IST Weiterbildungsreihe 2021

Allgemeine Hinweise

Die Weiterbildungsveranstaltungen der Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt (IST) richten sich an Fachpersonen, die im beruflichen Alltag Vorfälle von Häuslicher Gewalt beurteilen und verfolgen, Schutzmassnahmen anordnen oder mit Personen arbeiten, welche Häusliche Gewalt ausüben oder davon betroffen bzw. mitbetroffen sind (z.B. Kinder). Ziel ist es, Fachwissen zu ausgewählten Themen im Kontext von Häuslicher Gewalt zu vermitteln. Dabei steht der Bezug zur Praxis im Vordergrund. Die Teilnehmenden sollen dank dem Erlernten Handlungsstrategien für ihren beruflichen Alltag entwickeln können.

Grundsätzlich finden die Veranstaltungen im Vortragssaal (6. Stock) des Kripogebäudes an der Zeughausstrasse 11 in 8004 Zürich statt (Anmeldung beim Portier). Sollte eine Durchführung vor Ort aufgrund der Coronapandemie nicht möglich sein, finden die Veranstaltungen online statt. Wir werden jeweils zeitnah über die Form der Durchführung informieren.

Veranstaltungsort

Kripogebäude, Zeughausstrasse 11, 8004 Zürich, Vortragssaal 6. Stock (Anmeldung beim Portier)

Standort auf Google-Maps

Zu Fuss:     5 Minuten vom Hauptbahnhof
ÖV:             Haltestelle Sihlpost (Tramlinien 3 und 14 / Bus Nr. 31) der VBZ

Programm

Donnerstag, 15. April 2021, 08:30 - 12:00 Uhr

Hilfe und Schutz bei Kindesmisshandlungen in der Schweiz: Welche Kinder und Familien erhalten sie und welche nicht – Ergebnisse aus der Optimus-Studie

Prof. Dr. Andreas Jud 

Bisher fehlte in der Schweiz ein Überblick, welche Kinder und Familien bei Gefährdung Schutz und Hilfe erhalten. Daten waren auf einzelne Bereiche wie bspw. Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden, klinische Kinderschutzgruppen oder die Polizeiliche Kriminalstatistik eingeschränkt und kaum vergleichbar. Die Optimus-Studie liefert hier erstmals über die verschiedenen Bereiche hinweg vergleichbare Ergebnisse, die auf Versorgungslücken und deutlich regionale Unterschiede hinweisen. Daraus lassen sich verschiedene Forderungen zu Früherkennung und Intervention ableiten. 

Komplex traumatisierte Klienten in verschiedenen Handlungsfeldern – Herausforderungen für die Fachkräfte sowie Chancen des traumapädagogischen Ansatzes

Dr. Marc Schmid 

Fachkräfte in psychosozialen Handlungsfeldern werden immer wieder mit sequentiell traumatisierten Menschen in unterschiedlichen Altersgruppen konfrontiert. Nicht selten lösen Menschen mit traumatischen Erfahrungen und die von ihnen gezeigten Verhaltensweisen/ Traumasymptomen bei den Fachkräften heftige Emotionen und Selbstunwirksamkeitserfahrungen aus. Durch die Vermittlung von Fachwissen und die Schaffung von institutionellen Strukturen, die eine administrative, fachliche und emotionale Unterstützung für Fachkräfte und Klienten gewährleisten, können diese in ihrer Lebenswelt stabilisiert werden.

Referenten/innen

  • Prof. Dr. Andreas Jud, Juniorprofessur Epidemiologie und Verlaufsforschung im Kinderschutz am Universitätsklinikum Ulm, Dozent und Projektleiter Hochschule Luzern - Soziale Arbeit 
  • Dr. Marc Schmid, Leitender Psychologe Klinik für Kinder und Jugendliche der UPK Basel

Donnerstag, 24. Juni 2021,
08:30 - 12:00 Uhr

Das Kind im Verfahren

RA lic. iur. Esther Bayer, Kindesvertretung:

Bei Häuslicher Gewalt sind Kinder oft mitbetroffen. Bei den verschiedenen Verfahren ist es wichtig, deren Situation und Bedürfnissen einen prominenten Platz einzuräumen. Die Rechtsvertretung des Kindes trägt hierzu bei.
Dargestellt werden Sinn und Zweck sowie Rolle und Möglichkeiten der Kindesvertretung in den verschiedenen Verfahren wie Eheschutz-, Kindesschutz- und Strafverfahren.

