Elsässer Würger
Elsässer Würger
Artbeschrieb
Wie alle Sommerwurze ist auch der Elsässer Würger ein Vollschmarotzer ohne Chlorophyll und somit auf seine Wirtspflanze, die Hirschwurz, angewiesen. Ohne Wirtspflanze ist das Vorkommen des Elsässer Würgers ausgeschlossen.
Elsässer Würger (Orobanche alsatica subsp. alsatica)
- 15-40 (-70) cm hoch
- lebt auf Hirschwurz (Peucedanum cervaria)
- Ein- bis mehrjährig
- Stängel gelb bis rötlich, meist mehr als 15 Schuppen
- Keine Blätter
- Blüten: Krone 12-20 mm, gelblich-rosa mit rotbraunen Adern und mit hellen Drüsen, Ähre dichtblütig, Krone gleichmässig gebogen, Narbe gelb, Staubfäden 3-6 mm über dem Grund eingefügt, Griffel dicht drüsig behaart
- Blütezeit Juni, Samenreife Juli
Hirschwurz (Peucedanum cervaria)
Blätter der Hirschwurz
- 30-100(-150) cm hoch
- ± verzweigt
- Stängel markig, gerillt
- Blätter 2-3fach gefiedert, Teilblätter 1. Ordnung etwas nach vorn gerichtet, Abschnitte letzter Ordnung grösser (nur am Grund geteilt), am Grund oft gerundet, Unterseits graugrün, Blattrand mit vielen ungleichen Zähnen (diese z.T. mit gelbbrauner Grannenspitze), Blattstiel seitlich zusammengedrückt
- Blüten weiss, in Dolden mit 15-30 Doldenstrahlen, Döldchenstiele kurz behaart, mit zahlreichen Hochblättern (diese zurückgeschlagen)
- Blütezeit Juli - September
Ähnliche Arten
Sommerwurz-Arten sind teils sehr vielgestaltig und müssen anhand einer Kombination von Merkmalen bestimmt werden. Im Wald im Kanton Zürich ist die Verwechslung vom Elsässer Würger (Orobanche alsatica subsp. alsatica) mit folgenden Arten möglich.
Sesel-Würger (Orobanche alsatica subsp. libanotidis (Rupr.) Tzvelev): Auf Hirschheil (Seseli libanotis), Vollparasit, vor allem im Kanton SH
Sesel-Würger
Flockenblumen-Würger / Hohe Sommerwurz
Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis (L.) Rich.)
Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis (L.) Rich.): Epiparasit mittels Mykorrhizapilzen auf Bäumen, eher in schattigen Wäldern, gehört zur Familie der Orchideen.
Pflege und Gefährdung
Elsässer Würger (Orobanche alsatica subsp. alsatica):
Was hilft der Art?
- Fördern und erhalten der Wirtspflanze Hirschwurz (Peucedanum cervaria)
- Periodisches Entfernen von aufkommenden Gehölzen
Was gefährdet die Art?
- Rückgang geeigneter Lebensräume mit grossen, vitalen Beständen an Hirschwurz (Peucedanum cervaria)
- Zu frühe oder fehlende Mahd
Hirschwurz (Peucedanum cervaria):
Was hilft der Art?
- Spät gemähte Flächen in lichten Wäldern und Säumen in wechseltrockenen, warmen Lagen fördern
- Je nach Wüchsigkeit Flächen mit Hirschwurz-Beständen nur alle 2 Jahre ab 1.8. mähen, bei jährlichem Schnitt ab 1.10.
Was gefährdet die Art?
- Zu frühe oder fehlende Mahd (ist empfindlich gegen Mahd)
Lebensraumansprüche und Vorkommen
Elsässer Würger (Orobanche alsatica subsp. alsatica):
- Mässig trockene, kalkhaltige, basenreiche, nährstoffarme (Schluff- und Lehm-)Böden mit mittlerem Humusgehalt
- Ist auf das Vorkommen der Wirtspflanze angewiesen
- Flaumeichen- und Föhrenwälder, lichte Wälder
- Waldränder, Waldlichtungen
- Trockenwarme Krautsäume
- Spät gemähte Halbtrockenrasen
Nach Delarze
5.1.1 - Trockenwarmer Krautsaum (Geranien sanguinei)
Waldstandorte Kanton Zürich
- 14 Typischer Weisseggen-Buchenwald (Carici-Fagetum)
- 15 Bergseggen-Buchenwald (Carici-Fagetum caricetosum montanae)
Hirschwurz (Peucedanum cervaria):
- Kalkliebend
- Lichtreiche bis schwach beschattete, basische, trockene (bis mässig frische) StellenOft auf skelettreichen rohen Böden
- Eichen- und Föhrenwälder, lichte Wälder
- Gebüsche
- Saumgesellschaften
- (Wechsel)trockene Wiesen, Halbtrockenrasen
Nach Delarze
5.1.1 - Trockenwarmer Krautsaum (Geranion sanguinei) (Charakterart)
Waldstandorte Kanton Zürich (nicht abschliessend)
- 14 Typischer Weisseggen-Buchenwald (Carici-Fagetum)
- 15 Bergseggen-Buchenwald (Carici-Fagetum caricetosum montanae)
- 39 Kronwicken-Eichenmischwald (Coronillo-Quercetum)
- 62 Orchideen-Föhrenwald (Cephalanthero-Pinetum)
Arten mit gleichen/ähnlichen Ansprüchen (nicht abschliessend)
- Ästige Graslilie (Anthericum ramosum), siehe Steckbrief
- Berg-Kronwicke (Coronilla coronata)
- Hirschheil (Seseli libanotis (L.) W. D. J. Koch)
- Hügel-Klee (Trifolium alpestre), siehe Steckbrief
- Purpur-Klee (Trifolium rubens), siehe Steckbrief
Weiteres
Elsässer Würger (Orobanche alsatica subsp. alsatica):
Die Keimung der sehr kleinen Würgersamen erfolgt aufgrund
von chemischen Reizstoffen aus den Wurzeln des Wirtes. Die Keimlinge dringen in
die Leitungsbahnen der Wirtswurzeln ein. Dann bilden Sie eine oder mehrere
Knollen, aus denen Blütentriebe entstehen.
Hirschwurz (Peucedanum cervaria):
Sowohl der deutsche als auch der lateinische Artname (cervaria) beziehen sich auf den
Hirsch, der gemäss Literatur Spross und Blätter der Art frisst oder gar die
Wurzeln ausgräbt. Dafür fehlen jedoch gesicherte Beobachtungen.
Kontakt
Amt für Landschaft und Natur – Abteilung Wald