Listerien – Kampf gegen tückische Bakterien

Listerien sind ein Thema, das für diverse Branchen und Produkte relevant ist. Lebensmittelbetriebe sind aufgefordert das Risiko mit der nötigen Aufmerksamkeit und Sorgfalt zu überwachen. Das Kantonale Labor begleitet die Betriebe dabei, untersucht regelmässig Proben und ordnet wo nötig Massnahmen an. Für bestimmte Konsumentengruppen kann der Verzehr von gewissen Lebensmitteln mit einem erhöhten Risiko verbunden sein.

Listerien sind Bakterien, die in der Umwelt, insbesondere im landwirtschaftlichen Umfeld, weit verbreitet sind. Sie können über die Lebensmittelkette auf den Menschen übertragen werden. Es gibt verschiedene Spezies, die nicht alle gefährlich sind. Der Grossteil der Listeriose-Erkrankungen ist auf Infektionen mit Listeria monocytogenes zurückzuführen.

Die Listeriose gehört im Vergleich zum Beispiel Salmonellosen, zu den selteneren lebensmittelbedingten Erkrankungen. Die Symptome variieren erheblich. Sie reichen von leichten, grippeähnlichen Erkrankungen bei sonst gesunden Erwachsenen bis hin zu Hirnhaut- und Gehirnentzündungen mit einem hohen Anteil an tödlichen Verläufen bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr. Infektionen bei Schwangeren können Fehl- oder Frühgeburten zur Folge haben.

Als risikobehaftete Lebensmittel gelten Rohmilch und nicht fermentierte Milchprodukte, roher, genussfertiger Fisch wie Räucherlachs und nicht durchgegartes Hackfleisch. Auch pflanzliche Convenience-Produkte wie vorgeschnittene Früchte und Salat können mit Listerien belastet sein.

Industrie-Schneideanalge auf Rollen neben einer Aufschnittmaschine mit Rundmesser.
Schwierig zu reinigende Anlagen wie Schneidemaschinen, können kritisch bezüglich der Einnistung von Listerien sein. Sie müssen regelmässig demontiert, gereinigt und desinfiziert werden. links: Schneideanlage Industrie. Rechts: Aufschnittmaschine Gastronomie. Quelle: Kantonales Labor Zürich, Matthias Derungs / Fabian Jäger

Eine der Herausforderungen im Zusammenhang mit Listerien ist ihre Fähigkeit, sich auch bei Kühlschrank-temperaturen zu vermehren. Zudem weisen sie häufig eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Reinigungs- und Desinfektionsmitteln auf. Sie können sich in schwierig zu reinigenden Stellen in Lebensmittelbetrieben einnisten und bei der Verarbeitung auf Produkte gelangen.

Lebensmittelbetriebe müssen daher die Reinigung und Desinfektion von Produktionsanlagen mit der nötigen Sorgfalt ausführen. Wo ein Risiko für Listerien besteht, sind regelmässig Abstriche von Oberflächen zu untersuchen, um Listerien frühzeitig zu erkennen. Die hergestellten Lebensmittel sollen risikobasiert im Labor auf Listerien geprüft werden. Falls Produkte mit Listeria monocytogens belastet sind, dürfen sie nicht abgegeben werden, respektive müssen diese unverzüglich vom Markt genommen werden. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat eigens ein Informationsschreiben für Lebensmittelbetriebe zum Umgang mit Listerien verfasst.

Das Kantonale Labor Zürich prüft im Rahmen der Lebensmittelinspektionen das Selbstkontrollsystem der Betriebe, unter anderem in Bezug auf Listerien. Es erhebt Proben und überprüft die Produkte auf Listerien. Falls betriebliche Voraussetzungen ungenügend sind, werden Massnahmen zur Verbesserung verfügt. Bei unmittelbarer Gefahr, werden Lebensmittel sichergestellt und Produktrückrufe angeordnet.

Für Konsumentinnen und Konsumenten gelten die allgemeinen Regeln der Küchenhygiene. Weitergehende Informationen finden sich beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Ausführliche Verzehrsempfehlungen sind beim deutschen Bundesamt für Risikobeurteilung aufgeschaltet.

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