Newsletter Fachstelle Bibliotheken Mai 2020

Junge , strahlende Frau mit Kaffeetasse in der Hand im Gespräch.

Erfahren Sie in der Mai 2020 Ausgabe mehr zu «Bibliothek Birmensdorf vorher – nachher», Online-Handbuch bischu und Richtlinien für Öffentliche Bibliotheken.

Inhaltsverzeichnis

Editorial

Weiter denken, flexibel planen – Save the Date 1. Oktober!

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Der Bundesrat lockert die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie schrittweise, aktuell öffnen Bibliotheken ab 11. Mai. Das heisst die Mitarbeitenden von Bibliotheken bereiten sich in Absprache mit ihren Trägern auf die Wiedereröffnung mit Begleit- und Schutzkonzepten vor. Begleitend dazu steht die Austauschplattform Covid-19 der Fachstelle Bibliotheken zur Verfügung.

Parallel dazu müssen wir weiter denken und planen. Deshalb lädt die Fachstelle Bibliotheken Sie herzlich zum Dritten Bibliocamp ein. Der Vernetzungsanlass soll zum Fokusthema «Erzählcafé» mit Fachinputs aus Forschung und Praxis stattfinden. Save the Date: Donnerstag, 1. Oktober 2020 von 8 bis 14 Uhr. Falls die aktuelle Lage im Herbst die Durchführung des Bibliocamp nicht erlaubt, werden wir den Anlass auf 2021 verschieben. Anmeldung und Programm finden Sie auf der Webseite der Fachstelle Bibliotheken.

Das Thema Digitale Bibliothek bewegt die Bibliotheken im Kanton Zürich. Rund 100 Interessierte besuchten die Weiterbildung in Uster zu acht digitalen Angeboten. Aktuell wird die Einführung von neuen digitalen Angeboten in einzelnen Bibliotheken geprüft.

Lassen Sie sich vom Interview «Bibliothek Birmensdorf vorher – nachher» mit der Bibliotheksleiterin Katja Brogle sowie dem Bericht der Bibliotheksleiterin Claudia Haag über die Lesepaten in Langnau am Albis inspirieren.

Informieren Sie sich zum Thema Sprachförderung im Online-Handbuch bischu, zum Vorlesetag von SIKJM und lesen Sie News, zum Beispiel zu Massnahmen zu Corona oder Richtlinien für Öffentliche Bibliotheken von Bibliosuisse.

Herzliche Grüsse aus der Fachstelle Bibliotheken

Ulrike Allmann

Drittes Zürcher Bibliocamp: 1. Oktober 2020 – Anmeldung online!

Sie erhalten am Dritten Bibliocamp Impulse zu sogenannten Erzählcafés aus Forschung und Bibliothekspraxis und können im «Erzählcafé ad hoc!» die Methode selbst ausprobieren. Ein «Erzählcafé» ist ein niederschwelliger Bildungsanlass, der Begegnungen und die Verbindung von Menschen fördert und ist für Bibliotheken als Begegnungsort sehr geeignet.

Prof. Johanna Kohn, Institut Integration und Partizipation FHNW, wird mit einem Impulsreferat in die Methode «Erzählcafé» einführen und aktuelle Forschungsergebnisse präsentieren. Felicitas Isler wird anschliessend Ihre Erfahrungen aus sieben Erzählcafés, die sie in der Bibliothek Münstergasse Bern durchgeführt hat, mit Ihnen teilen. Beim «Erzählcafé ad hoc!» unter der Leitung von Prof. Johanna Kohn, können Sie zusammen mit allen Teilnehmenden im Plenum ein «Erzählcafé» live ausprobieren. Ihre Interessen, Erfahrungen, Positionen und Ihr Wissen sind gefragt!

Treffen Sie sich mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Regionen des Kantons Zürich im Karl den Grossen im Herzen der Stadt Zürich! Sie haben in den Pausen und beim Stehlunch viel Zeit zum persönlichen Austausch und kulinarischen Genuss in den speziellen Räumen vom Karl den Grossen.

Alle wichtigen Informationen zum Zürcher Bibliocamp und zur Anmeldung finden Sie in diesem Newsletter.

Wir freuen uns auf Sie.

Ablauf und Anmeldung

Alle wichtigen Informationen zum Dritten Zürcher Bibliocamp:

Datum

Donnerstag, 1. Oktober 2020, 8.00 bis 14.00 Uhr

Ort

Karl der Grosse, Kirchgasse 14, 8001 Zürich

Kosten

Fr. 60.– inkl. Verpflegung und Stehlunch

Anmeldung

Anmeldungen sind bis am 21. August 2020 möglich. Melden Sie sich per E-Mail an: bibliotheken@ajb.zh.ch

Die Teilnehmerzahl ist auf 80 Personen beschränkt. Massgebend ist der Eingang der Anmeldung. Die Veranstaltung richtet sich primär an die Mitarbeitenden der Zürcher Gemeinde- und Schulbibliotheken. Es sind aber auch Vertreter von Trägerschaften und weitere Interessierte willkommen.
 

8 digitale Angebote – 100 Bibliothekarinnen

Die Digitalisierung schreitet unaufhörlich voran. Sie ist selbstverständlicher Teil unseres Alltags geworden. Auch in der Bibliothekswelt. Denn viele Bibliotheken – allein im Kanton Zürich 105 – sind Mitglied bei DibiOst. Neben der Onleihe führen zahlreiche Bibliotheken in der Schweiz zusätzliche digitale Angebote. Nun wollen verschiedene Bibliotheken einen weiteren Schritt in dieser Richtung machen. Doch welches Angebot ist gut? Was eignet sich für eine kleinere Bibliothek? Wie funktionieren die Angebote? Und was kosten sie?

Handout im Download

Auf diese Fragen gaben der Digitalexperte Michael Bader und der Ustermer Bibliotheksleiter Roman Weibel am Kurs Antworten. Folgende Angebote wurden vorgestellt:

  • DibiOst
  • Overdrive
  • Tigerbooks
  • Freegal
  • RBdigital
  • PressReader
  • Rosetta Stone
  • Filmfriend

Jedes Angebot wurde live präsentiert, Stärken und Schwächen aufgezählt, ein Rating abgegeben und die Kosten erläutert. Diese und weitere Angaben für jedes der acht Angebote finden Sie in einem ausführlichen Handout. Es kann via Website der Stadt- und Regionalbibliothek Uster unter «Digitale Bibliothek» kostenlos runtergeladen werden.

Freegal auf Platz 1

Für Gemeindebibliotheken empfahlen die beiden Referenten diese drei Angebote: die digitale Bibliothek Ostschweiz (DibiOst), die Musikplattform Freegal und die Zeitschriften-App RBdigital. In der abschliessenden Umfrage unter den Teilnehmerinnen haben dann auch diese drei Angebote die meisten Stimmen erhalten. Freegal und DibiOst über 80 Prozent, RBdigital rund 40 Prozent.

Eine weitere Empfehlung war, ein Angebot nicht alleine, sondern zusammen mit anderen Bibliotheken oder in einem Verbund zu lancieren. Denn bei einem gemeinsamen Start sind die Kosten teils deutlich tiefer.

Wie geht es weiter?

Die vier Regionalbibliotheken haben dann ihre angeschlossenen Bibliotheken auch gleich gefragt, wer dieses oder nächstes Jahr bei Freegal einsteigen wolle. Denn: in vielen Bibliotheken gehen die Ausleihen der Musik-CDs teils stark zurück und das Musikangebot wird laufend ausgedünnt. Eine digitale Musik-Plattform könnte der Kundschaft eine Alternative anbieten. Die Erfahrungen und Ausleihzahlen der Bibliotheken Winterthur und Volketswil mit Freegal sind gut bis sehr gut.

Bibliothek Birmensdorf – vorher und nachher: Tipps zum Umräumen einer Bibliothek

Katja Brogle leitet die Bibliothek Birmensdorf und freut sich mit Ihrem Team aktuell über eine gelungene Umräumaktion. Bis Herbst 2019 war die Bibliothek Birmensdorf im EG, so Katja Brogle, «eine wunderbare Gemischtwarenhandlung»: Die Medien für Kinder und Jugendliche wurden im EG zusammen mit einem Lesecafé, Sachbüchern und Hörbüchern für Erwachsene präsentiert. Neuheiten Belletristik Erwachsene waren teilweise im EG und teilweise im 1. OG untergebracht. Die Umräumaktion erfolgte nach einer Beratung mit der Fachstelle Bibliotheken. Das Ziel war, einen klar gegliederten Medienbestand zu präsentieren. Das Gespräch führte Ulrike Allmann, Leiterin Fachstelle Bibliotheken im Kanton Zürich.

Fachstelle Bibliotheken: Was hat Euch zu der Umräumaktion motiviert?

Katja Brogle: Ich habe generell eine Liebe zum Optimieren und habe schon als Kind gerne und oft mein Zimmer komplett umgeräumt. Ausserdem haben mich Tipps zur Bibliothekseinrichtung aus dem Vertiefungskurs Bibliotheksmanagement der ZB Zürich inspiriert. Zusammen mit meinem engagierten Team habe ich in den letzten Monaten wiederholt Ideen für Optimierungen diskutiert.

Fachstelle Bibliotheken: Was war schliesslich die Initialzündung und wie bist Du bei der Aktion vorgegangen?

Katja Brogle: Nach der Beratung mit der Fachstelle haben wir einen Optimierungsplan für die Bibliothek erarbeitet. Ziel der Optimierung war, mit möglichst wenig finanziellem Aufwand klare Bereiche für Altersgruppen zu schaffen: Alle Angebote für Erwachsene inklusiv Lesecafé wurden ins 1. OG gezügelt. Die Angebote für Kinder und Jugendliche wurden im EG konzentriert. Die Gemeinde hat aufgrund des Optimierungsplans einen Zusatzkredit für Regalrollen und Medientröge gesprochen. Auch unser Facebook-Aufruf für Sitzmöbel war erfolgreich: Neu können wir Sitzsäcke und Fatboys für die Jugendlichen anbieten.

Fachstelle Bibliotheken: Und wann habt ihr die Umräumaktion durchgeführt?

Katja Brogle: Den grössten Teil der neuen Medienpräsentationen haben wir während der Öffnungszeiten erledigt. Regale wurden zum Beispiel in den reduzierten Öffnungszeiten der Herbstferien umgebaut. Besonders freut uns heute das kleine Lesecafé, das wir ins 1. OG gezügelt haben. Die gemütliche Lesezone mit Café-Angebot ist sehr beliebt.

Fachstelle Bibliotheken: Ihr habt also gute Feedbacks und Kundenreaktionen?

Katja Brogle: Wir haben durchs Band positive Rückmeldungen. Auch die Lehrpersonen schätzen die räumliche Trennung zwischen Kindern und Jugendlichen im EG mit spezifischen Sitzangeboten sehr.

Fachstelle Bibliotheken: Dann hat sich der Aufwand gelohnt – gibt es weitere Pläne?

Katja Brogle: Wir haben sicher begonnen, einen roten Faden durch die Bibliothek zu ziehen und der heisst: Fortlaufend optimieren!

Das Interview führte Ulrike Allmann (Fachstelle Bibliotheken Kanton Zürich). Vielen Dank für das Gespräch.

In Langnau wird zu zweit gelesen

In die Welt der Bücher und der Fantasie eintauchen zu können und komplexe Texte zu verstehen, ist ein Privileg. Oft brauchen Kinder jemanden, der sie in diese Welt einführt. Jemand, der ihnen hilft, sie fördert und motiviert. Sie brauchen Vorbilder, die ihnen den Umgang mit Büchern vorleben und ihnen zeigen, dass Lesen Spass machen kann.

In unserer Schule gibt es zahlreiche Kinder mit Migrationshintergrund, die zuhause entweder keine Unterstützung beim Lesen erhalten, oder in ihrer Muttersprache von den Eltern beim Lesen unterstützt werden, jedoch nicht in deutscher Sprache. Deshalb war die Idee der Lesepatenschaft schon länger ein Thema, das wir schliesslich in der ruhigen Zeit der Sommerschulferien 2019 angegangen sind.

Zusammen mit der DAZ*-Verantwortlichen der Schule (*Deutsch als Zweitsprache) haben wir in einer ersten Sitzung überlegt, wie wir eine Lesepatenschaft mit erwachsenen Paten aufgleisen könnten. Wir waren uns einig, dass geeignete ehrenamtliche Lesepaten und Lesepatinnen durch die Bibliothek gesucht werden, da wir ja viele lesebegeisterte erwachsene Kundinnen und Kunden persönlich kennen. Die Auswahl der Schülerinnen und Schüler sollte durch Lehrpersonen erfolgen.

In einer zweiten Sitzung besprachen wir die Spielregeln. Jeder Lesepate und jede Lesepatin sollte einen Vertrag unterschreiben, dass er «sein Lesekind» ausschliesslich in der Bibliothek zum Lesen trifft. Ebenso sollten die Eltern einen Vertrag unterschreiben, dass sie mit der Lesepatenschaft einverstanden sind und ihr Kind verlässlich beim Paten abmelden, sollte es einmal verhindert sein. Wichtig war uns zu erreichen, dass die Kinder freiwillig und mit Freude teilnehmen. Es sollte keinesfalls ein Zwang sein, in die Bibliothek zum Lesen zu kommen. Mit Hilfe von Flyern und persönlichen Gesprächen in der Bibliothek fanden sich überraschend schnell die ersten Lesepaten und Lesepatinnen und aufgrund eines Artikels im gemeindeeigenen Blatt interessierten sich auch viele Nichtbibliothekskunden und -kundinnen für unser Projekt.

Keine Schulstunde, keine Grammatik büffeln

Am Informationstreffen bei einer Kaffeerunde in der Bibliothek fanden sich 13 interessierte Lesepatinnen und Lesepaten ein. Sie erfuhren, dass der Spass am Lesen für die Kinder im Vordergrund stehen sollen, dass die Zeit zusammen mit dem Schüler keine Grammatik büffeln und keine Schulstunde sein soll, sondern vielmehr ein freudiges Entdecken der Bücher in einem geborgenen Rahmen. Von der anwesenden Lehrerin erhielten die Teilnehmenden auch Informationen zu verschiedenen Lesetechniken, zur Auswahl von geeigneten Büchern und es konnten viele offene Fragen geklärt werden.

Nach den Herbstferien war es dann soweit: Zehn Lesepaten und Lesepatinnen und zwölf Kinder (2. bis 4. Primarstufe) fanden sich für das erste Kennenlernen ein, wurden von der Bibliothekarin zu Tandems zusammengeführt und suchten sich dann anschliessend gleich ein einigermassen ruhiges Plätzchen für das erste Lesen aus.

«Lesepatenzeit» bringt viel Freude

Seither sind nun sechs Monate vergangen, bereits fanden gegen zweihundert Lesesessions statt und wir haben wichtige Erkenntnisse gewonnen. Grundsätzlich dürfen wir feststellen, dass die «Lesepatenzeit» viel Freude bringt. Die Stimmung in der Bibliothek verändert sich während der Lese-Zeit, aus jeder Ecke sind Gespräche und Gemurmel zu hören, auf allen Sesseln und Kissen haben es sich die Zweiergrüppli bequem eingerichtet. Bereits nach dieser kurzen Zeit scheinen die Kinder zu ihrer Lesebezugsperson Vertrauen gefasst zu haben und es finden bei den meisten auch persönliche Gespräche statt oder wenn die Kinder müde werden, liest ihnen die Lesepatin oder der Lesepate einmal etwas vor.

Was aber auch gesagt werden muss: Der Zeitaufwand für die Bibliothekarin beträgt bis anhin wöchentlich mindestens eine Stunde. Die Patinnen und Paten und die Kinder tauschen sich zwar bei Absenzen gegenseitig aus und Terminverschiebungen sollten nicht über das Bibliothekspersonal abgewickelt werden. Dennoch liegt die Organisation bei der Bibliothek wenn z. B. ein Lesepate oder eine Lesepatin für längere Zeit ausfällt und ein Ersatz gesucht werden muss. Auch der Informationsfluss oder das Organisieren einer Ausstauschrunde für die Lesepaten und Lesepatinnen liegt bei uns. Die Bibliothek ist während den Treffen geöffnet, so können die anwesenden Bibliothekarinnen wenn nötig bei der Wahl des Lesebuchs helfen oder neue Tandems zusammenführen. Also etwas zeitaufwändig aber aus unserer Sicht lohnt sich die Arbeit. Alle zwölf Schülerinnen und Schüler haben bereits kommuniziert, dass sie weiterhin gerne kommen möchten und es existiert bereits eine Warteliste, weil die Lehrpersonen nach erstem Zögern nun mehr Kinder anmelden möchten. Auch die Lesepatinnen und Lesepaten scheinen zufrieden zu sein und freuen sich jedes Mal auf die Begegnung mit den Kindern und den von der Bibliothek offerierten Kaffee.

Neuer Themenbereich bischu

Das Online-Handbuch bischu wurde um den neuen Themenbereich «Sprachförderung» erweitert. Der neu aufgeschaltete Themenbereich Sprachförderung umfasst Hinweise, wie im Unterricht in Zusammenarbeit mit Bibliotheken konkrete Sprachförderung in den Bereichen «Lesen», «Schreiben», «(Zu)hören», «Sprechen» und «Mehrsprachigkeit» geleistet werden kann.

Das Online-Handbuch bischu hat zum Ziel, die Entwicklung guter Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule zu unterstützen. Das Angebot reicht von Materialien um die Zusammenarbeit von Bibliotheken, Schulen und Gemeinden zu organisieren über Umsetzungsbeispiele für den Unterricht nach Zürcher Lehrplan 21 bis hin zu Vernetzungsmöglichkeiten, beispielsweise im bischu-Forum.

Entdecken Sie selbst die erweiterte Version von bischu.

Dritter Schweizer Vorlesetag mit Verlosung und prominenter Unterstützung

Zahlreiche prominente Persönlichkeiten unterstützen den Vorlesetag und werden am 27. Mai online Geschichten vorlesen. Zu den Botschafterinnen und Botschaftern zählen etwa die Kabarettistin Patti Basler, die Verwaltungsratspräsidentin der Berner Kantonalbank Antoinette Hunziker-Ebneter und der Moderator Arthur Honegger. Der Vorlesetag ist eine Initiative des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien SIKJM, in Zusammenarbeit mit 20 Minuten und vielen anderen Partnern.

Vorlesen ist die einfachste und wirksamste Form der Leseförderung. Diese Förderung ist dringend nötig. Die kürzlich veröffentlichte PISA-Studie stellt den Schweizer Jugendlichen kein gutes Zeugnis aus: Knapp ein Viertel der Jugendlichen versteht am Ende der obligatorischen Schulzeit einfache Texte nicht. Diese Jugendlichen sind nicht in der Lage, relevante Informationen in Texten zu finden – geschweige denn, das Gelesene zu bewerten und darüber zu reflektieren. Vorlesen kann diesem Missstand entgegenwirken: Kinder, denen täglich vorgelesen wird, verfügen über einen grösseren Wortschatz und lernen leichter lesen und schreiben als Gleichaltrige ohne Vorleseerfahrung. Sie entwickeln einen positiven Bezug zum Lesen und greifen später mit mehr Freude zu Büchern, Zeitungen oder E-Books und haben somit auch bessere Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsweg.

Am Schweizer Vorlesetag sollen in der ganzen Schweiz zahlreiche Vorleseaktivitäten stattfinden, die zeigen, wie wichtig und schön Vorlesen ist. Alle, die Freude am Vorlesen haben, sind eingeladen, Kindern und Jugendlichen vorzulesen und mit einer eigenen Vorleseaktion Lesefreude zu wecken.

Mitmachen und gewinnen

Aufgrund der aktuellen Lage mit dem Coronavirus sind dieses Jahr vor allem Aktionen im kleinen, familiären Umfeld gefragt. Feiern Sie den Vorlesetag zu Hause, indem Sie in Ihrer Familie vorlesen. Lesen Sie mit Ihren Kindern den Grosseltern über das Telefon oder Skype eine Geschichte vor. Oder schicken Sie Ihrem Nachbarskind ein Video, in dem Sie ihm eine Geschichte erzählen. Seien Sie kreativ und zeigen Sie, dass Vorlesen gerade auch in diesen aussergewöhnlichen Zeiten wichtig ist. Melden Sie Ihre Vorleseaktion auf www.schweizervorlesetag.ch an und gewinnen Sie mit etwas Glück eines von fünf Bücherpaketen mit je drei Büchern aus den Vorlesetag-Bücherempfehlungen.

Vorleseaktionen von Bibliotheken und anderen Veranstaltern

Wegen dem Lockdown können öffentliche Veranstaltungen dieses Jahr nicht mehr angemeldet werden. Weiterhin ist es möglich Vorleseaktionen in Schulen und Kindergärten anzumelden. Ob und wie diese am Vorlesetag stattfinden können, hängt von der Lage am 27. Mai ab. Sie sind gebeten, die Weisungen des Bundes zu beachten.

Bibliotheken können den Vorlesetag unterstützen, indem sie auf der Website Werbematerial bestellen. Darunter gibt es etwa Flyer für Familien, die zum Beispiel Bücherlieferungen beigelegt werden können, wenn die Bibliothek in der Corona-Zeit einen Heimlieferservice anbietet. Zudem unterstützen die Bibliotheken den Vorlesetag, indem sie auf den Wettbewerb und die Angebote des Aktionstages in der Coronazeit aufmerksam machen.

Vorlesen braucht Vorbilder – Schweizer Promis engagieren sich für den Schweizer Vorlesetag

Alle Botschafterinnen und Botschafter des Schweizer Vorlesetags lesen dieses Jahr online vor. Am 27. Mai werden die Videos auf der Website www.schweizervorlesetag.ch ausgestrahlt. Das genaue Programm wird im Mai bekannt gegeben.

Schweizer Verlage gegen Corona

Viele Schweizer Kinder- und Jugendbuchverlage haben für Sie ein Angebot zusammengestellt, das auch von zu Hause aus gratis genutzt werden kann. Ausmalbilder, Rätselspass, Vorlesegeschichten, Bilderbuchkinos und vieles mehr. Sie finden auf der Website unter schweizervorlesetag.ch/de/corona Links zu Schweizer Kinder- und Jugendbuchverlagen. Ein paar Verlage verschenken sogar eine Gratisgeschichte. Diese können Sie direkt von der Vorlesetag-Website herunterladen.

Richtlinien Öffentliche Bibliotheken

News von Bibliosuisse

Die neuen Richtlinien Öffentliche Bibliotheken sind ab sofort auf der Webseite von Bibliosuisse online. Sie können über Bibliosuisse erworben werden und stehen als Download zur Verfügung.

Wichtige Termine von Bibliosuisse für Ihre Agenda:

  • Aktion «Lesen in Zeiten von Corona», Empfehlungen für die Wiedereröffnung der Bibliotheken am 11. Mai, Merkblätter, best-practice-beispiele.
  • 2. November 2020: Schweizer Konferenz Leseförderung unter dem Titel «Die Zukunft des Lesens – Beiträge zur frühkindlichen Leseförderung» geht in die zweite Runde. Die von Bibliosuisse organisierte Konferenz in Bern mit Beiträgen zur Frühpädagogik / frühkindlichen Leseförderung aus Wissenschaft und Praxis richtet sich vor allem an öffentliche Bibliotheken.

Der Schweizer Bibliothekskongress fällt dieses Jahr aus und wird ins 2021 verlegt.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.bibliosuisse.ch

Kontakt

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