Borstige Glockenblume
Borstige Glockenblume
Artbeschrieb
Borstige Glockenblume mit Blüten
- 2-jährig: 1. Jahr Rosette, 2. Jahr aufstängelnd und blühend
- Aufrecht, Stängel (meist) nicht verzweigt und 30-100 cm hoch
- Ganze Pflanze stechend steifborstig behaart
- Blätter länglich-lanzettlich, untere in den geflügelten Stiel verschmälert, obere sitzend
- Blüten sitzend, in blattachselständigen & endständigen Knäueln
- Blüten von oben nach unten aufblühend
- Krone hellblau bis blasslila, höchstens 3 cm
- Kelchblätter stumpf, halb so lang wie Blüte
- Griffel aus der Blüte herausragend
- Frucht als behaarte Kapsel
- Blütezeit: Juni – August/September, Samenreife bis Dezember
Ähnliche Arten
Die Gewöhnliche Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata subsp. glomerata) unterscheidet sich von der Borstigen Glockenblumedurch folgende Merkmale:
- Untere Blätter abgerundet oder herzförmig
- Blattstiel nicht geflügelt
- Griffel nicht aus der Blüte herausragend
- Stängel kahl oder zerstreut behaart, nicht stechend
Knäuel -Glockenblume
Die Mehlige Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerta subsp. farinosa) unterscheidet sich von der Borstigen Glockenblume durch folgende Merkmale:
- Untere Blätter abgerundet oder herzförmig
- Blattstiel nicht geflügelt
- Griffel nicht aus der Blüte herausragend
- Stängel graufilzig behaart, nicht stechend
Pflege und Gefährdung
Was hilft der Art?
- Blühende und fruchtende Pflanzen nicht mähen
- Optimale Pflege: Pflanze markieren und stehen lassen, rundum ausjäten (gibt offene Bodenstellen in welche die Pflanze versamen kann), übrige Vegetation im Spätherbst mähen
- Wenn Pflanzen nicht stehen gelassen werden können, Mahd frühestens ab Ende November, besser ein Frühjahrsschnitt
- Nicht mulchen
- Regelmässige Mahd der umliegenden Vegetation. Mähgut entfernen
- Vor Beschattung und zu starkem Zuwachsen schützen
Was gefährdet die Art?
- Konkurrenz, starke Verbuschung, Sukzession
- Falsche oder keine Bewirtschaftung, verringerte Waldnutzung
- Ungeeignete Pflege (zu frühe Mahd von Weg- und Strassenrändern im Wald)
- Mahd der blühenden und fruchtenden Pflanzen
- Wildverbiss
Lebensraumansprüche und Vorkommen
- Offene Böden & sonnige Standorte
- Wechselfeucht bis trockenHalbschattige, wärmere Lagen
- Waldlichtungen & lichte Wälder
- Waldwegränder durch Bäume beschattet aber wenig Konkurrenz von Büschen und Stauden
- Wald- und Gehölzsäume, Heckenränder
Nach Delarze
6.4.1 - Pfeifengras-Föhrenwald (Molino-Pinion)
6.4.2 - Subkontinentaler kalkreicher Föhrenwald (Erico-Pinion sylvestris)
Waldstandorte Kanton Zürich
- Seggen-Buchenwald mit Bergsegge (15)
- Pfeifengras-Föhrenwälder (61)
Arten mit gleichen/ähnlichen Pflege-Ansprüchen (nicht abschliessend)
Flora
- Berg-Aster (Aster amellus)
- Deutscher Ginster (Genista germanica), siehe Steckbrief
- Hirschheil (Seseli libanotis)
Fauna
Perlgrasfalter (Coenonympha arcania)
Weiteres
Hat Fähigkeit über lange Zeit Samen abzugeben, deshalb über Winter stehen lassen. Samen im Stängel werden bei Sturmereignissen über weite Strecken verteilt. Die Pflanzen kommen in der Regel im zweiten Jahr zur Blüte und sterben danach ab. Schlechte Bedingungen lassen Rosetten länger überdauern.
Die Behaarung an trockenen Samenständen kann stechen.
Die Keimung findet nach erfolgter Kältestratifizierung (1 Monat im Kühlschrank oder natürlich über den Winter) innerhalb von 6 Wochen statt.
Kontakt
Amt für Landschaft und Natur – Abteilung Wald