Knollige Kratzdistel
Knollige Kratzdistel
Artbeschrieb
- 30-120 cm hoch
- Stängel aufrecht und locker bis dicht filzig behaart, keine Stacheln am Stängel, im oberen Teil ohne Blätter
- Ein- bis dreiästig (selten bis 6ästig)
- Blätter in Abschnitte geteilt (meist zweiteilig), diese tief gespalten bis grob gezähnt, steif, länglich, beidseitig mit Haaren
- Blattoberseite grün, Unterseite graufilzig bis wollig
- Untere Blätter in den Stiel verschmälert, obere den Stängel herzförmig umfassend und am Grund sitzend
- Blüten einzeln auf langen Stielen, 20-35mm lang
- Blütenhülle bauchig bis kugelig, violett bis purpurfarben
- Wurzel spindelförmig verdickt
- Blütezeit: Juni – Anfang September
Blattunterseite von Knolliger Kratzdistel
Ähnliche Arten
Im blühenden Zustand unverwechselbar. Im vegetativen Zustand mit anderen Kratzdistel-Arten (Asteraceae) zu verwechseln.
Die Stängellose Kratzdistel (Cirsium acaule) unterscheidet sich von der Knolligen Kratzdistel durch folgende Merkmale:
- Stängel kaum ausgebildet
- Blätter in Rosette
- Blüten meist einzeln in der Blattrosette sitzend
Stängellose Kratzdistel (Cirsium acaule)
Die Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre) unterscheidet sich von der Knolligen Kratzdistel durch folgende Merkmale:
- Stängel dornig geflügelt, mitherablaufenden stacheligen Blatträndern
- Blätter mit gelben, harten Dornen am Blattrand
- Purpurne Blüten im Knäuel gehäuft
Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
Die Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare) unterscheidet sich von der Knolligen Kratzdistel durch folgende Merkmale:
- Blätter ungeteilt
- Stängelblätter den Stiel umfassend
- Je 2-4 purpurne Blüten in endständigen Köpfen
Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare)
Die Kohldistel (Cirsium oleraceum) unterscheidet sich von der Knolligen Kratzdistel durch folgende Merkmale:
- Stängel kaum behaart
- Blatt weich und nicht stechend
- Junge Grundblätter oft ungeteilt
- Hellgelbe Blüte
Kohldistel (Cirsium oleraceum)
Pflege und Gefährdung
Was hilft der Art?
- Periodisches Auflichten und Entbuschen wechselfeuchter Steilhänge
- Ausmagern und Wiedervernässen der beeinträchtigten Lebensräume (Regeneration von ehemaligen und benachbarten Vorkommen)
- Jährliche späte Mahd ab Mitte September
- Neophytenbekämpfung
- Erhalt und Förderung von lichten Wäldern auf wechselfeuchten Böden
Was gefährdet die Art?
- Rückgang der lichten Wälder auf wechselfeuchten Böden
- Verbuschen und Einwuchs von Hangflachmoore (Pfeifengras- und Kleinseggenriede) sowie der wechselfeuchten Magerwiesen
- Konkurrenzpflanzen, Verbuschung, Verbrachung
- Nutzungsänderungen und Strukturveränderungen in der Land- und Forstwirtschaft
- Nutzungsintensivierung
Lebensraumansprüche und Vorkommen
- Auf sommerwarmen, frischen bis wechselfeuchten, sommertrockenen, halbschattigen bis sonnigen und nährstoffarmen Standorten
- Lichter Wald (Pfeifengras-Föhrenwälder)
- Lichtes Gebüsch
- Wechselfeuchte Magerrasen
- Feuchte Wiesen (Pfeifengraswiesen), Flachmoore, Sümpfe
- Grabenränder
Nach Delarze
2.3.1 - Pfeifengraswiese (Molinion)
6.4.1 - Pfeifengras-Föhrenwald (Molinio-Pinion)
Waldstandorte Kanton Zürich
Orchideen-Föhrenwald (62)
Typischer Lungenkraut-Buchenwald (9)
Eiben-Buchenwald (17)
Arten mit gleichen/ähnlichen Ansprüchen (nicht abschliessend)
Flora
- Kalk-Blaugras (Sesleria caerulea)
- Frühlings-Enzian (Gentiana verna)
- Weidenblättriges Rindsauge (Buphthalmum salicifolium)
- Blaues Pfeifengras (Molinia caerulea)
- Rohr-Pfeifengras (Molinia arundinacea)
- Grosser Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)
- Abbisskraut (Succisa pratensis)
- Silge (Selinum carvifolia)
- Färber-Scharte (Serratula tinctoria)
Fauna
- Waldteufel (Erebia Aethiops)
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Kontakt
Amt für Landschaft und Natur – Abteilung Wald