Rechtsabbiegen bei Rot (RABR)

RABR an der Seestrasse, Feldmeilen

Seit dem 1. Januar 2021 dürfen Velofahrende bei Rotlicht rechts abbiegen, sofern das neue Zusatzschild signalisiert ist. Seit Oktober 2021 ist dies im kantonalen Strassennetz vorerst an 49 Standorten möglich.

Inhaltsverzeichnis

Neue Signalisation

Ab dem Inkrafttreten der revidierten Signalisationsverordnung dürfen Velofahrende trotz Rotlicht nach rechts abbiegen. Voraussetzung ist ein kleines Zusatzschild neben dem Rotlicht. Der Kanton Zürich betreibt auf Kantonsstrassen 330 Lichtsignalanlagen (LSA) mit 353 Velo-relevanten Knotenzuführungen. Die Koordinationsstelle Veloverkehr startete im Februar das Projekt mit dem Kürzel «RABR» (Rechtsabbiegen bei Rot). Eine Expertengruppe aus Amt für Mobilität, kantonalem Tiefbauamt und Kantonspolizei Zürich analysierte diesen Sommer alle 353 Zuführungen aufgrund eines vordefinierten Kriterienkatalogs direkt vor Ort. Je nach Erfüllung der Kriterien, wurde die RABR-Signalisation in vier Segmente unterteilt:

  • 1. Priorität: RABR-Umsetzungen, keine Zusatzmassnahmen notwendig
  • 2. Priorität: Umsetzungen mit geringfügigen Zusatzmassnahmen
  • 3. Priorität: Umsetzungen mit baulichen Massnahmen
  • Kein RABR: Zuführungen ohne RABR-Umsetzung

Erste Priorität – 49 Signale

Auf Staatsstrassen werden ab Oktober 2021 an 49 Knotenzuführungen die ersten RABR-Schilder montiert. Die Zuführungen entsprechen allen Kriterien. Zudem braucht es für die Umsetzung keine markierungstechnischen oder baulichen Massnahmen. Damit wird in 20 Gemeinden im Kanton RABR möglich sein.

So funktioniert das Abbiegen bei Rot

RABR für Velos ermöglicht Velofahrenden ein flüssigeres Vorankommen. Damit ist dies eine einfache, kostengünstige und effektive Massnahme zur Veloförderung.

Voraussetzung ist das zusätzliche Signal beim Rotlicht. Hier dürfen Velofahrende und Motorfahrradfahrende mit besonderer Vorsicht auch bei Rotlicht rechts abbiegen. Dabei ist allen anderen Verkehrsteilnehmenden, die Gün haben, stets der Vortritt zu gewähren. Fehlt das Zusatzsignal, ist das Rechtsabbiegen bei Rot weiterhin nicht gestattet.

Zusatzbeschilderung an Ampeln erlaubt Rechtsabbiegen bei Rot
Signal Rechtsabbiegen bei Rot, Signalisationsverordnung (Art. 69a SSV)

Zweite oder dritte Priorität

Rund 179 Zuführungen fallen in eine weitere Überprüfungsrunde. In der Prioritätengruppe 2 sind rund 28 RABR-Signalisationen, die mit geringfügigen Mitteln, wie beispielsweise mit Markierungsarbeiten, umgesetzt werden können. Dafür werden Velohaltebalken vorgezogen und/oder MiV-Haltebalken zurückversetzt. Geht dies beispielsweise nicht ohne Anpassungen von Bodenschlaufen, können diese Zuführungen zurückfallen in die Priorität 3 mit baulichen Massnahmen.

Lichtsignalanlagen ohne RABR

Ist die Verkehrssicherheit gemäss SSV-Kriterien nicht erfüllbar und die Fahrspurbreite nicht ausreichend, kann das Rechtsabbiegen bei Rot nicht signalisiert werden. Nach der ersten Analyse lassen rund 124 Zuführungen keine RABR-Umsetzung zu.

RABR in den Städten Winterthur und Zürich

Die Arbeiten der Tiefbauämter der Städte Zürich und Winterthur sind bereits gut vorangeschritten. Sie analysierten und beurteilten die städtischen Knoten mit LSA mit dem gleichen Kriterienkatalog. Laut Informationen der Stadt Zürich werden bis Ende 2021 knapp 180 RABR-Signale montiert sein.

In Winterthur sind 43 Rechtsabbiegebeziehungen an 29 Knoten umgesetzt. Wenn alle Massnahmen ausgeführt sind, sollten in Winterthur bei 92 von 147 Rechtsabbiegebeziehungen das Rechtsabbiegen bei Rot erlaubt sein.

Für weitere Informationen zum Projekt RABR im Kanton Zürich steht die Koordinationsstelle Veloverkehr gerne zur Verfügung.

Weiterführende Informationen

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Kontakt

Amt für Mobilität – Koordinationsstelle Veloverkehr

Adresse

Neumühlequai 10
8090 Zürich
Route (Google Maps)