Elternbildungs-Newsletter Juli 2020

Der «Corona-Return» der Geschäftsstelle Elternbildung, Anmelden zur Elternbildungsbörse, nationale Plakatkampagne gegen häusliche Gewalt und vieles mehr im Elternbildungs-Newsletter vom Juli 2020.

Inhaltsverzeichnis

Liebe Leserin, lieber Leser

Kurz vor den Sommerferien senden wir Ihnen den aktuellen Newsletter und sind überzeugt, dass Sie sich diese – nach all den Corona-Aufregungen, Verwirrungen und Neuerungen – wohlverdient haben. Apropos: Wir haben uns bemüht, Sie von einem weiteren «Corona-Newsletter» zu verschonen. Leider ist uns dies nicht ganz gelungen, da wir Sie über unseren «Corona-Return», inkl. Schutzkonzept, informieren möchten.

Auch im Corona-Zusammenhang steht ein Bericht über Möglichkeiten und Grenzen von Online-Elternbildung. Während des «Lockdowns» wurde diese spannende Option quasi über Nacht von einigen Referentinnen und Referenten etabliert.

Wie gewohnt berichten wir im Newsletter weiterhin über Aktuelles aus der Geschäftsstelle Elternbildung – im September steht z.B. die 21. Kantonale Elternbildungsbörse an – sowie über Elternbildung im Kanton Zürich im Allgemeinen.

Viel Vergnügen beim Lesen.

Ihre Geschäftsstelle Elternbildung

In eigener Sache

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Die Illustration zeigt die Schutzmassnahmen des BAG zur Coronavirus-Situation
Während der Coronazeit begleitete die Geschäftsstelle Elternbildung die Zielgruppen auf anderen Wegen.

Nach einem Corona-bedingten Stopp während der letzten Wochen und Monate finden die Veranstaltungen der Geschäftsstelle Elternbildung wieder statt – natürlich mit den entsprechenden Schutzmassnahmen.
Ab Mitte März veränderte sich vieles in der Arbeit der Geschäftsstelle Elternbildung. Veranstaltungen konnten nicht mehr stattfinden, Kursbesuche, Austauschtreffen und vieles mehr waren nicht mehr möglich.

In den darauf folgenden Wochen und Monate begleiteten wir unsere Zielgruppen auf anderen Wegen: mit Material per Post, mittels Informationsschreiben, mit Texten zu verschiedensten Erziehungsthemen auf der Website www.fuerslebengut.ch, per Telefon, SMS, Videokonferenz und anderen Kanälen.

Nach diesen ausserordentlichen Wochen nehmen wir gerne einiges aus dieser Zeit mit, die uns dazu «verdonnert» hat, vieles einfach einmal auszuprobieren. Dass unsere Elternkurse und Veranstaltungen wieder stattfinden können, freut uns aber sehr. Viele davon holen wir im Herbst nach. Selbstverständlich unter Einhaltung der geeigneten Massnahmen entsprechend unserem Schutzkonzept.  

In drei illustrierten Kreisen werden die neuen Webauftritte des AJBs dargestellt.
Das Amt für Jugend und Berufsberatung hat einen neue Webauftritt und ein Online-Magazin lanciert.

Das Amt für Jugend und Berufsberatung und die dazugehörige Geschäftsstelle Elternbildung sind sowohl über den Webauftritt zh.ch als auch über www.fuerslebengut.ch im Web präsent.

Der Kanton Zürich hat seinen Webauftritt zh.ch vollständig überarbeitet. Dabei werden die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer noch stärker ins Zentrum gesetzt. Alle Informationen und Services sind neu konsequent nach Themen geordnet. Die neue Website des Kantons Zürich und damit auch der Elternbildung wird am 9. Juli 2020 aufgeschaltet.

Zur Unterstützung im Familienalltag wird zudem seit einigen Wochen das Online-Magazin www.fuerslebengut.ch des Amtes für Jugend und Berufsberatung laufend aktualisiert. Eltern und Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen finden hier Informationen zu den vielfältigsten Erziehungsthemen. Neu findet sich zum Beispiel auch die Mama-Kolumne von Pony M. (Yonni Moreno Meyer). Fuerslebengut.ch ist auch auf Instagram präsent.

Wir freuen uns übers Teilen, Liken und Weitervermitteln.

Ein junges Elternpaar trägt die beiden Töchter huckepack.
Die Elternbildungsbörse stellt Angebote der Elternbildung vor und bietet die Möglichkeit, sich mit Referentinnen und Referenten auszutauschen. Quelle: AJB

Die Elternbildungsbörse – der Marktplatz für Referentinnen und Referenten und Themen der Elternbildung! Wir freuen uns, wenn wir Sie am Samstag, 5. September in Zürich begrüssen dürfen.

Veranstalten Sie einen Elternbildungsanlass? Suchen Sie nach spannenden Themen und guten Referierenden? Dann können Sie an der Elternbildungsbörse vom Samstag, 5. September 2020 neue Angebote kennenlernen, Referierende buchen und Anregungen für Elternbildungs-veranstaltungen erhalten.

Am Morgen werden Referate zu folgenden Themen präsentiert: «Fehlverhalten als Hilferuf erkennen», «Wer trägt sie für was? Verantwortung übernehmen und Verantwortung abgeben», «Familienzeit: Es muss nicht immer Action sein» und «Beziehungsfördernde Kommunikation im Erziehungsalltag». Anschliessend können Sie an drei von insgesamt sechs Impulsateliers teilnehmen. Diese bieten spannende Einblicke in aktuelle Elternbildungsthemen. Es geht um das Projekt «Buchstart», um Spezialferienwochen für alleinerziehende und getrennte Mütter und Väter, um Möglichkeiten der neuen kantonalen Veranstaltungsdatenbank, und um «Loverboys: Ein kurioser Name für ein brutales Geschäft». Weiterhin stellen sich die Fachstellen «Paarberatung & Mediation» und «elpos Zürich» vor.

Am Nachmittag folgen vier weitere Referierende mit ihren Angeboten zu den Themen: «Elterliche Sexualerziehung in der digitalisierten Gesellschaft», «Gewaltfreie Erziehung: Starke Eltern – Starke Kinder», «Mutig und stark gegen Übergriffe» und «Spiel mit mir! Wie Spielen die Entwicklung von Kindern fördert». Abgerundet wird die Elternbildungsbörse durch einen Auftritt von Crissi Sokoll. Sie trägt aus ihrem Programm «ALLES BESCHtens» Heiteres aus dem Familienalltag vor.

Samstag, 5. September 2020
Pädagogische Hochschule Zürich, nähe HB

Sieben Kinder liegen auf einer Wiese über einander und lachen in die Kamera.
«Eltern sein in der Schweiz» ist ein Pilotprojekt der Geschäftsstelle Elternbildung.

Das Leben und Aufwachsen in der Schweiz ist oft anders als im Herkunftsland. Das Angebot «Eltern sein in der Schweiz» der Geschäftsstelle Elternbildung ist ein Pilotprojekt und richtet sich an Eltern von Vorschul- und Schulkindern, die ihr Heimatland verlassen mussten und erst seit kurzer Zeit in der Schweiz leben.

Den Eltern wird anhand konkreter Beispiele aufgezeigt, welche entwicklungsfördernden Handlungsmöglichkeiten sie für den Familienalltag, die Erziehung und die Begleitung ihrer Kinder haben. Informationsvermittlung und Austausch wechseln sich ab.

Das Projekt wird in Kooperation mit den regionalen kjz (Kinder- und Jugendhilfezentrum) umgesetzt. Die Treffen finden in den Räumlichkeiten eines Kooperationspartners statt und werden von einer Fachperson der Mütter-/Väterberatung und/oder Erziehungsberatung sowie einer Fachperson der Geschäftsstelle Elternbildung geleitet

Die drei Titelbilder der Flyer für das Angebot Fit for Family sind nebeneinander abgebildet.
Fit for Family: Ein Elterncoaching für Mütter und Väter in einer stark belasteten Lebenssituation.

Das Angebot «Fit for Family» der Geschäftsstelle Elternbildung ermöglicht Eltern mit Kindern aller Altersstufen, sich in einer Gruppe zu Fragen rund um Familie und Erziehung auszutauschen.

Der Kurs findet in Kooperation mit verschiedenen Kinder- und Jugend-hilfezentren statt. Themen wie «Umgang mit Stress, Wut und Aggressionen» oder «Miteinander reden» werden behandelt.

Fachpersonen erhalten die Gelegenheit, Eltern auf ein kostenloses Gruppenangebot zu Erziehungsfragen hinzuweisen.

Im April 2020 hat Jasmin Gygi die Geschäftsstelle Elternbildung verlassen. Wir bedanken uns bei ihr herzlich für ihren Einsatz und ihr Engagement. Ihre Nachfolgerin Madlaina Bezzola startet am 1. September. Wir freuen uns auf die Verstärkung!

Elternbildung aktuell

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Drei Personen sitzen an einem Tisch und schauen in ein Tablet und in einen Laptop.
Elternbildung geht auch online!

Elternbildung online? Ein Referat mit Kamera und die Eltern vor dem PC? Ein Webinar? Oder der Einsatz von Social Media in der Elternbildung? «Ja, das sollte man unbedingt mal ausprobieren, aber…». So oder ähnlich tönte es, wenn das Gespräch auf das Thema Elternbildung & Online-Kanäle fiel. Aber wirklich ausprobiert haben es nur die wenigsten, Skepsis überwog. Und dann kam Corona. Und der Lockdown. Und quasi über Nacht war alles anders. Zunächst Verunsicherung, dann Pioniergeist. «Ich probiere einfach mal» war plötzlich angesagt. Und siehe da: Vieles funktionierte. Zwar nicht einfach so, sondern gut durchdacht und mit einiger Arbeit, aber es ging. Und lieferte auch neue Erkenntnisse:

  • «Ich erreiche viele Leute, die wegen Entfernung oder Kinderbetreuung nicht an einer Präsenzveranstaltung teilnehmen könnten.»
  • «Oft meldet sich eine Mutter für einen Kurs an und schlussendlich sitzt dann auch der Vater mit vor dem PC. Das begrüsse ich sehr!»
  • «Manche Teilnehmenden schätzen die grössere Distanz, die eine Online-Veranstaltung bietet.»

Die Geschäftsstelle Elternbildung unterstützt die Bestrebungen, Online-Veranstaltungen in der Elternbildung umzusetzen. Zwei Beispiele:

  1. In den neuen Veranstaltungsprogrammen werden neu auch Online-Veranstaltungen aufgenommen und dort mit einem Symbol markiert.
  2. Das Austauschgefäss für Veranstaltende und Referierende der Elternbildung, das «Stammtisch Café Elsi», findet regelmässig online statt.

Elternbildung online - nicht als Ersatz für Veranstaltungen mit persönlichem Kontakt vor Ort, aber als Ergänzung. Elternbildung benötigt ein breites Portfolio. Nicht nur inhaltlich und thematisch, sondern auch bezüglich Form. So wie für manche Eltern ein Workshop das Richtige ist, für andere dagegen eine Vortragsreihe, verhält es sich auch mit Präsenz- und Onlineveranstaltungen. Wie meistens, gilt auch hier: Vielfalt gewinnt!

Das Logo der Jacobs Foundation
Die Broschüre der Jacobs Foundation enthält wichtigste Erkenntnisse aus dem Programm «Bildungslandschaften Schweiz».

Die Jacobs Foundation fasst in ihrer Broschüre «Starke Netzwerke für umfassende Bildung» die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Programm «Bildungslandschaften Schweiz» zusammen. Sie zeigt auf, welche Argumente für eine Bildungslandschaft sprechen und gibt Einblicke in sieben ausgewählte Fallbeispiele. Die Broschüre dient als Inspiration für die Planung und den Ausbau eines Bildungs-Netzwerkes.

Zwischen 2013 und 2018 förderte die Jacobs Foundation den Aufbau von 22 Bildungslandschaften in der Schweiz. Daraus ergab sich eine grosse Bandbreite von Erfahrungen und ein bunter Strauss an Handlungsmöglichkeiten. Die Broschüre zeigt auf, was eine Bildungslandschaft ausmacht, welche Argumente dafür sprechen und welche zentralen Aspekte beim Aufbau einer Bildungslandschaft eine besondere Rolle spielen. So spricht beispielsweise für eine Bildungslandschaft, dass Akteure verschiedener Bildungsstufen vermehrt Hand in Hand arbeiten. Dies erleichtert die Übergänge für die Kinder und fördert die Integration von Kindern mit schwierigen Startbedingungen.

Seit Juni 2019 ist nun die Stiftung «éducation21» vorläufiger Ansprechpartner für alle Fragen rund um Bildungslandschaften.

