Quartieranalyse

Die Quartieranalyse macht relevante Merkmale zur Siedlungs- und Bevölkerungsstruktur auf Quartierebene sichtbar. Die Informationen sind öffentlich zugänglich und dienen meist als Entscheidungsgrundlage für lokale und regionale Planungsprozesse.

Inhaltsverzeichnis

Übersicht Quartiere

Die Quartiere werden teilautomatisiert auf Basis der Nutzungspläne der Gemeinden generiert und mit kantonal verfügbaren Daten angereichert. Wichtigste Datenquellen für die Quartieranalyse sind das Gebäude- und Wohnungsregister (GWR), das Einwohnerregister (EWR) und die Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT).

Übersicht eines Quartiers in einer GIS-Anwendung
Im kantonalen GIS-Browser kann man einzelne Quartiere auswählen, die dann mit Hilfe verschiedener Merkmale charakterisiert werden. Quelle: Statistisches Amt Kanton Zürich

Die Daten der Quartieranalyse sind im kantonalen GIS-Browser öffentlich zugänglich. Sie können diese über den Data Shop des Statistischen Amtes beziehen.

Zonen

Der Prozess der teilautomatisierten Erstellung der Quartiere generiert über den gesamten Kanton ca. 26'700 Quartiere. Obwohl die Bauentwicklung bei Einfamilienhäusern seit langem rückläufig ist, nehmen Wohnquartiere in den Zonen mit ein- bzw. zweigeschossiger Bebauung immer noch den grössten Anteil ein. Typische Mehrfamilienhausquartiere sowie Kernzonenquartiere mit geringer Ausnutzung liegen deutlich hinter den Einfamilienhausquartieren.

Nutzungsverteilung in den Quartieren

Nutzungsverteilung in den Quartieren als Balkendiagramm
Anzahl Quartiere nach Zone. Die Darstellung beruht auf harmonisierten Zonenbezeichnungen, mit denen das Amt für Raumentwicklung Vergleichbarkeit zwischen den unterschiedlichen Zonenbezeichnungen der Gemeinden herstellt. Quelle: Statistisches Amt Kanton Zürich

Flächenmasse

Die Einheit des Quartiers orientiert sich an den zugrunde gelegten planerischen Entscheidungen auf Ebene des Zonenplans. Dies führt dazu, dass nicht jedes Quartier eine einheitliche Grösse aufweist.

Das Einfamilienhausquartier ist im Median grösser als alle anderen Zonenkategorien, in welchen Wohnnutzungen zulässig sind. Die Lage und der Zeitpunkt der Entwicklung spielen diesbezüglich eine entscheidende Rolle. Einfamilienhausquartiere befinden sich deutlich häufiger in Randlagen und sind mehrheitlich baulich alt. Sie stammen grösstenteils aus einer Zeit, in der kompakte Siedlungsentwicklung weniger stark im Fokus stand.

Flächenmasse der Quartiere

Flächenmasse der Quartiere im Boxplot-Diagramm
In Quatradmetern nach Zonenkategorie. Die Fläche eines Quartiers wird durch seine Zone bestimmt, welche sich durch Strassen, Gleise und/oder Fliessgewässer mit einer gewissen Breite von seinen Nachbarquartieren abgrenzt. Quelle: Statistisches Amt Kanton Zürich

Körnigkeit

Neben der Grösse eines Quartiers ist auch die Zahl der Parzellen und somit möglicher Eigentümer für die Entwicklung von Bedeutung. Veränderungsprozesse in Einfamilienhausquartieren verlaufen in der Regel anders als in urbanen Zentrumsgebieten. In den kleinteiligen Einfamilienhausquartieren investieren klassischerweise Privatpersonen, während Institutionelle Anleger oft in grob strukturierten Quartieren bauen.

Lediglich Zentrumszonen mit drei und mehr Geschossen erreichen im Median mehr als 1000 Quadratmeter pro Parzelle. Die Quartiere beschreiben die urbansten Orte des Kantons, welche sich in der Regel durch eine sehr hohe Nutzungsdichte und -vielfalt auszeichnen.

Körnigkeit der Quartiere

Körnigkeit der Quartiere als Boxplot-Diagramm
In Quadratmetern pro Zonenkategorie. Strasse, Gleise und Fliessgewässer wurden bei der Berechnung der Parzellengrösse nicht einberechnet, wenn diese eine gewisse Breite überschreiten. Bei den nicht berücksichtigten Flächen handelt es sich in der Regel um Flächen, die nicht für die Überbauung zur Verfügung stehen. Quelle: Statistisches Amt Kanton Zürich

Reserven

Das Potential baulicher Entwicklungen hängt darüber hinaus davon ab, ob bauliche Reserven im Sinne von Geschossflächenreserven vorhanden sind oder geschaffen werden können. Geschossflächenreserven auf unbebauten Grundstücken sind relativ leicht zu ermitteln. Eine Berechnung in bereits bebauten Arealen ist dagegen deutlich schwieriger, da exakte Angaben über die bestehenden Geschossflächen nicht erhoben werden.


Im gesamten Kanton waren 2018 innerhalb der generierten Quartiere noch rund 68 Mio. Quadratmeter Geschossflächenreserven theoretisch für weitere Bebauungen verfügbar. Diese Zahl erscheint auf den ersten Blick sehr hoch und suggeriert einen entsprechend grossen Spielraum für zukünftige Bauentwicklungen. Drei Viertel der Reserven liegen jedoch in bereits bebauten Gebieten. Die grössten Reserven entfallen auf Industriezonen und ein- bis zweigeschossige Wohnzonen.

Auf Ebene der Gemeinden können die Daten zu Geschossflächenreserven auch über folgendes Abfragetool eingesehen werden.

Geschossflächen(-reserven) in den Quartieren

Geschossflächen und Reserven in den Quartiere als Balkendiagramm
In m2 pro Zonenkategorie, Ausbaugrad in %. Die Geschossflächenreserve wird anhand der Basisinformationen aus Zonenplänen der Gemeinden errechnet und als theoretisches Maximum bezeichnet. Massnahmen, welche die Geschossflächenreserven gegenüber dem theoretischen Maximum erhöhen (z.B. Gestaltungspläne oder Arealüberbauungen), werden nicht berücksichtigt. Es ist daher möglich, dass gebaute Geschossflächen plus Reserven das theoretische Maximum übersteigen. Quelle: Statistisches Amt Kanton Zürich

Gemeindedaten

Im Rahmen der Raumbeobachtung Kanton Zürich erhebt das Amt für Raumentwicklung jährlich Bauzonengrösse, Überbauungsstand, Bauzonenverbrauch und die aktuellen Geschossflächenreserven in den überbauten bzw. nicht überbauten Bauzonen.

Diese Informationen sind in Gemeinde-Faktenblättern dokumentiert. Wählen Sie dazu eine Gemeinde, Region oder den ganzen Kanton aus. Dort finden Sie Angaben zu Themen wie Bevölkerung, Beschäftigte, Bauzonen, Geschossflächen und Ausbaugrad oder Dichte.

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