Datengrundlagen

Velozählstelle im Zürcher Unterland

Seit 2016 wird der Veloverkehr mit permanenten Zählstellen gemessen. Zudem wurden nutzergenerierte Velodaten beschafft und ausgewertet, um ein klareres Bild zu erhalten, wo im Kanton Zürich Velofahrende unterwegs sind.

Inhaltsverzeichnis

Veloverkehrsdaten gesucht

Im Unterschied zu anderen Verkehrsmitteln lagen zu Beginn der Umsetzungsperiode des Veloförderprogramms über den Veloverkehr nur wenig verwertbare Daten vor. Ab 2013 wurde eine Veloverkehrsdatenbasis auf- und ausgebaut und im kantonalen GIS-Browser veröffentlicht. Seit dem steht sie anderen kantonalen Stellen, Planenden aus Gemeinden oder für Planungsbüros als Grundlage zur Verfügung, damit der Veloverkehr frühzeitig und adäquat berücksichtigt werden kann.

Permanente Zählstellen

Zurzeit messen knapp dreissig permanente Zählstellen entlang der Kantonsstrassen den Veloverkehr. Die Daten erlauben Aussagen zur quantitativen Entwicklung des Veloverkehrs auf einzelnen Abschnitten. Das Velozählstellenkonzept sieht vor, dass im Rahmen von Strassensanierungen und/oder bei Installationen von neuen MIV-Zählstellen Velozählstellen realisiert werden. Über Jahresreports können pro Zählstandort jeweils folgende Informationen abgerufen werden:

  • Durchschnittlicher Werktags- und Tagesveloverkehr
  • Mittlere Tages- und Wochenganglinien
  • Morgen- und Abendspitzen
  • Verkehrsentwicklung über das Jahr (Jahresganglinie mit Messwerten pro Monat)

Zusätzlich zu den Veloverkehrsdaten werden die Temperatur und die Niederschlagsmenge festgehalten. Im GIS-Browser des Kantons Zürich sind im Layer «Verkehrsmessstellen» die Velozählstellen abrufbar. Bei Bedarf stellt das Tiefbaumt (Abteilung Betrieb und Sicherheitsausrüstungen) die Rohdaten für Planungen oder sonstige Analysen zur Verfügung.

Nutzergenerierte Daten

Die punktuell vorhandenen Zählstellendaten sind nicht flächendeckend. Sie zeigen lediglich den Veloverkehr im einzelnen Querschnitt der Zählstelle. Wie kann die Velonutzung im ganzen Kanton abgebildet werden? Sind dafür nutzergenerierte Daten geeignet? Um diese Fragen zu beantworten, wurden die gesammelten Daten der Jahre 2018/19 von Strava beschafft und in der Studie «Eignung von Strava-Daten für Fragestellungen des Veloverkehrs» untersucht. Folgende Kenngrössen wurden miteinander verglichen:

  • räumliche Verteilung von Fahrten
  • räumliche Verteilung von Verkehrsleistungen
  • demografischen Ergebnisse
  • kantonales Alltagsvelonetz gemäss Velonetzplan

Diese Vergleiche wurden für alle Planungsregionen vorgenommen und lieferten viele wertvolle Hinweise zur Netznutzung.

Zwar enthalten Strava-Daten ausschliesslich die Fahrstrecken registrierter Benutzer, welche die Strava-Applikation auf ihrem Smartphone installieren und die befahrene Strecken aktiv aufzeichnen. Dieser wesentliche Aspekt floss in die Auswertungen mit ein. Die umfangreichen Erkenntnisse wurden im Schlussbericht zusammengefasst und kartografisch dargestellt.

Zusammenfassung Studie STRAVA-Daten

Zusammenfassung Studie STRAVA-Daten
Zusammenfassung Studie STRAVA-Daten
Herausgeber
Koordinationsstelle Veloverkehr
Autor
EBP, KoVe

Vergleich der Strava- und Zählstellendaten

In der Studie wurde der Frage geklärt, ob die Strava-Daten mit den Zähldaten der permanenten Zählstellen übereinstimmen. Die Datenanalyse ergab eine mittlere monatliche Strava-Erfassungsrate von 6,64 %. Dies bedeutet, dass an den betrachteten Zählstellen im betreffenden Zeitraum von 100 durch den Kanton erfassten Velofahrenden knapp 7 auch von Strava erfasst wurden. Die Übereinstimmung ist besonders an Messstandorten mit vergleichsweise hoher Velofrequenz sehr gut.

Ableitung der Nutzungsmuster für den Alltagsveloverkehr

Bei der Darstellung in grossem Massstab lassen sich räumliche Nutzungsmuster sehr gut ableiten. Die Analysen stellen zwar eine Momentaufnahme dar. Dennoch konnten die festgelegten Verbindungen aus dem Velonetzplan mehrheitlich bestätigt werden. Exemplarisch sieht die Kurzzusammenfassung für drei Regionen wie folgt aus:

Region Oberland

Insgesamt lässt sich für die Region Oberland feststellen, dass mit Ausnahme der Freizeitrouten um den Pfäffikersee sowie zwischen Mönchaltorf und Rüti die Hauptverkehrsströme der Strava-Fahrten oft entlang Kantonsstrassen verlaufen. Dies ermöglichen die Radwege entlang dem Kantonsstrassennetz in der Region. Zwischen den Kantonsstrassen gibt es diverse kleinere Verkehrsströme, die zwar auf keiner Veloinfrastruktur verlaufen, jedoch direktere Beziehungen zwischen zwei Ortschaften darstellen.

Region Pfannenstil

Aufgrund der Topografie zeichnet sich die Region Pfannenstil durch von Westen nach Osten verlaufende Routen entlang dem See bzw. entlang der Forchstrasse aus. Beide Achsen sind sowohl beliebte Pendler- als auch Freizeitverkehrsrouten und entsprechend stark befahren. Die Routen entlang den Kantonsstrassen verlaufen mehrheitlich auf Radwegen oder Radstreifen. Auch die übrigen Veloverkehrsströme folgen aufgrund mangelnder Alternativrouten dem Verlauf der Kantonsstrassen.

Weiterführende Informationen

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Kontakt

Amt für Mobilität – Koordinationsstelle Veloverkehr

Adresse

Neumühlequai 10
8090 Zürich
Route (Google Maps)

Für dieses Thema zuständig: