Medizin

Ärztinnen und Ärzte finden hier Informationen für ihre praktische Tätigkeit und Formulare für Bewilligungen.

Inhaltsverzeichnis

Bewilligungen

Möchten Sie im Kanton Zürich als Ärztin oder Arzt fachlich eigenverantwortlich tätig werden, benötigen Sie eine Bewilligung der Gesundheitsdirektion.

Wenn Sie die ärztliche Tätigkeit zwar in fachlicher Eigenverantwortung, aber angestellt von einer juristischen Person oder einer Einzelunternehmung ausüben möchten, muss diese über eine Betriebsbewilligung als ambulante ärztliche Institution verfügen.

Eine Bewilligung ist auch erforderlich, wenn Sie ausserhalb eines Spitals unter fachlicher Aufsicht tätig sein möchten («Assistenzbewilligung») – also zum Beispiel in einer ärztlichen Praxis oder in einer ambulanten ärztlichen Institution. Sofern Sie noch über keine Berufsausübungsbewilligung verfügen, brauchen Sie ebenfalls eine Bewilligung für Vertretungen in einer ärztlichen Praxis oder einer ambulanten ärztlichen Institution («Vertretungsbewilligung»).

Wenn Sie bereits in einem anderen Kanton oder Staat zur fachlich eigenverantwortlichen ärztlichen Tätigkeit berechtigt sind, besteht auch die Möglichkeit zur sogenannten «90-Tage-Dienstleistungserbringung».

Weitere Informationen finden Sie in unserem Leitfaden zum Medizinalberuferecht und in folgenden Merkblättern.

Das Medizinalberuferecht

Auf den 1. Januar 2018 sind Änderungen des Medizinalberufegesetzes des Bundes (MedBG) in Kraft getreten. Den Leitfaden zum Medizinalberuferecht und die wichtigsten Änderungen für im Kanton Zürich tätige Ärztinnen und Ärzte sowie deren Arbeitgeber finden Sie in den nachfolgenden Dokumenten:

Zulassungsbeschränkung

Ärztinnen und Ärzte, die nicht mindestens drei Jahre an einer anerkannten schweizerischen Weiterbildungsstätte tätig gewesen sind, unterliegen seit dem 13. Dezember 2019 einer Zulassungsbeschränkung und können damit nicht zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) tätig sein. Dadurch soll die Anzahl Praxisneueröffnungen reduziert werden.

Ausgenommen von der Beschränkung sind insbesondere Hausärztinnen und -ärzte sowie die Kinder- und Jugendmedizin.
 

Ambulante ärztliche Institutionen

Ärztinnen und Ärzte können sich zusammenschliessen und als gewinnorientierte juristische Person eine ambulante ärztliche Institution führen (vgl. Art. 36a KVG).
Der Kantonsärztliche Dienst erteilt eine Betriebsbewilligung unter folgenden Voraussetzungen:

  • Die Institution muss den angebotenen Leistungen entsprechend eingerichtet sein,
  • über das für eine fachgerechte Versorgung von Patientinnen und Patienten notwendige Personal verfügen,
  • eine gesamtverantwortliche Leitung bezeichnen,
  • und ein Mitglied dieser Leitung bezeichnen, das für die Einhaltung der gesundheitspolizeilichen Vorschriften verantwortlich ist und über eine Berufsausübungsbewilligung als Ärztin oder Arzt des Kantons Zürich verfügt.  

Merkblätter und Gesuchsformulare

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Übertragbare Krankheiten & Impfungen

Meldewesen

Gemäss dem Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten beim Menschen (Epidemiengesetz; EpG) vom 28. September 2012 sowie dem zugehörigen Verordnungsrecht sind die Laboratorien und die Ärzteschaft bei bestimmten, epidemiologisch wichtigen Infektionskrankheiten zur Meldung verpflichtet. Auch Häufungen von an sich nicht meldepflichtigen Infektionskrankheiten sowie aussergewöhnliche Beobachtungen sollen der Kantonsärztin, dem Kantonsarzt gemeldet werden.

Die Meldungen erfolgen immer an den kantonsärztlichen Dienst des Wohnortes der betroffenen Person. Die Laboratorien melden zusätzlich direkt an das Bundesamt für Gesundheit (BAG).

HIV & andere sexuell übertragbaren Krankheiten

HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten (STI) sind ein wichtiges Thema der öffentlichen Gesundheit. Die Fallzahlen von Krankheiten wie Syphillis, Gonorrhoe oder Chlamydiose sind in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Die weitere Reduktion von HIV-Neuerkrankungen bleibt eine Herausforderung.

Die HIV/STI-Präventionsarbeit im Kanton Zürich orientiert sich am Nationalen Programm HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (NPHS) 2011-2017. Das Programm wurde bis 2021 verlängert.

Die Ärzteschaft kann einen wichtigen Beitrag leisten und insbesondere Personen, bei welchen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko anzunehmen ist, über HIV & STI und die möglichen Präventionsmassnahmen sowie Test- und Behandlungsmöglichkeiten informieren.

