Quarantäne-Gefängnis und Videotelefonie im Corona-Jahr

Kein Bericht über das Jahr 2020 ohne Corona-Zwischenfazit. Das Virus ausserhalb der Gefängnismauern zu halten und gleichzeitig den Gefängnisbetrieb aufrechtzuerhalten, beschäftigte uns enorm. Der Aufbau von zwei Quarantäne-Gefängnissen und die Ermöglichung von Videokontakten für die inhaftierten Personen sind zwei von vielen Veränderungen.

Das Einschleppen des Virus verhindern

Grafik - Hände desinfizieren
The New Normal

Gefängnis Horgen

Bisher ist es weitestgehend gelungen, das Virus ausserhalb der Gefängnismauern zu halten. Dafür haben die Mitarbeitenden die Schutzmassnahmen diszipliniert eingehalten. Neben den Mitarbeitenden sind Personen, die in Untersuchungshaft kommen, potentielle Träger, die das Virus in die Institutionen bringen können. Der Eintrittsort Untersuchungshaft wurde deshalb vom restlichen System separiert, indem im drei Monate zuvor stillgelegten Gefängnis Horgen per 1. April 2020 innert zwei Wochen ein Quarantäne-Gefängnis eingerichtet wurde. Hier wurden alle Personen, die in Untersuchungshaft kamen oder die von einer Institution in eine andere verlegt wurden, durchgeschleust. Das damals gerade eingestellte Leitungsteam für das neue Gefängnis Zürich West wurde zur Führung des Quarantäne-Betriebs eingesetzt. Unter Mithilfe von Armee und Zivildienst wurde das Quarantäne-Gefängnis aufgebaut. Kantonsmitarbeitende, die in Folge der Pandemie nicht beschäftigt waren, beispielsweise Mitarbeitende der Flughafenpolizei, des Strassenverkehrsamts oder des Staatsarchivs, konnten über die Plattform «Zürihilft» vermittelt werden und im Betrieb mithelfen.

Grafik - Bildschirm mit Videotelefonie
Das digitale Fenster zur Aussenwelt

Ermöglichung von Videotelefonie

Ein weiterer möglicher Kontakt mit dem Virus entsteht bei Besuchen, Ausgang und Hafturlauben. Bis im Juni 2020 waren diese sozialen Kontakte nicht möglich, was eine schmerzhafte Einschränkung für die inhaftierten Personen darstellte. Hier konnte in allen Institutionen des Strafvollzugs mit Videotelefonie eine neue Möglichkeit zur Kommunikation geschaffen werden, die auch weiterhin rege genutzt wird. In der Untersuchungshaft ist die Videotelefonie zu einer zusätzlichen Option bei oder anstelle von Anwaltsbesuchen geworden.

Grafik - Hygienemaske und Coronaviren
Hygienemaske gegen Coronaviren

Planung des Unvorhersehbaren

Die Herausforderungen im Facility Management liegen in der fehlenden Planbarkeit. Die Kosten für Schutzmaterial oder Geräte zur Raumdesinfektion, für die Einrichtung von schutzkonformen Besucherräumen und Videotelefonkabinen oder für die Covid-Testung vor jeder Verlegung waren nicht vorhersehbar. Dazu mussten Quarantäne- und Isolationsmöglichkeiten für rund 1300 Vollzugsplätze verfügbar gemacht werden. Mit viel Flexibilität und Engagement konnten die Auswirkungen der Pandemie bisher gestemmt werden. Und daraus ergaben sich auch positive Veränderungen für den Vollzugsbetrieb.

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