Kleine Schwarzwurzel
Kleine Schwarzwurzel
Artbeschrieb
Junge kleine Schwarzwurzel
- Bis 50 cm hoch
- mit Milchsaft
- Stängel am Grund ohne Faserschopf, mit einzelnen schwarzen Blattschuppen, unverzweigt oder wenigästig, meist einköpfig, junge Pflanzen mit wolligem Stängel
- Grundständige Blätter schmal- bis breit-lanzettlich, ungeteilt, ganzrandig, spitz bis zugespitzt, kahl bis etwas spinnwebig behaart, deutliche Parallelnerven, 5-50 mm breit, grasgrün, oft glänzend, Rand kaum wellig, Grundblätter in einem Stiel zusammengezogen
- Blüten gelb, Zungenblüten doppelt so lang wie die Hülle, zu Beginn mit wolliger Hülle & Blütenstiel. Hüllblätter verschieden lang, grün mit breitem Hautsaum
- Blütezeit April-Mai an trockenen Wuchsorten; Mai-Juni an feuchten Wuchsorten / in Riedwiesen
Ähnliche Arten
Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ist in vegetativem Zustand äusserlich schwer von der Kleinen Schwarzwurzel auseinanderzuhalten und unterscheidet sich durch folgenden Merkmale:
- Kein Milchsaft (Bitte höchstens einem kleinen Ecken eines Blattes für den Test abzwacken!)
- Ganze Pflanze anliegend behaart
- Stängel unter der Ähre gefurcht
- Blüten in Ähren, Blütenähren eiförmig bis zylindrisch, Einzelblüten röhrenförmig mit bräunlichen Zipfeln, im blühenden Zustand sind sie unverwechselbar
Spitzwegerich
Pflege und Gefährdung
Was hilft der Art?
- Bei kleinen Beständen: Pflanzen markieren und rundum ausmähen, Mahd ab Mitte August möglich, Mähgut abführen
- Bei grossen Beständen (> 100 Pflanzen) und in Riedwiesen: im Spätherbst (ab 15. September) hoch mähen (> 10 cm), Mähgut abführen.
- Wuchsorte regelmässig auflichten, bei Bedarf entbuschen
- Nährstoffreichere Flächen oder beim Aufkommen von Konkurrenzpflanzen (Seggen, Gräser, Adlerfarn) zweimal mähen. Kleine Schwarzwurzeln markieren und bei der Mahd schonen. Mahd ab Mitte August und wenn möglich ein zweites Mal im Oktober. Mähgut immer abführen.
Was gefährdet die Art?
- Zu frühe Mahd
- Fehlende Mahd (Verbrachung, Verbuschung)
- Fortschreitende Sukzession, Einwachsen von Wuchsorten (zunehmende Verdunkelung)
- Tritt entlang von Wanderpfaden, da sie gerne an lückigen Stellen gedeiht
- Waldweide
- Blütenköpfe werden gerne von Rehen gefressen
Lebensraumansprüche und Vorkommen
- Wechselfeucht bis wechseltrockene, sonnige bis halbschattige, warme Stellen
- Tiefgründige, tonreiche Moor-, Lehm- und Tonböden
- Kalkarme (oberflächlich versauerte), basenreiche, nährstoffarme und humose Wuchsorte
- Lichte Hangwälder
- Randbereiche von Mooren, Flachmoore
- Pfeifengraswiesen
Nach Delarze
2.3.1 - Pfeifengraswiese (Molinion)
Waldstandorte Kanton Zürich
- Pfeifengras-Föhrenwald (61)
- Orchideen-Föhrenwald (62)
- Geissklee-Föhrenwald (64)
- Bach-Eschenwald (27)
- Eiben-Buchenwald / Steilhang-Buchenwald mit Reitgras (17)
Weiteres
- Die Pfahlwurzel der Kleinen Schwarzwurzel ist sehr langlebig und bildet Jahr für Jahr eine Blattrosette und mit der Zeit kleinere Tochterrosetten aus, die mit der Mutterpflanze in Verbindung bleiben. So können Ansammlungen von über 100 Rosetten entstehen, die ein Alter von über 40 Jahren erreichen.
- In Gebieten mit hohem Erholungsdruck ist die Art stark durch Tritt gefährdet.
- Hemikryptophyt: Überwintert mit der tiefen Pfahlwurzel unter der Erdoberfläche.
Kontakt
Amt für Landschaft und Natur – Abteilung Wald