Befragungen in Institutionen für Menschen mit Behinderung

Das Statistische Amt organisiert für Institutionen für Menschen mit Behinderung Zufriedenheitsbefragungen und weitere Projekte zur Qualitätssicherung. Auf dieser Seite stellen wir die Projekte vor.

Inhaltsverzeichnis

Jährliche Zufriedenheitsbefragung

Seit 2002 führt das Statistische Amt bei Institutionen für Menschen mit Behinderung alljährlich eine Zufriedenheitsbefragung bei den betreuten Personen durch. Dank dem grossen Kreis teilnehmender Institutionen und der langjährigen Vergleichbarkeit der Daten liefert das Benchmarking gesicherte und gut vergleichbare Ergebnisse.

Neben der Zufriedenheitsbefragung der betreuten Personen in den Bereichen Wohnen und/oder Arbeit werden weitere Befragungs- und Evaluationsprojekte angeboten, die in periodischen Zeitabständen wiederholt werden. Neue Institutionen können jederzeit an einem oder mehreren Projekten teilnehmen.

Befragung der Angehörigen und externen Stellen jedes 3. Jahr November 2020 – Mai 2021 16. Oktober 2020
Betreutenbefragung Wohnen & Arbeit jährlich April – November 2021 31. März 2021
Personalbefragung jedes 2. Jahr April – September 2021 15. März 2021
Befragung der Kunden von Werkstätten jedes 4. Jahr 1. Halbjahr 2021 1. Dezember 2020
Kundenbefragung von Therapiestellen auf Anfrage

Projekte

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Im Jahr 2020 haben insgesamt 25 Institutionen an der Befragung teilgenommen.

Wohnen

Der Fragebogen beinhaltete die folgenden Themen:
–    Betreuung
–    Wohngruppe und Infrastruktur
–    Versorgung
–    Selbständigkeit/Mitsprache
–    Freizeit/Bildung
–    Pflege sozialer Kontakte
Von den 22 Institutionen, welche an der Befragung zum Thema Wohnen teilgenommen haben, betreuen deren zehn hauptsächlich Menschen mit geistiger, körperlicher oder mehrfacher Behinderung und deren zwölf vorwiegend psychisch beeinträchtigte Personen.  In allen Themen sind überwiegend gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt worden (80% und mehr positive Antworten). Im Durchschnitt über alle Institutionen besonders gute Resultate erzielt wurden mit 96 Prozent Zustimmung beim Feiern von Festen und Anlässen, bei der Sauberkeit der Wäsche und Kleider mit 95 Prozent und der Sauberkeit der Räumlichkeiten mit 94 Prozent. Am anderen Ende der Skala abgeschnitten hat – auf einem immer noch befriedigenden Zufriedenheitsniveau – das Zusammenleben mit den Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern, welches noch von 78 Prozent der Befragten positiv bewertet wurde.
Insgesamt sind acht von 26 Aspekten mit durchschnittlich weniger als 90 Prozent positiver Antworten bewertet worden. Alles in allem mit der Wohnsituation zufrieden oder sehr zufrieden waren wie schon im letzten Jahr 90 Prozent der Befragten, was als sehr gutes Resultat interpretiert werden kann.

Arbeit/Beschäftigung

Knapp zwei Drittel der Personen, die an der Befragung im Bereich Arbeit teilgenommen haben, arbeiten entweder in einer Werkstätte, in der Hauswirtschaft, im Büro, im Garten und der Landwirtschaft oder in anderen Bereichen. Ein weiteres Drittel ist in einem Atelier oder in einer anderen Ta­gesstruktur beschäftigt, wo kein Lohn ausbezahlt wird.

In den abgefragten Themen
–    Betreuung/Förderung
–    Arbeitsplatz und Infrastruktur
–    Versorgung/Information
–    Selbständigkeit/Mitsprache
–    Lohn/Ferien/Weiterbildung
–    Ausgleich und soziale Kontakte
wurden bei fast allen Fragen im Durchschnitt über alle Institutionen gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt (ab 80% positiver Antworten). Am besten abgeschnitten haben die Erreichbarkeit der Betreuerin oder des Gruppenleiters (96%), die Förderung der eigenen Fähigkeiten, die Gesamtzufriedenheit mit der Betreuung und Förderung (alle aus dem Thema Betreuung/Förderung) und die Zufriedenheit mit dem eigenen Arbeitsplatz (je 93%).
Die Gesamtzufriedenheit mit der Arbeitssituation hat mit durchschnittlich 92 Prozent positiver Antworten über alle Institutionen sehr gut abgeschnitten und liegt damit im Bereich der letzten Jahre.

