Kinder- und Jugendheimgesetz

Das Gesetz über die Jugendheime und die Pflegekinderfürsorge wird durch das Kinder- und Jugendheimgesetz (KJG) abgelöst. Die Umsetzung des KJG liegt beim Amt für Jugend und Berufsberatung.

Inhaltsverzeichnis

Totalrevision Jugendheimgesetzgebung

Das geltende Jugendheimgesetz aus dem Jahr 1962 wird den Ansprüchen an zeitgemässe Kinder- und Jugendhilfesysteme nicht mehr gerecht. Das neue Kinder- und Jugendheimgesetz hat zum Ziel, mit bedarfsgerechten und aufeinander abgestimmten Angeboten die Betreuung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen zur Bewältigung schwieriger Lebenslagen sicherzustellen. Es regelt sämtliche Ergänzende Hilfen zur Erziehung, also Heimpflege, Familienpflege, Dienstleistungsangebote in der Familienpflege (DAF) und sozialpädagogische Familienhilfe.

Zusammengefasst garantiert das KJG Rechtssicherheit, vereinfacht die Finanzierung und verbessert die Steuerung. Ausserdem ermöglicht es den flexiblen Einsatz von Ergänzenden Hilfen zur Erziehung, da diese neu im gleichen Gesetz geregelt sind.

Zeithorizont

grafische Darstellung der KJG Meilensteine
Meilensteine bis zur Inkrakftsetzung des Kinder- und Jugendheimgesetzes (KJG)

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

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Die Bildungsdirektion erstellt neu eine kantonale Gesamtplanung für ein bedarfsgerechtes Angebot an ergänzenden Hilfen zur Erziehung für Kinder und Jugendliche.

Bei der Familienpflege ist das AJB bereits heute für die Aufsicht über die Pflegeverhältnisse und für die Entgegennahme der Meldung bzw. für Bewilligung und Aufsicht über die Dienstleistungsangebote in der Familienpflege (DAF) zuständig. Neu übernimmt das AJB auch die Bewilligung der Pflegeverhältnisse.

Die Angebote der sozialpädagogischen Familienhilfe werden der Meldepflicht und der Aufsicht durch den Kanton unterstellt.

Neben der Bewilligungs- und Aufsichtstätigkeit, die er weiterhin ausübt, tritt der Kanton neu als Leistungsbesteller der ergänzenden Hilfen zur Erziehung auf. Basierend auf den Erkenntnissen der Gesamtplanung schliesst er dazu Leistungsvereinbarungen mit Leistungserbringenden der Familien- und Heimpflege sowie mit Anbietenden von Dienstleistungsangeboten in der Familienpflege und sozialpädagogischer Familienhilfe ab.

Die Kosten der gemäss KJG bezogenen ergänzenden Hilfen zur Erziehung werden anteilsmässig vom Kanton (40 Prozent) und den Gemeinden (60 Prozent) getragen.

Von Kanton und Gemeinden finanziert wird der Bezug von Leistungen bei Anbietenden mit Leistungsvereinbarung, wenn dafür eine KESB-Anordnung, eine gerichtliche Anordnung oder eine Kostenübernahmegarantie der Direktion vorliegt.

Im Zusammenhang mit der bedarfsgerechten Gesamtplanung kommt der Angebotsentwicklung eine wichtige Rolle zu. Unter anderem kann die Erprobung neuer Angebote in den Bereichen der ergänzenden Hilfen zur Erziehung mit Subventionen unterstützt werden.

Dialog

Partizipation und Transparenz sind wichtige Voraussetzungen für die Qualitätssicherung einerseits und die Übermittlung der Projektergebnisse an Betroffene und Interessierte andererseits. Die folgenden Gefässe wurden dazu eingerichtet.

Forum KJG

Drei- bis viermal jährlich informiert das Projektteam über die Arbeiten und bietet Raum zur Diskussion der Arbeitsergebnisse. Die Mitglieder des KJG Forums sind mandatiert.

Beschrieb KJG-Forum

Daten Forum KJG

Datum  
11.09.2020 Einaldung erfolgt persönlich
11.12.2020 Einaldung erfolgt persönlich

Bevorstehende Foren KJG

Veranstaltungen

Die Veranstaltungen stehen einem erweiterten Kreis betroffener Institutionen und Personen offen, die sich über den Fortschritt des Projekts informieren möchten.