Sabine Brunner, Kindesanhörung:

Mittels Anhörung sollen Gerichte und Behörden die Möglichkeit erhalten, sich über die Wünsche und Bedürfnisse eines Kindes unmittelbar ein eigenes Bild zu machen.
Wie erfolgt der Einbezug von Kindern? Welche Möglichkeiten stehen der Behörde offen, die Interessen des Kindes optimal wahrzunehmen? Wie soll eine kindsgerechte Anhörung aussehen? Welche speziellen Herausforderungen stellen sich bei Kindern, welche direkt oder indirekt von Häuslicher Gewalt betroffen sind?

Referentinnen

  • lic. iur. Esther Bayer, Rechtsanwältin Zürich
  • lic. phil. Sabine Brunner, Psychologin, eidg. anerkannte Psychotherapeutin am Marie Meierhofer Institut für das Kind, Zürich

Donnerstag, 2. September 2021,
08:30 - 12:00 Uhr

Grundsätzliche Glaubhaftigkeitsprobleme von Opfern von Gewalt verstehen und wissen, wie man ihnen begegnen kann.

Die Teilnehmenden können anhand von Fachwissen in den Bereichen Psychotraumatologie und Vernehmungspsychologie die Beziehung zu den Opfern von Gewalt so gestalten, dass das Opfer grösstmöglich geschützt wird und bestmögliche Aussagen ermöglicht werden. 

Dr. med. Jan Gysi

  • Von falschen Anschuldigungen und realer Gewalt: zur Geschichte von Aussagepsychologie und Psychotraumatologie
  • Von Bindungstrauma zu organisierter sexualisierter Ausbeutung: Unterschiedliche Formen von Trauma und deren Auswirkungen
  • Vom Schock während des Schocks: dissoziative Prozesse während eines Traumas als wesentliche Risikofaktoren für Glaubhaftigkeitsprobleme und spätere Traumafolgestörungen

Bernadette Corsaro: Die Seite des Opfers

  • Körperliche Reaktionen während und nach einer traumatischen Gewalterfahrung verstehen und erkennen können
  • Wie beeinflusst eine Gewalterfahrung die Wahrnehmung und das Gedächtnis
  • Opfermythen, welche Vorurteile haben Opfer und wie beeinflussen sie die Interaktion mit den professionellen Helfern 

Die Seite der professionellen Helfer (Strafverfolgung, Prävention, Therapie)

  • Opfermythen, welche Vorurteile haben professionelle Helfer und wie beeinflussen sie die Interaktion mit den Opfern
  • Die Interaktion so gestalten, dass ein Toleranzfenster für das Opfer entsteht
  • Mit sich selber gut in Kontakt sein und die Gegenübertragung nutzen
  • Sicherheit und Kontrolle dem Opfer zurück geben und eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen.

Referentinnen

  • Dr. med. Jan Gysi Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH Bern
  • Bernadette Corsaro Psychologin lic. phil. Betriebs- und Polizeipsychologie Kantonspolizei Zürich

Donnerstag, 11. November 2021,
08:30 - 12:00 Uhr

Möglichkeiten und Grenzen des Lernprogramms «Partnerschaft ohne Gewalt»

Seit über 20 Jahren wird durch die Abteilung Lernprogramme der Bewährungs- und Vollzugsdienste das Lernprogramm «Partnerschaft ohne Gewalt» (PoG) angeboten.
Anna Wittwer und Konrad Würgler informieren über die Zuweisungs- und Abklärungsprozesse und berichten über die Durchführung und Inhalte des Lernprogramms «Partnerschaft ohne Gewalt» (PoG) mithilfe von Beispielen aus der Praxis.
Weiter informieren sie über die Ergebnisse der durchgeführten Evaluation dieser Interventionsmöglichkeit.

Referentinnen

  • Anna Wittwer, BSc in Sozialer Arbeit, Bewährungs- und Vollzugsdienste Zürich
  • Konrad Würgler, Dipl. SA FH, Bewährungs- und Vollzugsdienste Zürich

Anmeldung

  • Anmeldefrist

    Um den Anlass so gut wie möglich vorbereiten zu können, bitten wir Sie, sich bis zum 15. März 2021 online anzumelden. 

    Persönliche Daten

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    Veranstaltung
    Hilfe und Schutz bei Kindesmisshandlungen / Komplex traumatisierte Klienten

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    Das Kind im Verfahren: Kindesvertretung & Kindesanhörung

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    Glaubhaftigkeitsprobleme von Opfern von Gewalt verstehen

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    Partnerschaft ohne Gewalt

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    Vielen Dank.

    Die definitive Anmeldebestätigungen erhalten Sie nach Ablauf der Anmeldefrist am 15. März 2021.

    Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse an.

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Kontakt

Kantonspolizei Zürich – Präventionsabteilung

Adresse

Postfach
Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt (IST)
8021 Zürich
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