Elternbildungs-Newsletter April 2022

Film «Getrennte Eltern bleiben Eltern», Jugend und Medien, JAMESfocus 2022, «Familiäre Ressourcen in der Krise?» und vieles mehr im Elternbildungs-Newsletter vom April 2022.

Inhaltsverzeichnis

Liebe Leserin, lieber Leser

Früh übt sich … Dieses geflügelte Wort stimmt zwar oft, allerdings stehen nicht allen Familien die Ressourcen zur Verfügung, um ihre Kinder adäquat zu begleiten. Angebote der Frühen Förderung möchten hier einen Ausgleich schaffen, um die Chancengleichheit zu fördern.

Daher legen wir im aktuellen Newsletter ein besonderes Augenmerk auf die Frühe Förderung. Sie arbeiten mit Eltern, deren Kinder am Übergang in den Kindergarten stehen? Empfehlen Sie den Kurs «Lernort 3+» weiter. Dieser startet an mehreren Orten mit dem Modul «Bereit für den Kindergarten».

Wie gewohnt finden Sie Rezensionen und Neuerscheinungen sowie Tagungen und Weiterbildungen nicht nur zum Thema Frühkindliche Erziehung. Und in den 5 Fragen an … hat sich Olympiasiegerin und Mutter Nicola Spirig Hug Gedanken zum Elternsein gemacht.

Viel Vergnügen beim Lesen.

Ihre Geschäftsstelle Elternbildung

5 Fragen an ...

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Nicola Spirig Hug, dreifache Mutter und Olympiasiegerin im Triathlon.
Nicola Spirig Hug, dreifache Mutter und Olympiasiegerin im Triathlon. Quelle: Kirsten Stenzel-Maurer

Die dreifache Mutter Nicola Spirig Hug ist Olympiasiegerin im Triathlon und insgesamt fünfmalige Teilnehmerin an olympischen Spielen. Dazu kommen diverse Titel an Europa- und Weltmeisterschaften. Neben der sportlichen Aktivität ist sie als Referentin sowie Botschafterin für Kinder und Jugendliche im Breitensport tätig. Frau Spirig Hug lebt mit ihrer Familie im Kanton Zürich.

  1. Als Mutter gehören Sie zur Zielgruppe der Elternbildung. Wie sind Ihre persönlichen Erfahrungen damit?

    Für viele wie für mich auch ist es eine der wichtigsten Aufgaben im Leben, eine gute Mutter oder ein guter Vater zu sein. Die meisten gehen jedoch ohne bewusste Ausbildung darin in dieses grosse Abenteuer und diese Verantwortung. Ich bin überzeugt, dass wir viele wichtige Komponenten des Elternseins von unseren eigenen Eltern sowie durch Erfahrungen und Ereignisse in unserem Leben erlernt und mitbekommen haben. Es gibt jedoch immer wieder Momente und Situationen, bei denen ich nicht sicher bin, wie ich diese als Mutter optimal angehe. Die Möglichkeit zu haben, sich über solche Momente auszutauschen, dazuzulernen und sich zu informieren, ist extrem wichtig. 
  2. In einem Interview mit Ihnen und Ihrem Mann war vor einigen Jahren zu lesen, dass Sie die Ernährerin sind und er der Hausmann ist. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht und wo stehen Sie heute?

    Ich sehe es als grosses Privileg, dass ich in den letzten Jahren meinen Beruf, der auch meine Leidenschaft ist, und meine Familie kombinieren durfte. Dies war nur durch die Unterstützung meines Mannes möglich, der sich bereit erklärte, in dieser Zeit die Hauptverantwortung für die Kinder zu übernehmen. So kann ich das Haus für meine Trainingseinheiten im Wissen verlassen, dass jemand auf die Kinder schaut, der das genau gleich gut und mit ebenso viel Liebe tut wie ich selbst. Für uns war dieses Familienmodell in den letzten Jahren ideal, weil sowohl mein Mann als auch ich zwischen den Trainings viel Zeit mit den Kindern verbringen konnten und ich die Familie meistens in Trainingslager etc. mitnehmen konnte. Da ich nicht ewig Spitzensport betreiben werde, wird sich die Situation sicher wieder ändern. Wir sitzen jeweils zusammen und besprechen, was für uns als Familie die beste Lösung ist und wie wir den Weg weitergehen.
  3. Spitzensportlerin, Studium, Karriere, Partnerschaft, Kinder & Familie: (Wie) bekommen Sie das alles unter einen Hut?

    Glücklicherweise musste ich nicht ganz alles gleichzeitig machen; mein Jus-Studium habe ich schon länger abgeschlossen. Es ist sicher nicht einfach, alles unter einen Hut zu bringen. Manchmal braucht es Kompromisse, den Willen, immer wieder die Balance zwischen den Bereichen zu finden und viel Energie. Für mich sind dabei zwei Aspekte sehr wichtig: Einerseits brauche ich viel Unterstützung. Ohne meinen Mann, unsere Eltern und ein ganzes Team rundherum wäre das Ganze sicher nicht möglich. Andererseits finde ich alle Bereiche meines Lebens extrem spannend und gehe sie mit grosser Leidenschaft an. Wenn man das, was man tut, sehr gern macht, dann hat man auch viel mehr Energie dafür und ist bereit, immer wieder einen Weg zu finden.
  4. Welche Gedanken gehen Ihnen durch den Kopf, wenn Ihre Kinder einmal ebenso Spitzen- und Leistungssport betreiben möchten?

    Mein Mann und ich hoffen, dass unsere Kinder etwas finden, für das sie eine wirkliche Leidenschaft haben. Das muss absolut nicht (Spitzen-)Sport sein, sondern kann alles Mögliche sein, solange sie es gern machen. Der Weg eines Spitzenathleten ist sehr schwierig, das wissen sowohl mein Mann als auch ich, da wir ihn beide gegangen sind. Er hat uns jedoch extrem viel Positives gebracht, und zwar Dinge, die nicht mit unseren Erfolgen zusammenhingen. Wir konnten reisen und Länder entdecken, Menschen aus der ganzen Welt kennen lernen, haben gelernt, auf ein Ziel hinzuarbeiten, mit Hürden und Niederlagen umzugehen, bei Problemen nicht gleich aufzugeben etc. In diesem Sinne wünsche ich meinen Kindern einfach, dass sie etwas finden, das ihnen ebenfalls so viele Erfahrungen, Erinnerungen und Emotionen schenkt.
  5. Welche neuen Herausforderungen sehen Sie für sich als Mutter und für Eltern allgemein in den nächsten Jahren?

    Die Bedürfnisse der Kinder ändern sich ständig. Es ist für mich als Mutter sicher nicht einfach, auf jede Situation vorbereitet zu sein und meinen Kindern mit dem richtigen Rat zur Seite zu stehen. Die Digitalisierung mit Social Media, Internet etc. ist bei uns als Eltern ein grosses Thema. Momentan sind unsere Kinder noch eher klein, in Zukunft wird dies aber einer der Knackpunkte sein.

In eigener Sache

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Eine junge, lachende Frau nimmt ihr kleines, strahlendes Mädchen auf einer Wiese mit Bäumen, huckepack.
Lernort Familie 3+: Ein unterstützender Elternbildungskurs für Eltern mit Kindern im Vorschulbereich. Quelle: iStock

Die Familie ist im Vorschulalter einer der wichtigsten Lernorte. Das kostenlose Angebot «Lernort Familie 3+» thematisiert Erziehungsfragen und zeigt auf, wie Eltern ihre Kinder im Alltag unterstützen können. Im April startet das Modul «Bereit für den Kindergarten».

Angesprochen sind alle Eltern mit Kindern im Alter von ca. drei bis fünf Jahren. Eine gute Vorbereitung kann einen gelingenden Kindergarteneintritt unterstützen.
Die Kurse finden in Opfikon, Schlieren, Regensdorf, Volketswil und Wetzikon statt. Ein zusätzlicher Kurs wird online angeboten. Bei Bedarf hilft eine Übersetzungsperson im Kurs. Vor Ort wird eine Kinderbetreuung angeboten.

Insgesamt besteht das Angebot Lernort Familie 3+ aus 3 Modulen mit je 5 Gruppentreffen von 2 Stunden. Die beiden weiteren Module sind:

  • «Lernen im Alltag»
  • « Freiraum und Grenzen»

Kennen Sie Eltern, für die das Angebot passend wäre? Dann sprechen Sie Eltern direkt an und machen auf das Angebot aufmerksam.

Illustration von Eltern mit ihren Kindern
Getrennte Eltern bleiben Eltern.

Der Film «Getrennte Eltern bleiben Eltern» richtet sich an Eltern, die sich in einer Trennungs- oder Scheidungssituation befinden oder sich damit auseinandersetzen. Ziel des Films ist es, einen niederschwelligen Zugang zum Thema zu schaffen, auf die Situation der Kinder aufmerksam zu machen und auf die Hilfe und Unterstützungsangebote hinzuweisen.

Am 7. April findet wieder der beliebte Online-Stammtisch Elternbildung «Café Elsi» für Referierende und Veranstaltende statt. Thema wird sein «Es geht wieder los! Elternbildung heute und zukünftig – was hat sich durch die Pandemie verändert?». Der Stammtisch bietet Austausch, Information & Vernetzung rund um Elternbildung.

Wir freuen uns sehr, dass unsere bisherige Praktikantin Yvonne Gahler die Geschäftsstelle Elternbildung dauerhaft verstärkt. Sie wird bei den beiden Kursangeboten «Sicherer Start ins Leben» und «Eltern bleiben – Mein Kind im Zentrum» mitarbeiten. Wir wünschen Yvonne in der neuen Position viel Freude und Erfüllung!

Elternbildung aktuell

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Auf einer Betonwand steht neben einem roten Hashtag das Logo No-Front.CH.
Auf no-front.ch werden aktuelle Phänomene und Themen kurz und klar publiziert.

Die Kantonspolizei Zürich betreibt die Website no-front.ch, um Jugendliche zu informieren und zu sensibilisieren. Alle aufgegriffenen Themen stehen in Verbindung mit der Polizeiarbeit. Es geht unter anderem um Medien, um Suchtmittel, um Delikte aber auch um scheinbare «Mutproben» und deren Konsequenzen. Zudem gibt es einen Newsletter für Erwachsene, der über aktuelle Phänomene in Jugendkreisen informiert.

Das Cover des Flyers «Digitale Medien» zeigt drei lachende Kinder die auf ein Handy schauen.
Die nationale Plattform Jugend und Medien gibt eine Reihe von Broschüren zum Thema Medienkompetenz heraus.

Die Empfehlungen «Digitale Medien» vom Informationsportal «Jugend und Medien» sind nun auch in deutscher Leichter Sprache erhältlich. Weiterhin können diese auch in 17 verschiedenen Sprachen heruntergeladen oder gedruckt bestellt werden. Die Flyer sind inhaltlich auf das Alter der Kinder angepasst und für Eltern von Kindern bis 7 Jahre, für Eltern von Kindern von 6 bis 13 Jahren und für Eltern von Jugendlichen von 12 bis 18 Jahren erhältlich.

Die «Ideen für Familien» stammen vom deutschen «Nationalen Zentrum Frühe Hilfen» und wurden um eine «Fachkräftebox» für Fachkräfte in den Frühen Hilfen ergänzt. Die Box enthält je 25 Methoden aus den Bereichen «stark werden und stark bleiben», «als Eltern entspannt und gelassen bleiben», «als Familie stark bleiben» und «Dinge, die uns Hoffnung geben». Die Methoden liefern Ideen, um die Stärken der Familienmitglieder zu erkennen und um ein wertschätzendes Miteinander zu üben. Die Fachkräftebox kann gegen eine Gebühr von 8 Euro bestellt und in die Schweiz geliefert werden.

Der aktuelle Flyer «Leben mit Baby» von Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich legt den Fokus auf die psychische Gesundheit von Eltern während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Er sensibilisiert sie für das Thema postpartale Depression und enthält einen Selbstcheck.

Aus der Wissenschaft

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Die Berner Fachhochschule BFH hat im Auftrag von Elternbildung CH untersucht, welche Bedürfnisse Eltern in Bezug auf Elternbildung haben. Das zentrale Ziel der Studie ist, Grundlagen für die Innovation von Elternbildungsangeboten zu schaffen sowie Reflexionsanstösse für die Weiter- und Neuentwicklung von Elternbildungsangeboten in der Schweiz zu geben.

Die Studie wurde in drei Schritten durchgeführt: Auf die Literaturrecherche zur Erkundung des aktuellen Forschungs- und Fachdiskurses folgten eine Bedürfnisanalyse mittels Workshops, Einzelinterviews und innovativen Elterntreffen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse wurden schliesslich in Schritt drei Expertinnen und Experten zur Einschätzung und Ergänzung vorgelegt. Die Studie formuliert folgende Punkte und gibt dazu weiterführende Empfehlungen:

Bessere Bekannt- und Sichtbarmachung

Eltern haben ein ausgeprägtes Bedürfnis nach geprüften Informationen. Es gibt zwar zahlreiche qualitativ hochstehende Plattformen mit Informationen für Eltern sowie zahlreiche Elternbildungsangebote, diese sind Eltern jedoch nicht genügend bekannt.

Niederschwelliger Zugang zu Fachpersonen im Alltag fördern

Viele Eltern haben den Wunsch, sich mit Fachpersonen bei Bedarf zeitnah und niederschwellig auszutauschen.

Ausbau von digitalen Elternbildungsangeboten

Elternbildung braucht vielfältige Angebotsformen. Das Potential von digitalen Angeboten ist noch nicht ausgeschöpft.

Schulung und Einsatz von Peer-Educator/innen

Eltern schätzen den Austausch mit anderen Eltern, der auf gemeinsamen Erfahrungen basiert und bei dem Eltern sich durch praktische Tipps gegenseitig unterstützen können.

Breitere Erprobung der innovativen Elterntreffen

Die im Rahmen der Studie durchgeführten Elterntreffen mit der Arbeit an individuellen Anliegen sind erfolgversprechend. Die teilnehmenden Eltern fanden das Format attraktiv, haben sich gegenseitig unterstützt und konnten Veränderungsschritte in ihrem Leben und im Familienalltag umsetzen.

Bemühungen, um Väter besser zu erreichen

Elternbildungsangebote könnten zum Beispiel vermehrt im Erwerbsumfeld oder im Freizeitumfeld (Vereine) angesiedelt werden.

Entstigmatisierung der Nutzung von Elternbildungsangeboten

Scham und Angst vor Stigmatisierung sind unter anderem Gründe, weshalb Elternbildungsangebote von vielen Eltern nicht genutzt werden.

Bessere Vernetzung von Angeboten für Familien

Angebote für Familien sind in der Schweiz auf regionaler Ebene nicht systematisch untereinander vernetzt.

Die Schweizer Medienlandschaft und das Nutzungsverhalten haben sich im letzten Jahrzehnt stark verändert. Der aktuelle JAMESfocus-Bericht analysiert Daten aus den letzten zehn Jahren.

