Elternbildungs-Newsletter Juli 2021

Veranstaltungs-Angebot, Inputs und Austausch für starke Eltern, Corona-Empfehlungen für Fachkräfte, Psychologie der Elternerwartung, Kinderrechte aus Kinder- und Jugendsicht und vieles mehr im Elternbildungs-Newsletter vom Juli 2021.

Inhaltsverzeichnis

Liebe Leserin, lieber Leser

In der von Homeoffice und teilweise auch von ausfallenden Kursen und Veranstaltungen geprägten Corona-Monate hat die Geschäftsstelle Elternbildung ihre Angebotspalette an Kursen für Eltern in besonderen Lebenslagen weiter ausgebaut. In Zusammenarbeit mit diversen Kooperationspartnern werden aktuell zwei neue Angebote entwickelt. «Kinder zwischen den Fronten» richtet sich an Eltern von 0- bis 18-jährigen Kindern, welche von häuslicher Gewalt in der Paarbeziehung betroffen sind. Der Kurs «Sicherer Start ins Leben» begleitet Eltern in den sensiblen ersten Monaten nach der Geburt eines Kindes. Beide neuen Kurse stellen wir in diesem Newsletter gerne vor.

Viel Vergnügen beim Lesen.

Ihre Geschäftsstelle Elternbildung

5 Fragen an ...

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Fabian Grolimund, Psychologe, Lerncoach und Autor
Fabian Grolimund, Psychologe, Lerncoach und Autor

Fabian Grolimund leitet gemeinsam mit Stefanie Rietzler die Akademie für Lerncoaching in Zürich. Mehr erfahren Sie unter www.mit-kindern-lernen.ch

  1. Als Vater gehören Sie zur Zielgruppe der Elternbildung. Wie sind Ihre persönlichen Erfahrungen damit?

    Mein erster Berührungspunkt mit Elternbildung fand im beruflichen Kontext statt. In den letzten Jahren habe ich viele Seminare und Vorträge gehalten, dabei verschiedene Angebote kennengelernt und von vielen bereichernden Begegnungen profitiert.

    Während der Corona-Zeit war ich überrascht, wie gut es der Elternbildung in der Schweiz gelungen ist, relativ rasch auf Online-Angebote umzustellen. Es war schön zu erleben, wie viele Eltern das als Chance gesehen und beispielsweise rückgemeldet haben, dass sie die Angebote so viel leichter annehmen können, weil sie sich weniger organisieren, sich weniger Zeit freihalten und keine Distanzen überwinden müssen. Natürlich freuen wir uns alle wieder auf Präsenzveranstaltungen – gleichzeitig sollten wir diese Erfahrungen mitnehmen und darauf aufbauen.

    Zu guter Letzt finde ich es ein Privileg, wie vielfältig die Angebote an Elternbildung in der Schweiz sind – fast jede Schule bietet mittlerweile zumindest einmal im Jahr einen Vortrag zu Themen rund um Erziehung, Medien und Lernen an, die vielen Eltern unter den Nägeln brennen – ich höre immer wieder, dass uns viele Eltern aus den anderen deutschsprachigen Ländern um diese Situation beneiden.
  2. Ihr Buch «Jaron auf den Spuren des Glücks», das im Oktober erscheint, handelt vom Glück. Wie finden Sie Glück?

    In meinem Leben dreht sich fast alles um meine Familie und die Arbeit. In meinem Beruf kann ich meine Kreativität ausleben, mich immer wieder mit Themen befassen, die mich interessieren und viele Flow-Erfahrungen erleben. Gleichzeitig darf ich etwas tun, das sinnvoll ist und anderen Menschen nützt – und das oft in Zusammenarbeit mit Menschen, die ich sehr mag – allen voran Stefanie Rietzler, mit der mich eine schöne Freundschaft verbindet. Da ist also eine Menge Glück dabei. Schön ist auch, dass ich viel von zu Hause aus arbeiten kann und die Kinder sehr intensiv miterlebe. Wenn sie von der Schule kommen, bin ich meist für sie da – wir verbringen viel Zeit mit reden, draussen in der Natur, oft leben wir auch einfach nebeneinander her – diese entspannten Momente mit den Kindern geniesse ich sehr.
  3. Haben sich in den letzten zwölf Monaten Fragen rund um die Themen Lernen, Hausaufgaben, Prüfungsstress geändert? Kommt es vermehrt zu Anfragen nach Unterstützung?

