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Sicherere Fussgängerstreifen im Kanton Zürich
13.06.2012 - Medienmitteilung
Die Unfallserie auf Fussgängerstreifen im vergangenen Herbst/Winter ist noch gegenwärtig. Das Tiefbauamt und die Kantonspolizei prüfen zurzeit Massnahmen, mit denen die Zahl der Unfälle reduziert werden kann.
Regierungspräsident Markus Kägi stellt sich den Fragen der Journalisten.
Im Rahmen eines Medienanlasses informierten das Tiefbauamt und die Kantonspolizei über den Stand der Überprüfungsarbeiten und die Problematik bei Fussgängerstreifen. Der Regierungspräsident, Baudirektor Markus Kägi, Strasseninspektor Reto Färber und Ueli Zoelly, Chef Verkehrspolizei, zeigten in ihren Referaten Verbesserungsmöglichkeiten auf, appellierten aber vor allem auch an die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmer und Fussgänger. Anschliessend konnte die Theorie in der Praxis an fünf Fussgängerstreifen getestet werden. Nebst den Journalisten wurden auch Autofahrer am Ortseingang von Höri von der Polizei angehalten und gefragt, ob sie bereit wären, die Teststrecke zu befahren, um anschliessend ihre Beobachtungen mittzuteilen. Auf allen Zebrastreifen waren Polizisten in Zivilkleidung als Fussgänger unterwegs und forderten die Autofahrer so zusätzlich heraus.
Teststrecke zeigt die Tücken
Auf der Teststrecke in Höri bei Bülach, wo sich einer der tödlichen Unfälle im Dezember 2011 ereignet hatte, wurden vier Fussgängerstreifen mit möglichen Massnahmen ausgerüstet und nur einer blieb im heutigen Zustand. An den Fussgängerstreifen wurden folgende denkbare bauliche Massnahmen angebracht:
- ein speziell gekennzeichneter Warteraum, eine weisse Platte, für die Fussgänger links und rechts vom Fussgängerstreifen (siehe Titelbild)
- hochreflektierende Fussgänger-Tafeln (Verkehrstafel),
- ein mit Swarovskiperlen angereicherter Belag, der speziell gut reflektieren soll
- mit LED-Licht ausgeleuchtet, damit der Fussgängerstreifen und der Fussgänger besser gesehen wird
Der mit Swarovskiperlen angereicherte Belag für Fussgängerstreifen.
Für grosses Aufsehen sorgte der mit Swarovskiperlen angereicherte Belag. Die mit Glasperlen beschichteten Zebrastreifen reflektieren zwar stärker, sind aber sehr wetterabhängig, wie auch der Baudirektor Markus Kägi zu bedenken gab:«Die schönste Swarovskiperle nützt nichts, wenn Schnee darauf liegt.» Die Befragungen der Automobilisten ergab kein eindeutiges Ergebnis, was die Komplexität der Problematik bestätigt.
Fussgänger tragen Reflektoren
Reflektorenband am Knöchel.
Ueli Zoelly, Chef Verkehrspolizei, betonte in seinem Referat, es gehe vor allem um das gegenseitige Verständnis von Fussgängern und Automobilisten. Auch wenn der Fussgänger der schwächere Verkehrsteilnehmer ist, kann er dazu beitragen, von den Autofahrern besser wahrgenommen zu werden. Einige Polizisten, welche die Rolle der Fussgänger übernahmen, trugen Reflektoren um den Knöchel. Diese Leuchtreflektoren kamen bei den Automobilisten allgemein sehr gut an. Sie wurden von fast allen Autofahrern sofort wahrgenommen und so konnten die Fahrer trotz Dunkelheit sofort reagieren.
Sicherheit geht vor
Ein Automobilist erklärt dem Polizisten, was ihm auf der Teststrecke aufgefallen ist.
Regierungspräsident Markus Kägi betonte am Anlass, dass über allen Massnahmen das Ziel stehe, die Sicherheit zu erhöhen. Darum «wird es auch nicht zu exotischen Innovationen kommen im Kanton Zürich, wir wollen keine Alibiübung», so Strasseninspektor Reto Färber. Der Kanton bemühe sich darum, möglichst bald eine langfristig geeignete Lösung zu finden und umzusetzen.
Bildbericht: Laura Brüllmann
