Informationen für Alters- und Pflegeheime

Die Gesundheitsdirektion empfiehlt und verfügt die nachfolgenden Vorgehensweisen zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2.

Inhaltsverzeichnis

Anordnungen & Empfehlungen

Schutzvorkehrungen nach wie vor zentral

Für ältere Personen ist COVID-19 besonders gefährlich. Sie müssen weiterhin besonders geschützt werden. 

Ziel der Schutzvorkehrungen ist:

Vorteile:

  • eine möglichst geringe Gefahr einer Ansteckung mit dem SARS-CoV-2 bei allen Personen, die im Heim leben oder arbeiten oder die Kontakte zu Bewohnerinnen und Bewohnern haben,
  • ein möglichst hohes Mass an persönlicher Freiheit für die Heimbewohnerinnen und -bewohner, insbesondere hinsichtlich Bewegungsfreiheit inner- und ausserhalb des Heims.

Zertifikats- oder Testnachweispflicht für Besuchende 

Per 11. Oktober 2021 müssen im Kanton Zürich Besucherinnen und Besucher sowie Begleitpersonen von Heimbewohnerinnen und -bewohner über ein gültiges COVID-Zertifikat verfügen oder den Nachweis eines negativen Testergebnisses vorweisen. Die Pflicht gilt ab dem vollendeten 16. Altersjahr. 

Die Kosten für einen Antigen-Schnelltest übernimmt in diesem Fall nach wie vor der Bund. Es wird allerdings nur eine Bescheinigung über das Testresultat, aber kein COVID-Zertifikat ausgestellt.

Zertifikats- oder Testpflicht für Angestellte

Ebenso gilt per 4. Oktober 2021 eine Zertifikats- oder Testpflicht für Angestellte von Heimen im Kanton Zürich. Angestellte ohne gültiges COVID-Zertifikat müssen sich zweimal wöchentlich testen lassen. Die Heime ermöglichen ihren Angestellten die kostenlose Teilnahme am repetitiven Testen.

Die entsprechende Verordnung ist analog zu den Bundesbestimmungen in Sachen Zertifikatspflicht vorerst bis zum 24. Januar 2022 befristet.

Fragen & Antworten zu den Anordnungen

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Der Regierungsrat hat am 22. September 2021 in der «Verordnung über Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie im Gesundheitsbereich» eine Zertifikats- respektive Testpflicht für Mitarbeitende und Besuchende von Spitälern und Heimen erlassen.

Müssen Besuchende, die ein COVID-Zertifikat vorweisen, im Heim trotzdem eine Maske tragen?

Ja, gemäss BAG müssen die Schutzmassnahmen in öffentlich zugänglichen Bereichen von Pflegeheimen auch bei einem negativen Test oder bei Immunität eingehalten werden. 

Dürfen Besuchende, welche nur ein negatives Testergebnis, jedoch kein Zertifikat vorweisen können ebenfalls das Heim besuchen?

Ja. Der Bund übernimmt auch nach dem 11. Oktober 2021 weiterhin die Testkosten für Besuche im Heim. Bei diesen Tests dürfen jedoch keine Zertifikate ausgestellt werden. Die Gültigkeitsdauer der negativen Testergebnisse beträgt bei Antigen-Schnelltests zur Fachanwendung 48 Stunden und bei molekularbiologischen Analysen (PCR-Test) 72 Stunden.

Wann und wo müssen die Zertifikate kontrolliert werden?

Die Zertifikate sind beim Betreten des Heims zu kontrollieren. Die Kontrolle kann durch die Heimleitung selbst oder durch von ihr delegiertes Personal erfolgen. Das Zertifikat muss beim Betreten des Heims gültig sein. Im Verlauf des Besuchs ist keine erneute Kontrolle notwendig.

Gilt die Zertifikatspflicht auch bei einem Besuch im Aussenbereich des Heimes?

Nein. Hält sich eine Besucherin oder ein Besucher ausschliesslich im Aussenbereich auf, ist kein gültiges Zertifikat notwendig.