Eine Grafik zeigt Anlaufstellen bei häuslicher Gewalt
Die Taskforce gegen häusliche Gewalt des Bundes und der Kantone hat eine Plakataktion für Betroffene lanciert.

Während der Corona-Pandemie lancierte die Taskforce gegen häusliche Gewalt des Bundes und der Kantone eine Plakataktion. Betroffene sollen wissen, wo sie Unterstützung erhalten.

Mit der Plakat-Kampagne soll sichergestellt werden, dass Opfer von häuslicher Gewalt einen schnellen Zugang zu Hilfe finden, wenn Spannungen zuhause in Aggressionen oder Gewalt umschlagen.

Die Plakataktion macht Betroffenen und Angehörigen oder Nachbarn Mut, sich bei einer Opferberatungsstelle zu informieren oder beraten zu lassen. Bei akuter Bedrohung ist die Polizei zu rufen, die verschiedene Möglichkeiten hat, Gewalt zu stoppen oder Schutzunterkünfte zu vermitteln.

Um möglichst viele Bevölkerungskreise zu erreichen, sind die Plakate zusätzlich in Deutsch, Französisch und Italienisch sowie in zehn weiteren Sprachen verfügbar: Englisch, Serbisch, Kroatisch, Albanisch, Portugiesisch, Spanisch, Türkisch, Tigrinisch, Tamil und Arabisch.

In der Mehrzahl der Kantone sind die gemeldeten Fälle häuslicher Gewalt während der Corona-Pandemie im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. In einzelnen Kantonen stellen die Opferhilfestellen seit Mitte Mai eine Zunahme der Beratungen wegen häuslicher Gewalt fest. Die Information der Bevölkerung über Hilfsangebote bleibt deshalb weiterhin ein wichtiger Schwerpunkt von Bund und Kantonen.

Eine Frau und ein kleines Mädchen sind im Kinderzimmer und spielen zusammen.
Die Kurzfilme zeigen, wie Kinder zur Sprache kommen .

Vor rund einem Jahr, im Mai 2019, hat die Bildungsdirektion 25 Kurzfilme in 13 Sprachen zur frühen Sprachbildung lanciert. Die Kurzfilme zeigen, wie Kinder zur Sprache kommen und wie Eltern oder andere Bezugspersonen sie im Alltag dabei begleiten können.

Die Plattform www.kinder-4.ch mit den Kurzfilmen wird seither rege genutzt. Ende 2019 wurden die Kommentarfilme mit Erläuterungen zum kindlichen Spracherwerb fertig (verfügbar in Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch).

Ein Experte und eine Expertin geben dabei jeweils Auskunft zu verschiedenen Aspekten des kindlichen Spracherwerbs. Die Website wurde zudem optimiert und neue Materialien wurden aufgespielt. Und neu erreichen Sie kinder-4 auch über Facebook und Instagram.

Aus der Wissenschaft

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Logo der ZHAW Soziale Arbeit
Die Studie der ZHAW untersucht, wie Kinder und Jugendliche den Corona-Lockdown erlebt haben.

Bereits sind einige Studien erschienen, welche sich mit gesellschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auseinandersetzen. Eine davon ist die durch die ZHAW durchgeführte Befragung «Wie erlebten Jugendliche den Corona-Lockdown?». Zudem untersuchte die Studie «Schweizer Familien in der Covid-19 Pandemie» das Familien- und Berufsleben von Männern und Frauen in dieser Zeit.

«Wie erlebten Jugendliche den Corona-Lockdown?»

Die Studie stellt Informationen aus einer Befragung im Kanton Zürich zur Verfügung, wie Kinder und Jugendliche im Alter von 12 – 20 Jahren die Zeit des Corona-Lockdowns erlebt haben. Unter anderem wurde zum Beispiel das allgemeine Wohnbefinden, die Einschätzung der familiären Beziehungen oder auch der Umgang mit dem Online-Unterricht erfragt. Bei den befragten Kindern und Jugendlichen ist das allgemeine Wohlbefinden entsprechend ihrer Angaben leicht beeinträchtigt worden. Bei den familiären Beziehungen gab es positive Ergebnisse, vereinzelt wurde jedoch auch von einem Anstieg schwieriger Familiensituationen berichtet. Insgesamt scheint die Phase des Lockdowns aber viele Jugendliche weniger stark negativ getroffen zu haben als möglicherweise angenommen. Allerdings ist davon auszugehen, dass vorbelastete Kinder und Familien schwerer an dieser Zeit zu tragen hatten.