Roundtable-Veranstaltung

Auf Wunsch verschiedener Institutionen wurde die diesjährige Besprechung der Resultate virtuell durchgeführt, weil viele Projektbeteiligte täglichen Umgang mit betreuten Personen haben und Aussenkontakte während der aktuellen Corona-Pandemie auf ein Minimum beschränken wollen. Der runde Tisch hat am 1. Dezember 2020 stattgefunden.

Aktuelle Publikationen

    Archivberichte

      Projektbeschrieb

      Das Statistische Amt hat eine Personalbefragung entwickelt, die sich spezifisch an Mitarbeitende in Institutionen für Menschen mit Behinderung richtet. Die Befragung wird alle zwei Jahre durchgeführt und zwar gleichzeitig in zahlreichen Institutionen. Dank dieses Benchmarking-Prinzips können sich Institutionen für Menschen mit Behinderung untereinander vergleichen und voneinander lernen. 

      Resultate 2019

      2019 haben sich 37 Institutionen an der Personalbefragung für Institutionen für Menschen mit Behinderung beteiligt.

      Die Gesamtzufriedenheit mit der eigenen Arbeit ist bei sehr vielen Mitarbeitenden in den untersuchten Institutionen hoch. Über 90 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ihre Arbeit sinnvoll ist. Positiv beurteilt werden auch der Arbeitsinhalt, die Leistungen der Vorgesetzten und das Arbeitsklima. Dies sind sehr erfreuliche Resultate und sie zeigen, dass in den teilnehmenden Institutionen bereits jetzt sehr vieles richtig gemacht wird.

      Mit der Personalentwicklung und mit der Information und Kommunikation innerhalb der Betriebe sind die Mitarbeitenden in der Mehrheit der Institutionen nicht zufrieden. Da diese Aspekte aber sehr wichtig für die Arbeitszufriedenheit sind, besteht hier in zahlreichen Betrieben Handlungsbedarf. Auch die Feedbackkultur kann in den untersuchten Betrieben noch verbessert werden. Die Befragten sind grossmehrheitlich der Meinung, dass sich die Vorgesetzten selten Zeit nehmen, Rückmeldungen zur Arbeitsleistung der Mitarbeitenden zu geben.

      Die Personalbefragung 2017 hatte ergeben, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kleiner Betriebe insgesamt deutlich zufriedener sind mit den abgefragten Arbeitsaspekten als diejenigen Personen, die in grossen Betrieben arbeiten. Diese Unterschiede bestehen im Jahr 2019 nicht mehr. Die Arbeitszufriedenheit der Personen in kleinen Betrieben hat sich derjenigen der Kolleginnen und Kollegen in den grossen Betrieben angeglichen.

      Die Art der Behinderung der Menschen, die in den Institutionen leben, hat hingegen weiterhin einen Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit. Mitarbeitende in Institutionen für psychisch kranke Menschen sind im Durchschnitt deutlich zufriedener als die Personen in den untersuchten Institutionen, die geistig oder mehrfach behinderte Menschen betreuen.

        Nächste Durchführung im Frühjahr 2021

        Möchten auch Sie die Motivation und Bindung Ihrer Mitarbeitenden kennen und steigern? Möchten auch Sie wissen, welches die Stärken und Schwächen Ihrer Institution sind? Die nächste Personalbefragung für Institutionen für Menschen mit Behinderung wird im Frühjahr 2021 durchgeführt. Gerne senden wir Ihnen die Unterlagen zur Befragung zu.