Für viele sexuell übertragbare Krankheiten besteht eine ärztliche Meldepflicht an die Kantonsärztin, den Kantonsarzt des Wohnkantons der Patientin oder des Patienten.

Impfen

Entnehmen Sie nachfolgend Informationen des BAG zum Thema Impfen und spannende Referate des Zürcher Impfforums.

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Am 7. März 2019 fand in Zürich ein Impfforum für Hebammen, Gynäkologinnen und Geburtshelfer, Pädiaterinnen, Hausärzte, Pflegefachpersonen sowie Mütter- und Väterberaterinnen statt. Die Veranstaltung wurde vom Schweizerischen Hebammenverband zusammen mit der Gesundheitsdirektion Zürich und Prof. Dr. Christoph Berger, Leiter der Infektiologie und Spitalhygiene des Kinderspitals Zürich, organisiert.

Das Impfprogramm gegen Humane Papillomaviren (HPV)

Im Rahmen des vom Bund lancierten HPV-Impfprogramms können sich Mädchen und Knaben beziehungsweise junge Frauen und junge Männer im Alter von 11 bis 26 Jahren gratis impfen lassen. Im Kanton Zürich kann die Impfung von allen Schulärzten, von Praxisärztinnen mit einer entsprechenden Bewilligung sowie von den gynäkologischen Ambulatorien der Spitäler durchgeführt werden.

Gesuchs- und Bestellformulare für die HPV-Impfung

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Der Gardasil 9-Impfstoff kann mit dem nachfolgenden Formular neu direkt bei der Firma MSD bestellt werden. Der Ablauf bezüglich Vergütung sowie Verimpfungslisten ändert sich nicht. Die Impfdosen werden Ihnen weiterhin im Rahmen des kantonalen Programms kostenlos zur Verfügung gestellt, die Firma rechnet direkt mit der Gesundheitsdirektion ab.

Migration & Gesundheit

Bund

In der Schweiz regelt das Staatssekretariat für Migration (SEM) alle ausländer- und asylrechtlichen Belange. Zusammen mit dem BAG ist es auch zuständig für die Gesundheitsversorgung von Asylsuchenden. BAG und SEM haben mit den involvierten kantonalen Behörden ein Handbuch für das Gesundheitspersonal von Asylzentren und Kollektivunterkünften erarbeitet. Dies als Teil der Umsetzungsmassnahmen der revidierten Epidemiengesetzgebung. Das Handbuch enthält Empfehlungen zu Impfungen sowie zur Verhütung und zum Ausbruchsmanagement von übertragbaren Krankheiten. 

Entnehmen Sie nachfolgend die elektronische Version des Handbuches sowie weiterführende Informationen zu Projekten und Publikationen des Bundes.

Kanton Zürich

Das Kantonale Sozialamt der Sicherheitsdirektion koordiniert den gesamten Bereich der Asylfürsorge und dient als Ansprechpartner für Bund und Gemeinden.

Behandlung von Scabies und Bilharziose

Die Kantonsapotheke Zürich hat für die Behandlung von Scabies und Bilharziose folgende im Ausland zugelassenen Arzneimittel permanent an Lager:

  • Infectoscab® Creme 5%, Tube 60g (Wirkstoff: Permethrin), Deutschland
  • Stromectol® Tabletten 3 mg, 4 Stk (Wirkstoff: Ivermecthin), Frankreich 
  • Biltricide® 600mg, 6 Stk (Wirkstoff: Praziquantel), Deutschland

Apotheken, Ärztinnen und Ärzte können die Produkte über ihre Grossisten im Ausland direkt beschaffen.

Asylorganisationen und Asylärztinnen und -ärzte können die Produkte mit einem gültigen ärztlichen Rezept am Poliklinikschalter der Kantonsapotheke gegen Bezahlung beziehen:

Kantonsapotheke

Spöndlistrasse 9
Montag bis Freitag, 8.00 bis 18.30 Uhr
Samstag 8.30 bis 13.30 Uhr

Telefon 044 255 85 30

Weiterführende Informationen

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Migesplus.ch: Dies ist ein zentrales Portal des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) für mehrsprachige Informationen zu Gesundheitsfragen, unterstützt vom BAG.

Medic-Help Asyl: Hier informiert das BAG Asylsuchende über die wichtigsten ansteckenden Krankheiten, psychische Leiden und Schwangerschaft, sowie über Unterstützungsangebote und gesundheitsförderliche Massnahmen. Die Informationen wurden für Asylsuchende in den Empfangs- und Verfahrenszentren sowie den kantonalen Asylunterkünften entwickelt und stehen in diversen Sprachen zur Verfügung.

traumatisierung.migesplus: Die nationale Plattform des SRK richtet sich an Betreuungs-, Beratungs- und Begleitpersonen von jungen traumatisierten Geflüchteten und informiert über das Thema Trauma, sowie über Unterstützungsangebote, Veranstaltungen und Weiterbildungen.

mädchenbeschneidung: Die Website des Netzwerks gegen Mädchenbeschneidung Schweiz informiert Betroffene und Fachpersonen zum Thema Genitalbeschneidung und führt verfügbare Anlaufstellen und Beratungsangebote auf. Die Informationsplattform wird vom BAG unterstützt.

Die E-Learning-Module vermitteln Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegefachpersonen oder Gesundheitsdiensten Wissen für einen professionellen Umgang mit Patientinnen und Patienten mit Migrationshintergrund.

Betäubungsmittel

Ärztinnen und Ärzte, die bei Patientinnen und Patienten mit Opioidabhängigkeit eine Suchtbehandlung mit Methadon (als Razemat oder Levomethadon), Subutex® oder Morphin durchführen möchten, benötigen neben der kantonalen Berufsausübungsbewilligung zusätzlich eine Bewilligung der Gesundheitsdirektion.

Voraussetzungen für die Bewilligung:

  • Gültige, nicht eingeschränkte Berufsausübungsbewilligung im Kanton Zürich
  • Besuch der Veranstaltung «Einführung in die Substitutionsbehandlung». Die nächste Einführungsveranstaltung wird im Juni 2020 stattfinden. 

Bewilligung beantragen

Diese Bewilligung berechtigt allgemein zur Durchführung von Substitutionsbehandlungen gemäss den nachfolgenden Richtlinien; sie ist nicht auf einzelne Patientinnen oder Patienten beschränkt. Aufnahme und Beendigung von Behandlungen sind jedoch dem Kantonsärztlichen Dienst zu melden. Die entsprechenden Formulargarnituren können per E-Mail bei der Administration Medizin (kantonsarzt.sekretariat@gd.zh.ch) oder mit dem Bestellformular (siehe unten) bestellt werden.

Für Suchtbehandlungen von betäubungsmittelabhängigen Patientinnen oder Patienten mit anderen, dem Betäubungsmittelgesetz unterstellten Substanzen, wie zum Beispiel mit Benzodiazepinen, muss von Gesetzes wegen ebenfalls in jedem Einzelfall eine Bewilligung des Kantonsärztlichen Dienstes eingeholt werden.

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Gemäss Artikel 3c des eidgenössischen Betäubungsmittelgesetzes können Amtsstellen und Fachleute im Erziehungs-, Sozial-, Gesundheits-, Justiz- und Polizeiwesen Fälle von – vorliegenden oder drohenden – suchtbedingten Störungen den zuständigen Behandlungs- oder Sozialhilfestellen melden. Im folgenden Dokument sind die entsprechenden Stellen für den Kanton Zürich aufgelistet.

Am 9. Oktober 2018 ist MonAM, das Monitoring-System für Sucht und nicht-übertragbare Krankheiten (NCD), gestartet. Es besteht aus 135 Sucht- und NCD-relevanten Indikatoren und erlaubt es, Suchtverhalten und NCDs in der Bevölkerung zu beobachten und passende Massnahmen zu entwickeln.

Aktuell befindet sich MonAM noch in einer Testphase. Fachleute sowie Expertinnen und Experten sind dazu aufgerufen, die Datenbank auszuprobieren. Je intensiver MonAM getestet wird, desto besser kann das Tool im Anschluss weiterentwickelt werden.

Ärztliche Privatapotheke

Privatapotheken sind dem Publikum nicht zugänglich. Sie dienen den Inhaberinnen und Inhabern zur Versorgung eigener Patientinnen und Patienten mit Heilmitteln.

Schwangerschaftsabbruch

Ärztinnen und Ärzte, welche im Kanton Zürich einen Schwangerschaftsabbruch durchführen, benötigen neben der kantonalen Berufsausübungsbewilligung eine zusätzliche Bewilligung der Gesundheitsdirektion zum Praktizieren des straflosen Schwangerschaftsabbruchs. Zugelassen sind ausserdem Spitäler mit einer gynäkologischen Klinik – gemäss geltender Spitalliste des Kantons Zürich.

Jeder Schwangerschaftsabbruch muss der Gesundheitsdirektion innerhalb eines Monats nach Durchführung gemeldet werden.

Fürsorge

Am 1. Januar 2013 trat das neue Kindes- und Erwachsenenschutzrecht in Kraft. Unter anderem wurden die bisherigen Bestimmungen im Zivilgesetzbuch über die Fürsorgerische Freiheitsentziehung (FFE) ersetzt durch die neuen Bestimmungen über die Fürsorgerische Unterbringung (FU).

Hospitalisation ausserhalb des Kantons

Bei einer stationären Behandlung in einem Spital ausserhalb der kantonalen Spitalliste, ist zur Gewährleistung der vollen Kostenübernahme unter Umständen eine Kostengutsprache des Kantons Zürich notwendig. Weitere Informationen sowie die Formulare zur Einreichung eines Kostengutsprachegesuchs finden Sie unter dem folgenden Link:

Berufliche Schweigepflicht

Gesundheitsfachpersonen unterstehen dem Berufsgeheimnis: Sie sind verpflichtet, über alles, was sie im Rahmen ihrer Tätigkeit über Patientinnen und Patienten erfahren, Stillschweigen zu bewahren.  

Weiterführende Informationen

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Kontakt

Gesundheitsdirektion – Administration Medizin

Adresse

Stampfenbachstrasse 30
8090 Zürich
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Für dieses Thema zuständig: