Elternbildungs-Newsletter Februar 2022

Kantonaler Elternbildungstag, Femmes-Tische, Väterberater, Projekt «Spielen plus», Stress-Studie und vieles mehr im Elternbildungs-Newsletter vom Februar 2022.

Inhaltsverzeichnis

Liebe Leserin, lieber Leser

Auch wenn das neue Jahr nun schon ein paar Wochen alt ist, finden wir es immer noch jung genug, um Ihnen ein gutes neues Jahr zu wünschen. Ein Jahr 2022, in dem nicht nur wir den Wunsch hegen, dass es etwas weniger dynamisch, etwas weniger herausfordernd, doch ungefähr ähnlich innovativ sein wird.

Was steht 2022 in der Geschäftsstelle Elternbildung an? Am 21. Mai 2022 findet der kantonale Elternbildungstag statt, Frau Dr. Barbara Bleisch hält das Hauptreferat. Am 24. September 2022 kommt die 23. Kantonale Elternbildungsbörse und bietet Inspiration für gute Elternbildungsthemen. Der beliebte Elternbildungsapéro steigt schliesslich am 27. Oktober 2022, in diesem Jahr im Restaurant Tant Pis in Zürich. Und natürlich finden auch wieder einige Online-Stammtische «Café Elsi» statt.

Die beiden im letzten Jahr neu lancierten Kurse für Eltern «Sicherer Start ins Leben» und «Kinder zwischen den Fronten» werden auch in diesem Jahr angeboten. Schon seit einigen Jahren stehen unter anderem die Kurse «Fit For Family», «Eltern bleiben» und «Einmal Vater – immer Vater» und «Lernort Familie 3+» im Jahresprogramm der Geschäftsstelle Elternbildung. Eins haben alle Kurse und Veranstaltungen der Geschäftsstelle Elternbildung gemeinsam: Alle Daten, Orte und Informationen finden sich auf dieser Übersicht.

Viel Vergnügen beim Lesen.

Ihre Geschäftsstelle Elternbildung

5 Fragen an ...

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Nik Niethammer, Chefredakteur des Elternmagazins Fritz+Fränzi
Nik Niethammer, Chefredakteur des ElternMagazins Fritz+Fränzi

Nik Niethammer ist seit vielen Jahren Chefredakteur des ElternMagazins Fritz+Fränzi. Der Journalist ist verheiratet und hat zwei Kinder. Als Familie nachhaltig leben und Empathie und Achtsamkeit pflegen sind seine zentralen Themen, nicht nur beruflich, sondern vor allem auch in der eigenen Familie.

  1. Als Vater gehören Sie zur Zielgruppe der Elternbildung. Wie sind Ihre persönlichen Erfahrungen damit?

    Meine Frau und ich fragen uns oft: Wie geht gute Erziehung? Was ist das richtige Rezept? Wie viel Sorge ist angebracht, wie viel Vertrauen nötig? Wie findet sich die ideale Balance zwischen Liebe und Strenge? Und wie schaffen wir es, trotz Elternsein ein Paar zu bleiben.

    Hier setzt Elternbildung ein. Die Kompetenzen von Eltern zu stärken und zu unterstützen, ist eine elementare Aufgabe. Elternsein ist trial and error, Versuch und Irrtum. Mal geht ein Plan auf und man ist im Glück. Um am nächsten Tag ermattet festzustellen: Es ist alles wie immer. Was tröstet: den meisten Eltern geht es genauso. Wer das einmal akzeptiert hat, geht als Mutter oder Vater leichter durchs Leben.
  2. Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi behandelt viele Themen rund ums Elternsein – wie kommt die Auswahl der Themen und die der Autorinnen und Autoren eigentlich zu Stande?

    Elternsein ist ein weites Feld. Die Themenvielfalt ist schier unbegrenzt. Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind selber Eltern, wir sind also an der Quelle. Zudem erhält die Redaktion sehr viel Input aus der Leserschaft, von Institutionen, Verbänden, Organisationen. Fachleute schreiben uns, schlagen Themen vor oder bieten uns Texte an. Auch unser kleines feines Team von freien Autorinnen und Autoren versorgt uns regelmässig mit Input. Unser Heft umfasst rund 80 Seiten, wir könnten mit unseren Ideen auch den doppelten Umfang stemmen.
  3. Wie könnte die mediale Aufmerksamkeit von Elternbildung gesteigert werden?

    Elternbildung – man muss es leider sagen – ist ein etwas sperriger Begriff. Einstein sagte einst, es sei wichtig, dass man nie aufhört zu fragen. Und zu lernen. Aber wer gibt schon gerne zu, dass er etwas nicht weiss, dass er Unterstützung braucht? Dabei ist Elternsein definitiv die anspruchsvollste Aufgabe überhaupt.

    Die Stiftung Elternsein, Herausgeberin des Schweizer ElternMagazins Fritz+Fränzi, hat es sich zum Ziel gesetzt, insbesondere auch diejenigen Eltern zu erreichen, die sich nicht oder nicht regelmässig um Elternwissen, um ihre persönlichen Kompetenzen kümmern.

    Wir versuchen mit unseren Angeboten, insbesondere mit unserem populär-wissenschaftlichen Ratgebermagazin, aber auch mit Videos, Sensibilisierungskampagnen und Vorträgen, Eltern in ihrem Alltag abzuholen – mit ihren Sorgen, ihren Fragen, ihren Herausforderungen. Persönlich bin ich überzeugt, dass Elternbildung nur dann funktioniert, wenn wir nicht den Zeigefinger erheben. Die allermeisten Eltern bemühen sich redlich. Im Übrigen machen Mütter und Väter viel weniger falsch, als sie glauben.
  4. Haben Sie journalistische Tipps für Elternbildnerinnen und Elternbildner, um in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen zu werden?

    Heute ist der Wunsch nach Meinung, Erklärung und Analyse, die Sehnsucht nach Einordnung so gross wie nie. Elternbildende sollten nicht Problembewirtschaftung betreiben, nicht den Zeigefinger erheben.

    Bei Fritz+Fränzi beispielsweise vermeiden wir es, schnelle Lösungen zu versprechen. Wir versuchen mit unseren Service- und Ratgeberstücken zu informieren. Und zu inspirieren. Hilfe zur Selbsthilfe lautet unser Motto. Wir helfen bei wichtigen Entscheidungen, vermitteln den aktuellsten Stand der Forschung, bieten Dialog an. Wenn Eltern nach der Lektüre eines Textes über ein Mehr an Erkenntnissen verfügen und sich sagen: «So habe ich das noch nie gesehen», macht uns das stolz.

    Bei jedem noch so schwierigen Thema soll diese Botschaft mitschwingen: Unser Ratgebermagazin ist Ihre Lebensbegleiterin – in schönen wie in anspruchsvollen Zeiten mit ihren Kindern. Sie sind nicht allein. Bei aller Anstrengung macht es Freude, Eltern zu sein. Und oft macht es sogar glücklich.
  5. Welche neuen Herausforderungen sehen Sie für sich als Vater und für Eltern allgemein in den nächsten Jahren?

    Für unser Jubiläumsheft «20 Jahre Fritz+Fränzi» haben meine Kolleginnen und ich viele Stunden in alten Ausgaben gestöbert. Und festgestellt, dass Eltern von schulpflichtigen Kindern früher wie heute dieselben Themen umtreiben – auch wenn einige neue dazugekommen sind: Medienkonsum, bedürfnisorientierte Erziehung, Cybermobbing, um nur einige zu nennen.

    Persönlich glaube ich, dass sich Eltern mit diesen Themen auch in den kommenden 20 Jahren beschäftigen werden: Wie bin ich ein guter Vater, eine gute Mutter? Wie bereite ich mein Kind auf das Leben da draussen vor? Und wie lerne ich loszulassen?

    Bei der Beantwortung dieser Fragen hilft mir ein Satz von Jesper Juul, der einst sagte: «Eltern, hört auf, euch Sorgen zu machen. Geniesst eure Kinder. Und tröstet euch mit dem Gedanken, dass Kinder, selbst wenn sie durch stürmische Zeiten gehen und schmerzliche Erfahrungen machen, euch immer noch brauchen».

In eigener Sache

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Ein Paar mit kleinem Mädchen liegt auf dem Spielplatz in der Sonne.
Unter dem Motto «Stark im Familienalltag» dreht sich am Elternbildungstag 2022 alles um das Zusammenleben mit Kindern zu Hause. Quelle: AJB

Auch in diesem Jahr können Eltern im Kanton Zürich an einem Halbtag in Themen aus dem Familienalltag eintauchen: Der kommende Elternbildungstag findet am Samstag, 21. Mai 2022 online statt. Dr. Barbara Bleisch widmet sich im Einstiegsreferat der Frage «Was macht gute Eltern aus»? Im Anschluss vertiefen sich Väter und Mütter in zwei Workshops ihrer Wahl. Die Anmeldung ist ab Ende Februar 2022 möglich.

Das Team Veranstaltersupport der Geschäftsstelle Elternbildung berät Sie bei Fragen zur Planung und Bewerbung von Elternbildungsanlässen.

Wir beraten Sie gerne zu:

  • Welche Themen interessieren Eltern?
  • Wie finden Sie geeignete Referentinnen / Referenten und Räume?
  • Wollen Sie wissen, wie Sie Eltern mit Ihren Angeboten am besten erreichen?
  • Wer sind passende Kooperationspartnerinnen / Kooperationspartner?
  • Was sollten Sie sonst noch im Blick haben?

Hilfreiches finden Sie auf unserer Webseite. Das Team vom Veranstaltersupport ist für Sie da: ebzh@ajb.zh.ch oder 043 259 79 30.

Vor einem Flughafeneingang kniet ein Mann vor einem kleinen Mädchen und hält ihre Hand, während eine Frau mit Gepäckwagen stehend auf die beiden herunterschaut.
Das Kursangebot vermittelt Strategien für einen besseren Umgang mit Stress und wie Konflikte mit dem anderen Elternteil reduziert werden können. Quelle: iStock

Der Kurs «Eltern bleiben – mein Kind im Zentrum» richtet sich an Mütter und Väter, die getrennt leben oder geschieden sind. Im Zentrum steht die Gestaltung der Beziehung zum Kind. Der Kurs wird in zwei Gruppen durchgeführt. Kennen Sie Eltern, die davon profitieren könnten? Machen Sie diese doch auf unser Angebot aufmerksam.

Kursdaten 2022

Zeit jeweils 17.30 bis 20.00 Uhr

Oerlikon
Kursgruppe 1 am Montag, 7., 21. März und 4. April
Kursgruppe 2 am Dienstag, 15., 29. März und 12. April

Wetzikon
Kursgruppe 1 am Mittwoch, 9., 23. März und 6. April
Kursgruppe 2 am Dienstag, 15., 29. März und 12. April

online
Kursgruppe 1 am Dienstag, 3., 17. und 31. Mai
Kursgruppe 2 am Mittwoch, 18. Mai und 1., 15. Juni

Winterthur
Kursgruppe 1 am Donnerstag, 5., 19. Mai und 2., 16. Juni
Kursgruppe 2 am Dienstag, 10., 24. Mai und 14., 28 Juni

online
Kursgruppe 1 am Dienstag, 1., 15., 29. November und 11. Dezember
Kursgruppe 2 am Mittwoch, 2., 16., 30. November und 14. Dezember

Wetzikon
Kursgruppe 1 am Mittwoch, 9., 23. November und 7. Dezember
Kursgruppe 2 am Donnerstag, 10., 24. November und 8. Dezember

Junge Frau hält eine Präsentation vor einer Gruppe.
Selber Elternbildungsveranstaltungen organisieren. Die Veranstaltung vermittelt wie es geht. Quelle: iStock

Am 22. Januar 2022 fand der Workshop «Elternbildung erfolgreich organisieren» statt. Der Kurs richtete sich an Veranstaltende von Elternbildung, welche noch wenig Erfahrung damit haben. Einige Grundlagen sind im Leitfaden zusammengefasst.

Die Teilnehmenden lernten dabei Elternbildung grundsätzlich bzw. die Elternbildungslandschaft im Kanton Zürich kennen. Das Kernstück von «Elternbildung erfolgreich organisieren» ist der 4×4 genannte Leitfaden, welcher Planung, Ausschreibung, Durchführung und Nachbereitung von Elternbildungsangeboten beschreibt und dazu Hinweise liefert.

Planung

  • Steht der Anlass alleine oder ist er in einen grösseren Zusammenhang (Vortragsreihe, Projektwoche etc.) eingebettet?
  • Welche Schwerpunkte sollen gesetzt werden?
  • Was ist bei der Vorbereitung allgemein zu beachten (Räumlichkeit, technische Ausstattung etc.)?

Ausschreibung

  • Welche Zielgruppe hat die Veranstaltung?
  • Wie kann diese direkt angesprochen werden und welche Werbekanäle (Flyer, Eintrag ins kantonale Elternbildungsprogramm, Social Media, Aushänge …) sind dafür sinnvoll?

Durchführung

  • Wie sieht der Rahmen der Veranstaltung aus?
  • Durch welche Vorbereitungen kann der Aufwand am Durchführungstag selbst reduziert werden?

Nachbereitung

Wichtig ist eine Auswertung der Veranstaltung. Diese sollte sowohl eine Befragung der Teilnehmenden als auch die Auswertung von eigenen Erkenntnisse und Erfahrungen beinhalten.

Alles klar? Bei Fragen rund um die Organisation von Elternbildungsveranstaltungen können Sie sich selbstverständlich auch ohne Kursbesuch direkt beim Team Veranstaltersupport der Geschäftsstelle melden.

Logo der Femmes- und Männer-Tische
Femmes-Tische und Männer-Tische bringen Menschen miteinander ins Gespräch.

In den Femmes-Tische Gesprächen werden in kleinen Runden Fragen zu Familie, Gesundheit und Integration besprochen. Diese werden von Frauen und Männern mit Migrationserfahrung durchgeführt.

Im Kanton Zürich (mit Ausnahme der Stadt Zürich) werden Femmes-Tische vom Amt für Jugend und Berufsberatung sichergestellt. Diverse Trägerschaften setzen das Programm im Rahmen von Leistungsvereinbarungen um. Diese wurden für die Jahre 2022 bis 2026 soeben wieder abgeschlossen. Zuständig für die Durchführung sind das SRK (Bezirke Andelfingen und Winterthur sowie Bezirke Affoltern, Dietikon und Horgen), die Suchtpräventionsstelle Zürcher Oberland und der Samowar Meilen (Bezirke Hinwil, Meilen, Pfäffikon und Uster) und die Suchtprävention Bezirk Bülach (Bezirke Bülach und Dielsdorf). Femmes-Tische sind somit für die kommenden fünf Jahre wieder gesichert.

Dazu passt, dass Femmes-Tische Schweiz im letzten Jahr den 25. Geburtstag feierte. Dies wurde durch viele kleine lokale Anlässe auch im Kanton Zürich gefeiert. Unter anderem wurde ein Video mit Moderatorinnen gedreht.

Femmes-Tische sind hilfreich. Dies zeigt die aktuelle Wirksamkeitsstudie der Berner Fachhochschule im Auftrag von Gesundheitsförderung Schweiz. Teilnehmende erweitern demnach ihr Wissen zu Erziehungsfragen; die soziale Teilhabe und die psychische Entlastung werden gefördert. Die Teilnehmenden erwerben sich eine positivere Einstellung und stärken die Motivation, das eigene Verhalten zu verändern.

Ende Februar 2022 wird Anne Gernhardt die Geschäftsstelle Elternbildung verlassen. Wir bedanken uns bei ihr herzlich für ihren Einsatz und ihr Engagement im Team Veranstaltersupport.

Ihre Nachfolgerin Loretta Rizzi startet am 3. Mai 2022. Wir freuen uns auf die Verstärkung!

Elternbildung aktuell

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Daniel Bünter, Väterberater
Daniel Bünter, Väterberater Quelle: AJB

Der Kanton Zürich hat einen Väterberater. Dieser bietet Vätern die Möglichkeit übers «Vater sein» zu sprechen. Er gibt Beratung und Unterstützung zum Familienleben oder in herausfordernden Situationen. Der Väterberater ergänzt das Beratungsangebot der Kinder- und Jugendhilfezentren (kjz).

Vier illustrierte Jugendliche sitzen auf einer Bank und schauen in ihr Natel.
Mit einfachen Erklärvideos werden Kinder, Jugendliche und deren Eltern im Dschungel der digitalen Medien begleitet.

Pro Juventute bietet neue Erklärvideos zum Umgang mit digitalen Medien von Kindern und Jugendlichen. Diese dienen Eltern oder Fachpersonen als Grundlage, um über die verschiedenen Aspekte beim Umgang mit digitalen Medien mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

Ausschnitt vom Buchcover «Spielen Plus»
Durch verschiedenen Elemente von «Spielen Plus» werden Kinder in der Entwicklung ihrer Problemlösefähigkeiten, ihres kreativen Denkens sowie ihres kritischen Denkens gefördert.

Spielen ist für die Entwicklung von Kindern essentiell, das Projekt «Spielen Plus» zeigt die Bedeutung von Spielen bei vier- bis achtjährigen Kindern. Die umfangreiche Webseite zum Projekt liefert Hintergrundwissen und Hinweise für geeignete Spielsituationen in Schule, Tagesbetreuung und Familie. Sie richtet sich an Lehrpersonen in Kindergarten und Unterstufe sowie Fachpersonen.

Aus der Wissenschaft

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Rund ein Drittel der Kinder und Jugendlichen ist gestresst

In ihrer Stress-Studie untersucht Pro Juventute das Stressniveau von Kindern und Jugendlichen aus ihrer eigenen Sicht sowie aus der Perspektive der Eltern und Lehrpersonen.

Insgesamt weisen 32,6% der befragten Kinder und Jugendlichen erhöhte Werte des Gesamtsyndroms Stress auf. Ein Drittel von ihnen fühlt sich somit gestresst, wobei der Stress mit dem Alter zunimmt. Bei den über 14-Jährigen steigt der Anteil der überdurchschnittlich Gestressten auf 45%. Die Schülerinnen fühlen sich gestresster als die Schüler, was sich insbesondere mit steigendem Alter zeigt: 59% der über 14-jährigen jungen Frauen geben ein hohes Stresslevel an gegenüber 34% der jungen Männern.

Die Kinder und Jugendlichen mit einem hohen Ausmass an Stress fühlen sich durch ihre Eltern und Lehrpersonen überfordert, sind oft erschöpft, fühlen sich häufig gestresst oder emotional belastet und leiden unter somatischen Symptomen. Weiter geben sie häufig an, unter Zeitmangel zu leiden. Zudem geben sie häufiger an, dass Freizeitbeschäftigungen wie Sport oder Vereine sie stressen, obwohl sie solche Aktivitäten seltener ausüben. Die Auswertung zeigt indes, dass die Ausübung dieser Aktivitäten negativ mit Stress korreliert und somit das Stressniveau senkt.

Die Beziehung zu den Eltern hat einen Einfluss darauf, wie gestresst sich die Kinder und Jugendlichen fühlen. So geben 34,3% der Schüler/innen mit hohem Stress an, dass ihre Eltern sich nur in geringem Ausmass für sie interessieren, im Gegensatz zu 18,5% der restlichen Befragten. Je mehr die Kinder und Jugendlichen aus ihrer Sicht zu Hause und in der Freizeitgestaltung mitentscheiden können, desto mehr reduziert sich ihr Stress. Eine schlechte Beziehung zu den Eltern erleben 12,9% der nicht bzw. durchschnittlich gestressten Befragten und 36,7% der überdurchschnittlich gestressten Schüler/innen. Zudem geben diese Kinder und Jugendlichen häufiger an, dass Streit mit den Eltern zu Stress führt.

Die aktuelle Studie begutachtet die Auswirkungen des Homeschoolings während des Lockdowns im Frühling 2020 anhand von 105 qualitativen Interviews mit Schülerinnen und Schülern und deren Eltern.

Dabei kommt die Studie zu teilweisen anderen Ergebnissen als andere in dieser Zeit durchgeführten Studien mit quantitativen Methoden. Dies liege daran, dass quantitative Methoden vor allem objektiv messbare Lernfortschritte anhand von schulischen Bewertungsmustern abbilden. Nach diesen Studien sei der Lernfortschritt während der Zeit des Homeschoolings eher rückläufig.

Die vorliegende Studie zeigt dagegen noch weitere Aspekte auf. So seien bezüglich Lernorganisation, Selbstständigkeit beim Lernen und Lernen mit unterschiedlichen Quellen viele positive Aspekte des Homeschoolings vorhanden. Davon profitierten aber vor allem Schülerinnen und Schüler, die von den Eltern unterstützt wurden und über die entsprechenden digitalen Geräte sowie einen ruhigen Arbeitsplatz verfügten.

Ebenso profitierten laut vorliegender Studie vor allem ruhige und schüchterne Kinder im Homeschooling. Dies trifft vor allem auf leistungsstarke Schülerinnen und Schüler zu, wogegen Kinder mit Lernschwierigkeiten deutlich mehr Mühe mit dem «remote learning» hatten. Laut Eltern sind aber ebenso die technischen Fähigkeiten und Ausstattung von Schule und Lehrkraft entscheidend.

