Leerwohnungen

Am 1. Juni 2019 standen im Kanton Zürich etwa 6650 Wohnungen leer – rund 670 weniger als im Vorjahr. Die Leerwohnungsziffer sank innert Jahresfrist von 0,99 auf 0,89 Prozent.

Inhaltsverzeichnis

Kanton Zürich

Fast überall rückläufige Leerwohnungszahlen

Die Zahl der leerstehenden Wohnungen sank mit Ausnahme der Region Winterthur in allen Kantonsteilen, besonders stark im Glattal, am Pfannenstiel und in der Stadt Zürich. Der Trend steigender Leerwohnungszahlen, der sich in den letzten vier Jahren zeigte, ist somit vorerst gebrochen. Kantonsweit sank die Leerwohnungsziffer auf 0,89 Prozent.

Die Verhältnisse in den Gemeinden zeigt die folgende Karte.

Leerwohnungsziffer in den Zürcher Gemeinden 1984–2019

In 86 Zürcher Gemeinden nahm die Zahl der Leerwohnungen um total 1373 ab. Besonders ausgeprägt war der Rückgang in Pfäffikon, Zürich, Küsnacht und Rümlang. Umgekehrt stieg die Zahl der Leerstände in 62 Gemeinden um total 698 Wohnungen. Den grössten Beitrag dazu leisteten Winterthur und Uster.

Bedarfsgerechter Wohnungsneubau

Der Rückgang der Leerwohnungszahlen erstaunt ein wenig, da die weiterhin hohe Bautätigkeit auf ein gebremstes Bevölkerungswachstum trifft. Dies zeigt, dass weitere Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Zum einen sind vor allem an jenen Orten neue Wohnungen entstanden, die einen hohen Druck am Wohnungsmarkt verspüren, was dafür sorgt, dass Leerstände rasch abgebaut werden. Zum anderen sind Leerwohnungen zu über 80 Prozent Altbauten. Unterscheidet sich die Qualität der leerstehenden Altbauten von einer Gemeinde zur anderen, so dauert es je nach Gemeinde länger, bis die leeren Wohnungen neue Bewohnerinnen und Bewohner finden.

Mit mehr als 60 Prozent finden sich die grössten Leerstände – wie auch in den vergangenen Jahren – bei den 3- und 4-Zimmer-Wohnungen. Während der Anteil der 4-Zimmer-Wohnungen am Leerwohnungsbestand seit 2006 um rund acht Prozent zurückgegangen ist, stieg der Anteil der 3-Zimmer-Wohnungen um fünf Prozent.

 

Leerwohnungen im Kanton Zürich 1994–2019

Anzahl Zimmer pro Personen
Quelle: Statistisches Amt Kanton Zürich

Stadt Zürich

Deutlicher Rückgang der Leerwohnungszahl

Zu den Gemeinden mit einem besonders starken Rückgang der Leerwohnungszahl gehört die Stadt Zürich. Standen am 1. Juni 2018 noch 447 Wohnungen leer, so waren es ein Jahr später noch 306. Entsprechend sank die Leerwohnungsziffer um 0,06 Prozentpunkte von bereits tiefen 0,20 auf 0,14 Prozent. Die sehr tiefe Leerwohnungsziffer illustriert die anhaltend hohe Beliebtheit der Stadt als Wohnort. Obwohl laufend neuer Wohnraum entsteht, kann das Wohnungsangebot nicht mit der hohen Nachfrage Schritt halten.

Am deutlichsten ist der Rückgang der Leerwohnungszahl bei den 2- und 3-Zimmer-Wohnungen. Demgegenüber sind bei den kleinen Wohnungen mit nur einem Zimmer und bei grossen Wohnungen ab 5 Zimmern kaum Veränderungen im Leerstand zu beobachten.

Die Miete der leerstehenden Mietwohnungen liegt im Mittel deutlich über den Preisen anderer Wohnungen in der Stadt Zürich. Dies liegt einerseits daran, dass Wohnungen im gehobenen Segment bei den Leerwohnungen übervertreten sind. Andererseits bleiben Wohnungen eher leer, wenn ihr Preis-Leistungs-Verhältnis von den Wohnungssuchenden als ungünstig eingeschätzt wird.

Die Leerwohnungsziffer ist in allen Stadtkreisen tief. Am höchsten ist sie mit 0,44 Prozent im Kreis 1. Allerdings ist dort der Gesamtwohnungsbestand vergleichsweise klein, so dass sich bereits wenige leere Wohnungen deutlich in der Leerwohnungsziffer niederschlagen. Praktisch keine Leerwohnungen gibt es dagegen in den Kreisen 3, 6 und 9.

Daten

Methode

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Die Leerwohnungszählung wird seit 1974 nach Vorgaben des Bundes durchgeführt und erfasst in allen Gemeinden die am 1. Juni leerstehenden Wohnungen, die entweder zur Dauermiete oder zum Kauf angeboten werden. Nicht erfasst werden Wohnungen, die zwar unbewohnt, jedoch schon vermietet oder verkauft sind. Die ausgewiesenen Leerstandszahlen umfassen deshalb jenen Teil des Wohnungsangebots, der nicht sofort von der Nachfrage absorbiert wird. Das können Neubauwohnungen sein, hochpreisige oder ältere, demodierte Objekte sowie solche an problematischen Lagen. Im Zeitverlauf ist die Leerwohnungsziffer ein sensibler Indikator für Ungleichgewichte im Wohnungsmarkt.

Die Entwicklung der Leerwohnungszahlen in einzelnen Gemeinden wird von der Bautätigkeit und der Bevölkerungsentwicklung beeinflusst und kann daher, vor allem in kleinen Gemeinden, sehr stark schwanken. Zudem können die Gemeinden zur Erhebung der Leerstandszahlen auf unterschiedliche Methoden zurückgreifen. Sie können zum Beispiel Registerdaten oder Daten der Elektrizitätswerke nutzen. In der Regel nutzen sie eine Kombination unterschiedlicher Erhebungsmethoden. Deshalb lassen sich die Leerstandszahlen verschiedener Gemeinden nicht immer direkt vergleichen. Besser ist die Vergleichbarkeit hingegen im Zeitverlauf, etwa wenn man die Entwicklungstrends in einzelnen Gemeinden einander gegenüberstellt.

Die Leerwohnungsziffer beschreibt, wie viele Prozent aller Wohnungen in einem Gebiet leer stehen. Sie wird berechnet anhand der Leerwohnungszahl am 1. Juni und des Gesamtwohnungsbestands am Ende des Vorjahres. Manchmal heisst sie auch Leerwohnungsquote.

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