Hochwasserschutz und Revitalisierung Töss Wila

Ein Abschnitt der begradigten und kanalisierten Töss bei Wila. Der Pegelstand der Töss ist hoch. Rechts der Töss befinden sich Holzlagerplätze einer Sägerei, links der Töss mehrere Gebäude und Landwirtschaftsland.

Die verbaute begradigte Töss ist ökologisch in schlechtem Zustand, und die Verbauungen schützen Wila nicht ausreichend vor Hochwasser. Der Fluss soll wieder naturnaher gestaltet werden. Das verbessert den Hochwasserschutz, schafft neue Lebensräume für Flora und Fauna und wertet die Landschaft auf.

Inhaltsverzeichnis

Aktuell

Öffentliche Informationsveranstaltung

Kanton und Gemeinde haben die Bevölkerung am 10. November 2022 über den aktuellen Stand des kantonalen Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekts an der Töss und des kommunalen Hochwasserschutzprojekts Huebbach informiert.

 

Standbild Video Informationsveranstaltung

Projekt

Vor mehr als 100 Jahren wurde die Töss begradigt und kanalisiert, um das von Hochwasser geplagte Tösstal zu schützen. Welchen Schaden diese Verbauungen in der Natur und an der Töss selbst anrichten würden, wusste man damals noch nicht. Unzählige Lebensräume für Pflanzen und Tiere gingen verloren. Die Töss ist monoton geworden und gräbt sich immer tiefer ins Flussbett (Tiefenerosion). Zudem sind die Verbauungen teilweise sanierungsbedürftig und schützen nicht mehr genügend vor Hochwasser.

Der rund 1,3 Kilometer lange Tössabschnitt in Wila von der Brücke Steinenbachstrasse bis zur SBB-Brücke soll wieder naturnaher gestaltet werden. Denn eine naturnahe Bach- und Flusslandschaft fördert die Biodiversität, verbessert die Wasserqualität, schützt besser vor Hochwasser und wertet das Landschaftsbild auf. 

Ziele

Die Ziele des Projekts sind in vier Bereiche gegliedert:

  • Hochwasserschutz: Wila besser vor Hochwasser schützen
  • Ökologie: Verloren gegangene Lebensräume für Flora und Fauna wiederherstellen
  • Landschaftsgestaltung: attraktive Gestaltung der Landschaft, Aufwertung Naherholung
  • Synergien mit kommunalen Vorhaben nutzen: u.a. Huebbach optimal in die Töss einmünden

Grundlagen und gesetzlicher Auftrag

Die Förderung der Gewässerrevitalisierung ist seit 2005 in der Verfassung des Kantons Zürich verankert. Seit 2011 verpflichtet auch der Bund die Kantone dazu, die natürlichen Funktionen von verbauten Gewässern wiederherzustellen.

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Der Auftrag für die Revitalisierung von verbauten Gewässern kommt von ganz oben. 2010 beschloss das Bundesparlament, die Gewässer besser zu schützen. Als direkten Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Lebendiges Wasser» hat das Parlament das Gewässerschutzgesetz revidiert.

Die Kantone werden damit unter anderem verpflichtet, den Gewässerraum festzulegen. Weiter müssen die Kantone einen Teil ihrer verbauten Gewässer wieder naturnaher gestalten. Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Fliessgewässer und Seeufer als artenreiche Lebensräume ihren Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten können.

In seiner Revitalisierungsplanung hält der Kanton Zürich fest, welche Gewässerabschnitte wieder naturnaher gestaltet werden sollen. Das Teilstück in Wila ist eines von insgesamt elf an der Töss, die der «Priorität 1» zugeordnet sind. Das sind jene Abschnitte, mit denen sich ein besonders hoher Nutzen für die Natur erzielen lässt. Sie sollen zuerst revitalisiert werden. 

Für die Töss hat das Amt für Abfall, Wasser, Energie, und Luft (AWEL) zusammen mit den Anrainergemeinden das «Gewässerentwicklungskonzept Töss – Ohrüti bis Tössegg»  entwickelt. Es legt fest, wo und wie sich der Fluss und seine Uferbereiche in den kommenden Jahrzehnten den veränderten Anforderungen an Hochwasserschutz, Ökologie und Erholung anpassen sollen. Es bildet die Grundlage für eine zukunftsgerechte Weiterentwicklung der Töss und deren Unterhalt.

Vorgehen: Lokale Bedürfnisse einbeziehen

Um die bestmögliche Lösung für die Umsetzung der Revitalisierungs- und Hochwasserschutzmassnahmen zu finden, arbeitet das Projektteam eng mit der Gemeinde Wila, Landbesitzerinnen und Landbesitzern, Direktbetroffenen, Umweltschutzorganisationen, Verbänden sowie Vertretern und Vertreterinnen von lokalen Organisationen zusammen. Mit ihnen schneidet das AWEL das Projekt bestmöglich auf die Bedürfnisse von Wila zu. 

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Die Gemeinde Wila arbeitet auch an einem kommunalen Hochwasserschutz-Projekt des Huebbachs. Für die Gemeinde ergibt sich mit dem Tössprojekt die Chance, die Mündung des Huebbachs in die Töss optimaler zu gestalten und Kosten zu sparen.

Auch die unteren Abschnitte des Ägetswiler- und des Sackbachs sollen von der geplanten Umgestaltung der Töss profitieren. Zudem verfolgt das kantonale Projekt das Ziel, den Auenwald Würbel wieder vollständig an die Töss anzuschliessen und damit die wertvolle Auenlandschaft wiederzubeleben.

Grossen Einfluss haben auch die kantonalen Fachstellen und das Bundesamt für Umwelt, die ebenso eng in die Lösungsfindung miteinbezogen sind. Sie stellen sicher, dass das Projekt die gesetzlichen Auflagen erfüllt. 

Zeitplan

Das Bild zeigt den Zeitplan des Projekts. Variantenstudium von Sommer 2020 bis Mitte 2022. In den Jahren 2020 - 2022 haben drei Workshops der Begleitgruppe Bevölkerung stattgefunden. Gespräche mit den Grundeigentümern und Direktbetroffenen laufen von Ende 2022 bis mindestens Mitte 2023. Der Projektentwurf liegt im Herbst 2022 vor. Das Vorprojekt dauert von Mitte 2022 bis ungefähr 3. Quartal 2023. Das Bauprojekt startet je nach Dauer des Vorprojekts im dritten oder vierten Quartal 2023 und endet ungefähr Mitte 2024. Das anschliessende Bewilligungsverfahren dauert bis ungefähr Mitte 2025. Die Realisierung startet voraussichtlich 2026 und endet ungefähr Mitte 2028.
Das Projekt durchläuft diverse Schritte bis zur Realisierung. Unter Umständen kann es zu Änderungen im Zeitplan kommen.

Hochwasserschutz

Im Hochwasserschutz hat in den letzten Jahrzehnten ein Umdenken stattgefunden. Die Verbauungen von früher entsprechen nicht mehr den Anforderungen des modernen Hochwasserschutzes von heute. Sie wirken sich negativ auf die Natur aus, sind aufwändig im Unterhalt und begünstigen die Tiefenerosion. Zudem können Wasserwalzen bei Schwellen für Mensch und Tier zur Gefahr werden. Darum liegt der Fokus heute darauf, den Schutz vor Hochwasser dort, wo es möglich ist, mithilfe von naturnahen Massnahmen zu verbessern. 

Die Illustration zeigt die Töss bei Hochwasser, wo das Wasser dank der breiteren Uferzonen dereinst besser abfliessen kann..
Dank der Aufweitung kann die Töss künftig auch grössere Hochwasser ableiten. Quelle: AWEL/Gleis2 Illustration

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Beim Hochwasser 1999 – einem, wie es sich in Wila zirka alle dreissig Jahre ereignet – konnte die Töss das Wasser gerade noch knapp abführen. Grössere Hochwasser, die aufgrund des Klimawandels nun häufiger vorkommen dürften, kann sie im heutigen Zustand nicht mehr genügend ableiten. Das Wasser würde über die Ufer treten und könnte auch das Siedlungsgebiet von Wila grossflächig überschwemmen. 

Infolge der Kanalisierung und verstärkt durch den Mangel an Geschiebe weist das Flussbett der Töss, die sogenannte Sohle, eine fast durchgehende Tiefenerosion auf. Das heisst, weil sich der Fluss seitlich nicht ausdehnen kann und er nicht genug Kies und Sand mitführt, gräbt er sich immer weiter in die Tiefe.