Die grösste Herausforderung sahen laut der Studie Schülerinnen und Schüler im konzentrierten remote arbeiten über einen längeren Zeitraum hinweg. Eltern fanden vor allem die Organisation des Homeschoolings sowie ihre neue Rolle als Lehrperson herausfordernd.

Bücher, Publikationen, Links

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Buchcover «Die kindliche Entwicklung verstehen»
Ein Fachbuch mit ganzheitlichem Blick auf das Kind.

Die kindliche Entwicklung verstehen; Praxiswissen über Phasen und Störungen, Oskar Jenni, Springer, 2021, ISBN 978-3-662-62447-0


Das Fachbuch von Oskar Jenni vermittelt umfassend und prägnant Wissen über die Entwicklung von der Geburt bis zum Erwachsenenalter. Es richtet sich an Fachpersonen aus der Pädagogik, Psychologie oder Medizin. Oskar Jenni gibt einen Einblick in die wissenschaftlichen Grundlagen und in die relevanten pädagogischen und psychologischen Konzepte. Dabei schafft er es stets, wieder den Bogen zum Alltag zu schlagen. Das Buch ist gut lesbar geschrieben und als Leserin oder als Leser profitiert man von zahlreichen Illustrationen, Tabellen, Fallbeispielen, Übersichten und Definitionen. Auf vielfältige Weise wird dargestellt, wie variabel die kindliche Entwicklung ist und wie wichtig eine ganzheitliche Betrachtung des einzelnen Kindes ist.

Buchcover «Erziehung zur Männlichkeit?!»
Dieses Buch bricht mit einem Tabu und plädiert ausdrücklich für die Erziehung von Jungen zur Männlichkeit. Sie soll jedoch nicht durch Dominanz und Stärke, sondern durch Feinfühligkeit und Engagement geprägt sein.

Erziehung zur Männlichkeit?!; Auf dem Weg zur geschlechtersensiblen Persönlichkeitsentwicklung, Heidrun Bründel und Klaus Hurrelmann, Beltz, 2021, ISBN 978-3-7799-6645-6


Die Autorin und der Autor zeigen auf, wie die Hirnentwicklung der Jungen bereits im Mutterleib etwas anders verläuft als jene der Mädchen. Aber weshalb ist im Jugendalter die Suizidrate der Jungen drei Mal höher ist als jene der Mädchen? Weshalb fühlen sich Jungen weniger wohl in der Schule? Sie fallen durch eine dreimal höhere ADHS-Quote auf, als Unterrichtsstörer und brauchen den Löwenanteil an individuellen Fördermassnahmen der Schule.

Aus Sicht von Autorin und Autor beeinflussen sich genetische Anlagen und Umweltbedingungen gegenseitig. Die Biologie beeinflusst zwar das Handeln und Empfinden von Jungen, aber eine geschlechtersensible Erziehung würde ihnen ermöglichen, sich zu Persönlichkeiten ausserhalb von starren Rollenbildern zu entwickeln.

Das Buch zeigt die Folgen einer Erziehung zur «traditionellen Männlichkeit» auf, welche die eigene Selbstwahrnehmung unterdrückt. Daraus entstehen Selbstüberschätzung und die Abwertung von Menschen anderer Herkunft, des anderen Geschlechts und einer anderen sexuellen Orientierung. Förderlicher für die Jungen wie für die Gesellschaft wäre die Erziehung zu einer «individuellen Männlichkeit», in der traditionell «weibliche» Werte wie Emotionalität, Beziehung und Bindung oder Carearbeit ebenso Platz haben wie «männliche» Werte, wie z. B. technisches Interesse, Orientierung am Handeln und Widerspruchsgeist.

Das erfordert allerdings auch andere Vor- und Rollenbilder in den Familien und in pädagogischen Einrichtungen wie Kita und Schule. Konkrete Anregungen zeigt das letzte der zehn Kapitel des Buches auf.

Das Buch richtet sich an Erziehungs- und Bildungseinrichtungen und ihre Mitarbeitenden, die mit Jungen zu tun haben – und nicht zuletzt an Eltern, um sie für die Bedürfnisse ihrer heranwachsenden Söhne zu sensibilisieren.

