Bodennutzung

Das Gebiet des Kantons Zürich umfasst 173'000 Hektaren. Fast ein Viertel dieser Fläche dient Siedlungszwecken. Hinzu kommen Landwirtschafts-, Wald- und Gewässerflächen. Hier finden Sie die wichtigsten Ergebnisse der Arealstatistik, die über die Bodennutzung und ihren Wandel im Kanton Auskunft gibt.

Inhaltsverzeichnis

Aktuelle Nutzung

23 Prozent Siedlungsflächen

Der Kanton Zürich hat eine Fläche von fast 173’000 Hektaren. Die schweizerische Arealstatistik zeigt, dass 30 Prozent davon bewaldet sind. Rund 41 Prozent der Kantonsfläche dienen der Landwirtschaft, und 6 Prozent sind unproduktives Gebiet – zumeist Seen, Fliessgewässer und Feuchtgebiete.

Bleiben noch die sogenannten Siedlungsflächen. Diese umfassen neben Gebäuden und Verkehrswegen auch Stadtparks, Schrebergärten und dergleichen, sind also nicht gleichbedeutend mit versiegeltem Land. Sie bedecken knapp 23 Prozent der Kantonsfläche.

Damit gehört der Kanton Zürich zu den Siedlungszentren der Schweiz: Unter allen Kantonen belegt er, was den Anteil der Siedlungsflächen angeht, hinter Basel-Stadt und Genf den dritten Platz.

Vier Auflagen der Arealstatistik

Die Arealstatistik wurde in ihrer jetzigen Form bislang viermal durchgeführt, nämlich in den Jahren 1979 bis 1985, 1992 bis 1997, 2004 bis 2009 und 2013 bis 2018. Die Zeitspannen bezeichnen dabei die Erhebungszeiträume auf Landesebene. Die folgenden Grafiken verwenden eine abgekürzte Schreibweise. So meint etwa «2013/18», dass es um die Ergebnisse der neusten Erhebung geht.

Bodennutzung 2013/18 im Kanton Zürich

Anteil an der Gesamtfläche, flächenproportionale Darstellung

Kacheldiagramm welches den Anteil an der Gesamtfläche des Kantons Zürich nach Nutzungsart zeigt.
Das grosse Rechteck steht schematisch für das Gebiet des Kantons Zürich. Die kleinen Rechtecke zeigen, wie gross die Flächenanteile der einzelnen Nutzungsarten sind. So ist zum Beispiel fast ein Drittel der Kantonsfläche mit Wald oder – sehr viel seltener – Gehölzen bedeckt. Quelle: Bundesamt für Statistik, Arealstatistik Bild «Kacheldiagramm welches den Anteil an der Gesamtfläche des Kantons Zürich nach Nutzungsart zeigt.» herunterladen

Regionale Siedlungsschwerpunkte

Innerhalb des Kantons zeigen sich grosse regionale Unterschiede. Während die Stadt Zürich auf 62 Prozent Siedlungsflächen kommt, bewegen sich das Glattal, das Limmattal und die Stadt Winterthur bei rund 35 Prozent.

Am wenigsten Siedlungsflächen verzeichnet das ländlich geprägte Weinland mit 12 Prozent. Das ist ein Wert, wie er auch für die benachbarten Kantone Schaffhausen und Thurgau typisch ist. In ausgesprochenen Bergkantonen wie Uri oder Wallis dienen dagegen höchstens 5 Prozent der Fläche Siedlungszwecken.

Nutzungswandel

Siedlungswachstum auf Kosten des Kulturlands

Die Siedlungsflächen dehnen sich aus; seit den Achtzigerjahren sind sie im Kanton Zürich um 7'100 Hektaren gewachsen. Dies entspricht der Fläche von rund 10'000 Fussballfeldern.

Das unproduktive Areal des Kantons Zürich besteht wie erwähnt mehrheitlich aus Gewässern, und deren Ausdehnung ändert sich, zumindest in jüngerer Zeit, kaum. Weil der Wald in der Schweiz streng geschützt ist, sind auch die bewaldeten Flächen praktisch unveränderlich. Deshalb dehnen sich die Siedlungsflächen hauptsächlich auf Kosten des Kulturlands aus.

Dabei verschwinden laut Arealstatistik besonders Äcker und die traditionell siedlungsnah liegenden Obstgärten. Auf den ehemaligen Landwirtschaftsflächen entstanden in erster Linie neue Gebäude, Strassen, Parkplätze und Grünanlagen.

