Weisses Fingerkraut
Weisses Fingerkraut (Potentilla spp. )
Artbeschrieb
Weisses Fingerkraut (Potentilla alba)
- Mehrjährig, 5-20 cm hoch, ohne Drüsenhaare zwischen den gewöhnlichen Haaren
- Blühende Stängel die Blätter nicht überragend
- Blätter mit langen Stielen (bis 20 cm), Spreiten 5-zählig gefingert, Teilblätter lanzettlich (4-6 mal so lang wie breit), unterseits anliegend weiss-seidig behaart (auch Blattstiel und Blattrand -> Silberrand), Spitze mit 3-7 kleinen Zähnen, Oberseits dunkelgrün, Nebenblätter mit 1-2 cm langen, sehr spitzen, anliegend behaarten Öhrchen, nur wenige Stängelblätter (diese kurzgestielt bis sitzend)
- Blüten weiss, im Durchmesser 1.5-2.5 cm, Kronblätter den Kelch nur wenig überragend, nur wenige Blüten auf einem Stängel, Blütenstiel 5-15 cm lang
- Blütezeit April – Juni (z.T. Herbstblüte)
Felsen-Fingerkraut (Potentilla rupestris)
Blüte des Felsen-Fingerkrauts
- Mehrjährig, Rhizom mit aufsteigenden Ästen
- Ganze Pflanze kurz zottig behaart
- Stängel 20-60 cm hoch, aufrecht, meist rötlich, oben verzweigt, vielblütig
- Grundständige Blätter unpaarig gefiedert, mit 2-4 entfernten, nach unten kleiner werdenden Fiederpaaren, Stängelblätter 3-zählig, oft fehlend, Teilblätter rundlich bis oval, doppelt gezähnt, beidseits grün, Endblättchen 1.5-5 cm lang, die anderen Teilblätter kleiner, Teilblatt fast doppelt scharf gesägt, seitliche Teilblätter asymmetrisch, Nebenblätter fast vollständig angewachsen
- Blüten weiss, im Durchmesser 1-2 cm, Kronblätter 1-2 mal so lang wie der Kelch, Blütenstängel aufrecht, 20-60 cm hoch, oben verzweigt, Blüten lang gestielt
- Blütezeit Mai – Juli
Ähnliche Arten
Weisses Fingerkraut (Potentilla alba):
Die ähnlichen Arten Vielstängeliges Fingerkraut (Potentilla caulescens) sowie Verwachsener Frauenmantel (Alchemilla conjuncta aggr.) kommen im Kanton ZH und im Wald nicht vor.
Felsen-Fingerkraut (Potentilla rupestris):
Im vegetativen Zustand kann das Felsen-Fingerkaut im Wald im Kanton ZH mit den zwei Odermenning-Arten (Agrimonia sp.) verwechselt werden. Durch die weisse Blütenfarbe ist das Felsen-Fingerkraut im blühenden Zustand aber gut von den gelbblütigen Odermenning-Arten zu unterscheiden.
- Das Kleine Odermenning (Agrimonia eupatoria) unterscheidet sich vom Felsen-Fingerkraut durch folgende Merkmale:
- Keine grundständigen Blätter, nur Stängelblätter
- Stängelblätter unterbrochen gefiedert (5-9 Teilblätter), zerrieben schwach riechend Blüten gelb
Kleines Odermenning
Das Grosse Odermenning (Agrimonia procera) unterscheidet sich vom Felsen-Fingerkraut durch folgende Merkmale:
- Keine grundständigen Blätter, nur Stängelblätter
- Stängelblätter unterbrochen gefiedert (5-9 Teilblätter), zerrieben deutlich wohlriechend (Zitrone)
- Blüten gelb
Grosse Odermenning (Agrimonia procera)
Pflege und Gefährdung
Weisses Fingerkraut (Potentilla alba):
Was hilft der Art?