Die Autoren weisen darauf hin, dass auch der Weg zurück in die «Freiheit» mit Risiken verbunden sein kann: «Wenn die Arbeitslosigkeit zunimmt, könnte dies mit erhöhter inner-familiärer Gewalt einhergehen. Wenn weiter stark auf Online-Unterricht gesetzt wird, könnte dies sozial schwächere Jugendliche benachteiligen. Und das starke Bedürfnis, wieder vermehrt Kontakt mit Freundinnen und Freunden zu haben, könnte zu einer besonders ausgeprägten Peer-Orientierung nach dem Lockdown führen, mit gegebenenfalls negativen Folgen für den Substanzmittelkonsum und das aggressive Verhalten».

«Schweizer Familien in der Covid-19 Pandemie»

Die vom eidgenössichen Büro für die Gleichstellung von Mann und Frau EBG in Auftrag gegebene Studie «Schweizer Familien in der Covid-19 Pandemie» widmete sich der Frage, wie sich die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf das Famililen- und Berufsleben von Frauen und Männern in der Schweiz auswirkten. Erste Auswertungen und erste Erkenntnisse liegen vor. So zum Beispiel:

  • Der erhöhte Kinderbetreuungsaufwand wirkt sich nach Geschlecht unterschiedlich auf die Erwerbstätigkeit aus: Der höhere Betreuungsbedarf der Kinder führte für Frauen deutlich häufiger zu einer Reduktion der beruflichen Arbeitskapazitäten als für Männer.
  • Ob man in einem Haushalt mit Kindern lebt oder nicht, hatte einen entscheidenden Einfluss auf die individuelle Wahrnehmung, wie sich die behördlich verordneten Mass-nahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie auf die Stimmung in den eigenen vier Wänden auswirkten.
  • Frauen und Männer mit betreuungspflichtigen Kindern empfanden den erhöhten Kinderbetreuungsaufwand mental gleichermassen belastend.

Ein Kinderbüchlein und bunte Spielsachen liegen auf einem Laminatboden.
Die Studie untersucht, wie Familien in den ersten Lebensjahren durch öffentliche Angebote unterstützt werden können.

Die Hochschule Luzern und die Universität Graz haben in einer Studie die Angebote der Frühen Förderung in Schweizer Städten untersucht. Dabei stand die Fragestellung im Zentrum, wie die Familien (und damit indirekt die kindliche Entwicklung) in den ersten Lebensjahren durch öffentliche Angebote positiv unterstützt werden können.

Die Studie wurde in enger Kooperation zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Praxis durchgeführt. Der Kern der Studie bestand aus einer Befragung von Eltern mit einem Baby und einer von Eltern mit einem Vorschulkind. Die Studie liefert Ergebnisse zu der Nutzung von Angeboten im Bereich «maternity care», der ausserhäuslichen Bildung und Betreuung sowie den Angeboten für Eltern. Nebst der Nutzung wurden auch die Gründe der Nicht-Nutzung, die von den Eltern empfundene Wirksamkeit sowie Lücken in den Angeboten untersucht. Die Familien wurden zudem über ihre Ressourcen, Belastungen, ihre soziale Einbettung, Erziehungsstile und Gesundheit befragt.

Die Autorinnen resümieren unter anderem Folgendes:

  • Die Familien sind mehrheitlich auf sich selbst gestellt: Familien mit kleinen Kindern fühlen sich oft überlastet und durch Vereinbarkeitsprobleme von Beruf und Familie überfordert. Insbesondere bei unvorhergesehenen Ereignissen fehlen Unterstützungsmöglichkeiten.
  • Familien in der Sozialhilfe sind am schlechtesten versorgt: Sie nutzen fast alle Unterstützungsangebote am seltensten. Beispielsweise nehmen sie die Angebote der nachgeburtlichen ambulanten Wochenbetthebamme am wenigsten in Anspruch.
  • Versorgungssysteme verpassen den Anschluss: Im Verlauf der ersten Lebensjahre der Kinder nutzen Familien vorhandene Angebote seltener, obwohl sie einen Bedarf äussern. Dies, weil sie Angebote entweder nicht kennen oder nicht finanzieren können. Eine frühe Kooperation zwischen Geburtshilfe und interdisziplinären Teams könnte eine Kontinuität der Begleitung vor allem von belasteten Familien erleichtern.

Das Bild zeigt das Logo von EU Kids Online: Schweiz.
EU Kids Online: Schweiz liefert Ergebnisse zur Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen.

Bei 9- bis 16-Jährigen sowie deren Eltern und Lehrpersonen wurden Daten über Chancen und Risiken der Internetnutzung erhoben. EU Kids Online: Schweiz liefert Ergebnisse unter anderem zu den Themen Medienkompetenz, Kommunikation, Cybermobbing und Datenschutz. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die digitale Welt zu einem sicheren und gewinnbringenden Ort für Kinder und Jugendliche zu machen.

Die Medien und das Internet ermöglichen Kindern und Jugendlichen, Inhalte abzurufen, mit anderen zu kommunizieren und selber Inhalte zu teilen. Gleichzeitig ist das Internet kaum reguliert. Dies birgt Chancen wie auch Risiken. Für die Studie von EU Kids Online: Schweiz wurden 67 Schulklassen in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz mit total 1026 Schülerinnen und Schülern im Alter von 9 bis 16 Jahren zu ihrem Umgang mit dem Internet und den erlebten Risiken befragt. Gleichzeitig wurden auch die 67 Lehrpersonen dieser Schülerinnen und Schüler zum Unterricht über Medienthemen befragt.

Aus den Ergebnissen wird deutlich, dass der Kontakt mit Risiken im Internet für Kinder und Jugendliche zum Alltag gehört. Deshalb soll die Präventionsarbeit den Kindern und Jugendlichen den richtigen Umgang mit Risiken vermitteln und möglichen Schaden abwenden. Nur mit gemeinsamen und koordinierten Anstrengungen können die involvierten Stakeholder das Internet zu einem sicheren und gewinnbringenden Ort für Kinder und Jugendliche machen.Der Bericht zeigt die Ergebnisse zu Risiken, Chancen und der Mediennutzung der Kinder und Jugendlichen. Der Bericht gibt acht Empfehlungen für die Prävention.

Auf weissem Hintergrund steht der Titel der Studie der PHZH: Elternsicht auf die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Familien.
Die Studie zeigt unter anderem, dass die Mehrheit der befragten Eltern mit der schulischen Situation zufrieden ist.

Im Zentrum des Forschungsprojekts «Elternsicht auf die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Familien» standen die Bedürfnisse und Anliegen, die Eltern in Bezug auf die Zusammenarbeit mit Schulen haben. Ein besonderer Fokus lag dabei auf den Themen Inklusion und Gesundheits-förderung.

Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass die Mehrheit der befragten Eltern mit der schulischen Situation der Kinder zufrieden ist. Beim Thema Inklusion zeigt sich die Situation allerdings kontrovers. Eltern von Kindern mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen sind weniger zufrieden mit der schulischen Situation als die anderen befragten Eltern. Generell zeigt sich ein breites Spektrum, was die Einstellungen der Eltern zum Thema Inklusion betrifft: Während einige Eltern Inklusion als Bereicherung betrachten, lehnen andere sie ab und sehen darin eine Belastung für die Schule.

Die meisten Eltern begrüssen es zudem, dass Themen der Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule behandelt werden. Als besonders wichtig wird das Thema «Gewalt- und Mobbingprävention» erachtet, gefolgt von «Bewegungsförderung» und «Umgang mit digitalen Medien». Vorgaben durch die Schule, was für ein Kind gesund ist oder nicht, werden aber eher kritisch und teilweise als Einmischung in die Privatsphäre gesehen.

Bücher, Publikationen, Links

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Die Illustration zeigt einen Vater der seinen Kindern aus einem Buch vorliest.
Den Ratgeber gibt's in 14 Sprachen! Quelle: SIKJM

Eltern mit Kindern im Vorschulalter und in der Unterstufe erhalten wertvolle Tipps für die Leseförderung zu Hause.

Der Ratgeber beschreibt in einfacher Sprache und zeigt mit eingängigen Illustrationen, wie Eltern ihre Kinder im Alltag in der Sprach- und Leseentwicklung unterstützen können. Er ist in 14 Sprachen erhältlich. 

Kinder stärken – Fokus MedienDie Broschüre erklärt, wie Bildschirmmedien sinnvoll genutzt werden können. Im Zentrum steht die Stärkung des Kindes. Es wird gezeigt, wie Eltern ihre Kinder im Umgang mit Bildschirmmedien begleiten können.

  • Familien Angst, Mut und Selbstvertrauen. Wie Kinder ihre Ängste überwinden und Eltern ihr Selbstvertrauen fördern können. Paul H. Suer, Via tolino media, 2020.
  • Ängste bei Kindern und Jugendlichen – verstehen und handeln. Lydia Kruska, Klett-Cotta, 2020.Autismus – Leitfaden für Eltern zur Autismus-Spektrum-Störung auf Deutsch. Charlie Mason, Tilcan Group Limited, 2020.
  • Mit Autismus leben. Eine Ermutigung. Christine Preissmann, Klett-Cotta, 2020. Der Zauber guter Gespräche. Kommunikation mit Kindern, die Nähe schafft. Ulrike Döpfner, Julius Beltz, 2020.
  • Durch die Pubertät von A bis Z. Wie Sie Ihr Kind bestmöglich begleiten und unterstützen. Carolina Kattan, Springer Fachmedien, 2020. 
  • Emotionale Intelligenz bei Kindern fördern. Ein Elternratgeber mit interaktiven Geschichten, Übungen und Spielen. Irina Bosley, Erich Kasten, Springer Fachmedien, 2020.
  • Erziehen mit Herz und Hirn. Was Kinder und Eltern brauchen. Jesper Juul, Gerald Hüther, edition + plus, 2020. Generation Greta. 
  • Was sie denkt, was sie fühlt und warum das Klima erst der Anfang ist. Klaus Hurrelmann, Erik Albrecht, Julius Beltz 2020.
  • Hochsensibel Mama sein. Das Ressourcen-Buch. Kathrin Borghoff, Julius Beltz, 2020. 
  • Montessori für Eltern. Wie Kleinkinder achtsam und selbständig aufwachsen. Simone Davies, Julius Beltz, 2020.
  • Respekt, Vertrauen und Liebe. Jesper Juul, Julius Beltz, 2020.

  • Corona – Das Virus für Kinder erklärt. Priska Wallimann, Marcel Werni, Wörterseh, 2020.

www.meinteenager.ch

Erklär-Videos zu Erziehungsfragen von Sucht Schweiz: für Eltern von Teenagern. Miteinander sprechen, Jugendliche verstehen, Reagieren bei Krisen, Regeln und Grenzen, Ausgang und Feste. 

Fachvorträge, Weiterbildungen, Tagungen

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Im Zentrum des Kurses stehen ausgewählte aktuelle Kenntnisse über die spezifischen Belastungsfaktoren und Auswirkungen auf die betroffenen Kinder. Eine Palette von Unterstützungsangeboten und Interventionsmöglichkeiten wird skizziert und exemplarisch vertieft. Orientierungen und Handlungsansätze für die Praxis und Möglichkeiten der Zusammenarbeit werden thematisiert.

29. August 2020
ZHAW Soziale Arbeit, Hochschulcampus Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 96, 8005 Zürich

Ausgewählte kulturell geprägte Werte aus dem afrikanischen Raum werden in dieser Weiterbildung vorgestellt und diskutiert. Praxiserfahrungen mit interkulturell bedingten kommunikativen Blockaden können ausgetauscht werden. Zudem werden Möglichkeiten skizziert, solche Blockaden aufzuweichen. Weitere Inhalte sind die theoretischen Anregungen aus den Sozialwissenschaften und deren Relevanz für die Praxis.

23. Oktober 2020
ZHAW Soziale Arbeit, Campus Zentrum, Lagerstrasse 41, 8004 Zürich

Die Netzwerkveranstaltung der Fachstelle Frühe Förderung Winterthur zum Thema Medienerziehung. Für Fachpersonen, die sich für den Frühbereich und deren Themen interessieren.

27. Oktober 2020
Fachstelle Frühe Förderung,
St. Gallerstrasse 42, 8400 Winterthur

Kontakt

Amt für Jugend und Berufsberatung – Geschäftsstelle Elternbildung

Adresse

Siewerdtstrasse 105
8090 Zürich
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