Borstige Glockenblume

Artname deutsch
Borstige Glockenblume
Artname lateinisch
Campanula cervicaria
Aktionsplan
Ja
Ziellebensraum
Lichter Wald
Fauna/Flora
Flora
Forstkreis
FK2, FK5, FK6, FK7

Borstige Glockenblume

Borstige Glockenblume in lichter Umgebung mit Wald im Hintergrund
Borstige Glockenblume in lichter Umgebung mit Wald im Hintergrund Quelle: Foto: Patrick Veya

Artbeschrieb

Borstige Glockenblume mit Blüten

Stängel einer Borstigen Glockenblume mit hellblau bis blasslila blühenden Blüten mit einer Wiese im Hintergrund.
Borstige Glockenblume mit Blüten. Quelle: Foto: Umweltatelier GmbH
  • 2-jährig: 1. Jahr Rosette, 2. Jahr aufstängelnd und blühend
  • Aufrecht, Stängel (meist) nicht verzweigt und 30-100 cm hoch
  • Ganze Pflanze stechend steifborstig behaart
  • Blätter länglich-lanzettlich, untere in den geflügelten Stiel verschmälert, obere sitzend
  • Blüten sitzend, in blattachselständigen & endständigen Knäueln
  • Blüten von oben nach unten aufblühend
  • Krone hellblau bis blasslila, höchstens 3 cm
  • Kelchblätter stumpf, halb so lang wie Blüte
  • Griffel aus der Blüte herausragend
  • Frucht als behaarte Kapsel
  • Blütezeit: Juni – August/September, Samenreife bis Dezember

Ähnliche Arten

Die Gewöhnliche Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata subsp. glomerata) unterscheidet sich von der Borstigen Glockenblumedurch folgende Merkmale:

  • Untere Blätter abgerundet oder herzförmig
  • Blattstiel nicht geflügelt
  • Griffel nicht aus der Blüte herausragend
  • Stängel kahl oder zerstreut behaart, nicht stechend

Knäuel -Glockenblume

Blüte und Stängel einer Gewöhnlichen Knäuel-Glockenblume auf grün verschwommenem Hintergrund
Gewöhnliche Knäuel-Glockenblume mit nicht stechender Behaarung am Stängel (kahl oder zerstreut behaart). Quelle: Foto: Philippe Juillerat

Die Mehlige Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerta subsp. farinosa) unterscheidet sich von der Borstigen Glockenblume durch folgende Merkmale:

  • Untere Blätter abgerundet oder herzförmig
  • Blattstiel nicht geflügelt
  • Griffel nicht aus der Blüte herausragend
  • Stängel graufilzig behaart, nicht stechend
Blätter und Stängel einer Mehligen Knäuel-Glockenblume auf schwarzem Hintergrund
Mehlige Knäuel-Glockenblume mit nicht stechender Behaarung am Stängel (Stängel graufilzig behaart). Quelle: Foto: Konrad Lauber

Pflege und Gefährdung

Was hilft der Art?

  • Blühende und fruchtende Pflanzen nicht mähen
  • Optimale Pflege: Pflanze markieren und stehen lassen, rundum ausjäten (gibt offene Bodenstellen in welche die Pflanze versamen kann), übrige Vegetation im Spätherbst mähen
  • Wenn Pflanzen nicht stehen gelassen werden können, Mahd frühestens ab Ende November, besser ein Frühjahrsschnitt
  • Nicht mulchen
  • Regelmässige Mahd der umliegenden Vegetation. Mähgut entfernen
  • Vor Beschattung und zu starkem Zuwachsen schützen

Was gefährdet die Art?

  • Konkurrenz, starke Verbuschung, Sukzession
  • Falsche oder keine Bewirtschaftung, verringerte Waldnutzung
  • Ungeeignete Pflege (zu frühe Mahd von Weg- und Strassenrändern im Wald)
  • Mahd der blühenden und fruchtenden Pflanzen
  • Wildverbiss

Lebensraumansprüche und Vorkommen

  • Offene Böden & sonnige Standorte
  • Wechselfeucht bis trockenHalbschattige, wärmere Lagen
  • Waldlichtungen & lichte Wälder
  • Waldwegränder durch Bäume beschattet aber wenig Konkurrenz von Büschen und Stauden
  • Wald- und Gehölzsäume, Heckenränder

Nach Delarze
6.4.1 - Pfeifengras-Föhrenwald (Molino-Pinion)
6.4.2 - Subkontinentaler kalkreicher Föhrenwald (Erico-Pinion sylvestris)

Waldstandorte Kanton Zürich

  • Seggen-Buchenwald mit Bergsegge (15)
  • Pfeifengras-Föhrenwälder (61)

Arten mit gleichen/ähnlichen Pflege-Ansprüchen (nicht abschliessend)

Flora

  • Berg-Aster (Aster amellus)
  • Deutscher Ginster (Genista germanica), siehe Steckbrief
  • Hirschheil (Seseli libanotis)

Fauna

Perlgrasfalter (Coenonympha arcania)

Weiteres

Hat Fähigkeit über lange Zeit Samen abzugeben, deshalb über Winter stehen lassen. Samen im Stängel werden bei Sturmereignissen über weite Strecken verteilt. Die Pflanzen kommen in der Regel im zweiten Jahr zur Blüte und sterben danach ab. Schlechte Bedingungen lassen Rosetten länger überdauern.

Die Behaarung an trockenen Samenständen kann stechen.
Die Keimung findet nach erfolgter Kältestratifizierung (1 Monat im Kühlschrank oder natürlich über den Winter) innerhalb von 6 Wochen statt.

Karin Sartori

Aktionsplanverantwortliche Kanton Zürich

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