Einreise & Aufenthalt für EU/EFTA-Staatsangehörige

EU/EFTA-Staatsangehörige können ihren Wohnsitz jederzeit in die Schweiz verlegen. Alle wichtigen Informationen zur Vorgehensweise finden Sie auf der folgenden Seite.

Inhaltsverzeichnis

Personenfreizügigkeit

Das Abkommen über die Personenfreizügigkeit (FZA) regelt den freien Personenverkehr zwischen der Schweiz und den EU/EFTA-Ländern.  

Dies bedeutet eine einfachere Zulassung von Erwerbstätigen aus der EU/EFTA und führt zu einer Begrenzung auf spezialisierte und qualifizierte Arbeitskräfte aus den übrigen Ländern (sog. Drittstaaten).

Informationen für den Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit in der Schweiz für Personen aus Drittstaaten finden Sie auf der folgenden Informationsseite.

EU-27/EFTA und Kroatien

Es gibt 28 EU- und drei EFTA-Staaten. Derzeit sprechen wir aber noch von der EU-27/EFTA und Kroatien. Dies liegt daran, dass Kroatien der EU erst später beigetreten ist und deshalb das Freizügigkeitsabkommen mit der Schweiz neu verhandelt wurde. Somit gelten seit Januar 2017 besondere Übergangsbestimmungen für Staatsangehörigen aus Kroatien. Ihnen steht die volle berufliche und geographische Mobilität in der Schweiz noch nicht offen.

Anmeldung bei der Wohnortsgemeinde

EU-27/EFTA

EU-27/EFTA-Staatsangehörige geniessen die volle  geographische Mobilität. Das heisst, sie können ihren Wohnsitz jederzeit in die Schweiz bzw. in den Kanton Zürich verlegen. Für die Einreise wird ein gültiger Reisepass oder eine gültige Identitätskarte benötigt.

Nach der Einreise in die Schweiz müssen sie sich selbständig bei der zuständigen Einwohnerkontrolle melden und ein Aufenthaltsgesuch einreichen, wenn der Aufenthalt länger als drei Monate oder 90 Arbeitstage dauern soll. Ein Umzug innerhalb des Kantons sowie in einen anderen Kanton muss innert 14 Tagen bei der Einwohnerkontrolle der neuen Wohngemeinde gemeldet werden.

Das Aufenthaltsgesuch mit dem gewünschten Aufenthaltszweck wird von der Einwohnerkontrolle direkt ans Migrationsamt Kanton Zürich weitergeleitet. Wenn die Voraussetzungen für die Erteilung einer ausländerrechtlichen Bewilligung erfüllt sind, stellt das Migrationsamt den entsprechenden Ausländerausweis aus.

Kroatien

Für kroatische Staatsangehörige gelten bezüglich Anmeldung bei der Wohnortsgemeinde die gleichen Voraussetzungen wie für EU-27/EFTA-Staatsangehörige.

Zulassung zur Erwerbstätigkeit

EU-27/EFTA

EU-27/EFTA-Staatsangehörige geniessen neben der geographischen Mobilität auch die volle berufliche Mobilität. Sie haben somit das Recht jederzeit eine Erwerbstätigkeit in der Schweiz aufnehmen. Es bestehen folgende Möglichkeiten einer Erwerbstätigkeit: 

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Erwerbstätige aus den EU/EFTA-Staaten (Ausnahme Kroatien vgl. unten) können in der Schweiz ohne Bewilligung bis zu 90 Arbeitstage pro Kalenderjahr arbeiten. Ihre Einsätze müssen dem Amt für Wirtschaft und Arbeit gemeldet werden. Alle relevanten Informationen dazu finden Sie bei den Informationen zum Meldeverfahren EU/EFTA. 

Kurzaufenthaltsbewilligungen werden erteilt, wenn ein Arbeitsvertrag von mehr als drei Monaten aber weniger als einem Jahr vorliegt. Ausserdem muss die durchschnittliche Arbeitszeit bei über 12 Stunden pro Woche liegen.

Aufenthaltsbewilligungen werden erteilt, wenn ein unbefristeter oder überjähriger Arbeitsvertrag vorliegt. Ausserdem muss die durchschnittliche Arbeitszeit mehr als 12 Stunden pro Woche betragen.

EU-27/EFTA-Staatsangehörigen kann eine Grenzgängerbewilligung erteilt werden, sofern sie in einem EU/EFTA-Staat wohnen und von einem Arbeitgeber in der Schweiz angestellt sind. 

Das Gesuch für die Erteilung einer Grenzgängerbewilligung kann nur vom Arbeitgeber direkt beim Migrationsamt eingereicht werden.

Weiterführende Informationen zum Freizügigkeitsabkommen zwischen den EU-27/EFTA-Staaten und der Schweiz finden Sie in der entsprechenden Weisung.

Kroatien

Bei der Zulassung zur Erwerbstätigkeit gelten für kroatische Staatsangehörige noch bis am 31. Dezember 2023  Höchstzahlen (Kontingente) sowie arbeitsmarktliche Vorschriften. Für die Aufnhame einer unselbständigen  Erwerbstätigkeit benötigen sie daher einen arbeitsmarktlichen Entscheid des Amts für Wirtschaft und Arbeit.

Weiterführende Informationen zur Ausdehnung des Freizügigkeitsabkommens auf Kroatien finden Sie ausserdem in der entsprechenden Weisung.

Ohne einen positiven arbeitsmarktlichen Entscheind dürfen kroatische Staatsangehörige keine Erwerbstätigkeit aufnehmen. 

Zulassung zur selbständigen Erwerbstätigkeit

EU-27/EFTA und Kroatien

Für Staatsangehörige aus Kroatien, die zur Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit in die Schweiz einreisen, gelten die gleichen Voraussetzungen wie für die EU-27/EFTA-Staatsangehörigen.

Folgende Punkte müssen erfüllt sein, damit die Erwerbstätigkeit als selbständige Erwerbstätigkeit geprüft wird:

  • Die Errichtung eines Unternehmens oder einer Betriebsstätte in der Schweiz mit aktiver Geschäftstätigkeit (z.B. Auszug aus dem Handelsregister, Arbeitsvolumen, Bilanz/Erfolgsrechnung) muss nachgewiesen werden.
  • Anerkennung der selbständigen Erwerbstätigkeit durch die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürichs (SVA) muss vorliegen,
  • Einkommens- und Vermögensnachweise (z.B. Bankkontoauszug) müssen vorliegen.

Das Aufenthaltsgesuch für die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit müssen Sie bei der Wohnortsgemeinde stellen.

Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit

EU-27/EFTA und Kroatien

Folgende EU-27/EFTA-Staatsangehörige und kroatische Staatsangehörige können eine  Bewilligung zum erwerbslosen Aufenthalt beantragen:

  • Schülerinnen und Schüler bzw. Studentinnen und Studenten;
  • Rentnerinnen und Rentner;
  • Stellensuchende und
  • übrige Nichterwerbstätige.

In jedem Fall müssen dafür ausreichende finanzielle Mittel sowie eine ausreichende Kranken- und Unfallversicherung nachgewiesen werden können. Je nach Aufenthaltszweck kommen noch weitere Voraussetzungen hinzu. 

Die weiteren Zulassungsvoraussetzungen sowie detaillierte Informationen finden Sie in unserer Weisung zum Freizügigkeitsabkommen EU-27/EFTA sowie in der Weisung zur Ausdehnung des Freizügigkeitsabkommens auf Kroatien.

Familiennachzug

EU-27/EFTA und Kroatien

EU-27/EFTA-Staatsangehörige und kroatische Staatsangehörige, die in der Schweiz schon eine ausländerrechtliche Bewilligung haben, haben Anspruch auf Nachzug ihrer Familienangehörigen. Als Familienangehörige gelten ungeachtet ihrer Staatsangehörigkeit:

  • Ehegatten, Kinder sowie Verwandte in absteigender Linie (Enkel) denen Unterhalt gewährt wird und
  • eigene Verwandte oder Verwandte der Ehegatten (ungeachtet deren Staatsangehörigkeit)  in aufsteigender Linie, die unterstützt werden (z.B. Eltern, Grosseltern).

Damit der Familiennachzug bewilligt werden kann, müssen folgende Unterlagen bzw. Angaben vorliegen:

  • Eheschein und Geburtsschein bzw. eine von der zuständigen Behörde des Heimat- oder Herkunftsstaates ausgestellte Bescheinigung, mit welcher das Verwandtschaftsverhältnis bestätigt wird;
  • Sorgerechtsnachweis (Trennungs-, Scheidungsurteil) für die Kinder bei getrennten und geschiedenen Paaren bzw. Pflegekinderbewilligung bei Enkeln;
  • Nichterwerbstätige Personen müssen genügend finanzielle Mittel nachweisen; 
  • bei Verwandten, denen Unterhalt gewährt wird, müssen Nachweise über die Dauer und der Höhe der Unterstützungsleistungen erbracht werden und falls eine gemeinsamer Wohnsitz im Ausland bestand, muss eine entsprechende Bestätigung aus dem Ausland beigebracht werden und
  • Kopie des Wohnungsmietvertrages für eine angemessene Wohnung.

Weiterführende Information zum Familiennachzug finden Sie in unserer Weisung zum Freizügigkeitsabkommen bzw. zur Ausdehnung des Freizügigkeitsabkommens auf Kroatien. 

Angemessene Familienwohnung

Eine Wohnung gilt dann als angemessen, wenn die Anzahl Personen minus eins der Anzahl vorhandener Zimmer entspricht.

Wenn Sie als EU/EFTA-Staatsangehöriger jemanden aus einem Drittstaat in die Schweiz nachziehen möchten, finden Sie alle Informationen für den Familiennachzug und die Einreise des Drittstaatsangehörigen unter Familiennachzug von Drittstaatsangehörigen. 

Brexit

Das Vereinigten Königreich ist per 31. Januar 2020 aus der Europäischen Union (EU) ausgetreten. Mit dem Austritt tritt auch das Austrittsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich in Kraft. Darin wurde eine Übergangsphase bis am 31. Dezember 2020 festgelegt. Dies bedeutet, dass das Vereinigte Königreich bis zu diesem Zeitpunkt einem EU-Mitgliedstaat gleichzusetzen ist.

Somit ändert sich für britische Staatangehörige bis zum Ablauf der Übergangsphase noch nichts. Das Freizügigkeitsabkommen ist demnach weiterhin anwendbar und britische Staatsangehörige erhalten weiterhin eine EU/EFTA-Bewilligung. 

Alle Informationen zum weiteren Verlauf des Brexit und den Einfluss auf die Beziehung zwischen der Schweiz und des Vereinigten Königreichs finden Sie unter dem folgenden Link.

Weiterführende Informationen

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Kontakt

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