Newsletter der Fachstelle Bibliotheken September 2020

Eine Gruppe Leute liegen auf einer Wiese und lesen ein Buch.

Erfahren Sie in der September 2020 Ausgabe mehr zum neuen Webauftritt Kanton Zürich, Aktion «TestZH» bei Onilo.de, Aktuelle Bibliotheksstatistik Schweiz, Books for boys only! und zur Schweizer Erzählnacht!

Inhaltsverzeichnis

«So ein Glück – Che felicità – Quel bonheur – Tge ventira»

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Seit dem neuen Webauftritt des Kantons Zürich finden Sie die Fachstelle Bibliotheken unter der Adresse: www.zh.ch/bibliotheken

Das Portal Onilo.de bietet Bibliotheken im Kanton Zürich gratis einen Testzugang an. Ein spannendes Angebot, zumal digitale Angebote von Bibliothekskundinnen und Bibliothekskunden seit dem Lockdown noch besser genutzt werden. Eine passende Frage dazu: Wie beeinflusst die Präsentation das Ausleihverhalten? Milena Eberhard, Stadt- und Regionalbibliothek Uster, ist dieser Frage in ihrer Studie nachgegangen.

Trotz Corona war die Beteiligung an der Bundesstatistik hoch. Die aktuellen Statistikdaten für den Kanton Zürich finden Sie auf unserer Webseite

Auf der Website von SIKJM und im aktuellen Newsletter finden Sie wertvolles Material zur Erzählnacht unter dem Motto «So ein Glück! Che felicità! Quel bonheur! Tge ventira!». Viel Freude und viel Glück bei der Planung der Erzählnacht! Somit kann die flexible Planung für die Erzählnacht starten. Denn aktuell brauchen wir Gesundheit, Flexibilität, Neugierde, Learnings … und viel Glück!

Last but not least eine Info zum Urheberrecht: Die Plenarversammlung der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) hat vor den Sommerferien die vom EDK-Vorstand einstimmig beantragte Übernahme der Urheberrechtsabgaben der Bibliotheken durch die Kantone aus zeitlichen Gründen nicht behandelt. Das Geschäft ist auf Ende Oktober verschoben.

Herzliche Grüsse aus der Fachstelle Bibliotheken

Ulrike Allmann

Neuer Webauftritt Kanton Zürich

Die neue Startseite der Fachstelle Bibliotheken zeigt auf blauem Hintergrund ein Bild mit einem lesenden Jungen in einer Bibliothek.
Der neue Webauftritt der Fachstelle Bibliotheken

Bei der Überarbeitung des Webauftritts des Kantons Zürich wurden die Bedürfnisse unserer Nutzerinnen und Nutzer noch stärker ins Zentrum gesetzt. Alle Informationen und Services sind jetzt konsequent nach Themen geordnet. Die neue Struktur unterstützt Nutzerinnen und Nutzer, sich effektiver zurechtzufinden. Dabei helfen auch die verbesserte Stichwortsuche und das übersichtliche Layout.

Die Neugestaltung des kantonalen Webauftritts führt dazu, dass Sie Verlinkungen auf kantonale Webangebote anpassen müssen. Ebenso müssen Sie persönliche Bookmarks im Webbrowser neu setzen.

Alle Informationen der Fachstelle Bibliotheken finden Sie neu unter www.zh.ch/bibliotheken.

Mit der Veröffentlichung des neuen Webauftrittes sind die Arbeiten am Webauftritt aber keineswegs abgeschlossen. Vielmehr werden wir unser Angebot laufend weiterentwickeln, stets entlang den Bedürfnissen unserer Nutzerinnen und Nutzer. Dabei werden Rückmeldungen ein wichtiger Faktor sein, weshalb wir uns auf Ihr Feedback freuen. Schreiben Sie uns doch ein E-Mail an: bibliotheken@ajb.zh.ch.

Aktion «TestZH» bei Onilo.de

Eine Bibliothekarin schaut mit zwei 12-jährigen Mädchen ein E-Book auf einem  Tablet an.
Das Broadstory-Angebot von Onilo.de umfasst verschiedene Märchen und Klassiker.

Onilo.de ist ein Portal, das beliebte Bilder- und Sachbücher speziell zur Sprach- und Leseförderung digital aufarbeitet, vertont und inklusive Zusatzmaterialien online anbietet. Einfach gesagt: Ein pädagogisch wertvolles Bilderbuchkino mit Sprecher.

Die Verbindung aus neuen Medien und beliebter Kinderlektüre verzaubert kleine und grosse Zuhörer. Das Boardstory-Angebot ist dabei vielfältig. Im Angebot sind animierte Geschichten zu finden, die den Alltag und auch die Probleme der Kinder aufgreifen, die von Freundschaft, Mobbing, Verlust und Vorurteilen handeln. Aber auch auf Märchen und Klassiker wie «Peter Pan» oder «Der Regenbogenfisch» sowie auf Werke berühmter Autorinnen und Autoren wie Kirsten Boie und Paul Maar erhalten Sie Zugriff.

Ein Printscreen einer Illustration aus «Der Regenbogenfisch» mit der Wiedergabesteuerung für den Film am unteren Rand.
Im Angebot von Onilo.de ist auch «Der Regenbogenfisch» zu finden.

Bis Ende 2020 können Bibliotheken aus dem Kanton Zürich das gesamte Onilo Angebot für einen Monat kostenfrei ausprobieren – ohne Abo, ohne automatische Verlängerung! Sie möchten die Boardstorys selbst ausprobieren oder Ihren Kollegen kostenlos bereitstellen? Kein Problem! Einfach den Namen und die vollständige Anschrift der Bibliothek an service@onilo.de schreiben mit dem Betreff «TestZH»!

Onilo.de wird bereits in Deutschland in Bibliotheken erfolgreich eingesetzt:

Gemeindebibliothek Ismaning

Die Gemeindebibliothek Ismaning nutzt Onilo seit Längerem mit grossem Erfolg. In regelmässigen Vorlesestunden, aber auch zu besonderen Veranstaltungen und Festen, werden Boardstorys vorgelesen, die die kleinen Zuhörer begeistern. Im Anschluss an die Lesungen greifen die Kinder gern zum gedruckten Buch. Onilo beflügelt so das Interesse der Kinder an Literatur und regt dazu an, sich mit kreativen Texten auseinanderzusetzen.

Bibliothek der Deutschen Schule Shanghai

«Wir lassen den Text weg und steuern die Bilder manuell an. Es gibt viele Möglichkeiten, die Bilder und Texte immer gruppengerecht aufzuarbeiten und anzubieten. Sehr häufig kommt es vor, dass sich die Kinder danach die Bücher ausleihen wollen, um sie zu Hause noch einmal anzuschauen und Eltern und Geschwistern zu zeigen. Wir setzen Onilo zurzeit mindestens einmal pro Woche ein.»

Bücherhallen Hamburg-Billstedt

In den Bücherhallen Billstedt findet ein besonderer Deutschkurs statt: In den Sommerferien werden Schülerinnen und Schüler mit Boardstorys auf die weiterführende Schule vorbereitet. In fröhlichen Lesestunden werden neben der Lesekompetenz auch Grammatikkenntnisse und Sprachbewusstsein gefördert. Im Vordergrund steht aber der Spass, den die Kinder beim gemeinsamen Lesen und Lernen in den Ferien haben. Da wird der Text der Boardstory auch schon einmal gerappt oder über die Frage philosophiert, wie weit Hilfsbereitschaft gehen darf.

Bücherhalle Hamburg-Mümmelmannsberg

Die Bücherhalle Mümmelmannsberg bietet zwei- bis dreimal am Tag Onilo-Leseveranstaltungen an. Einen Monat lang zeigen die Bibliothekare und Bibliothekarinnen eine bestimmte Boardstory mit passenden Ratespielen. Die umliegenden Kindergartengruppen, Vorschul- und Grundschulklassen können sich zu festen Terminen anmelden. Zusätzlich werden am Nachmittag auch offene Onilo-Leseveranstaltungen angeboten.

Aktuelle Bibliotheksstatistik Schweiz

Im Vordergrund steht ein junger Mann mit verschränkten Armen in einem Büro. Hinter ihm, in der Unschärfe, drei  weitere junge Leute.
Trotz Corona war die Teilnehmerquote der Bibliotheken im Kanton Zürich hoch. Quelle: iStock

Auch die Teilnahmequote der Bibliotheken im Kanton Zürich war hoch. Von 143 angefragten Bibliotheken haben 127 Bibliotheken die Formulare zurückgesandt. Das entspricht einem Rücklauf von 87 Prozent! Die Teilnahme an der Bundesstatistik könnte mit der aktuellen Revision der Statistik sogar erhöht werden, da das Erhebungsformular dadurch vereinfacht werden soll.

Warum ist die Bundesstatistik für alle Bibliotheken so nützlich? Die Statistikdaten liefern wichtige Kennzahlen für Träger und sind eine Verhandlungsgrundlage für Bibliotheken. Die Statistik dient als Instrument der Bibliotheksentwicklung und der Qualitätskontrolle. Ein Vergleich ähnlicher Bibliothekstypen kann der aktuellen Arbeit neue Perspektiven geben.

Die Statistikdaten der Bibliotheken im Kanton Zürich sind auf unserer Webseite verfügbar.

Weitere Informationen zu den Bibliotheken der Schweiz oder z. B. zur «Entwicklung der Erwerbskosten für elektronische Medien im Vergleich zu den gesamten Medienerwerbskosten» bei Universitätsbibliotheken finden Sie auf der Webseite des Bundesamts für Statistik.

Books for boys only!

Milena Eberhard sitzt mit Büchern in der Hand in der Stadtbibliothek Uster
Milena Eberhard Foto: Martina Gubser

Ein Beitrag von Milena Eberhard, Stadtbibliothek Uster (Kommunikation / Marketing / Veranstaltungen)

In meiner Masterarbeit «Books for boys only!» ging ich der Frage nach, in welcher Form öffentliche Institutionen wie Bibliotheken ihre Kundschaft beeinflussen. In der Stadt- und Regionalbibliothek Uster gab es für Bücher bislang die Kategorien «Mädchen» und «Jungen». Diese waren durch den Standort und den Buchrücken erkennbar. Wozu aber hatten wir neben thematischen Zuordnungen wie «Abenteuer» auch Zuordnungen zu einem Geschlecht? Literatur sollte doch nach Interesse und nicht aufgrund des Geschlechts von der Kundschaft ausgesucht werden. Oder sind diese Zuordnungen förderlich, da damit die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen abgeholt werden und dadurch ihre Lesemotivation gesteigert wird? So wird zumindest im Gender-Marketing argumentiert, das aktiv die Blau-Rosa-Trennung zementiert.

Eine Hand hält zwei Bücher. Das eine ist auf dem Buchrücken für Jungen ausgezeichnet.
«Jungenbuch» gekennzeichnet und ohne Bezeichnung

Die Studie mit neuen Büchern

Um das Ausleihverhalten zu erforschen, wurden für die Studie 95 neue «Mädchen-» und «Jungenbücher» angeschafft. Diese waren allerdings nicht entsprechend gekennzeichnet und standen durchmischt an anderen Orten. Während acht Monaten konnte die Kundschaft die neuen Bücher ausleihen, ohne jedoch von der Studie zu wissen.

Eindeutige Ergebnisse

Die Auswertung und der Vergleich der Ausleihzahlen ergaben signifikante Veränderungen. «Signifikant» bedeutet, dass ausgeschlossen werden kann, dass die Veränderungen per Zufall entstanden sind. Unter den neuen Voraussetzungen haben sich Kinder und Jugendliche 20 Prozent häufiger für ein «geschlechtsuntypisches» Buch entschieden. Das belegt, dass Benutzende sich auch für vermeintlich unpassende Bücher interessieren, sofern diese nicht den Geschlechterstempel tragen. Ausserdem zeigt der Trend der Zahlen, dass der Effekt sich verstärken würde, hätte das Experiment länger gedauert und wäre die Anzahl neuer Bücher grösser gewesen.
Aufgrund dieser Ergebnisse hat sich die Stadtbibliothek Uster entschlossen, die Kategorien «Mädchen» und «Jungen» abzuschaffen. Die betreffenden Bücher wurden daraufhin verschiedenen Themengebieten zugeordnet.

Problematik von «Mädchen-» und «Jungenbüchern»

Eine Zuordnung von Literatur anhand des Geschlechts ist problematisch. Studien konnten belegen, dass diese Bücher oft mit starren Geschlechterstereotypen arbeitet. Einen wichtigen Teil ihrer Erfahrungen machen junge Lesende mittels Bücher. Je mehr Diversität sie dort begegnen, desto vielseitiger und differenzierter kann auch ihre Weltanschauung werden. Eine öffentliche Institution sollte keine veralteten Rollenbilder reproduzieren. Die Ergebnisse zeigen, dass Verlage, Buchhandlungen und Bibliotheken die Kundschaft beeinflussen, wenn sie gewisse Bücher als typisch weiblich oder typisch männlich kategorisieren. Das Ziel muss aber sein, dass Lektürevorlieben sich frei entwickeln können und wir das anbieten, was die Kundschaft interessiert – unabhängig vom Geschlecht.

Schweizer Erzählnacht: Support zum Downloaden!

Die Illustration zeigt einen fliegenden Fisch mit fünf Kindern auf dem Kopf die nach einem Buch angeln das am Kopf des Fisches angemacht ist. Der Text weist auf die Schweizer Erzählnacht 2020 hin.
«So ein Glück!» ist das Motto der Erzählnacht 2020

Das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM ruft auch dieses Jahr Bibliotheken, Schulen, Buchhandlungen, Jugendtreffs, Gemeinschaftszentren und andere Institutionen zur Schweizer Erzählnacht auf. Tausende Kinder und Jugendliche werden in Geschichten eintauchen und mit ihren Heldinnen und Helden mitfiebern. Das kreative Erleben von Geschichten und Animationen rund um das grosse und kleine Glück stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Erzählnacht.

Für diese lange Nacht stellt das SIKJM Bibliotheken und anderen Organisatoren einen umfangreichen Fundus an Materialien zum Downloaden zur Verfügung und wünscht allen Teilnehmenden viel Glück beim Ideensuchen, der Vorbereitung und Planung sowie der Durchführung!

SIKJM bittet die Verantwortlichen, ihre Veranstaltung anzumelden, damit der nationale Charakter der Erzählnacht sichtbar gemacht werden kann.

Kontakt

Amt für Jugend und Berufsberatung – Fachstelle Bibliotheken

Adresse

Dörflistrasse 120
8090 Zürich
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