Pharma-Assistentin

Pharma-Assistentin ist Kadishe Krasniqis Traumberuf. Mit ihrer Freundlichkeit, ihrer Zuverlässigkeit und ihrem Interesse an Gesundheitsfragen bringt sie laut Ausbildnerin Bettina von Dach wesentliche Voraussetzungen mit.

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«Menschen und ihre Gesundheit haben mich stets interessiert, deshalb wollte ich schon immer Pharma-Assistentin werden », erzählt Kadishe Krasniqi. Und die Begeisterung leuchtet aus ihren Augen. Wahrscheinlich strahlt die 18-Jährige auch übers ganze Gesicht, aber dieses ist während des Gesprächs grösstenteils hinter einem Mund-Nasen-Schutz verborgen. Denn die Maske gehört seit einiger Zeit für die Angestellten zum Alltag in der Coop-Vitality-Apotheke Silbern in Dietikon. «Wir haben uns zwar recht gut daran gewöhnt. Aber manchmal ist es schon etwas schwierig», sagt Bettina von Dach. «Wir haben beispielsweise eine gehörlose Kundin, die uns von den Lippen abliest. Da muss man dann eine individuelle Lösung suchen.» Individuelle Lösungen für jede Kundin, jeden Kunden zu finden, ist eine der wichtigsten Aufgaben in diesem Beruf. Denn alle kommen mit ihren ganz persönlichen Anliegen. «Da muss man gut zuhören, die richtigen Fragen stellen und die richtigen Schlüsse ziehen können», sagt von Dach.

Vitality Apotheke Silbern in Dietikon Lehrtochter und Ausbildnerin
Haben ihre Traumstelle gefunden: Pharma-Assistentin Kadishe Krasniqi und ihre Ausbildnerin Bettina von Dach. Quelle: Foto von Sabina Bobst

Gespür für Zwischentöne

Gut zuhören können, ein Gespür für Zwischentöne haben – darin hat Kadishe Krasniqi Übung. Denn während ihrer Volksschulzeit hat sie Geige gespielt. Während der Lehre sei die Zeit fürs seriöse Üben jedoch zu knapp, erzählt sie. Denn die Arbeitstage sind lang – und die Schule mit Hausaufgaben gibt es ja auch noch. Und etwas nur halbbatzig zu machen, das liegt ihr nicht – sehr zur Freude ihrer Ausbildnerin. Denn laut von Dach sind – neben Einfühlungsvermögen und Kontaktfreude – Seriosität und Zuverlässigkeit ganz wesentliche Eigenschaften, die es für den Beruf braucht. Darauf wird schon in den Bewerbungen geachtet. «Wenn jemand im Zeugnis zu viele unentschuldigte Absenzen hat, nützen auch die besten Noten nichts, um bei uns eine Lehrstelle zu erhalten.» Derzeit gebe es viele Anfragen. Für Krasniqi war es nicht so schwierig, den Einstieg in ihren Wunschberuf zu schaffen. Zwar hatte sie für die Lehrstelle die Bewerbungen zu spät abgeschickt, aber eine Freundin, die in der Silbern- Apotheke arbeitete, konnte ihr dort ein sechsmonatiges Praktikum vermitteln. Da dies sehr gut lief, erhielt Krasniqi dann die Lehrstelle. Mittlerweile ist sie im 2. Lehrjahr. Die Abläufe in der Apotheke und im Lager sind ihr vertraut. Denn eine Pharma-Assistentin ist nicht nur im Verkauf tätig. In ihrem Arbeitsleben mischen sich Beratung und Verkauf mit naturwissenschaftlichen, organisatorischen sowie administrativen Aufgaben. Um all die Aufgaben zu bewältigen, muss man auch körperlich fit sein. «Manchmal müssen wir im Lager nämlich recht schwere Pakete umhertragen », erzählt die Lernende. Im Labor hingegen stellen ausgebildete Pharma-Assistentinnen sowie Lernende nach Anweisungen der Apothekerin Rezepturen oder hauseigene Arzneien wie Teemischungen, Salben, Pulver und Kapseln her. Und in allen Bereichen sind Sorgfalt und Genauigkeit gefragt. Diese Arbeitsweise widerspiegelt sich auch im Erscheinungsbild der Apotheke. Alles ist gepflegt, sauber und ordentlich. Gepflegt ist nicht nur das Styling der Apotheke, sondern auch das Erscheinungsbild der Angestellten. Unter ihren weissen Arbeitskitteln erlaubt der Dresscode nur Farben wie Dunkelblau, Grau, Schwarz, Weiss, Beige. Ein sonniggelbes Shirt oder pinkfarbene Socken dürfen nicht hervorleuchten. Dies gilt in allen rund 80 Coop-Vitality-Apotheken in der Schweiz. Der Arbeitsort von Kadishe Krasniqi und Bettina von Dach, die Vitality Apotheke Silbern, befindet sich in einem grossen Coop-Supermarkt im Industriegebiet von Dietikon. Wer hier einkauft, ist in der Regel mit Auto, Bus oder Velo unterwegs. «Unsere Kundinnen und Kunden verbinden den Apothekenbesuch mit dem Einkaufen oder dem Besuch des Coop- Restaurants», sagt von Dach, die früher in einer Bahnhofsapotheke gearbeitet hat. Weitaus am meisten Kunden werden am Freitag und am Samstag gezählt.

Kleiner Wermutstropfen

Das Arbeiten an Samstagen ist der einzige Wermutstropfen für Krasniqi in ihrer Ausbildung. Denn an diesem Tag haben viele ihrer Kolleginnen und Kollegen frei, und so wird es schwieriger, mit ihnen etwas abzumachen. Ihre Freizeit verbringt sie vorwiegend mit der Familie sowie ihrem Freund. Vor allem wegen der Arbeitszeiten, die an die Öffnungszeiten des Einkaufscenters gekoppelt sind, möchte die junge Frau nach der Lehre in einer Spitalapotheke arbeiten. Dass der Wunsch nach regelmässigen Arbeitszeiten oft ein Grund zum Wechseln ist, beobachtet von Dach häufiger. Mittlerweile gibt es attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten. Ob Krasniqi davon dereinst Gebrauch machen wird, weiss sie jetzt allerdings noch nicht.

Text: Marianne Koller, Fotos: Sabina Bobst

Der Beruf Pharma-Assistent/in

Ausbildung: dreijährige berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ).

Ausbildungsort: öffentliche Apotheke.

Voraussetzungen: Mindestens Sek B mit gutem Abschluss, Kontaktfreude, Einfühlungsvermögen, Zuverlässigkeit, Interesse an medizinischen Fragen und administrativen Aufgaben. Schulische Bildung, 2 resp. 1 Tag pro Woche an der Berufsfachschule plus zusätzliche Wahlfächer; bei Eignung kann während der Lehre die Berufsmittelschule besucht werden.

Karrieremöglichkeiten: zum Beispiel Pharma- Spezialist/in BP, Pharma-Betriebsassistent/in BP, Naturheilpraktiker/in mit eidg. Diplom, dipl. Einkaufsleiter/in, Bachelor of Science in Biotechnologie FH.

www.berufsberatung.ch, www.pharmasuisse.org, www.coopvitality.ch

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