Die Alters- und Pflegeheime sind verpflichtet, ihr nicht immunes Personal einschliesslich externem medizinischem Fachpersonal alle drei bis vier Tage mittels PCR-Test oder alle zwei bis drei Tage mittels validiertem Antigen-Schnelltest zur Fachanwendung zu testen.

Als immun gelten vollständig geimpfte und genesene Personen:

  • Als vollständig geimpft gelten Personen für die Dauer von 12 Monaten ab der Verabreichung der letzten erforderlichen Impfdosis, wenn die Personen entweder eine Impfdosis (Vektorimpfstoff Janssen) oder zwei Impfdosen eines in der Schweiz zugelassenen Impfstoffes erhalten haben, oder eine Infektion mit dem Coronavirus hatten (bestätigt durch PCR-Test, Antigentest oder Antikörper-Test) und mindestens 4 Wochen danach eine Impfdosis eines in der Schweiz zugelassenen Impfstoffes erhalten haben.
  • Als genesen gelten Personen nach einer bestätigen Sars-CoV-2-Ansteckung, während 6 Monaten ab dem 11. Tag nach Bestätigung ihrer Ansteckung.
Welche Testart ist gemeint?

Gemeint sind gepoolte PCR-Speicheltests. Mehr Informationen unter folgendem Link:

Falls dieser Speicheltest nicht durchgeführt werden kann, kann auch auf einen validierten Antigen-Schnelltest zur Fachanwendung umgestellt werden. Der Antigen-Schnelltest kann im Heim oder an einer externen Teststelle (Arztpraxis, Apotheke, kant. Testzentren) durchgeführt werden. Den Mitarbeitenden dürfen dabei keine zusätzlichen Kosten entstehen. Bei einem Test ausserhalb der Institution werden die Testkosten nicht vom Bund übernommen. Es werden nur Schnelltests aus der gemeinsamen europäischen Liste (HSC common list) anerkannt.

Muss sich auch Personal ohne direkten Patientenkontakt testen lassen?

Ja. Alle Mitarbeitenden müssen sich testen lassen, egal ob sie direkten Patientenkontakt haben oder nicht.

Kann das Personal zu repetitiven Tests gezwungen werden?

Ja. Die Teilnahme an den repetitiven Tests mittels gepoolten Speichelproben bedeutet einen sehr geringen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Personals: Die Person muss lediglich eine Speichelprobe abgeben. Ihre körperliche Integrität wird dadurch nicht verletzt. Umgekehrt können mit der repetitiven Testung Sars-CoV-2-Infizierte rasch und in der Regel noch vor Auftreten von Krankheitssymptomen erkannt werden, so dass die Gefahr einer Einschleppung des Virus ins Heim wesentlich reduziert wird. Die Pflicht, eine Speichelprobe abzugeben, geht kaum weiter als die üblichen verbindlichen Hygienevorschriften in einem Heim. Die Beachtung der Pflicht kann mit personalrechtlichen Mitteln eingefordert werden.

Können alle Mitarbeitenden von der Kontaktquarantäne befreit werden?

Ja. Da die Teilnahme am repetitiven Testen für alle Mitarbeitenden verpflichtend ist, können alle Mitarbeitenden für die berufliche Tätigkeit und den Arbeitsweg von der Kontaktquarantänepflicht befreit werden. Davon gibt es folgende Ausnahmen: Der betroffene Mitarbeitende darf nicht wegen eines engen Kontaktes zu einem infizierten Haushaltsmitglied unter Quarantäne stehen. Ausserdem darf der betroffene Mitarbeitende keine Symptome haben. Bei bestehenden oder neu auftretenden Symptomen muss er sich umgehend testen lassen.

Muss ein Mitarbeitender von der Kontaktquarantäne befreit werden?

Nein. Der Arbeitgeber darf auf die Befreiung eines Mitarbeitenden von der Kontaktquarantäne verzichten.

Gilt die Testpflicht auch für externes Fachpersonal (etwa beigezogene Physiotherapeuten)?

