Bülach / Glattfelden

Der Kanton Zürich plant, die Schaffhauserstrasse im Hardwald bei Bülach auf vier Spuren auszubauen und den Kreisel Chrüzstrass leistungsfähiger zu machen.

Inhaltsverzeichnis

Projektübersicht

Verbesserte Leistungsfähigkeit, weniger Schleichverkehr

Im Durchschnitt verkehren heute auf der Schaffhauserstrasse im Hardwald 28'000 Fahrzeuge pro Tag. An Werktagen reicht der Stau am Abend bis auf die Autobahn A51 bzw. am Morgen bis auf die A50 und nach Eglisau zurück. Diese Situation führt verschiedentlich zu unerwünschtem Ausweichverkehr auf untergeordnete Strassen (z. B. Rheinfelderstrasse, Schachenstrasse, Solistrasse, Lokalnetz Bülach etc.). Bis zum Jahr 2030 wird der Verkehr gemäss den Prognosen nochmals rund 20 Prozent zunehmen. Um die Leistungsfähigkeit dieser für das Zürcher Unterland und das Rafzerfeld wichtigen Verkehrsachse zu erhöhen, sind deshalb bauliche Massnahmen unumgänglich.

Blick von Glattfelden her Richtung Kreisel Chrüzstrass: Der Verkehr zwischen Bülach und Eglisau führt kreuzungsfrei über ein Brückenbauwerk.
Blick von Glattfelden her Richtung Kreisel Chrüzstrass: Der Verkehr zwischen Bülach und Eglisau führt kreuzungsfrei über ein Brückenbauwerk.

Ausbau zu einer Mini-Autobahn

Das vom Kanton ausgearbeitete Projekt sieht vor, die Schaffhauserstrasse zwischen dem Anschluss Bülach Nord und dem Kreisel Chrüzstrass auf ca. 2.9 km zu einer vierspurigen Hauptverkehrsstrasse auszubauen. Dieser Ausbau entspricht dem heutigen Standard der kantonalen Autobahn A51 zwischen Kloten und Bülach. Kernstück des Projekts bildet die Neugestaltung des Kreisels Chrüzstrass. Der Kreisel wird abgesenkt, die Fahrspur für den Verkehr zwischen Eglisau und Bülach, der 60 Prozent des Volumens ausmacht, wird kreuzungsfrei über den Kreisel geführt. Die Fahrspur für den Verkehr von Bülach Richtung Glattfelden führt in den abgesenkten Kreisel. Der Verkehr von Glattfelden Richtung Bülach fliesst vom Kreisel auf einer separaten Spur auf die ausgebaute Schaffhauserstrasse, so dass er den von Eglisau herkommenden Verkehr nicht behindert. Weitere Elemente des Projekts bilden eine Wildtierüberführung, eine Fussgängerüberführung im Hardwald sowie die komplett neue Entwässerung mit einer Strassenabwasserreinigungsanlage, die im Kreisel Chrüzstrass platziert wird.

Blick von Bülach Richtung Eglisau: Die Fahrspur Richtung Glattfelden biegt rechts ab in den tiefergelegten Kreisel Chrüzstrass.
Blick von Bülach Richtung Eglisau: Die Fahrspur Richtung Glattfelden biegt rechts ab in den tiefergelegten Kreisel Chrüzstrass.

Mehr Sicherheit

Im Streckenabschnitt Hardwald ist es in der Vergangenheit zwar nicht zu vielen, aber dafür zu sehr schweren Unfällen gekommen. Die Strecke ist zwar kein Unfallschwerpunkt, aber der Streckenabschnitt wird gemeinhin als gefährlich wahrgenommen. Massnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sind deshalb wichtig. Der Ausbau der Strasse auf vier Spuren im Hardwald trägt dazu bei, dass die Verkehrssicherheit erhöht werden kann. Dies geschieht unter anderem dadurch, dass mit dem Ausbau zu einer Mini-Autobahn die Strasse für den Langsamverkehr (Velos, Töfflis etc.) nicht mehr zur Verfügung steht. Stattdessen ist eine neue Linienführung vorgesehen. Der neue Radweg führt über die Soli- und Marterlochstrasse zur Weiacherstrasse. Die neue Radwegführung wird in einem separaten Projekt festgelegt und bearbeitet.

Baustart im Sommer 2022 vorgesehen

Die Gesamtkosten für das Strassenprojekt betragen 94,5 Millionen Franken. Der Regierungsrat hat die gebundenen Ausgaben von 32,35 Millionen Franken im Juni 2016 genehmigt, der Kantonsrat hat die neuen Ausgaben von rund 62,2 Millionen Franken im Mai 2017 bewilligt. Die öffentliche Auflage des Bauprojekts gemäss §16/17 des Strassengesetzes erfolgte im Januar und Februar 2020. Insgesamt wurden elf Einsprachen eingereicht, die projektbezogene und teilweise auch enteignungsrechtliche Begehren enthielten. Mit acht Einsprechenden konnte im Rahmen der Einigungsverhandlungen eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Die verbleibenden drei Einsprachen hiess der Regierungsrat mit der Projektfestsetzung im Juni 2021 teilweise gut und teilweise wies er sie ab. Auf eine Einsprache trat er aus formellen Gründen gar nicht ein.

Sofern gegen die Projektfestsetzung nicht der Rechtsweg beschritten wird, plant das kantonale Tiefbauamt mit der Verlegung von Werkleitungen im Sommer 2022 zu beginnen. Ein Jahr später beginnt dann der Ausbau der Strasse. Die Bauzeit beträgt rund drei Jahre. Vorgängig zu den Bauarbeiten finden ab Herbst 2021 Grabungen der Kantonsarchäologie statt.

Peter Bieber

Sektionsleiter

peter.bieber@bd.zh.ch
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Walcheplatz 2, 8090 Zürich

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