    In der Schweiz haben wir vor allem während der sieben Wochen im letzten Jahr eine Zunahme bemerkt, als die Schulen geschlossen waren. In dieser Zeit waren viele Kinder, Jugendliche und Eltern überfordert: Die Eltern haben sich plötzlich in der Hilfslehrer/innen-Rolle wiedergefunden und mussten parallel ihrer Arbeit nachgehen. Den Kindern fehlten die Struktur der Schule und der persönliche Kontakt zu Lehrpersonen und Mitschüler/innen.

    Daraus haben sich viele Fragen und Probleme ergeben: die Motivation war bei vielen ein Problem, in manchen Familien kam es zu vielen Konflikten durch die Mehrfachbelastung. In manchen Familien fehlte der Platz, ein ruhiger Ort, um lernen zu können, und teilweise technische Hilfsmittel.

    Viel dramatischer ist diese Situation aber in Deutschland und Österreich, wo diese Situation monatelang anhielt und teilweise noch anhält – aus diesen Ländern gelangen immer noch sehr viele verzweifelte Eltern mit Anfragen an uns. Viele Lehrpersonen haben sich grosse Sorgen gemacht, dass gerade die schwächeren Schüler/innen und diejenigen aus bildungsfernen Familien den Anschluss verlieren – auch von dieser Seite kamen Fragen zu uns, wie sich diese Familien erreichen lassen. 
  4. Gibt es im Rahmen Ihrer Tätigkeiten aktuelle Themen oder Projekte, die in Verbindung mit der Elternbildung stehen oder die für Elternbildende spannend sein könnten?

    Momentan produzieren wir einen videobasierten Online-Kurs zum Thema «Erfolgreich lernen mit ADHS und ADS» für Eltern von Primarschulkindern.

    Lehrkräften möchten wir im neuen Schuljahr im Rahmen einer neuen Filmserie konkrete Impulse für den Schul- und Unterrichtsalltag geben. Die Themen reichen von Motivation über Klassenklima bis hin zur Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus. Diese erstellen wir wieder gemeinsam mit dem Schweizer Elternmagazin Fritz+Fränzi und der Stiftung Elternsein. Ermöglicht wird das Projekt durch die Stiftung Mercator. Die einzelnen Episoden werden ab Herbst nach und nach auf YouTube hochgeladen.

    Seit kurzem führen wir zudem in unserem Podcast «Deine Prise Psychologie» in spannende Themen der Psychologie ein.
  5. Welche neuen Herausforderungen sehen Sie für sich als Vater und für Eltern allgemein in den nächsten Jahren?

    Ich hoffe, es bleibt eine Zeitlang bei den Herausforderungen, die wir jetzt schon haben – die reichen doch schon.

In eigener Sache

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Schlafendes Neugeborenes in den Armen seiner Mutter.
Ein Kind zu bekommen bedeutet eine grosse Veränderung im Leben. Quelle: iStock

Die Geburt eines Kindes ist für Eltern meist eine grosse Freude. Die neue Aufgabe bringt aber auch viele Fragen und Unsicherheiten mit sich. Für die neugeborenen Kinder ist der Start ins Leben prägend. Sie sind angewiesen auf verlässliche und vertrauensvolle Bezugspersonen und haben das Bedürfnis, sich an ihre Nächsten zu binden.

«Sicherer Start ins Leben» begleitet Eltern in dieser sensiblen Phase. Das neue Angebot wird in enger Zusammenarbeit mit den Kinder- und Jugendhilfezentren (kjz) Rüti, Meilen und Horgen entwickelt. Der erste Pilot-Kurs startet im September 2021.

Einerseits wird vermittelt, wie eine sichere Bindung entsteht und wie Eltern die Sprache und Gefühle ihres Kindes verstehen lernen. Andererseits wird aufgezeigt, wie wichtig es ist, dass Eltern ihre eigenen Bedürfnisse nicht vernachlässigen. Zudem erhalten sie Informationen zum Unterstützungsangebot ihrer Region, um dem Nachwuchs einen möglichst guten Start ins Leben zu ermöglichen.

Eine Übersicht der laufenden Kurse finden Sie auf der Webseite der Geschäftsstelle Elternbildung.

Ein Mädchen sitzt mit zugekniffenen Augen auf dem Fensterbrett und hält sich die Ohren zu.
Wenn Kinder bei Gewalt in der Paarbeziehung zwischen die Fronten geraten bietet der Kurs Unterstützung. Quelle: iStock

Emotionale Sicherheit ist für die Entwicklung von Kindern eine existentielle Voraussetzung. Erleben Kinder häusliche Gewalt in der Paarbeziehung der Eltern, ist diese gefährdet: Sie erfahren Angst, Unsicherheit und Überforderung. Die Kinder und ihr Bedürfnis nach emotionaler Sicherheit stehen im Zentrum des Angebots «Kinder zwischen den Fronten». Eltern setzen sich mit den aktuellen Bedürfnissen ihrer Kinder auseinander. Sie werden darin unterstützt, als verfügbare und verlässliche Bezugspersonen die gesunde Entwicklung ihrer Kinder wieder sicherzustellen.

«Kinder zwischen den Fronten» wird als Pilotprojekt der Geschäftsstelle Elternbildung in Zusammenarbeit mit dem kjz Winterthur, der Beratungsstelle Frauen-Nottelefon und dem mannebüro ab September 2021 im kiz Winterthur durchgeführt. Zielgruppe sind Mütter und Väter von 0- bis 18-jährigen Kindern, welche von häuslicher Gewalt in der Paarbeziehung betroffen sind.

Eine Übersicht der laufenden Kurse finden Sie auf der Webseite www.zh.ch/kinder-zwischen-den-fronten.

Kinderschutz Schweiz bietet zudem eine umfangreiche Themenmappe «Es soll aufhören!» an. Diese regt zur Auseinandersetzung mit dem Thema Kinder als Betroffene von Partnerschaftsgewalt an.

In einem Zimmer legt ein kleines blondes Mädchen den Arm um ihren Vater und strahlt in die Kamera.
Einmal Vater – immer Vater: Ein Elternbildungsworkshop für Väter in Trennung oder Scheidung. Quelle: AJB

Väter bleiben nach einer Trennung oder Scheidung wichtige Bezugspersonen für ihre Kinder. Dabei sind sie mit Themen konfrontiert, welche ihre eigene Zukunft und die der Kinder prägen. Der Workshop «Einmal Vater – immer Vater» unterstützt in diesem Prozess. Impulse der Gesprächsleitung und die Diskussion in der Gruppe geben Anstösse zu neuen Schritten.

Es werden folgende Themen besprochen:

  • Wie können Väter eine gute Beziehung zu den Kindern aufrechterhalten, wenn Sie sie nur für kurze Zeit sehen?
  • Wie kann dabei eine gesunde Entwicklung unterstützt werden?
  • Wie kann der Kontakt mit der Mutter zum Wohl der Kinder gestaltet werden?
  • Wie können Väter ruhig und gelassen bleiben, sich freuen und auf sich achten – sich selbst und den Kindern zuliebe?

Der nächste Workshop findet am 22. September 2021 statt. Weitere Informationen finden sich hier.

An einem Apéro stehen Männer und Frauen in kleinen Gruppen zusammen und unterhalten sich.
Austausch, Information und Inspiration am Elternbildungsapéro. Quelle: iStock

Der Elternbildungsapéro findet in diesem Jahr am Donnerstag, 26. August 2021, von 17 bis 19 Uhr auf dem Quartierbauernhoff Wynegg in Zürich statt. Eine Gelegenheit, Input, Idylle, Apéro und einen Schwatz unter Fachkollegen an einem Abend zu erleben.

Marc Stoll führt in die Mechanismen der «Motivation» ein und zeigt, wie ansteckend sie wirken kann.

Vater und Mutter sitzen mit ihrem kleinen Sohn im Park auf der Wiese.
Die Elternbildungsbörse stellt Angebote der Elternbildung vor und bietet die Möglichkeit, sich mit Referentinnen und Referenten auszutauschen. Quelle: iStock

Die Elternbildungsbörse – der Marktplatz für Referentinnen und Referenten und Themen der Elternbildung. Wir freuen uns, wenn wir Sie am Samstag, 11. September 2021, online begrüssen dürfen.

Veranstalten Sie einen Elternbildungsanlass? Suchen Sie nach spannenden Themen und guten Referierenden? Dann können Sie an der Elternbildungsbörse im September 2021, neue Angebote und Fachstellen kennenlernen und Referierende buchen.

Kleiner Junge auf rotem Sofa mit Kopf vorüber
Elternbildungstag 2021

Am 19. Juni 2021 fand der diesjährige Elternbildungstag online statt. In einem Referat von Prof. Dr. Jenni zum Thema «Jedes Kind ist anders» und in verschiedenen Workshops konnten über 170 Mütter und Väter inspirierendes für den Familienalltag erfahren.

Elternbildung aktuell

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Eine Gruppe Kinder spielt auf einer Sommerwiese.
Kostenlose Online-Kurse für starke Eltern. Quelle: © Alessandra Leimer, Kinderschutz Schweiz

Online-Veranstaltungen auf der Basis von «Starke Eltern – Starke Kinder (SESK)»


Derzeit bietet Kinderschutz Schweiz kostenlose Online-Kurse für Eltern an. Die Themen der auch einzeln zu besuchenden Veranstaltungen stammen aus den bewährten SESK-Kursen.

Die laufend aktualisierten Materialien bieten Hinweise, Empfehlungen und Links für Fachkräfte aus der Frühen Hilfe. Diese sind thematisch aufbereitet in folgende Bereiche gegliedert:

  • Begleitung von Familien: Was muss bei der aufsuchenden Beratung beachten werden
  • arbeitsrechtliche Informationen
  • Informationen für Fachkräfte und Eltern
  • Praxis-Beispiele.

Eine Komposition von vier Bildern auf denen sich Erwachsene mit kleinen Kindern abgeben.
65 Kurzfilme über frühkindliches Lernen im Alltag für «Kinder bis 4». Quelle: Lerngelegenheiten für Kinder bis 4

Die bereits bekannten und etablierten Filme zur Sprachentwicklung für «Kinder bis 4» wurden im Laufe der Corona-Pandemie um drei weitere Filme ergänzt. Diese beschäftigen sich mit den Themen «Mit Kindern über die Pandemie reden», «Sprachbildung in Zeiten von Corona» und «Medienkonsum».

Aus der Wissenschaft

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Prof. Dr. Margrit Stamm, Professorin für Erziehungswissenschaften
Im aktuellen Dossier geht Margrit Stamm der Frage nach wie hohe Erwartungen den Schulerfolg beeinträchtigen können.

Warum zu hohe Erwartungen den kindlichen Schulerfolg beeinträchtigen können. Dossier von Margrit Stamm.

Im aktuellen Dossier beschäftigt sich Prof. Dr. Margrit Stamm mit der Frage, inwieweit die elterliche Erwartungshaltung auf den schulischen Erfolg des Nachwuchses Einfluss hat. Die Autorin geht davon aus, dass diese sogar einen höheren Einfluss hat als die soziale Herkunft. Sie fasst zusammen, dass Eltern mit hohen Erwartungshaltungen und einem autoritativen, moderat kontrollierenden Erziehungsstil die förderlichsten Bedingungen für schulischen Erfolg schaffen. Dagegen führen übersteigerte Erwartungen in Kombination mit hoher Kontrolle zu überforderten Kindern.

Ausführlich beschäftigt sich das Dossier mit den Fragen:

  • Was sind Elternerwartungen, wie unterscheiden sich diese und welchen Bezug haben sie zum Bildungserfolg?
  • Warum haben Migrantenfamilien häufig hohe Erwartungen, und warum können ihre Kinder diese nicht in gute Schulnoten transformieren?
  • Welche Rolle spielt elterliche Kontrolle?

Erkenntnisse aus einer Befragung von Kindergartenlehrpersonen und Eltern aus dem Kanton Bern

Die empirische Studie der PH Bern erforscht, wie der Übertritt in den Kindergarten gemeistert wird. Dazu wurden Eltern sowie Lehrpersonen befragt.