Ja. Auch diese Personen stehen in engem körperlichen Kontakt zu den Heimbewohnerinnen und -bewohner, weshalb auch bei ihnen wichtig ist, dass eine allfällige Infektion frühzeitig erkannt wird. Jeder Person steht pro Woche ein Antigen-Schnelltest gratis zur Verfügung. Der Test kann an einer beliebigen Teststelle durchgeführt werden. Ist externes Fachpersonal bei der Abgabe der Speichelprobe nicht im Heim, kann von ihm – wie von den Besuchenden auch – eine Testung an einer Teststelle oder allenfalls mit einem Antigen-Schnelltest im Heim erwartet werden.

Muss auch externes nicht medizinisches Fachpersonal ohne direkten Patientenkontakt (z.B. Handwerker) ein Zertifikat vorweisen können?

Es ist zu unterscheiden, ob die Arbeit durch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oder durch selbstständig Erwerbende ausgeführt wird. Aufgrund des Arbeitsrechts gelten für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer besondere Schutzbestimmungen (Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, Schutz der Persönlichkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer).

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden aufgrund der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers bei der Ausübung ihrer Arbeit geschützt. Der Arbeitgeber muss gewährleisten, dass die Mitarbeitenden die Empfehlungen des BAG betreffend Hygiene und Abstand einhalten können. Zudem treffen die Arbeitgeber weitere Massnahmen gemäss dem STOP-Prinzip. Arbeiten können folglich unter Einhaltung dieser Schutzmassnahmen auch in einem Drittbetrieb ausgeführt werden, weshalb die Regelung von Artikel 25 der Covid-19-Verordnung besondere Lage zur Anwendung kommt: Es liegt am Arbeitgeber, die Schutzmassnahmen festzulegen. Es steht dem Arbeitgeber frei, zur Festlegung der Schutzmassnahmen auf das Zertifikat zurückzugreifen oder andere wirksame Massnahmen zu treffen. 

Wird nicht auf das Zertifikat zurückgegriffen und kann der Abstand nicht eingehalten werden, ist grundsätzlich eine Maske zu tragen. Dies gilt auch, wenn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am repetitiven Testen teilnehmen. Wird die Arbeit in einem anderen Betrieb ausgeführt, z.B. in einem Restaurant oder einer anderen Einrichtung mit Zertifikatspflicht, müssen die Schutzmassnahmen mit dem betreffenden Betreiber abgestimmt werden.

Anders verhält es sich, wenn eine selbstständig erwerbende Person Arbeiten in einem Drittbetrieb ausübt. Diese Person fällt nicht unter den Schutzbereich der arbeitsgesetzlichen Bestimmungen und hat dementsprechend in zertifikatspflichtigen Betrieben ein Zertifikat vorzuweisen, damit ihr Einlass gewährt werden kann.

Müssen sich immune Personen beim Heimeintritt testen lassen?

Nein. Bei immunen Personen ist keine Testung beim Heimeintritt erforderlich.

Testen nach Infektionsausbruch

Neben dem repetitiven Testen von symptomlosen Personen sollen symptomatische Personen wie gehabt umgehend getestet und bei mehreren positiven Fällen eine Ausbruchsabklärung in die Wege geleitet werden.

Der Bund übernimmt die Testkosten, unabhängig davon, ob vorbeugend, im Rahmen eines bereits erfolgten Infektionsausbruches oder im Umfeld eines grösseren unkontrollierten Infektionsausbruches getestet wird.

Ampelsystem & Besuchsregelungen

Die Verbände CURAVIVA Kanton Zürich und senesuisse haben eine Vorlage für ein Ampelsystem entwickelt mit Massnahmen im Betrieb bei unterschiedlichen Fallzahlen von COVID-19-Infizierten im Kanton Zürich. Die Verbände empfehlen die Anwendung des Ampelsystems, der Inhalt kann auf die betrieblichen Bedürfnisse und Einschätzungen angepasst werden.

Das Ampelsystem hat das Ziel, dass die Betriebe möglichst verhältnismässig Massnahmen zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner wie auch der Mitarbeitenden treffen. Darunter fallen auch die Besuchsregelungen, welche je nach Fallzahlen in Alters- und Pflegezentren angepasst werden müssen.

Kontakt

Gesundheitsdirektion – Coronavirus

Telefon

+41 84 833 66 11

Hotline

Für Fragen rund um die Pandemie, zur Impfung und zum COVID-Zertifikat.

Für dieses Thema zuständig: