Velokompetenz

Bäcker Seri Vada liefert seine duftende Fracht mit dem Lastenvelo

Stark rückläufige Velonutzung auf dem Weg zur Schule, wie auch die Befähigung von Bevölkerungsgruppen, die keinen Zugang zum Velo haben, sind weitere Aufgaben der Veloförderung.

Inhaltsverzeichnis

Veloverkehr zur Schule

Ausgangslage

Das Veloförderprogramm hat zum Ziel, den Anteil des Veloverkehrs am Gesamtverkehr zu steigern, besonders innerorts, bei kurzen Distanzen unter drei Kilometern. In der Regel spielen Schulwege gerade in diese Kategorie. Die Massnahme «Veloförderung im Schulverkehr» will daher nicht nur einen Beitrag zu den angestrebten Veloverkehrsanteilen leisten, sondern auch mithelfen, Kinder so früh wie möglich an den Verkehr zu gewöhnen und ihnen eigenständige Mobilität zu ermöglichen. Darüber hinaus kann die Massnahme die Verkehrssicherheit auf dem Schulweg erhöhen, da der Begleitverkehr mit dem Auto zur Schule eingedämmt wird. Zur Klärung der Ausgangslage zeigt eine Erhebung in den Schulgemeinden, wie gross das Potenzial derjenigen Kinder ist, die ihren Schulweg optimal mit dem Velo zurücklegen könnten, und welche Schwierigkeiten oder Hindernisse der Benutzung des Velos im Weg stehen. In einem weiteren Schritt dienten die gewonnenen Daten der Entwicklung zielgerichteter Förderinstrumente.

Befragung von Schulleitung und Verkehrsinstruktion

Durchgeführt wurde die Erhebung der Datengrundlage zwischen März und Juni 2013. Alle Schulleiterinnen und Schulleiter des Kantons Zürich wurden gebeten, umfangreiche Fragebögen in Bezug auf die Veloförderung und -nutzung an ihrer Schule zu beantworten. Eine adaptierte Umfrage wurde von den Verkehrsinstruktoren der Kantonspolizei Zürich beantwortet.

Die Auswertung in Kürze

Die Verkehrsmittelwahl der Schulkinder sowie die Faktoren, welche diese beeinflussen, stellen einen wesentlichen Bestandteil der Erhebung dar.

  • Die Velonutzung auf dem Schulweg variiert je nach Gemeinde stark. Der Mittelwert beträgt 17.9 %. Tendenz sinkend.
  • In Oberstufen ist die Nutzung des Velos auf dem Schulweg markant höher als in der Unter- und Mittelstufe. Es lässt sich erkennen, dass das Velo in ländlichen Gegenden vermehrt für den Schulweg eingesetzt wird.
  • Die Nutzung des Velos auf dem Schulweg hängt von verschiedenen Faktoren ab. Um herauszufinden, was die Nutzung begünstigt oder hemmt, wurden verschiedene Faktoren analysiert und einander gegenübergestellt.
  • Es lässt sich ein klarer Zusammenhang zwischen der Länge des Schulwegs und der Häufigkeit der Velonutzung feststellen. Für Kinder mit einem langen Schulweg ist das Velo die erste Wahl.
  • Bei rund einem Drittel der Unter- und Mittelstufen wird die Velonutzung drastisch reduziert durch Regelungen, welche sie z. B. anhand einer minimalen Schulweglänge einschränken oder den Kindern die Anfahrt mit dem Velo ganz verbieten. Bei Oberstufenschulen sind solche Weisungen nicht vorhanden. (Siehe Infobox.)
  • Die Velonutzung wäre ca. 5 % höher, wenn kein ÖV- oder Schulbusangebot bestehen würde.

Eine positive Haltung seitens Schulleitungen und Lehrpersonen begünstigen die Velonutzung. An Schulen mit einer eher negativen Haltung nimmt der Anteil der Kinder, die mit dem Velo zur Schule fahren, massiv ab.

Massnahmenpaket Veloschuel

Als vermittelnde Massnahme wurde in enger Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Zürich die Veloschuel ins Leben gerufen. Die Ziele: Kindern spielerisch die Fahrkompetenz mit dem Velo fördern und den Eltern vermitteln, wie essenziell Velofahrpraxis für die Sicherheit der Kinder ist.

Rechtliche Aspekte

Obschon die Verantwortung für den Schulweg bei den Eltern liegt, erlassen viele Schulen mehr oder weniger verbindliche Regelungen betreffend der Verkehrsmittel, welche die Kinder zur Schule benutzen dürfen.

Viele dieser Regelungen sind Jahrzehnte alt, haben Tradition und werden selten in Frage gestellt. Der folgende Auszug aus der Volksschulverordnung § 66, Absatz 2 verdeutlicht jedoch, dass hier ein Missverständnis vorliegt: «Die Verantwortung für Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg liegt bei den Eltern.»

Velofahrkurse für weitere Zielgruppen

Das Veloförderprogramm legt mit der Massnahme A05 fest, Velofahrkurse für Zielgruppen zu entwickeln, welche keinen Zugang zum Velofahren haben. Aus dieser Aufgabe heraus entstand innerhalb eines Jahres das Projekt «Velofahren für Flüchtlinge». Die grossen Herausforderung waren:

Vorteile:

  • die wahren Grundlagen des Velofahrens erkennen
  • ein sprachneutrales Lehrmittel entwickeln
  • Helfer, Behörden und Organisationen gewinnen
  • ein passendes Umfeld für Kurse schaffen

Velofahrkurse für Flüchtlinge

Teile der Gesellschaft haben keinen Zugang zum Velo und zu den geltenden Strassenregeln. Geflüchtete Menschen leben hier, doch ihr Aktionsradius ist, nicht zuletzt aufgrund knapper finanzieller Mittel, überaus eingeengt.

Das Velo als günstiges und reparables Verkehrsmittel bietet diesen Menschen mehr individuelle Freiheit. Die Weitergabe von Velokompetenz ist somit eine wesentliche Integrationsarbeit und dient schlussendlich der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden. Die Idee dahinter: Die Lernenden selber können das Velofahren später ihren Angehörigen weiter vermitteln.

Velofahren lernen in drei Modulen

Um die Massnahme umsetzen zu können, setzte sich das Team der Veloförderung  ausgiebig mit der Methodik auseinander: Was ist die Essenz des Velofahrens? Wie lernt man das wirklich? Dazu kommen die Kenntnisse für den Strassenverkehr, Regeln, Verkehrsschilder, richtige Zeichen geben und das Auffangen kritischer Situationen. Daraus entstanden folgende Module:

  1. Übungsanleitung
    Das Anleitungsbuch enthält spielerische Übungen für das Gleichgewicht und die Fahrtechnik, für die Schärfung der Sinne beim Velofahren sowie für das Üben schwieriger Situationen.
  2. Sicher im Verkehr
    Unsere Schulungsvideos zeigen anhand der Veloprüfungsstrecke in Wetzikon wie alle für Velofahrer relevanten Fahrmanöver ausgeführt werden.
  3. Kritische Situationen
    Unsere Erkläranimationen aus dem Projekt der Veloschuel fördern das Erkennen kritischer Situationen im Strassenverkehr.

Weiterführende Informationen

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Kontakt

Amt für Verkehr – Koordinationsstelle Veloverkehr

Adresse

Neumühlequai 10
8090 Zürich
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