Die Analyse der Daten zeigt folgende Trends auf:

  • Der Trend zur Individualisierung meint eine immer stärkere Tendenz hin zur persönlichen und einzigartigen Selbstverwirklichung. Dies geschieht durch den grossflächigen Ersatz von linearen Medieninhalten (TV, Radio) durch ein individuelles «Medienmenu» mittels On-Demand-Inhalte (z. B. Spotify, Netflix). Dadurch werden neue Medienkompetenzen nötig.
  • Der Trend zur Konnektivität meint die Entwicklung zu einer immer stärkeren Vernetzung; die Nutzung von Kommunikationsplattformen hat deutlich zugenommen. Dies war eine Grundvoraussetzung, dass z. B. während der Corona-Pandemie Fernunterricht überhaupt erst möglich wurde. Zur Kehrseite der stärkeren Vernetzung zählt die ständige Erreichbarkeit, der ständige Kommunikationsfluss oder ein fortlaufender Dokumentationszwang des eigenen Lebens.
  • Durch den Gender Shift verlieren die traditionellen Rollenmuster von Männern und Frauen zunehmend an Bedeutung. Trotzdem zeigen sich in einigen Aspekten der Mediennutzung nach wie vor Geschlechtsunterschiede: Mädchen lesen häufiger Bücher, Jungen nutzen diese Zeit für Videogames.
  • Relationship Minimalism: Beim Beziehungsminimalismus geht es darum, wenige, dafür enge und individuell «wertvolle» Kontakte zu pflegen. Insbesondere junge Menschen «entrümpeln» Freunde aus ihrem sozialen Umfeld und beschränken sich auf wenige, dafür intimere Freundschaften.
  • Digital Divide: Weniger Trend sondern mehr gesellschaftliche Zustandsbeschreibung ist die digitale Spaltung. Es zeigt sich seit den 1990er-Jahren eine demographische und sozioökonomische Ungleichheit in Bezug auf den Zugang und die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien.
  • Activity Gap: Jugendliche aus sozioökonomisch schwächer gestellten Haushalten treiben weniger oft Sport als Gleichaltrige aus besser gestellten Haushalten. Da Sport ein wichtiger Faktor für die physische und psychische Gesundheit darstellt, sollte hier die Gesellschaft gegensteuern, so die Autoren der Studie.

Wie haben die Familien in der Kinder- und Jugendhilfe die Pandemie erlebt? Wie gut sind sie bisher durch diese Zeit gekommen? Und wie haben sie dabei die Angebote und Unterstützung der Kinder- und Jugendhilfe erlebt und genutzt? Antworten liefert die im Auftrag des AJB durchgeführte Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW. So zeigt sich, dass die Familien ihren Umgang mit der Pandemie mehrheitlich positiv einschätzen. Bei den befragten Jugendlichen besteht im Frühjahr 2021 jedoch eine relativ hohe Sorgenlast: Mehr als die Hälfte befürchtet die Corona-Erkrankung einer nahestehender Person, macht sich Sorgen um die finanzielle Situation der Familie und ist über die eigene schulische und berufliche Zukunft bekümmert.

Das Inserat für die App parentu zeigt ein Handy mit einer Seite aus der App, bei der zwei kleine Kinder am Boden sitzen. Zwei Textboxen informieren über die App.
Die App vermittelt über 300 Inhalte altersentsprechend.

Die Eltern-App «parentu» liefert Informationen zu diversen Erziehungsthemen und Veranstaltungen für Eltern, welche dank einer Push-Funktionalität nicht selbständig gesucht werden müssen. In einer Studie hat die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW die App auf deren Wirksamkeit untersucht. Sie kommt zum Schluss, dass mit der parentu-App auch fremdsprachige und bildungsferne Eltern erreicht werden können. Eltern bewerten laut der Studie die Inhalte als gut und die Mehrsprachigkeit der App als Vorteil.

Bücher, Publikationen, Links

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Buchcover «Was ist wirklich wichtig im Leben?»
Ein spannendes Elternbuch, das hilft, Kinderfragen zu beantworten.

Was ist wirklich wichtig im Leben?; So vermitteln Eltern ihren Kindern Werte, Hans-Otto Thomashoff, Kösel, 2021, ISBN 978-3-466-31144-6


Kinder sind neugierig und stellen viele Fragen. Mit Warum-Fragen möchten sie alle Details des Alltagslebens verstehen. Kinder interessieren sich aber auch für übergeordnete Fragen wie: «Was ist Liebe?», «Warum streiten Menschen?», «Was passiert wenn wir tot sind?». Wenn Eltern mit solchen Fragen konfrontiert werden, müssen sie sich zwangsläufig mit ihren eigenen Werten auseinandersetzen.

Im Buch «Was ist wirklich wichtig im Leben?» behandelt der Psychiater Hans-Otto Thomashoff entlang solcher Kinderfragen verschiedene Werte, die in der Erziehung wichtig sind. Anhand von Fallbeispielen und basierend auf Wissen aus verschiedenen Disziplinen werden Eltern in diesem Lesebuch angeregt, über das Elternsein und das Leben nachzudenken. Für die Leserschaft, die nach klaren, einfachen Antworten sucht, ist das Buch mit seinem unkonventionellen Aufbau weniger geeignet. Für diejenigen, die sich mit differenzierten Meinungen und Haltungen auseinandersetzen möchten, bietet das Buch eine spannende und anregende Lektüre, die helfen kann, seine Werte kennenzulernen und zu hinterfragen.

Buchcover «Gemeinsam online»
Bringen Sie mehr Leben in digitale Workshops oder Konferenzen.

Gemeinsam online; Digitale Workshops aktivierend gestalten, Ulrike Fricke & Christina Pollmann, Beltz, 2021, ISBN 978-3-407-36785-3

Mit welcher Stimmung gehen Sie in ein digitales Meeting? Mit einem tiefen Seufzer und schlotternden Knien, wenn Sie Kamera und Mikrophon einschalten? Oder wach, offen und neugierig, wem Sie begegnen?

Die beiden Autorinnen zeigen, dass online vieles ähnlich funktioniert wie bei einer Präsenzveranstaltung. Viele der Anregungen richten sich deshalb an die Haltung des Moderators oder der Moderatorin: Wie man sich und die Teilnehmenden in Stimmung bringt. Wie man präsent und motivierend durch die Veranstaltung führt. Wie wichtig Gestik und Mimik sind und worauf bei Blickkontakt und Sprache zu achten ist.

In den grossen Kapiteln wie Lampenfieber, Strukturierung der Veranstaltung, Gruppenleitung und Gruppenzusammenhalt werden viele konkrete Handlungsanweisungen gegeben: Was geht, wenn alle müde sind? Was geht, wenn die Stimme nicht so will, wie ich es gerade benötige? Was geht mit grossen Gruppen? Wie kann man mit Störungen umgehen, durch nicht funktionierende Technik oder durch herausfordernde Teilnehmende?

Jede erfolgreiche Veranstaltung setzt eine solide Vorbereitung voraus, das ist online nicht anders als bei einem «Live-Event». Und das erfordert, den eigenen Auftritt zu üben und ebenso den Umgang mit der Technik. «Gemeinsam online» kann nur funktionieren, wenn ein Stück Offenheit besteht, sich auf diese technischen Möglichkeiten einzulassen. Aber noch viel mehr ist ein grundsätzliches Interesse an anderen Menschen erforderlich und die Freude an der gemeinsamen Aktivität.

Das Buch ist aus der Praxis entstanden und ermöglicht einen vielfältigen Zugang zu digitalen Bildungsveranstaltungen. Wer schon mehr Erfahrung hat oder gezielte Tipps sucht, findet in den einzelnen Kapiteln Anregungen und zahlreiche, ganz konkrete Hinweise. Allerdings gilt auch bei diesen Praxistipps: Erst die Übung macht den Meister bzw. die Meisterin.