Das ist problematisch, da unter anderem Uferverbauungen unterspült und instabil werden können und wichtige Filterschichten wegfallen, die das Grundwasser reinigen. Zur Stabilisierung der Sohle baute man rund 700 Schwellen in die Töss ein. Diese Querverbauungen stabilisieren das Flussbett zwar und mindern die Sohlenerosion. Sie sind jedoch starke Eingriffe in die Natur, aufwändig im Unterhalt, beeinträchtigen teilweise die Fischwanderung und können für Menschen und Hunde gefährlich sein.

An einzelnen Schwellen in der Töss können sich Wasserwalzen bilden. Wenn badende Hunde oder Menschen in eine solche Wasserwalze geraten, kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Wo möglich, entfernt das AWEL deshalb solche Schwellen oder entschärft Wasserwalzen durch bauliche Massnahmen.

Es ist, als würde sich die Töss gegen die harten Verbauungen wehren. Die Kraft des Wassers macht besonders den Schwellen zu schaffen. Der Gewässerunterhalt des AWEL ist für den Unterhalt dieser Bauwerke zuständig und steht vor einer andauernden Aufgabe. Viele der Schwellen sind baufällig, müssen saniert oder ersetzt werden. Die alten Bauweisen der Schwellen genügen den heutigen Anforderungen oft nicht mehr. Andere Lösungen sind gefragt.

Heute setzt das AWEL auf verschiedene Massnahmen, um herkömmliche Schwellen möglichst zu eliminieren. Die Verbreiterung und die naturnahe Gestaltung des Flussbetts gehören dazu. Wenn sich das Wasser seitlich mehr ausdehnen kann, verringert sich die Belastung der Sohle. Wo dies nicht möglich ist, kommen moderne Verbauungen zum Einsatz, die die Natur wenig beeinträchtigen und die Personensicherheit erhöhen.

Neben der Verbreiterung wirkt auch die Erhöhung an Kies und Sand im Fluss (sogenanntes Geschiebe) der Sohlenerosion entgegen. 

Wie im baulichen Unterhalt hat auch beim Unterhalt von Bäumen und Sträuchern in und an den Flüssen in den letzten Jahrzehnten ein Umdenken stattgefunden. Früher entfernte man Pflanzen, Gehölze und Büsche in der Töss und am Ufer oder schnitt sie zurück. Als zu gross erachtete man die Gefahr, dass sie bei Hochwasser die Abflusskapazität verringern oder mitgespült würden und enge Stellen verstopfen könnten.

Heute schätzt man diese Pflanzen, Bäume und Sträucher, weil sie wertvolle ökologische Funktionen erfüllen: Sie bilden Unterstände für Wasserlebewesen und beschatten die Töss, damit das Wasser auch im Sommer nicht zu heiss wird. Darum lässt man die Pflanzen stehen, wo es möglich ist, behält dabei aber den Hochwasserschutz im Auge. Auch einzelne in die Töss gefallene Bäume, sogenanntes Totholz, werden aufgrund ihrer ökologischen Vorteile nicht vollständig aus dem Fluss entfernt.

Ein umgefallener Baum liegt in Ufernähe im Flusswasser
Früher entfernte man Totholz, heute schätzt man seine ökologischen Funktionen. Quelle: AWEL

Naturnah statt verbaut

Heute ist klar, dass man vor mehr als hundert Jahren bei der Kanalisierung der Töss zu weit gegangen ist. Für eine intakte Flusslandschaft, Biodiversität und nachhaltigen Hochwasserschutz muss die Töss einen Teil des Platzes zurückerhalten, den man ihr genommen hat. 

Revitalisierung

Aktuell fliesst die verbaute Töss in ihrem Korsett meist schnurgerade durchs Tösstal. Früher floss sie hier weit verzweigt durch die Landschaft und bildete ein Mosaik von tiefen und seichten Stellen, quirligem und ruhigem Wasser, Steinen, Felsen, Pflanzen, Totholz, Kies und Sand und einer vielfältigen Ufervegetation. Viele einheimische Tiere und Pflanzen fanden nur hier Schutz und Nahrung. Natürliche Bach- und Flusslandschaften gehören deshalb zu den artenreichsten Lebensräumen der Schweiz.

Die Natur leidet unter den Verbauungen

Mit der Begradigung und Kanalisierung der Töss gingen unzählige Lebensräume verloren. Die Töss ist monoton geworden und verarmt – kein guter Lebensraum für Flora und Fauna. Das gilt auch für die Fische: Für sie bilden die Schwellen an vielen Orten ein unüberwindbares Hindernis. Sie verunmöglichen ihnen die Längswanderung, die für eine vielfältige und gesunde Fischpopulation unerlässlich ist.

