Bildungsplanung

Diagnostische Instrumente im Kindergarten (2008-2012)

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Die hier archivierten Informationen und Dokumente widerspiegeln den Stand der Dinge zum Zeitpunkt, als das Projekt abgeschlossen worden ist (2012).

Ausgangslage und Projektauftrag

Foto: iStockphone
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Kinder treten im Alter von vier Jahren mit sehr unterschiedlich entwickelten Fähigkeiten in den Kindergarten ein. Untersuchungsergebnisse zeigen zudem, dass diese Unterschiede im Verlauf der weiteren Schulzeit kontinuierlich grösser werden. Dabei spielen die jeweiligen sprachlichen Kompetenzen eine wichtige Rolle. Besonders Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben durch ihre familiären Voraussetzungen oftmals geringere Chancen auf einen gelingenden Schulstart. Für sie besteht das Risiko, schon in den ersten Jahren den Anschluss zu verlieren. Dieser Befund aus den PISA-Studien wurde für den Kanton Zürich durch die Ergebnisse der Lernstandserhebungen 2003 und 2006 bestätigt. Die Bildungsdirektion lancierte deshalb 2008 das Projekt «Guter Start in die Schulzeit». Ziel war es, den Erwerb der Schulsprache als Schlüssel zum Lernen bereits im Kindergarten gezielt zu fördern. Dafür brauchen Kindergartenlehrpersonen geeignete Werkzeuge, die auf bereits vorhandenen Instrumenten und Abläufen aufbauen bzw. diese sinnvoll ergänzen.

Projektergebnisse

Die Entwicklung der Kinder muss im Kindergarten aufmerksam beobachtet und beurteilt werden. Dies ist nicht nur im Sprachbereich Voraussetzung für eine individuelle Förderung, die sich an den jeweiligen Kompetenzen der einzelnen Kinder orientiert. Im Rahmen des Projekts «Guter Start in die Schulzeit» wurden deshalb Instrumente zur Erhebung und Einschätzung von sprachlichen Fähigkeiten erarbeitet:

  1. Beobachtungsbogen: Dieser stützt sich auf den Kindergartenlehrplan ab. Er kann von verschiedenen Fachpersonen im Kindergarten eingesetzt werden, um Entwicklungsstand und Entwicklungsfortschritte von Kindern gezielt zu beobachten und festzuhalten. Der Beobachtungsbogen beruht auf dem bereits bestehenden Diagnose-Tool «KiDiT®».
  2. Erhebungsinstrument: Das Instrument zur Erhebung sprachlicher Kompetenzen «Sprachgewandt Kindergarten und 1. Klasse» wurde auf Grundlage des bereits bestehenden Instruments «wortgewandt» vom Institut für Bildungsevaluation der Universität Zürich (IBE) entwickelt. Mit Hilfe dieses Sprachtests können Lehrpersonen im Kindergarten und in der ersten Primarklasse die sprachlichen Fähigkeiten eines Kindes differenziert erfassen. «KiDiT®» und «Sprachgewandt Kindergarten und 1. Klasse» sind aufeinander abgestimmt.

Diese Instrumente sollen die Lehrkräfte beim Beobachten und Beurteilen von sprachlichen Kompetenzen unterstützen und Hinweise für Fördermassnahmen geben. Die Werkzeuge, deren Ergebnisse auch für das schulische Standortgespräch verwendet werden können, wurden unter Einbezug der Praxis entwickelt. Sie wurden in einer Vielzahl von Kindergärten und Schulen erprobt und durch die Pädagogische Hochschule Zürich und die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Zürich wissenschaftlich evaluiert. Die Instrumente richten sich dabei in erster Linie an die Regellehrpersonen im Kindergarten. Sie dienen aber auch Lehrpersonen für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) dazu, im Kindergarten und in der ersten Klasse der Primarschule den Sprachstand und den Sprachförderbedarf von Kindern einzuschätzen. Der Bildungsrat hat den verbindlichen Einsatz des Instruments im DaZ-Bereich mit Beschluss vom 19. März 2012 geregelt.

«Sprachgewandt Kindergarten und 1. Klasse» ist beim Lehrmittelverlag des Kantons Zürich erhältlich. Dort steht für die weiteren Jahrgangsstufen bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit zudem das Sprachstandinstrument „Sprachgewandt 2.-9. Klasse“ zur Verfügung.

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