        Publikationen

          Nora Wight

          Projektleiterin

          nora.wight@statistik.ji.zh.ch
          +41 43 259 75 24

          Sehr gute Resultate bei der Durchführung 2018

          Nach den Jahren 2009, 2012 und 2015 hat das Statistische Amt zum vierten Mal eine Zufriedenheitsbefragung bei Angehörigen von betreuten Personen durchgeführt, die in Institutionen für Menschen mit Behinderung wohnen oder dort einer Arbeit oder Tagesbeschäftigung nachgehen. Ebenfalls befragt worden sind externe Stellen, die als amtliche Beistände oder in anderen wichtigen Funktionen, wie der medizinischen Versorgung oder der sozialtherapeutischen Betreuung, mit den betreuten Menschen in Kontakt stehen. Teilgenommen haben insgesamt 18 Institutionen aus den Kantonen Aargau, Appenzell Ausserhoden, Schwyz, Solothurn, St. Gallen, Zug und Zürich.

          Mit dem Fragebogen werden verschiedene Aspekte zur allgemeinen Situation der betreuten Personen, zur Wohnsituation, zum Beschäftigungs- und Arbeitsbereich, zur Zusammenarbeit mit der Institution und zur Betriebsführung thematisiert.

          Die Gesamtzufriedenheit der Teilnehmenden liegt bei allen Institutionen im guten und sehr guten Bereich. Im Durchschnitt über alle Institutionen sind 87 Prozent der befragten Personen überwiegend oder sehr zufrieden.

          Von den 3093 angeschriebenen Angehörigen und externen Stellen haben 1654 den Fragebogen online oder auf Papier ausgefüllt. Der Rücklauf liegt bei 53 Prozent.

          Die Resultate der Zufriedenheitsbefragung wurden Anfang Mai 2018 an einer Roundtable-Veranstaltung präsentiert und unter den Benchmarking-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern besprochen. Alle Institutionen erhielten zum Benchmarkingbericht hinzu einen vertraulichen Individualbericht mit detaillierten Resultaten und sämtlichen Bemerkungen im originalen Wortlaut der Befragten.

          In der nachfolgenden Publikationsliste finden Sie den öffentlichen Gesamtbericht der aktuellen Befragung und einen Vergleich der Fragebögen von Angehörigen und externen Stellen.

          Nächste Durchführung im Jahr 2020

          Die nächste Befragung wird im Winterhalbjahr 2020/21 durchgeführt. Das Projekt wird im April 2020 ausgeschrieben. Haben Sie Interesse? Gerne erteilen wir Ihnen weitere Auskünfte.

          Aktuelle Publikationen

            Archivberichte

            Anfang 2016 führte das Statistische Amt für neun Werkstätten, welche Menschen mit Behinderung beschäftigen, eine Kundenbefragung durch. Der Fragebogen wurde im Jahr 2008 vom Statistischen Amt in Zusammenarbeit mit Vertretern von Werkstätten für eine erstmalige Kundenbefragung entwickelt und unverändert übernommen. Er lehnt sich an den Ablauf einer Bestellung von der Kontaktaufnahme bis zur Rechnungsstellung an und enthält dementsprechende Fragen zur Qualität der verschiedenen Prozessschritte, gefolgt von verschiedenen Angaben zu den Aufträgen (Häufigkeit der Bestellungen, Art der bestellten Produkte/Dienstleistungen etc.).

            Die Kundinnen und Kunden der neun Institutionen bewerten 2016 die Dienstleistungen und Produkte sehr ähnlich und im Allgemeinen sehr gut. Sie sind mit der Kontaktaufnahme, Beratung, Offerte, Auftragsabwicklung, Lieferung, Rechnungsstellung und dem Produkt oder der Dienstleistung an sich sehr zufrieden. Will man die Kundenzufriedenheit als Indikator für die Qualität der Arbeit nehmen, dann bedeutet dies, dass das Qualitätsniveau sehr hoch ist und es sich in den neun Institutionen praktisch nicht unterscheidet.

            Die meisten Kunden und Kundinnen haben über eine persönliche Empfehlung von den Produkten und Dienstleistungen der Werkstätten erfahren oder arbeiten schon länger zusammen. Für die Kundenakquisition spielen mediale Kanäle (Presse, Flyer, Werbung, Internet) nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Die überwiegende Mehrheit der Kunden und Kundinnen hat die jeweilige Werkstatt auch schon weiterempfohlen.

            In der Regel entschied sich das Gros der Kunden und Kundinnen aus sozialen Überlegungen, mit der jeweiligen Institution zusammenzuarbeiten. In einigen Werkstätten spielten aber wirtschaftliche Überlegungen eine ähnlich wichtige Rolle.

            Das Profil der befragten Kunden unterscheidet sich nach der Art der bezogenen Produkte und Dienstleistungen und der Bestellhäufigkeit. Für jede Werkstatt haben zudem unterschiedlich viele Kunden geantwortet. Die Anzahl variiert zwischen 32 und 111. Die unterschiedliche Informationsmenge und die verschiedenen Rahmenbedingungen müssen bei der Interpretation der Resultate berücksichtigt werden.

            Nächste Durchführung im Februar/März 2021

            Die nächste Befragung von Kunden und Kundinnen von Werkstätten findet im Februar/März 2021 statt. Haben Sie Interesse? Gerne erteilen wir Ihnen weitere Auskünfte. Weitere Informationen finden Sie auch im Projektbeschrieb (siehe Download unten).  

              Silvia Würmli

              Abteilungsleiterin Befragungen und Sozialhilfestatistik

              silvia.wuermli@statistik.ji.zh.ch
              +41 43 259 75 54

              Zwei Beispiele für die Durchführung

               

              Benchmarking zur Kundenzufriedenheit im Bereich Therapie und Beratung 2019

              Der Heilpädagogische Dienst Bachtelen, die Stiftung Arkadis und das Zentrum für Kinder mit Sinnes- und Körperbeeinträchtigung ZKSK haben in der 1. Jahreshälfte 2019 bei ihren Kundinnen und Kunden eine Zufriedenheitsbefragung durchgeführt. Zielgruppe der Befragung waren Kinder und ihre Familie, welche eine Therapie- oder Beratungsdienstleistung bezogen.

              Die Durchführung im Rahmen eines Benchmarkingprojekts mit einem gemeinsamen Fragebogen ermöglichte es, in allen drei Institutionen die gleichen Themen abzudecken und die Kundenzufriedenheit untereinander zu vergleichen.

              Der Fragebogen enthält insgesamt dreiundzwanzig Fragen, von denen sich vierzehn auf den Beginn der Therapie oder Beratung und auf deren weiteren Verlauf beziehen.

              Im Durchschnitt über alle drei Institutionen ist eine Rücklaufquote von 42 Prozent erreicht worden. Gemäss dieser Rückmeldungen kann die Kundenzufriedenheit in allen Therapie- und Beratungsstellen als hoch bezeichnet werden. Bei der Gesamtzufriedenheit mit der Therapie oder der Beratung sind Werte zwischen 91 und 100 Prozent erreicht worden, und auch die Zustimmung zu den einzelnen Aspekten der Therapie oder Beratung ist durchwegs hoch bis sehr hoch ausgefallen.

              Veröffentlichte Berichte

               

              Befragung der Patientinnen und Patienten sowie der zuweisenden Ärzteschaft, Beispiel Brühlgut Stiftung

              Im Rahmen der Qualitätssicherung und eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses gab die Therapiestelle der Brühlgut Stiftung im März/April 2013 eine Zufriedenheitsbefragung bei internen und externen Patientinnen und Patienten sowie bei der zuweisenden Ärzteschaft in Auftrag. Nach 2007 und 2009/10 war dies die dritte Durchführung.

              Die Rücklaufquote betrug bei den Patientinnen und Patienten 57 Prozent und bei der zuweisenden Ärzteschaft 22 Prozent. Rund 97 Prozent der Befragten mit der Behandlung in der Therapiestelle insgesamt zufrieden, was als ausgezeichnetes Resultat zu werten ist. Zudem konnte die Therapiestelle in den Einzelaspekten die sehr guten Ergebnisse aus der letzten Durchführung im Jahr 2010 weitgehend halten.

              Interessiert?

              Gerne unterbreiten wir Ihrer Institution ein massgeschneidertes Angebot. Das Projekt kann auch als Benchmarkingprojekt mit mehreren Institutionen durchgeführt werden. Weitere Auskünfte erteilen wir Ihnen gerne telefonisch oder per E-Mail.

              Weiterführende Informationen

              Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

              Kontakt

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