Kleine Schwarzwurzel

Artname deutsch
Kleine Schwarzwurzel
Artname lateinisch
Scorzonera humilis
Aktionsplan
Ja
Ziellebensraum
Lichter Wald
Fauna/Flora
Flora
Forstkreis
FK1, FK2, FK7

Kleine Schwarzwurzel

Bild einer gelb blühenden Kleinen Schwarzwurzel
Blühende Kleine Schwarzwurzel Quelle: Foto: Josef Weinzettl

Artbeschrieb

Junge kleine Schwarzwurzel

Bild einer noch jungen Kleinen Schwarzwurzel mit wolligem Stängel.
Junge Kleine Schwarzwurzel, welche noch wollig behaart ist Quelle: Foto: Thomas Meyer
  • Bis 50 cm hoch
  • mit Milchsaft
  • Stängel am Grund ohne Faserschopf, mit einzelnen schwarzen Blattschuppen, unverzweigt oder wenigästig, meist einköpfig, junge Pflanzen mit wolligem Stängel
  • Grundständige Blätter schmal- bis breit-lanzettlich, ungeteilt, ganzrandig, spitz bis zugespitzt, kahl bis etwas spinnwebig behaart, deutliche Parallelnerven, 5-50 mm breit, grasgrün, oft glänzend, Rand kaum wellig, Grundblätter in einem Stiel zusammengezogen
  • Blüten gelb, Zungenblüten doppelt so lang wie die Hülle, zu Beginn mit wolliger Hülle & Blütenstiel. Hüllblätter verschieden lang, grün mit breitem Hautsaum
  • Blütezeit April-Mai an trockenen Wuchsorten; Mai-Juni an feuchten Wuchsorten / in Riedwiesen

Ähnliche Arten

Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ist in vegetativem Zustand äusserlich schwer von der Kleinen Schwarzwurzel auseinanderzuhalten und unterscheidet sich durch folgenden Merkmale:

  • Kein Milchsaft (Bitte höchstens einem kleinen Ecken eines Blattes für den Test abzwacken!)
  • Ganze Pflanze anliegend behaart
  • Stängel unter der Ähre gefurcht
  • Blüten in Ähren, Blütenähren eiförmig bis zylindrisch, Einzelblüten röhrenförmig mit bräunlichen Zipfeln, im blühenden Zustand sind sie unverwechselbar

Spitzwegerich

Eiförmig bis zylindrische Blütenähren des Spitzwegerichs
Blüte des Spitzwegerichs Quelle: Foto: Christophe Bornand

Pflege und Gefährdung

Was hilft der Art?

  • Bei kleinen Beständen: Pflanzen markieren und rundum ausmähen, Mahd ab Mitte August möglich, Mähgut abführen
  • Bei grossen Beständen (> 100 Pflanzen) und in Riedwiesen: im Spätherbst (ab 15. September) hoch mähen (> 10 cm), Mähgut abführen.
  • Wuchsorte regelmässig auflichten, bei Bedarf entbuschen
  • Nährstoffreichere Flächen oder beim Aufkommen von Konkurrenzpflanzen (Seggen, Gräser, Adlerfarn) zweimal mähen. Kleine Schwarzwurzeln markieren und bei der Mahd schonen. Mahd ab Mitte August und wenn möglich ein zweites Mal im Oktober. Mähgut immer abführen.

Was gefährdet die Art?

  • Zu frühe Mahd
  • Fehlende Mahd (Verbrachung, Verbuschung)
  • Fortschreitende Sukzession, Einwachsen von Wuchsorten (zunehmende Verdunkelung)
  • Tritt entlang von Wanderpfaden, da sie gerne an lückigen Stellen gedeiht
  • Waldweide
  • Blütenköpfe werden gerne von Rehen gefressen

Lebensraumansprüche und Vorkommen

  • Wechselfeucht bis wechseltrockene, sonnige bis halbschattige, warme Stellen
  • Tiefgründige, tonreiche Moor-, Lehm- und Tonböden
  • Kalkarme (oberflächlich versauerte), basenreiche, nährstoffarme und humose Wuchsorte
  • Lichte Hangwälder
  • Randbereiche von Mooren, Flachmoore
  • Pfeifengraswiesen

Nach Delarze
2.3.1 - Pfeifengraswiese (Molinion)

Waldstandorte Kanton Zürich

  • Pfeifengras-Föhrenwald (61)
  • Orchideen-Föhrenwald (62)
  • Geissklee-Föhrenwald (64)
  • Bach-Eschenwald (27)
  • Eiben-Buchenwald / Steilhang-Buchenwald mit Reitgras (17)

Weiteres

  • Die Pfahlwurzel der Kleinen Schwarzwurzel ist sehr langlebig und bildet Jahr für Jahr eine Blattrosette und mit der Zeit kleinere Tochterrosetten aus, die mit der Mutterpflanze in Verbindung bleiben. So können Ansammlungen von über 100 Rosetten entstehen, die ein Alter von über 40 Jahren erreichen.
  • In Gebieten mit hohem Erholungsdruck ist die Art stark durch Tritt gefährdet.
  • Hemikryptophyt: Überwintert mit der tiefen Pfahlwurzel unter der Erdoberfläche.

Karin Sartori

Aktionsplanverantwortliche Kanton Zürich

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