  • Das eigenwillige Kind – Bedürfnis und Erziehung in nachmythischer Zeit, Ehrenhard Skiera, Beltz Juventa, 2022, ISBN 978-3-7799-6877-1
  • Jugend in der Krise. Die Pandemie und ihre Auswirkungen, Reinhold Gravelmann, Beltz Juventa, 2022, ISBN 978-3-7799-6758-3
  • Bei meinem Kind mache ich das anders. Mit den (Schwieger-)Eltern über Erziehung sprechen und den eigenen Weg gehen, Karin Bergstermann, Anna Hofer, Beltz, 2022, ISBN 978-3-407-86677-6
  • Der Schatz des Selbstwerts, Ulrike Döpfner, Beltz, 2022, ISBN 978-3-407-86713-1
  • Lebenskompliz*innen, Nils Pickert, Beltz, 2022, ISBN 978-3-407-86706-3
  • 10 Ideen für mehr Toleranz, Eleonora Fornasari, Edizioni, 2022, ISBN 978-8-863-12525-2 (Buch für Kinder)
  • 50 Impulskarten für die Elternarbeit in Kindertagesstätten, Beltz, 2022

Fachvorträge, Weiterbildungen, Tagungen

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Die «Stiftung. Für das Kind» organisiert auch in diesem Jahr wieder eine Vortragsreihe mit vielen Themen zu unterschiedlichen Aspekten der Kindheit.

diverse Daten, Zürich

Im Rahmen einer Ringvorlesung beleuchtet die Fachhochschule Nordwestschweiz das Thema Liebe aus verschiedenen Perspektiven. Petra Siedler, Sozialarbeiterin im Frauenhaus Luzern leitet durch den Abend. Es gibt weitere Vorlesungen rund ums Thema. Die Teilnahme ist kostenlos.

19. April 2022, 17.15–18.45 Uhr, online

Wenn das Gegenüber wenig Deutsch spricht, stehen Beratende oft an. Die Weiterbildung bietet einen Einblick in die leichte Sprache sowie in nichtsprachliche Methoden der Gesprächsführung.

19. Mai 2022, 13.30–17.00 Uhr, Zürich

Im Mittelpunkt steht das vielseitige Thema «Bewegt die Welt entdecken». In Referaten und Diskussionsgruppen geht es um die Frage, wie Kinder durch Bewegung in ihrer Entwicklung und ihrem Lernen begleitet und gestärkt werden können und welchen Einfluss ein motorisch anregendes Umfeld sowie genügend Bewegung auf eine gesunde Entwicklung hat.

20.–21. Mai 2022, Kreuzlingen

Der Bedarf und die Bereitschaft von Organisationen und Beratungsstellen, das Wissen der Jungen-, Männer- und Väterarbeit zu nutzen und zu stärken, steigt. Der Lehrgang von maenner.ch stattet Fachleute mit dem nötigen Rüstzeug aus, um geschlechterreflektiert mit Jungen, Männern und Vätern zu arbeiten.

Informationsabende: 20. Juni und 5. September 2022, 18.00–19.00 Uhr, online

In diesem Kurs wird anhand von Beiträgen aus Psychologie und Rechtswissenschaft diskutiert, welche Ursachen für einen Kontaktabbruch verantwortlich sein können und mit welchen Mitteln die Eltern-Kind-Beziehung wiederhergestellt werden kann. Ausserdem werden konkrete Fälle aus interdisziplinärer Sicht besprochen.

7. Oktober 2022, 9.15–16.45 Uhr, Freiburg, Kurs ist auf Deutsch

Kontakt

Amt für Jugend und Berufsberatung – Geschäftsstelle Elternbildung

Adresse

Siewerdtstrasse 105
8090 Zürich
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E-Mail

ebzh@ajb.zh.ch

 

 

 

 


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