Naturnahe Gewässer erfüllen wichtige Funktionen

  • Sie bilden vielfältige und vernetzte Lebensräume.
  • Sie beherbergen unzählige Tier- und Pflanzenarten im und am Wasser.
  • Sie tragen zum Hochwasserschutz bei. 
  • Sie reinigen das Wasser und verbessern die Trinkwasserqualität.
  • Sie sorgen für ein schönes Landschaftsbild.
  • Sie sind für den Menschen attraktiv.

Mehr Platz für Gewässer

Um ihre natürlichen Funktionen zu erfüllen, brauchen Bäche und Flüsse genügend Raum. Mit einer Revitalisierung werden verbaute und kanalisierte Flussabschnitte wieder naturnah gestaltet. 

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Immer wieder trocknet die Töss zwischen Fischenthal und Turbenthal streckenweise aus. Der Tössabschnitt bei Wila führt öfters über mehrere Wochen kaum Wasser. Das ist ein bekanntes, natürliches Phänomen, das nichts mit der Trinkwasserversorgung von Winterthur oder der Klimaerwärmung zu tun hat.

Durch das kiesige, durchlässige Flussbett der Töss versickert das Wasser kontinuierlich in den darunterliegenden Grundwasserstrom. Von Auge sichtbar wird dies erst, wenn die Töss nur wenig Wasser führt. Dann versickert mehr Wasser als durch die Zuflüsse hinzukommt und das Flussbett trocknet aus. Regnet es kräftig, führt die Töss wieder auf der ganzen Strecke Wasser.

Bis ins 19. Jahrhundert wurde das ausgetrocknete Flussbett als Verkehrsweg genutzt. Dies zeigt, dass die Töss schon immer zeitweise kein Wasser führte.

Historisches Foto aus dem Jahr 1913. Es zeigt das trockene Flussbett der Töss zwischen Thurbenthal und Wila. Eine Person steht im fast vollständig ausgetrockneten Flussbett.
Trockene Töss zwischen Turbenthal und Wila 1913. Quelle: AWEL

An verschiedenen Stellen an der Töss beschreibt eine Informationstafel  dieses uralte, natürliche Phänomen.

Viele Arten sind an die trockenen Lebensbedingungen angepasst, die in der Töss mehrere Wochen im Jahr herrschen. Gerade sogenannte Pionierarten, jene Pflanzen und Tiere, die als Erste einen neu entstandenen Lebensraum besiedeln, sind auf offene Kies- und Sandflächen angewiesen. Zudem haben sich gewisse Wasserlebewesen ꟷ die man aufgrund ihrer geringen Grösse gar nicht sieht ꟷ raffinierte Überlebensstrategien angeeignet. Sie überdauern die oberflächliche Austrocknung dank Restfeuchte in tieferen Schichten oder angrenzenden Uferbereichen und kommen erst hervor, wenn wieder Wasser da ist. Für sie ist es aber wichtig, dass die entsprechenden Rückzugsräume auch vorhanden und erreichbar sind.

Solche Rückzugsräume schafft die Revitalisierung. Es entstehen tiefere Stellen, die länger Wasser führen. Sie sind ideal für kleine Wasserlebewesen, die so die trockene Phase überdauern können. Auch die Fische kommen in jene Tössabschnitte zurück, die regelmässig austrocknen. Sie wandern bei erneuter Wasserführung aus oben oder unten liegenden Tössstrecken oder aus Seitengewässern wieder ein. Die Fischerei- und Jagdverwaltung setzt keine Jungfische in die trockenfallenden Abschnitte ein; hingegen rettet sie bei Trockenheit die bedrohten Fische aus den Restwassertümpeln.

Ein ausgetrocknetes Flussbett mit Kiesflächen und anderen strukturbildenden Elementen wie grossen Steinen, Totholz, Büschen
Kiesflächen sind wertvolle Lebensräume. Amphibien fühlen sich hier besonders wohl. Quelle: AWEL

Mit der Kanalisierung der Töss wurde auch der Auenwald Würbel in Wila mit einem Damm von der Töss abgeschnitten. Um die Vielfalt der Lebensräume zu erhalten, die Auenwälder für Flora und Fauna bieten, sind gelegentliche Überflutungen jedoch essenziell.

Darum hat man vor etwas mehr als zwanzig Jahren das Projekt «Töss-Aue Würbel» umgesetzt. Mit der Reaktivierung eines Nebenarms der Töss in den Auenwald stellte man den Wasserzufluss in die Aue wieder her. Verschiedene Faktoren führten jedoch dazu, dass die gewünschte regelmässige Überflutung des Auenwalds in den letzten Jahren nicht mehr stattfand. Im Rahmen des Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekts ist nun eine vollständige Anbindung des wertvollen Auenwalds an die Töss geplant.

Luftaufnahme des Auenwalds Wuerbel
Regelmässige Überflutungen des Auenwalds Würbel in Wila (im Bild links der Töss) wirken sich positiv auf die Natur aus. Quelle: AWEL

Landschaftsgestaltung

Wenn es der Natur gut geht, wirkt sich das auch positiv auf den Menschen aus. Der Spaziergang an der revitalisierten Töss wird noch attraktiver. 

Viel Spielraum bei der Landschaftsgestaltung

Das Projekt an der Töss in Wila steht auf drei Pfeilern: Hochwasserschutz, Revitalisierung und Landschaftsgestaltung. Bei den ersten beiden Pfeilern erfüllt das AWEL seinen gesetzlichen Auftrag: die Bevölkerung und Infrastruktur vor Hochwasser schützen und die Töss zugunsten der Natur wieder natürlicher gestalten. Innerhalb des gesetzlichen Rahmens kann das AWEL auf die lokalen Anliegen und Bedürfnisse eingehen. Viel grösser sind die Möglichkeiten der Mitsprache allerdings bei der Landschaftsgestaltung. 

Attraktive Landschaft für Wila

Ziel ist es, die Landschaft an der Töss attraktiv zu gestalten. Soll ein Teil des revitalisierten Tössabschnittes mit Freizeiteinrichtungen ausgestattet werden, zum Beispiel mit Feuerstellen oder Sitzbänken? Eine bessere Entflechtung von Fuss- und Velowegen, ein Reitweg, ein Naturspielplatz oder bessere Zugänge an die Töss: Vieles ist möglich. Zwingend ist jedoch nichts. Falls solche Einrichtungen nicht gewünscht sind, kann die Landschaft um das revitalisierte Gebiet auch ganz naturbelassen bleiben. 

Häufig gestellte Fragen

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Das kann noch nicht genau beziffert werden. Das ist abhängig von der gewählten Variante. Klar ist, dass wir einen Teil des Landes, das der Töss früher weggenommen wurde, um Land zu gewinnen und das Tösstal vor Hochwasser zu schützen, der Töss wieder zurückgeben müssen. Das Projektteam ist in Kontakt mit betroffenen Grundbesitzerinnen und Grundbesitzern.

Nein, die Revitalisierung von Fliessgewässern führt nicht zu mehr Stechmücken. Mücken lieben stehende, nur für kurze Zeit wasserführende Pfützen, die sehr warm sind. Dort legen sie ihre Eier ab. In Gewässern, wo das Wasser fliesst und es schattig ist, können sich Stechmücken nicht gut entwickeln. Viel grösser ist die Gefahr im eigenen Garten, wo Mücken ihre Eier im Wasser von Giesskannen oder Topfuntersetzern ablegen. 

Ja, denn die Revitalisierung verbessert die Bedingungen für die Natur auch im trockenen Zustand (siehe Abschnitt Revitalisierung, Lebensraum trockene Töss).

Nein, das Austrocknen der Töss ist ein uraltes, natürliches Phänomen, das weder mit dem Klimawandel noch mit der Grundwasserentnahme für die Trinkwasserversorgung von Winterthur zu tun hat (siehe Abschnitt Revitalisierung, trockene Töss). Der äusserst ergiebige Töss-Grundwasserstrom bildet zwar die wichtigste Wasserbezugsquelle der Stadt Winterthur sowie der Tösstalgemeinden oberhalb der Stadt. Die gesamte Wasserbezugsmenge macht jedoch lediglich einen Bruchteil des Grundwasservorkommens aus und hat einen sehr geringen Einfluss auf den Pegelstand der Töss.

Nein, im Vergleich zur trockenen Töss von heute wird sich der Zustand aufgrund der neuen Strukturen im Flussbett eher verbessern. Revitalisierte Gewässerabschnitte sind vielfältiger, lebendiger, werden stärker bewachsen und beschattet. 

Weiterführende Informationen

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Kontakt

Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft - Abteilung Wasserbau

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