- Jährliche Mahd im lichten Wald gewährleisten (Herbstmahd), regelmässige Mahd wichtig
- Falls frühere Mahd: Genügend hoch mähen, damit die Rosettenblätter unbeschadet bleiben
- Zusammenrechen und Abführen des Schnittgutes
- Zuwachsende / verdunkelnde Waldstellen periodisch auflichten
- Laub rechen im Frühjahr (Anfang März)
- Freistellen, jäten der Problem- und Konkurrenzpflanzen, insbesondere Sträucher, Brombeeren und Grasbestände
- Offenen Boden erhalten
Was gefährdet die Art?
- Zuwachsen von lichten Wäldern
- Zu frühe Mahd
- Zu dichte Vegetation (besonders Brombeeren, Nielen, Jungbäume), zu viel Laubstreu
- Rückgang von lichten Wäldern & deren Säume
- Verbuschung/Verdunkelung von Wuchsstellen
- Strassenunterhalt & Lagerung von Holz, Zerstörung der kleinräumigen Sonderstandorte
- Wildschweinschäden
Felsen-Fingerkraut (Potentilla rupestris):
Was hilft der Art?
- Zuwachsende/verdunkelnde Waldstellen vermehrt auflichten
Was gefährdet die Art?
- Verbuschung, fortlaufende Sukzession
- Verdunkelung von (lichten) Wäldern infolge Kronenschluss
Lebensraumansprüche und Vorkommen
Weisses Fingerkraut (Potentilla alba):
- Trockene bis wechselfeuchte, nährstoffarme, saure, kalkarme Wuchsorte
- sandige, tonige bis steinige BödenWarme Lagen, an sonnigen bis halbschattigen Stellen
- trockene Laubmischwälder (lichte Eichen- und Föhrenwälder)
- Gebüsche
- Saumgesellschaften an Waldrändern
- Innere Waldränder entlang von Waldstrassen (gemähte Strassenbankette)
- Hangkanten unter Eichen
- Magerwiesen
Nach Delarze
4.2.1.2 – Kontinentaler Halbtrockenrasen (Cirsio-Brachypodion)
6.3.4 - Flaumeichenwald (Quercion pubescenti-petraesae)
Felsen-Fingerkraut (Potentilla rupestris):
- Mässig trockene, basenreiche, im Oberboden entkalkte, sandige bis lehmige Böden
- Auf Kies, Sand, Schotter
- Gebüsch
- Krautsäume an Wald- und Gebüschrändern
- Lichter Wald (Eichen- und Föhrenwälder)
- Trockenwiesen
Nach Delarze
5.1.1 Trockenwarmer Krautsaum (Geranion sanguinei)
Arten mit gleichen/ähnlichen Ansprüchen (nicht abschliessend)
Weisses Fingerkraut (Potentilla alba):
Flora:
- Ästige Graslilie (Anthericum liliago), siehe Steckbrief
- Berg-Segge (Carex montana)
- Schwarzwerdender Geissklee (Cytisus nigricans), siehe Steckbrief
- Schwarze Platterbse (Lathyrus niger), siehe Steckbrief
- Hirschwurz (Peucedanum cervaria), siehe Steckbrief
- Felsen-Fingerkraut (Potentilla rupestris), siehe Steckbrief
- Hügel-Klee (Trifolium alpestre), siehe Steckbrief
- Purpur-Klee (Trifolium rubens), siehe Steckbrief
Felsen-Fingerkraut (Potentilla rupestris):
Flora:
- Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum)
- Aufrechte Trespe (Bromus erectus)
- Frühlings-Segge (Carex caryophyllea)
- Dornige Hauhechel (Ononis spinosa)
- Weisses Fingerkraut (Potentilla alba), siehe Steckbrief
Weiteres
Weisses Fingerhut (Potentillia alba):
Das Weisse Fingerkraut bildet unterirdisch ein langes Rhizom, das unter anderem reich an Stoffen mit antioxidativen Eigenschaften ist. Die Pflanze ist seit jeher bekannt für medizinische Anwendungen, insbesondere bei Schilddrüsenerkrankungen.
Weisses Fingerkraut (Potentilla alba)
Kontakt
Amt für Landschaft und Natur – Abteilung Wald