Knollige Kratzdistel

Artname deutsch
Knollige Kratzdistel
Artname lateinisch
Cirsium tuberosum
Aktionsplan
Ja
Ziellebensraum
Feuchtwald
Fauna/Flora
Flora
Forstkreis
FK 1, FK2, FK5, FK6, FK7

Knollige Kratzdistel

Bild von blühenden Knolligen Kratzdisteln auf einer Wiese mit hohem Gras
Blühende Knollige Kratzdistel (Cirsium tuberosum) Quelle: Foto: Umweltatelier GmbH

Artbeschrieb

  • 30-120 cm hoch
  • Stängel aufrecht und locker bis dicht filzig behaart, keine Stacheln am Stängel, im oberen Teil ohne Blätter
  • Ein- bis dreiästig (selten bis 6ästig)
  • Blätter in Abschnitte geteilt (meist zweiteilig), diese tief gespalten bis grob gezähnt, steif, länglich, beidseitig mit Haaren
  • Blattoberseite grün, Unterseite graufilzig bis wollig
  • Untere Blätter in den Stiel verschmälert, obere den Stängel herzförmig umfassend und am Grund sitzend
  • Blüten einzeln auf langen Stielen, 20-35mm lang
  • Blütenhülle bauchig bis kugelig, violett bis purpurfarben
  • Wurzel spindelförmig verdickt
  • Blütezeit: Juni – Anfang September

Blattunterseite von Knolliger Kratzdistel

Nahaufnahme der Blattunterseite der Knolligen Kratzdistel. Diese ist graufilzig bis wollig und dornig stechend bewimpert
Graufilzig bis wollige Blattunterseite von Knolliger Kratzdistel, welche dornig stechend bewimpert ist. Quelle: Foto: Umweltatelier GmbH

Ähnliche Arten

Im blühenden Zustand unverwechselbar. Im vegetativen Zustand mit anderen Kratzdistel-Arten (Asteraceae) zu verwechseln.

Die Stängellose Kratzdistel (Cirsium acaule) unterscheidet sich von der Knolligen Kratzdistel durch folgende Merkmale:

  • Stängel kaum ausgebildet
  • Blätter in Rosette
  • Blüten meist einzeln in der Blattrosette sitzend

Stängellose Kratzdistel (Cirsium acaule)

Bild einer Stängellosen Kratzdistel, bei welcher eine Blüte direkt in der Blattrosette sitzt
Stängellose Kratzdistel mit einer direkt in der Blattrosette sitzenden Blüte Quelle: Foto: Peter Bolliger

Die Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre) unterscheidet sich von der Knolligen Kratzdistel durch folgende Merkmale:

  • Stängel dornig geflügelt, mitherablaufenden stacheligen Blatträndern
  • Blätter mit gelben, harten Dornen am Blattrand
  • Purpurne Blüten im Knäuel gehäuft

Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)

Bild einer blühenden Sumpf-Kratzdistel
Blühende Sumpf-Kratzdistel, Quelle: Foto: Françoise Alsaker

Die Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare) unterscheidet sich von der Knolligen Kratzdistel durch folgende Merkmale:

  • Blätter ungeteilt
  • Stängelblätter den Stiel umfassend
  • Je 2-4 purpurne Blüten in endständigen Köpfen

Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare)

Blühende Bach-Kratzdistel auf einer Wiese mit Wald im Hintergrund
Bach-Kratzdistel mit dem Stiel umfassenden Stängelblättern. Quelle: Foto: Philippe Juillerat

Die Kohldistel (Cirsium oleraceum) unterscheidet sich von der Knolligen Kratzdistel durch folgende Merkmale:

  • Stängel kaum behaart
  • Blatt weich und nicht stechend
  • Junge Grundblätter oft ungeteilt
  • Hellgelbe Blüte

Kohldistel (Cirsium oleraceum)

Bild einer hellgelb blühenden Kohldistel mit Wiese im Hintergrund
Hellgelb blühende Kohldistel mit weichen und nicht stechenden Blättern. Quelle: Bild: Françoise Alsaker

Pflege und Gefährdung

Was hilft der Art?

  • Periodisches Auflichten und Entbuschen wechselfeuchter Steilhänge
  • Ausmagern und Wiedervernässen der beeinträchtigten Lebensräume (Regeneration von ehemaligen und benachbarten Vorkommen)
  • Jährliche späte Mahd ab Mitte September
  • Neophytenbekämpfung
  • Erhalt und Förderung von lichten Wäldern auf wechselfeuchten Böden

Was gefährdet die Art?

  • Rückgang der lichten Wälder auf wechselfeuchten Böden
  • Verbuschen und Einwuchs von Hangflachmoore (Pfeifengras- und Kleinseggenriede) sowie der wechselfeuchten Magerwiesen
  • Konkurrenzpflanzen, Verbuschung, Verbrachung
  • Nutzungsänderungen und Strukturveränderungen in der Land- und Forstwirtschaft
  • Nutzungsintensivierung

Lebensraumansprüche und Vorkommen

  • Auf sommerwarmen, frischen bis wechselfeuchten, sommertrockenen, halbschattigen bis sonnigen und nährstoffarmen Standorten
  • Lichter Wald (Pfeifengras-Föhrenwälder)
  • Lichtes Gebüsch
  • Wechselfeuchte Magerrasen
  • Feuchte Wiesen (Pfeifengraswiesen), Flachmoore, Sümpfe
  • Grabenränder

Nach Delarze

2.3.1 - Pfeifengraswiese (Molinion)
6.4.1 - Pfeifengras-Föhrenwald (Molinio-Pinion)

Waldstandorte Kanton Zürich

Orchideen-Föhrenwald (62)
Typischer Lungenkraut-Buchenwald (9)
Eiben-Buchenwald (17)
 

Arten mit gleichen/ähnlichen Ansprüchen (nicht abschliessend)

Flora

  • Kalk-Blaugras (Sesleria caerulea)
  • Frühlings-Enzian (Gentiana verna)
  • Weidenblättriges Rindsauge (Buphthalmum salicifolium)
  • Blaues Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Rohr-Pfeifengras (Molinia arundinacea)
  • Grosser Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)
  • Abbisskraut (Succisa pratensis)
  • Silge (Selinum carvifolia)
  • Färber-Scharte (Serratula tinctoria)

Fauna

  • Waldteufel (Erebia Aethiops)

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Nicole Eggenberger

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