Datum Zeit Thema Zielgruppe
16.06.2020 18.00-19.30 Infoveranstaltung Update KJG SPF-Anbietende
23.06.2020 18.00-19.30 Infoveranstaltung Update KJG DAF-Anbietende
07.07.2020 18.00-19.30 Infoveranstaltung Update KJG Heimpflege-Anbietende

Bevorstehende Veranstaltungen

KJG-Newsletter

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Drei Kinder fahren Seifenkiste
Das KJG nimmt Fahrt auf. Quelle: AJB

Das KJG im Detail

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Das neue Gesetz garantiert Rechtssicherheit, vereinfacht die Finanzierung und verbessert die Steuerung. Ausserdem ermöglicht es den flexiblen Einsatz von ergänzenden Hilfen zur Erziehung, da diese neu im gleichen Gesetz geregelt sind.

grafische Zusammenfassung der Neuerungen des Kinder- und Jugendheimgesetzes
Die Neuerungen im KJG kurz zusammengefasst.

Das KJG ist wie folgt organisiert:

Organigramm der Organisation des Kinder- und Jugendheimgesetzes (KJG)
Rechtsetzungsprojekt: Erarbeitung Verordnungen Umsetzungsprojekt: Vorbereitung Vollzug der neuen Gesetzgebung Applikationsprojekt: Schaffung der notwendigen digitalen Anwendungen für die künftige Abwicklung

Das KJG bringt für alle Beteiligten zahlreiche Neuerungen mit sich – auch für das AJB. Eine neue Organisationsstruktur im Bereich der ergänzenden Hilfen zur Erziehung wird notwendig. Nur so können die neuen Aufgaben und Prozesse in Zukunft effizient bewältigt werden.

Zurzeit erarbeitet das AJB die für den Vollzug des KJG nötigen Verordnungsbestimmungen (Neuerlass KJV: Verordnung zum Kinder- und Jugendheimgesetz). Parallel zur Erarbeitung der Verordnungsbestimmungen arbeitet das AJB in Koordination mit dem Volksschulamt (VSA) an der Umsetzung des KJG. Dieser liegen die drei folgenden Konzepte zu Grunde:

  • Dachkonzept mit Detailkonzepten
  • Geschäftsorganisationskonzept
  • Einführungskonzept

Die Realisierung sowie die Einführung des Projekts KJG erfolgt in zusammengefassten Realisierungseinheiten. Diese sind als thematische Pakete zu verstehen, die sich unabhängig voneinander in der Realisierungs- oder Einführungsphase befinden.

Die insgesamt 13 Realisierungseinheiten wurden wie folgt definiert:

  • Gesamtplanung
  • Meldung und Aufsicht Sozialpädagogische Familienhilfe (SPF)
  • Bewilligung und Aufsicht Heimpflege
  • Contracting Heimpflege
  • Meldung und Aufsicht Dienstleistungsangebote in der Familienpflege (DAF)
  • Contracting SPF und DAF
  • Abgeltung Trägerschaften
  • Bewilligung und Aufsicht Familienpflege
  • Contracting Pflegefamilien
  • Abgeltung Pflegefamilien
  • Kostenübernahmegarantien (KÜG)
  • weitere Finanzierungen
  • Subventionen

Das Dachkonzept bietet eine Gesamtschau des Systems ergänzender Hilfen zur Erziehung, wie dieses gemäss dem neuen KJG zu regeln ist. Es umfasst neben fachlichen und rechtlichen Grundlagen die wichtigsten Prinzipien und Entwicklungsabsichten in den Bereichen:

  • Bewilligung, Meldung, Aufsicht
  • Kontraktmanagement 
  • und Fallfinanzierung.

Das Dachkonzept wurde nach einem Review im KJG Forum durch den Projektausschuss am 10. Dezember 2018 abgenommen.

 

Folgende Detailkonzepte ergänzen das Dachkonzept KJG:

  • Trägerschaften
  • Pflegefamilien
  • Kostenübernahmegarantien (KÜG)
  • Leistungsraster*
  • Die Detailkonzepte ermöglichen interessierten Fachleuten einen umfassenden Einblick zur geplanten Umsetzung des KJG. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sämtliche Detailkonzepte als Entwürfe zu verstehen sind und keine rechtliche Verbindlichkeit haben.

    Die Detailkonzepte dienen teilweise auch als Grundlagen für die Erarbeitung der Verordnung zum KJG, weshalb ihre Inhalte im Rahmen der Verordnungsarbeiten (insbesondere aufgrund der Vernehmlassung) aller Voraussicht nach noch inhaltliche Anpassungen erfahren werden.

*Das Detailkonzept Leistungsraster wird nicht veröffentlicht, weil dieses vollumfänglich in der Verordnung abgebildet wird. 

Kontakt

Kinder- und Jugendheimgesetz (KJG) – Umsetzungsprojekt

Adresse

Dörflistrasse 120
8090 Zürich
Route anzeigen

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