Bauen, Energie & Umwelt

Stadt & Natur

Mit über 800 Einwohnern pro Quadratkilometer leben im Kanton Zürich viermal mehr Menschen als durchschnittlich im Rest der Schweiz. Glücklicherweise verteilen sich die 800 Einwohner alles andere als gleichmässig über den Kanton. So findet man neben dichter bebauter Grossstadt auch kleine Dörfer und Landwirtschaftsflächen sowie ausgedehnte Wälder, Auen und sogar Berggebiete.

Fast ein Drittel des gesamten Kantonsgebiets besteht aus Wald. 42 Prozent der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt. Dort wächst auch Obst, Gemüse, vor allem aber sind es Ackerland und Wiesen – wo auch die über 43 000 Milchkühe weiden, die auf Kantonsgebiet leben. 22 Prozent des Grund und Bodens sind Siedlungsflächen, wobei etwa auf der Hälfte Gebäude stehen, der Rest sind Verkehrsflächen, Industrieareale oder Grünanlagen.

Wohnen oder erholen? Überbauung oder Naturerlebnis für alle? Wir müssen mit dem Boden haushälterisch umgehen, damit auch den kommenden Generationen ausreichend Bauland sowie genügend Natur zur Erholung, für Freizeit und Sport zur Verfügung stehen.

Der Natur ihren Fluss zurückgeben

Noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts schlängelte sich der Fluss Thur auf seinem Weg in den Rhein durch eine idyllische Auenlandschaft. Doch die mit Beginn der Industrialisierung wachsende Bevölkerung beanspruchte immer mehr Raum für Siedlungen und die Nahrungsmittelproduktion. So wies der Mensch den Fluss in die Schranken – sein Wasser floss fortan einen geraden Kanal hinunter. Die Thur beanspruchte nur noch einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Fläche. Doch der vermeintliche Schutz vor Hochwasser erwies sich als trügerisch. Die Fluten waren häufig und gefährlich für Mensch und Natur.

Vor über 30 Jahren startete der Kanton Zürich einen Sanierungsplan. Über die Jahre nahm der Naturschutz einen immer wichtigeren Platz im Projekt ein. Zwischen 1983 und 2005 ist die Thur in fünf Schritten zu einem grossen Teil wieder in einen naturnahen Zustand versetzt worden. Der letzte Abschnitt, zwischen Andelfingen und der Mündung in den Rhein, wird bis 2020 fertig sein. Das Projekt wird dem Fluss seine ursprüngliche Dynamik zurückgeben, ohne Siedlungen, Landwirtschaft und Infrastruktur zu gefährden.

Diese Renaturierung ist eine Chance für Mensch und Natur. Die Wälder um den Fluss werden sich dabei verändern, verschiedene Teile des Gebiets werden künftig periodisch überflutet. Damit wird sich auch die Tier- und Pflanzenwelt wandeln. Der Mensch profitiert, indem ein grosser Erholungsraum entsteht. Gewisse Bereiche bleiben allerdings ganz der Natur vorbehalten.

Und letztlich ist nicht nur nach vielen Jahrzehnten eine ursprüngliche Flusslandschaft wieder so weit als möglich in ihrem natürlichen Zustand. Die Bedrohung durch Hochwasser wird für die Zukunft gebannt sein.

Der Kanton Zürich ist reich an Seen und Weihern

 Fläche in m2Wassertiefe in m
Zürichsee59 856 655136
Greifensee8 302 76732
Pfäffikersee3 104 90736
Türlersee529 33522
Chatzenseen342 9608
Hüttnersee160 89613
Lützelsee137 6466
Husemersee103 51814
Egelsee42 0586

Quelle: Quelle: Geografisches Informationssystem des Kantons Zürich