Trockenheit

Der Kanton Zürich ist gut auf längere Trockenperioden vorbereitet und die Trinkwasserversorgung ist sichergestellt. Dennoch können längere Trockenperioden auch im Kanton Zürich herausfordernd sein. Hier finden Sie Hintergrundinformationen sowie Berichte zur aktuellen Lage.

Inhaltsverzeichnis

Rahmenbedingungen

Der Kanton Zürich liegt in einer wasserreichen Klimazone. Die Natur speichert grosse Wassermengen in Seen, Flüssen und im Untergrund. Sie übersteht dadurch auch längere Trockenperioden problemlos. Auch unsere Infrastruktur ist gut darauf vorbereitet. Die Trinkwasserversorgung im Kanton Zürich ist sichergestellt – dank einer guten überregionalen Vernetzung und dem Zürichsee, unserem fast unerschöpflichen Trinkwasserreservoir.

Dennoch können längere Trockenperioden auch im Kanton Zürich herausfordernd sein. Bei länger anhaltenden Trockenperioden finden Sie unten einen Bericht zur aktuellen Lage. Trotz reichen Wasservorkommen gilt auch bei uns:

Wasser ist ein kostbares Gut. Gehen Sie stets verantwortungsvoll damit um.

Aktuelle Lage

Momentan herrscht im Kanton Zürich keine aussergewöhnliche Trockenheit.

  

Kontakt für Medien

Generalsekretariat Baudirektion, Kommunikation

media@bd.zh.ch
+41 43 259 39 00
Walcheplatz 2, 8090 Zürich

Klimawandel

Infolge des Klimawandels wird es im Kanton Zürich künftig häufiger zu sehr warmen Sommern mit markanten Trockenperioden kommen. Schon heute wären einzelne Trockenperioden ohne den Klimawandel vermutlich weniger stark ausgeprägt. Um sich auf die anstehenden Veränderungen vorzubereiten, berücksichtigt die Baudirektion Kanton Zürich diese Entwicklung in ihrem Massnahmenplan zur Anpassung an den Klimawandel. 

Abteilung Luft, Klima und Strahlung

Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft


+41 43 259 30 53
Stampfenbachstrasse 12, 8090 Zürich

Trinkwasser

Die Trinkwasserversorgung im Kanton Zürich ist sichergestellt.

Der Kanton Zürich verfügt über eine sehr zuverlässige Trinkwasserversorgung. Über 95 Prozent der Bevölkerung sind an eine Wasserversorgung angeschlossen, die über ein zweites oder mehrere Standbeine verfügt, und kann somit bei Engpässen auch von anderswo Trinkwasser beziehen.

Die kommunalen Infrastrukturen sind sowohl regional als auch überregional gut miteinander vernetzt. So können sie sich gegenseitig aushelfen und allfällige lokale Engpässe ausgleichen. 

Rund vierzig Prozent des Trinkwassers im Kanton Zürich stammen aus dem Zürichsee. Dieses Reservoir ist nahezu unerschöpflich. Der Kanton Zürich verfügt zudem über reichhaltige Grundwasservorkommen. Über das gut ausgebaute überregionale Leitungsnetz kann das Wasser auch über grosse Distanzen in Gebiete gepumpt werden, wo das Wasser vorübergehend knapp ist.

Nur in wenigen, peripher gelegenen Weilern kann es zu Engpässen kommen, wenn diese einzig durch Quellwasser versorgt sind. Dort können die kommunalen Behörden Anordnungen zur Reduktion des Wasserverbrauchs treffen.

Abteilung Gewässerschutz

Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft

gewaesserschutz@bd.zh.ch
+41 43 259 32 07
Stampfenbachstrasse 14, 8090 Zürich

Bewässerung

Die Wasserentnahmen im Kanton Zürich sind klar geregelt. Der Kanton kann Konzessionen zur Entnahme von Wasser aus öffentlichen Seen, Flüssen und Bächen sowie aus dem Grundwasser zu Bewässerungszwecken erteilen. Solche erteilt er nur für genügend grosse über- und unterirdische Gewässer. Die Entnahmemengen sind beschränkt. So kam es bisher auch in sehr trockenen Sommern zu keinen Engpässen.

Ergänzend dazu kann das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) bei anhaltender Trockenheit den Gemeinden die Kompetenz übertragen, vorübergehend Wasserentnahmen aus den grossen Seen und Flüssen zu bewilligen, um landwirtschaftliche Kulturen zu bewässern. Für diese Notbewässerungen kann bei den Gemeinden um eine befristete Bewilligung ersucht werden.

Rohr zur Bewässerung einer Landwirtschaftsfläche im Kanton Zürich.
Bei anhaltender Trockenheit können die Gemeinden vorübergehend Wasserentnahmen aus Seen und Flüssen bewilligen, um landwirtschaftliche Kulturen zu bewässern.

Abteilung Wasserbau

Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft

wasserbau@bd.zh.ch
+41 43 259 32 24
Walcheplatz 2, 8090 Zürich

Wasserstand

Die aktuellen Pegel

Der Kanton Zürich überwacht den Wasserstand von Seen, Flüssen und Bächen an diversen, über den ganzen Kanton verteilten Messstellen. Aktuelle und historische Daten finden Sie hier.

Eine Auswertung der statistischen Signifikanz von Trockenperioden alleine anhand der Jahrbücher ist allerdings nicht möglich. Sie muss jeweils individuell durch die Fachleute des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) vorgenommen werden.

Das Phänomen der Tösswasserversickerung zwischen Fischenthal und Turbenthal

Besonders auffällig sind Trockenperioden am oberen Lauf der Töss. Dort trocknet das Flussbett immer wieder vollständig aus. Das Wasser versickert im lockeren Schotter des Flussbetts und fliesst in diesem Bereich unterirdisch weiter. Tiefe Grundwasserstände und das damit verbundene Austrocknen der Töss sind natürliche Phänomene. Langjährige Messungen zeigen, dass die Töss heute nicht öfter austrocknet als früher. Grund dafür ist weder die Klimaerwärmung noch die Übernutzung des Grundwassers.

Abteilung Wasserbau

Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft

wasserbau@bd.zh.ch
+41 43 259 32 24
Walcheplatz 2, 8090 Zürich

Wasserqualität

Die Wasserqualität der Seen, Flüsse und Bäche im Kanton Zürich ist in aller Regel auch während Trockenperioden gut bis sehr gut. Wo Wasser aus Abwasserreinigungsanlagen eingeleitet wird, ist das Verdünnungsverhältnis zwar ungünstiger als sonst. Positiv wirkt sich auf der anderen Seite aus, dass die Abwasserreinigungsanlagen weniger Wasser verarbeiten müssen und dadurch deren Reinigungsleistung steigt, vor allem bei den Nährstoffen. In gewissen Bächen können Trockenperioden die Wasserqualität dennoch beeinträchtigen.

Über die Badewasserqualität wacht im Kanton Zürich das Kantonale Labor. Die Qualität des Badewassers in den wichtigsten Bade-Flüssen und -Seen wird während der Badesaison laufend aktualisiert und publiziert.

Abteilung Gewässerschutz

Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft

gewaesserschutz@bd.zh.ch
+41 43 259 32 07
Stampfenbachstrasse 14, 8090 Zürich

Lebensraum Wasser

Führen Bäche und Flüsse zu wenig Wasser, kann das den Lebensraum der Fische und anderer Wasserlebewesen bedrohlich einengen. Ebenfalls zusetzen können gewissen Fischarten zu hohe Wassertemperaturen. Sind Fische in Gefahr, siedeln die Fischereiaufseher der Fischerei- und Jagdverwaltung die Fische in Gewässerabschnitte um, wo noch genügend Wasser vorhanden ist – wenn möglich weiter unten im gleichen Gewässer oder sonst in ein anderes, wasserreicheres Fliessgewässer. Die Fische werden dazu mit Hilfe eines Elektrofanggeräts schonend eingesammelt und umgesiedelt.

Das Trockenfallen eines Bachbetts kann auch für wirbellose Tiere und Pflanzen kritisch sein: Sie sterben ab, wenn sie nicht in wasserreichere Abschnitte gelangen können. Dies betrifft beispielsweise Insektenlarven, Schnecken, Muscheln und Kieselalgen. Gewisse Populationen wie die Kieselalgen erholen sich innerhalb von Tagen, wenn wieder Wasser fliesst. Bis Fauna und Flora wiederhergestellt sind, kann es je nach Grösse des trockengefallenen Abschnitts aber einige Wochen oder Monate dauern, bei der Fischpopulation teilweise sogar Jahre.

Zwei Männer siedeln in der Töss Fische um.
In der Töss werden Fische mit einem Elektrofanggerät schonend eingefangen und umgesiedelt.

Fischerei- & Jagdverwaltung

Amt für Landschaft und Natur

fjv@bd.zh.ch
+41 52 397 70 70
Postfach, 8090 Zürich

Landwirtschaft

Länger anhaltende Trocken- und Hitzephasen während der Vegetationsperiode sind für die Zürcher Landwirtschaft eine Herausforderung. Einzelne Kulturen reagieren darauf sehr sensibel. Ertrags- und/oder Qualitätseinbussen sind die Folge.

Für den Rebbau sind warme und trockene Perioden in der Regel von Vorteil. Im Pflanzenbau treten bei Trockenheit zwar weniger Pilzkrankheiten auf, was einigen Kulturen Vorteile verschafft. Dafür treten vermehrt Insekten als Schädlinge auf (z.B. Kartoffelkäfer, Thripse oder Blattläuse). Auch einige wenige Ackerkulturen können bei Trockenheit im Vorteil sein. Für andere, beispielsweise Kartoffeln, ist eine kontinuierliche Wasserversorgung zur Ertrags- und Qualitätssicherung erforderlich. Auch in der Milchwirtschaft und der Viehzucht kann Trockenheit zum Problem werden, da das Futtergras langsamer und weniger üppig wächst und die Tiere einen grösseren Flüssigkeitsbedarf haben. Gemüse- und Beerenproduzenten verfügen in der Regel über Bewässerungsanlagen. Sie können eine Trockenperiode mittels künstlicher Beregnung überbrücken. Trotzdem sind im auch Gemüsebau Qualitätseinbussen keine Seltenheit.

Der grösste Teil der Landwirtschaftsflächen im Kanton sind von natürlichem Niederschlag abhängig. Bei ausgeprägter Trockenheit kann eine Notbewässerung das Überleben landwirtschaftlicher Kulturen ermöglichen. Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) überträgt darum bei anhaltender Trockenheit den Gemeinden die Kompetenz, vorübergehend Wasserentnahmen aus den grossen Seen und Flüssen zu bewilligen, um landwirtschaftliche Kulturen zu bewässern. Für diese Notbewässerungen können Landwirte bei den Gemeinden um eine befristete Bewilligung ersucht (siehe auch Bewässerung).

Abteilung Landwirtschaft

Amt für Landschaft und Natur

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