Bodennutzungswandel 1979/85–2013/18 im Kanton Zürich

Ausdehnung der Flächen

Säulendiagramm welches den Wandel der Bodennutzung zwischen 1979 und 2018 aufzeigt.
Die Siedlungsflächen wachsen zu Lasten der Landwirtschaft, während sich die Ausdehnung der Wälder und der unproduktiven Flächen praktisch nicht verändert. Quelle: Bundesamt für Statistik, Arealstatistik Bild «Säulendiagramm welches den Wandel der Bodennutzung zwischen 1979 und 2018 aufzeigt.» herunterladen

Überdurchschnittliches Siedlungswachstum

Die Siedlungsflächen wachsen nicht nur im Kanton Zürich, sondern landesweit. Besonders im Mittelland ist der Siedlungsdruck hoch. Eine Faustregel besagt, dass in der Schweiz pro Sekunde etwa ein Quadratmeter Land überbaut wird – «überbaut» in dem Sinn, dass der Boden fortan Siedlungszwecken dient.

Wäre das Siedlungsgebiet überall im Land so schnell gewachsen wie im Kanton Zürich, so hätte der Flächenverbrauch seit den Achtzigerjahren rund 1.6 Quadratmeter pro Sekunde betragen. Die Zürcher Siedlungsexpansion verlief also deutlich schneller als im Schweizer Mittel.

Gebremste Dynamik

Verdichtung in allen Regionen

Immerhin hat der Siedlungsdruck im Kanton Zürich, wie auch in anderen Landesteilen, in den letzten Jahren etwas nachgelassen. Etwa seit Beginn des neuen Jahrtausends hat sich die Ausbreitung der Siedlungsflächen gemäss Arealstatistik in allen Zürcher Regionen verlangsamt.

Gleichzeitig sind das Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstum nach wie vor gross. Sie übertreffen das Siedlungswachstum deutlich, weshalb die Zürcherinnen und Zürcher heute im Schnitt weniger Siedlungsflächen beanspruchen als noch Mitte der Neunzigerjahre: Kamen früher 300 Quadratmeter Siedlungsgebiet auf eine Person, sind es derzeit noch deren 250. Umgekehrt bedeutet dies, dass heute mehr Menschen auf einer bestimmten Fläche wohnen und arbeiten als früher. Es kam also zu einer Verdichtung – und zwar in ausnahmslos allen Zürcher Regionen.

Regionaler Siedlungsflächenverbrauch 1979/85–2013/18 im Kanton Zürich

Pro-Kopf-Verbrauch und Anteil an der Gesamtfläche, Entwicklungspfade

Grafik welche die Veränderung des Siedlungsflächenanteils der Regionen des Kantons Zürich seit 1979 zeigt.
Die Grafik zeigt die Entwicklungspfade des Kantons und der Regionen, wobei die Pfeile den Zeitverlauf symbolisieren. So hat etwa im Kanton Zürich (blau) der Anteil der Siedlungsflächen an der Gesamtfläche seit Beginn der Achtzigerjahre von 18 auf fast 23 Prozent zugenommen. Gleichzeitig hat das pro Kopf der Bevölkerung beanspruchte Siedlungsgebiet zunächst zugelegt, um dann wieder von 300 auf 250 Quadratmeter zu sinken. Quelle: Bundesamt für Statistik, Arealstatistik Bild «Grafik welche die Veränderung des Siedlungsflächenanteils der Regionen des Kantons Zürich seit 1979 zeigt.» herunterladen

Siedlungsentwicklung nach innen

In der Landschaft schlägt sich dies unter anderem darin nieder, dass statt wie früher in die Fläche immer mehr in die Höhe gebaut wird. Entsprechend nimmt die Bedeutung der Einfamilienhäuser für den Wohnneubau ab. Stattdessen entstehen heute meist Mehrfamilienhäuser und Gebäude, die Wohnungen und Gewerberäume kombinieren.

Dies hängt unter anderem mit einem Paradigmenwechsel in der Raumplanung zusammen: Die Bundesverfassung verpflichtet die Kantone zur haushälterischen Nutzung des Bodens, weshalb der Fokus der Planung heute mehr als früher auf der Innenentwicklung, also dem Ausschöpfen von Reserven im bestehenden Siedlungsgebiet, liegt. Das neuerdings gebremste Siedlungswachstum deutet darauf hin, dass Umnutzungen, Aufstockungen und Ersatzneubauten tatsächlich verbreiteter sind als noch vor der Jahrtausendwende.

Methode

Arealstatistik Schweiz – ein kurzer Steckbrief

Die Arealstatistik ist eine Erhebung des Bundesamts für Statistik (BFS). Sie erfasst die Bodennutzung auf dem gesamten Gebiet der Schweiz und wird regelmässig durchgeführt. Die Erhebung basiert auf Luftbildern von swisstopo, die mit einem Stichprobennetz von umgerechnet 100 x 100 Metern Maschenweite überlagert werden. Für jeden der so definierten 4.1 Millionen Stichprobenpunkte bestimmt das BFS die Bodennutzung oder -bedeckung. Entsprechend ist die Masseinheit der Arealstatistik die Hektare, also eine Fläche von 10'000 Quadratmetern.

Aufgrund der verwendeten Erhebungsmethode erlaubt es die Arealstatistik nicht, kleinräumige Aussagen zu machen, beispielsweise für Stadtquartiere oder kleine Gemeinden.

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