  • Gemeinsam online, Ulrike Fricke und Christina Pollmann, Beltz, 2021, ISBN 978-3-407-36913-0
  • Achtsamkeit in Wort und Bild, Susanne Strobach und Matthieu Hess, Beltz, 2021, ISBN 401-9-172-30029-6
  • Vater werden, Nicola Schmidt und Klaus Althoff, Gräfe und Unzer Verlag, 2021, ISBN 978-3-8338-8007-0
  • Elternstärken, Hannah Heine, Beltz, 2021, EAN 401-9-1721-0079-7
  • Jaron auf den Spuren des Glücks, Fabian Grolimund und Stefanie Riezler, hogrefe, 2021, ISBN 978-3-456-86178-4
  • Coronakids, Nicole Strüber, Beltz, 2021, ISBN 978-3-407-86727-8
  • Corona in der Seele, Udo Baer und Claus Koch, Klett-Cotta, 2021, ISBN 978-3-608-98086-8
  • Oma werden, Oma sein; Gundi Mayer-Rönne, Beltz, 2021, ISBN 978-3-407-86690-5
  • Autonom und mündig am Touchscreen, Ralf Lankau, Beltz, 2021, ISBN 978-3-407-25889-2
  • Wenn die Kinderseele streikt, Michael Elpers, Beltz, 2021, ISBN 978-3-407-86672-1
  • Es muss nicht immer ADHS sein, Petra Friederichs, Klett-Cotta, 2021, ISBN 978-3-608-98230-5
  • Kindern mehr zutrauen, Michaeleen Doucleff, Kösel, 2021, ISBN 978-3-466-31152-1
  • Die Reise zur glücklichen Eltern-Kind-Beziehung, Katharina Saalfrank, Beltz, 2021, ISBN 978-3-407-86688-2
  • Erziehung zur Vielfalt, Nkechi Madubuko, Kösel, 2021, ISBN 978-3-466-31166-8
  • Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn – Trotzsituationen entspannt begegnen, Danielle Graf und Katja Seide, Beltz, 2021, ISBN 401-9-172-50004-7

Fachvorträge, Weiterbildungen, Tagungen

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In Projekten, Ausbildung, Führung und Beratung – überall werden Inhalte und Prozesse visualisiert, damit die Zusammenarbeit dynamischer, die Situation klarer und die unterschiedlichen Perspektiven verständlicher werden. Mit einem interaktiven Programm und kleinen Demonstrationsvideos werden Sie online Schritt für Schritt in die Kunst des Visualisierens eingeführt.

28. März 2022, 8.30–12.20 Uhr, online

Achtung: Anmeldungen auch noch nach dem 31. Januar 2022 möglich!

Ein guter Kontakt zu Eltern ist zentral für erfolgreiche Elterngespräche. Die Weiterbildung bietet Fachkräften aus dem Vorschulbereich Unterstützung, um mit Eltern einen vertrauensvollen Dialog auch zu kritischen Themen zu führen und im Interesse des Kindes zusammenzuarbeiten.

12.–14. April 2022, Zürich

Der Kurs vermittelt Wissen und Kompetenzen im Bereich der Beratung und Bildung von Eltern. Grenzen eines Engagements der Schulsozialarbeit werden ebenso diskutiert.

19. und 20. Mai, 16. und 17. Juni 2022, 8.45–16.45 Uhr, Zürich

Dieser Kurs richtet sich an alle, die im Alltag unterschiedliche Redesituationen zu meistern haben und einen bleibenden Eindruck hinterlassen wollen.

27.–28. Juni 2022, 9.15–16.30 Uhr, Freiburg

Die zweiteilige Weiterbildung zum / zur STEP Kursleiter/in basiert auf der Individualpsychologie sowie der Humanistischen Psychologie und wird von der Schweizerischen Gesundheitsstiftung RADIX als Präventionsprogramm empfohlen.

21.–24. September 2022 und 23.–25. November 2022, Zürich

Starke Eltern – Starke Kinder® hilft Müttern und Vätern sich in ihrer Erziehungsaufgabe sicherer zu fühlen und die Atmosphäre in der Familie zu verbessern. Der Elternkurs vermittelt das Modell der anleitenden Erziehung.

28.–29. Oktober 2022 und 18.–19. November 2022, Olten

Kontakt

Amt für Jugend und Berufsberatung – Geschäftsstelle Elternbildung

Adresse

Siewerdtstrasse 105
8090 Zürich
Route (Google)

Für dieses Thema zuständig: