vor diesem Hintergrund empfiehlt das Begleitgremium, das Flugplatzareal als strategische Landreserve für Nutzungen im kantonalen und nationalen Interesse freizuhalten und dafür zu sorgen, dass die erwünschten Qualitäten und Potenziale bestmöglich genutzt werden können. Mit einer Grösse von 234 Hektaren steht ein zusammenhängendes Gelände zur Verfügung, das sich insbesondere für Sondernutzungen mit grösserem Flächenbedarf und kantonaler bzw. nationaler Ausstrahlung eignet. Aus Studien der vier Planungsteams geht hervor, dass dem Flugplatzareal aber auch als freie, unbebaute Fläche eine herausragende Bedeutung zukommt. Deren Stellenwert dürfte künftig eher noch zunehmen, sodass der bestehende Freiraum als Schlüssel für die künftige Raumentwicklung des Flugplatzareals selbst sowie der angrenzenden Siedlungsgebiete angesehen werden kann.

Grundsatzentscheid zur Aviatik bis Ende 2009 erforderlich

Im Bericht wird betont, dass die zukünftige Nutzung des Flugplatzareals und der angrenzenden Gebiete direkt vom Entscheid über die künftige Rolle der Aviatik auf dem Flugplatzareal Dübendorf abhänge. Jede aviatische Nutzung, sei sie nun zivil oder militärisch bedingt, schränke die Handlungsspielräume für die Raumentwicklung ein. Deshalb sei eine rasche Klärung der Grundsatzfrage für oder gegen künftige Aviatik erforderlich, um die bereits vorhandenen beträchtlichen Potenziale im bestehenden an das Flugplatzareal angrenzenden Siedlungsgebiet der Standortgemeinden nutzbar zu machen, Das Begleitgremium empfiehlt dem Regierungsrat, die Flughafen Zürich AG aufzufordern, die aus ihrer Sicht mögliche Rolle des Flugplatzes Dübendorf im Sinne einer Ergänzung des Flughafens Zürich darzulegen.

Eine Verbesserung der Erschliessungsqualität ist notwendig

Das Flugplatzareal Dübendorf weist heute im Vergleich mit anderen Entwicklungsgebieten im Kanton Zürich keine überdurchschnittliche Erschliessungsqualität auf. Aus Sicht des Begleitgremiums sind daher Verbesserungen im Bereich des übergeordneten Strassennetzes und des öffentlichen Verkehrs unumgänglich, um die Erschliessungsqualität des Flugplatzareals Dübendorf mittel- und langfristig sichern zu können. So wird im Bereich des öffentlichen Verkehrs die Weiterentwicklung der Glattalbahn, im Bereich des Individualverkehrs die Realisierung der bereits im kantonalen Richtplan festgesetzten Glattalautobahn genannt.

Haltung des Regierungsrates

Übereinstimmend mit den Erkenntnissen des Begleitgremiums ist der Regierungsrat der Ansicht, dass von einer Inanspruchnahme des Flugplatzareals Dübendorf für konventionelle Mischnutzungen abgesehen werden sollte. Angesichts der Chancen, welche die Grösse und die Grundeigentümerstruktur des Flugplatzareals eröffnen, soll das Flugplatzareal Dübendorf bis auf weiteres als strategische Landreserve für Sondernutzungen im kantonalen und nationalen Interesse reserviert werden. Die Frage, ob und in welcher Form das Flugplatzareal für flugbetriebliche Zwecke genutzt werden soll, ist dabei mit grosser Dringlichkeit bis Ende 2009 zu beantworten. Der Chef VBS, Bundesrat Ueli Maurer, hat im Mai 2009 dargelegt, dass der Bund auf eine Wiederaufnahme des militärischen Jetbetriebs am Standort Dübendorf verzichten wird. Damit können sich die weiteren Abklärungen zum Flugplatzareal Dübendorf auf die Auswirkungen einer militärischen Lufttransportbasis sowie eine zivilaviatische Nutzung beschränken.

Weiteres Vorgehen

Voraussichtlich bis Ende 2009 sollten alle Grundlagen vorliegen, um über die Rahmenbedingungen für die anzustrebende Entwicklung auf dem Flugplatzareal Dübendorf entscheiden zu können. Diese Rahmenbedingungen sind dann im kantonalen Richtplan festzulegen. Bei Bedarf sind zudem die kommunalen Bau- und Zonenordnungen anzupassen. Erst nach Vorliegen dieser planungsrechtlichen Rahmenbedingungen lässt sich mit dem Bund klären, ob und welche Teile des Flugplatzareals veräussert, im Baurecht abgegeben oder verpachtet werden.

Testplanung zur Raumentwicklung Flugplatzareal Dübendorf

Im Rahmen einer Testplanung wurden vier Planungsteams aus dem In- und Ausland mit der Ausarbeitung je einer Planungsstudie beauftragt. Die Teams mussten aufzeigen, wie das rund zweieinhalb Quadratkilometer grosse Flugplatzareal langfristig genutzt werden könnte und welche Auswirkungen damit verknüpft wären. Die Teams mussten sowohl eine Variante mit einer zivilaviatischen Nutzung als auch eine Variante ohne eine solche Nutzung ausarbeiten. Ein Gremium, bestehend aus externen Experten und Fachleuten der Projektpartner, übernahm die Begleitung und Beurteilung sämtlicher Arbeiten. Die Empfehlungen zu den grundsätzlichen Entwicklungsrichtungen sowie zu den zu vertiefenden Fragestellungen hat das Begleitgremium in einem Bericht zusammengefasst. Dieser kann von der Internetversion der Medienmitteilung unter www.zh.ch, Link «Weitere News», heruntergeladen werden.

Weitere Informationen zur Testplanung finden Sie in der Medienmitteilung des Regierungsrates vom 10. Januar 2008.

(Medienmitteilung des Regierungsrates)

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