Es werden Faktoren wie Kindergarteneinstellung, Kooperation und Regeleinhaltung, Soziale Integration / Unabhängigkeit und Angebotsnutzung der Kinder im Kindergarten untersucht. Dabei zeigt sich, dass bei Kindern mit Auffälligkeiten diese meist schon vor dem Kindergarteneintritt auftreten. Nur bei einem kleinen Teil fallen diese direkt mit dem Eintritt in den Kindergarten zusammen. Dies könnte als Hinweis dafür gewertet werden, dass es sich um eine Reaktion auf einen herausfordernden, nicht bewältigten Übergang handelt.

Abschliessend kommt die Studie zu dem Fazit, dass bei den meisten Kindern der Übergang problemlos verläuft. Laut der Studie sollten trotzdem auch strukturelle Aspekte im Sinne einer Flexibilisierung des Kindergartenbesuchs betrachtet werden.

Unser Online-Magazin «fuerslebengut» beschäftigt sich im Beitrag «Der grosse Tag kann kommen» mit Möglichkeiten, wie Eltern den Kindergarteneintritt unterstützen können – fürs Kind, aber auch für Eltern.

Illustration mit umgesetzten Situationen der Kinderrechte.
Kinder und Jugendliche haben eigene Rechte und sind Expertinnen und Experten ihres Lebens. Quelle: Unicef

Studie Schweiz und Liechtenstein 2021 von UNICEF und der FH Ostschweiz

Ziel der Studie ist, eine Bandbreite an Rechten innerhalb der Lebensbereiche Familie, Schule, Freizeit und Wohnort bezüglich Kinderrechte aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen abzubilden. Dazu wurden 1715 Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis siebzehn Jahren aus der Schweiz und Liechtenstein online befragt. Die Studie liest sich anschaulich, zeigt die Ergebnisse der Befragung unterteilt in wichtige Lebensbereiche und gibt weiterführende Handlungsempfehlungen für jeden Bereich:

  • Recht auf Förderung und Wohlbefinden: weniger Leistungsdruck, mehr Freiräume
  • Recht auf Schutz und gewaltfreies Aufwachsen: Gewalt und Diskriminierung entgegenwirken
  • Recht auf Mitsprache und Beteiligung: Schule und Wohnort haben Nachholbedarf
  • vulnerable Kinder und Jugendliche: für gleiche Chancen sorgen

Kinderschutz Schweiz nimmt sich dem Thema «Kinderrechte» in seiner neuesten Kampagne an. Zudem wird im Rahmen des Berichterstattungsverfahrens an den UN-Kinderrechtsausschuss ein spezieller «Kinder- und Jugendbericht» vorgelegt.

Bücher, Publikationen, Links

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Buchcover «Mann sein …!?»
Wenn Männlichkeit kulturell und sozial vermittelt ist, muss sie auch veränderbar sein. Aber wie?

Geschlechterreflektiert mit Jungen, Männern und Vätern arbeiten. Ein Orientierungsrahmen für Fachleute, Markus Theunert / Matthias Luterbach, BELTZ, 2021, ISBN 978-3-7799-6438-4


«Mann sein …!?» bringt unbewusste Geschlechtervorstellungen ans Tageslicht und bietet so eine vertiefte Auseinandersetzung damit. Dies geschieht auf einer persönlichen wie auch auf einer gesellschaftlich-politischen Ebene. Das Buch richtet sich an Praktiker der Jungen-, Männer- und Väterarbeit, und ebenso an Fachleute der Pädagogik sowie an Gleichstellungsbeauftragte und politische Entscheidungsträger.

Im Buch wird beschrieben, dass Frauen nach wie vor den Grossteil der unbezahlten, Männer den der bezahlten Arbeit leisten. Aber dieses materielle Privileg von Männlichkeit habe seine Kosten, welche die Gesamtgesellschaft bezahle. So sind Männer bei einer Vielzahl problematischer Verhaltensweisen übervertreten, beispielsweise als Suchtkranke, Raser oder Gewalttäter.

Im Buch wird beschrieben, dass unsere gesellschaftlichen Strukturen die Folge von Geschlechterstereotypen sind. Diese sind aber veränderbar und haben sich im Lauf der Geschichte auch immer wieder geändert. Den Autoren geht es nicht darum, eine neue Männlichkeitsnorm zu definieren, sondern die Vielfalt männlicher Lebensweisen aufzeigen. Darin haben eine traditionelle Ausrichtung (mit dem Beruf verheiratet) ebenso Platz wie neue Perspektiven für «Mannsein». Dies meint zum Beispiel die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder einen bewussteren Umgang mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen, ohne deswegen als «Weichei» abgestempelt zu werden.

Insgesamt ist dieses Buch nicht ganz leichte Kost, aber für die eiligen Leserinnen und Leser befindet sich am Schluss eine knapp zehnseitige Kurzfassung, die auch auf Französisch erhältlich ist.

  • Momente, die bleiben: Artikel von Stefanie Rietzler, Magazin Fritz&Fränzi
  • Podcast für Eltern, für Kinder und für alle, die gute Geschichten lieben, BELTZ
  • Video: Diversität in Bilderbüchern, BELTZ
  • Gesund essen in der Schwangerschaft, Mathilde Betti, Gräfe und Unzer Verlag, 2021, ISBN 978-3-8338-7878-7
  • Es muss nicht immer ADHS sein, Edgar Friedrichs / Petra Friedrichs, Klett-Cotta, 2021, ISBN 978-3-608-98230-5
  • Die Psyche in Zeiten der Corona Krise, Robert Bering / Christiane Eichenberg, Klett-Cotta, 2021, ISBN 978-3-608-98460-6
  • Selbstakzeptanz und Selbststärke entwickeln, BELTZ, 2021, ISBN 20978-3-621-28843-9
  • Das ABC der Gefühle, Udo Baer / Gabriele Frick-Baer, BELTZ, 2021, ISBN 978-3-407-86634-9
  • Selfcare für Mamas, Daniela Gaigg / Linda Syllaba, BELTZ, 2021, ISBN 978-3-407-86660-8
  • Diversity in der Kindheitspädagogik und Familienbildung, Veronika Fischer / Katja Gramelt, UTB, 2021, ISBN 978-3-8252-5618-0
  • Bin das ich? Kleine Menschen, grosse Fragen; Wolfram Eilenberger, Klett-Cotta, 2021, ISBN 978-3-608-96462-2
  • Trainingsprogramm Empathie, Sebastian L. Hirn, Ernst Reinhardt Verlag, 2021, ISBN 978-3-497-02988-4
  • Mein Kind, sein Smartphone und ich; Jean M. Twenge, Goldmann, 2021, ISBN 978-3-442-17664-9
  • Liebe lässt Gehirne wachsen – Wie Bindungsbeziehungen Kinder in ihrer Entwicklung stärken, Corinna Scherwath, Cornelsen, 2021, ISBN 978-3-8346-5274-4

Fachvorträge, Weiterbildungen, Tagungen

Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.

Sich wohlfühlen und zufrieden mit seinem Leben sein zu können ist etwas, was sich Menschen wünschen. Was macht wirklich zufrieden? Referenten und Referentinnen aus verschiedenen Disziplinen beleuchten Fragen rund ums Glücklichsein.

10. September 2021, 9.20–16.30 Uhr, Freiburg

Der Fachkongress 2021 steht unter dem Motto «Wir tun uns was Gutes» und bietet ein Referat von Prof. Moritz Daum zum Thema «Spielend das Gehirn entwickeln». Ausserdem Austausch sowie Seelennahrung von Geschichtenerzählerin Kathrin Schneider.

18. September 2021, 9.00–12.00 Uhr, online

Auf Basis der breiten Resilienzforschung werden zentrale Resilienzfaktoren vorgestellt, reflektiert und diskutiert.

20. / 21. September 2021, Lenzburg

Der Fachkongress geht in Vorträgen und Workshops der Frage nach, wie ausserfamiliär platzierte Kinder unbeschwert in einem Umfeld aufwachsen können, das sie schützt, unterstützt und ihre Fähigkeiten fördert.

28. Oktober 2021, 9.30–16.30 Uhr, online

Im Kurs stehen dem Kindswohl verpflichtende, lösungsorientierte Ansätze im Zentrum. Es wird auf praxiserprobte Tools eingegangen.

24. / 25. November 2021, Lenzburg

Kontakt

Amt für Jugend und Berufsberatung – Geschäftsstelle Elternbildung

Adresse

Siewerdtstrasse 105
8090 Zürich
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