Elsässer Würger

Artname deutsch
Elsässer Würger / Hirschwurz (Wirtspflanze)
Artname lateinisch
Orobanche alsatica subsp. Alsatica / Peucedanum cervaria (Wirtspflanze)
Aktionsplan
Ja
Ziellebensraum
Lichter Wald
Fauna/Flora
Flora
Forstkreis
FK1, FK2, FK3, FK4, FK5, FK6, FK7

Elsässer Würger

Gelb bis rötlicher Elsässer Würger mit Hirschwurz im Hintergrund
Auf Hirschwurz lebender Elsässer Würger. Quelle: Foto: Umweltatelier GmbH

Artbeschrieb

Wie alle Sommerwurze ist auch der Elsässer Würger ein Vollschmarotzer ohne Chlorophyll und somit auf seine Wirtspflanze, die Hirschwurz, angewiesen. Ohne Wirtspflanze ist das Vorkommen des Elsässer Würgers ausgeschlossen.

Elsässer Würger (Orobanche alsatica subsp. alsatica)

Nahaufnahme der Blüte des Elsässer Würgers
Blüte des Elsässer Würgers. Quelle: Foto: Stefan Lefnaer
  • 15-40 (-70) cm hoch
  • lebt auf Hirschwurz (Peucedanum cervaria)
  • Ein- bis mehrjährig
  • Stängel gelb bis rötlich, meist mehr als 15 Schuppen
  • Keine Blätter
  • Blüten: Krone 12-20 mm, gelblich-rosa mit rotbraunen Adern und mit hellen Drüsen, Ähre dichtblütig, Krone gleichmässig gebogen, Narbe gelb, Staubfäden 3-6 mm über dem Grund eingefügt, Griffel dicht drüsig behaart
  • Blütezeit Juni, Samenreife Juli

Hirschwurz (Peucedanum cervaria)

Aufnahme der Hirschwurz mit weissen Blüten in Dolden auf einer Wiese
Weiss blühende Hirschwurz. Quelle: Foto: Umweltatelier GmbH

Blätter der Hirschwurz

Nahaufnahme der Blätter der Hirschwurz mit Gräsern im Hintergrund
Blätter der Hirschwurz. Quelle: Foto: Umweltatelier GmbH
  • 30-100(-150) cm hoch
  • ± verzweigt
  • Stängel markig, gerillt
  • Blätter 2-3fach gefiedert, Teilblätter 1. Ordnung etwas nach vorn gerichtet, Abschnitte letzter Ordnung grösser (nur am Grund geteilt), am Grund oft gerundet, Unterseits graugrün, Blattrand mit vielen ungleichen Zähnen (diese z.T. mit gelbbrauner Grannenspitze), Blattstiel seitlich zusammengedrückt
  • Blüten weiss, in Dolden mit 15-30 Doldenstrahlen, Döldchenstiele kurz behaart, mit zahlreichen Hochblättern (diese zurückgeschlagen)
  • Blütezeit Juli - September

Ähnliche Arten

Sommerwurz-Arten sind teils sehr vielgestaltig und müssen anhand einer Kombination von Merkmalen bestimmt werden. Im Wald im Kanton Zürich ist die Verwechslung vom Elsässer Würger (Orobanche alsatica subsp. alsatica) mit folgenden Arten möglich.

Sesel-Würger (Orobanche alsatica subsp. libanotidis (Rupr.) Tzvelev): Auf Hirschheil (Seseli libanotis), Vollparasit, vor allem im Kanton SH
 

Sesel-Würger

Nahaufnahme des Sesel-Würgers, welcher sich auf Hirschheil befindet
Sesel-Würger. Quelle: Foto: Josef Weinzettl

Flockenblumen-Würger / Hohe Sommerwurz

Nahaufnahme des Flockenblumen-Würgers / Hohen Sommerwurzes
Flockenblumen-Würger / Hohe Sommerwurz. Quelle: Foto: Christophe Bornand

Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis (L.) Rich.)

Nahaufnahme der Vogel-Nestwurz
Vogel-Nestwurz. Quelle: Foto : Françoise Alsaker

Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis (L.) Rich.): Epiparasit mittels Mykorrhizapilzen auf Bäumen, eher in schattigen Wäldern, gehört zur Familie der Orchideen.

Pflege und Gefährdung

Elsässer Würger (Orobanche alsatica subsp. alsatica):

Was hilft der Art?

  • Fördern und erhalten der Wirtspflanze Hirschwurz (Peucedanum cervaria)
  • Periodisches Entfernen von aufkommenden Gehölzen

Was gefährdet die Art?

  • Rückgang geeigneter Lebensräume mit grossen, vitalen Beständen an Hirschwurz (Peucedanum cervaria)
  • Zu frühe oder fehlende Mahd

Hirschwurz (Peucedanum cervaria):

Was hilft der Art?

  • Spät gemähte Flächen in lichten Wäldern und Säumen in wechseltrockenen, warmen Lagen fördern
  • Je nach Wüchsigkeit Flächen mit Hirschwurz-Beständen nur alle 2 Jahre ab 1.8. mähen, bei jährlichem Schnitt ab 1.10.

Was gefährdet die Art?

  • Zu frühe oder fehlende Mahd (ist empfindlich gegen Mahd)

Lebensraumansprüche und Vorkommen

Elsässer Würger (Orobanche alsatica subsp. alsatica):

  • Mässig trockene, kalkhaltige, basenreiche, nährstoffarme (Schluff- und Lehm-)Böden mit mittlerem Humusgehalt
  • Ist auf das Vorkommen der Wirtspflanze angewiesen
  • Flaumeichen- und Föhrenwälder, lichte Wälder
  • Waldränder, Waldlichtungen
  • Trockenwarme Krautsäume
  • Spät gemähte Halbtrockenrasen

Nach Delarze
5.1.1 - Trockenwarmer Krautsaum (Geranien sanguinei)

Waldstandorte Kanton Zürich

  • 14 Typischer Weisseggen-Buchenwald (Carici-Fagetum)
  • 15 Bergseggen-Buchenwald (Carici-Fagetum caricetosum montanae)

Hirschwurz (Peucedanum cervaria):

  • Kalkliebend
  • Lichtreiche bis schwach beschattete, basische, trockene (bis mässig frische) StellenOft auf skelettreichen rohen Böden
  • Eichen- und Föhrenwälder, lichte Wälder
  • Gebüsche
  • Saumgesellschaften
  • (Wechsel)trockene Wiesen, Halbtrockenrasen

Nach Delarze
5.1.1 - Trockenwarmer Krautsaum (Geranion sanguinei) (Charakterart)

Waldstandorte Kanton Zürich (nicht abschliessend)

  • 14 Typischer Weisseggen-Buchenwald (Carici-Fagetum)
  • 15 Bergseggen-Buchenwald (Carici-Fagetum caricetosum montanae)
  • 39 Kronwicken-Eichenmischwald (Coronillo-Quercetum)
  • 62 Orchideen-Föhrenwald (Cephalanthero-Pinetum)

Arten mit gleichen/ähnlichen Ansprüchen (nicht abschliessend)

  • Ästige Graslilie (Anthericum ramosum), siehe Steckbrief
  • Berg-Kronwicke (Coronilla coronata)
  • Hirschheil (Seseli libanotis (L.) W. D. J. Koch)
  • Hügel-Klee (Trifolium alpestre), siehe Steckbrief
  • Purpur-Klee (Trifolium rubens), siehe Steckbrief

Weiteres

Elsässer Würger (Orobanche alsatica subsp. alsatica):

Die Keimung der sehr kleinen Würgersamen erfolgt aufgrund
von chemischen Reizstoffen aus den Wurzeln des Wirtes. Die Keimlinge dringen in
die Leitungsbahnen der Wirtswurzeln ein. Dann bilden Sie eine oder mehrere
Knollen, aus denen Blütentriebe entstehen.

Hirschwurz (Peucedanum cervaria):

Sowohl der deutsche als auch der lateinische Artname (cervaria) beziehen sich auf den
Hirsch, der gemäss Literatur Spross und Blätter der Art frisst oder gar die
Wurzeln ausgräbt. Dafür fehlen jedoch gesicherte Beobachtungen.

Elsässer Würger (Orobanche alsatica subsp. alsatica)

Karin Sartori

Aktionsplanverantwortliche Kanton Zürich

sartori@umweltatelier.ch

Auch bei Unsicherheit bei der Bestimmung von Pflanzen.

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