Graslilien

Artname deutsch
Graslilien
Artname lateinisch
Anthericum spp.
Aktionsplan
Nein
Ziellebensraum
Lichter Wald
Fauna/Flora
Flora
Forstkreis
FK --

Graslilien

Bild einer trockenen Grashalde mit Gras und Astlosen Graslilien.
Trockene Grashalde mit Astloser Graslilie. Quelle: Francoise Alsaker

Artbeschrieb

Astlose Graslilie (Anthericum liliago)

Blütenstand der Astlosen Graslilie.
Astlose Graslilie, Blüten direkt am Stiel. Quelle: Peter Bolliger
  • 30-80 cm hoch
  • Blätter grundständig, lineal, 3-7 mm breit, fast so lang wie der Stängel («grasähnlich»)
  • Blütenstand eine einfache, vielblütige, allseitswendige Traube
  • Blütenblätter alle gleichartig, 16-22 mm lang
  • Griffel gebogen, kürzer als Blütenblätter
  • Fruchtkapsel eiförmig
  • Blütezeit Mai-Juni

Ästige Graslilie (Anthericum ramosum)

Blütenstand der Ästigen Graslilie
Ästige Graslilie Quelle: Thomas Wohlgemuth

Unterscheidet sich von der Astlosen Graslilie durch folgende Merkmale:

  • Blütenstand verzweigt
  • Blütenblätter kleiner (10-14 mm lang), ungleich breit (die inneren beinahe doppelt so breit wie die äusseren)
  • Griffel gerade, länger als Blütenblätter
  • Fruchtkapsel kugelig
  • Blütezeit Juni-August
  • Wesentlich häufiger als Astlose Graslilie!

Generelle Verwechslungsgefahr zwischen den beiden Arten bei untypischen Exemplaren!
Bastarde zwischen den Arten sind möglich, in der Natur aber sehr selten.

Ähnliche Arten

Im blühenden Zustand keine ähnlichen Arten vorhanden.

Pflege und Gefährdung

Astlose Graslilie (Anthericum liliago), Ästige Graslilie (Anthericum ramosum)

Für beide Arten gilt:

Was hilft der Art?

  • Saumstrukturen fördern, spät oder alternierend mähen
  • Schnitt nicht vor August/September
  • Erhalt von lichten Wäldern an warmen Standorten
  • Zuwachsende / verdunkelnde Waldstellen vermehrt auflichten
  • Wald mit Vorkommen der Art gezielt auflichten


Was gefährdet die Art?

  • Verbuschen bzw. Zuwachsen der Offenflächen im Wald
  • Gämsen fressen teils die Pflanzen bodeneben ab, sie können eine Population zum Aussterben bringen

Lebensraumansprüche und Vorkommen

Die Arten unterscheiden sich in ihren Bodenansprüchen (bezüglich Kalkhaltigkeit und Feuchtigkeit) und kommen deshalb praktisch nicht am selben Ort vor.

Astlose Graslilie (Anthericum liliago)

  • Sehr trockene, meist kalkarme nährstoff- und humusarme Böden in sonnigen Lage
  • Lichte Föhren- und Eichen- (Flaumeichen-)wälder
  • Gebüsch- und Waldsäume, Böschungen
  • Heisse Felshänge, Trockenrasen, Blaugrashalden

Nach Delarze
4.2.2 - Mitteleuropäischer Trockenrasen (Xerobromion), Charakterart
4.2.3 - Insubrischer Trockenrasen (Diplachnion) (nicht im Kt. ZH)
5.1.1 - Trockenwarmer Krautsaum (Geranion sanguinei)

Waldstandorte im Kanton Zürich

  • Typischer Weisseggen-Buchenwald (14)
  • Blaugras-Buchenwald (16)
  • Pfeifengras-(Wald-)Föhrenwald (61)
  • Orchideen-(Wald-)Föhrenwald (62)

Ästige Graslilie (Anthericum ramosum)

  • Wechseltrockene basenreiche nährstoffarme, dichte Böden in halbschattigen, sonnenerwärmten Lagen
  • Lichte Föhren- und Eichenwälder
  • Gebüsch- und Waldsäume, Böschungen
  • Halbtrockenrasen

Nach Delarze
5.1.1 - Trockenwarmer Krautsaum (Geranion sanguinei), Charakterart
6.4.1 - Pfeifengras-Föhrenwald (Molinio-Pinio

Waldstandorte Kanton Zürich

  • Lungenkraut-Buchenwald mit Immenblatt (10)
  • Typischer Weisseggen-Buchenwald (14)
  • Blaugras-Buchenwald (16)
  • Pfeifengras-(Wald-)Föhrenwald (61)
  • Orchideen-(Wald-)Föhrenwald (62)

Arten mit gleichen/ähnlichen Ansprüchen (nicht abschliessend)

Astlose Graslilie (Anthericum liliago)

Flora

  • Blutroter Storchenschnabel (Geranium sanguineum)
  • Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys)
  • Gewöhnliche Pyramiden-Kammschmiele (Koeleria pyramidata)
  • Kalk-Blaugras (Sesleria caerulea)
  • Gold-Aster (Aster linosyris), siehe Steckbrief
  • Färber-Ginster (Asperula tinctoria), siehe Steckbrief
  • Purpur-Klee (Trifolium rubens), siehe Steckbrief
  • Schwarzwerdender Geissklee (Cytisus nigricans), siehe Steckbrief
  • Gelegentlich auch Ästige Graslilie (Anthericum ramosum)

Ästige Graslilie (Anthericum ramosum)

Flora

  • Alpenmasslieb (Aster bellidiastrum)
  • Aufrechter Ziest (Stachys recta)
  • Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum)
  • Kalk-Blaugras (Sesleria caerulea)
  • Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria)
  • Gelegentlich auch Astlose Graslilie (Anthericum liliago)

Weiteres

  • Hauptverbreitungsgebiet der Gattung Anthericum hauptsächlich im südlichen Afrika, in Europa existieren nur diese beiden Arten.
  • Hemikrypotphyt (zieht im Winter ein)

Kontakt

Amt für Landschaft und Natur – Abteilung Wald

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E-Mail

wald@bd.zh.ch

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