Bauen, Energie & Umwelt

Energie & Minergie

Umweltfreundliche Energieversorgung

Neue Wege im Städtebau - begrünte Wohnhäuser am Wasser

Durch das Energiegesetz soll die Energie effizienter angewendet und erneuerbare Energieträger sollen vermehrt genutzt werden. Im Gebäudebereich hat sich denn in den letzten Jahren auch einiges bewegt. Hat 1970 ein neu gebautes Haus rund 20 Liter Heizöl pro Jahr und Quadratmeter Wohnfläche für Heizung und Warmwasser benötigt, liegt heute der gesetzlich maximal zulässige Wert bei rund 4,8 Litern. Mit dem Minergie-Standard werden sogar nur noch vier Liter benötigt.

Der Regierungsrat will zudem den Ausstoss an CO2 massiv senken. Heute beträgt er 6 Tonnen pro Einwohner und Jahr, das Ziel sind rund 2 Tonnen. Auf den Treibstoffverbrauch von Fahrzeugen hat der Kanton Zürich keinen Einfluss, wohl aber auf den Wärmebedarf von Gebäuden, und der ist für mehr als die Hälfte der CO2-Emissionen verantwortlich.

Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verringern

Die Energieversorgung des Kantons Zürich basiert zu drei Vierteln auf Erdöl und Erdgas. Den verbleibenden Energiebedarf deckt zu gut 20 Prozent die Elektrizität, den Rest Abwärme und Wärme aus erneuerbaren Quellen wie Holz, Sonne und Erdwärme. Der im Kanton Zürich verbrauchte Strom stammt vorwiegend aus Wasser-und Atomkraftwerken und der Abwärme von Kehrichtverbrennungsanlagen, zu einem kleinen Teil aber bereits auch aus erneuerbaren Energiequellen wie Solaran­lagen und Biomassekraftwerken. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern ist nicht nur wegen der Klimaerwärmung problematisch, sondern auch volkswirtschaftlich bedenklich - die enormen Ölpreisschwankungen im Jahr 2008 waren eine Warnung. Umstellung auf erneuerbare Energien und effizientere Energienutzung lauten deshalb die Aufgaben der Zukunft.

Was ist Minergie?

Minergie ist ein eingetragenes Markenzeichen für neue und renovierte Gebäude. Zusammen mit Gewerbe und Industrie wird diese Marke von der Schweizerischen Eidgenossenschaft, den Kantonen und dem Fürstentum Liechtenstein gemeinsam unterstützt.

Der reguläre Minergie-Standard erfordert, dass der allgemeine Energiekonsum nicht höher als 75 Prozent eines durchschnittlichen Gebäudes ist und dass nicht mehr als 50 Prozent des Verbrauchs aus fossilen Energien gedeckt wird.

Der Minergie-P-Standard definiert Gebäude mit einem sehr niedrigen Energieverbrauch; er ist in Bezug auf den Heizenergieverbrauch besonders anspruchsvoll. Der Minergie-Eco-Standard ergänzt die regulären Minergie-Anforderungen mit Umweltauflagen wie Rezyklierbarkeit, Anforderungen an die Raumluftqualität, Lärmschutz, usw. Minergie-Module sind Bauteile und Elemente der Gebäudeausstattung, denen eine ausserordentlich gute Qualität in Bezug auf Energieeffizienz bescheinigt wird. www.minergie.ch.

Minergie-Standard hat sich etabliert

In den vergangenen Jahren hat sich im Bauwesen der Minergie-Standard etabliert, der energieeffiziente Bauten garantiert. Minergie-Neubauten verbrauchen weniger als einen Viertel der Energie, die ein in den 1970er Jahren erstelltes Gebäude verbraucht, und bieten ihren Benutzerinnen und Benutzern erst noch einen besseren Komfort. Zurzeit machen die neuen, energieeffizienten Bauten erst rund ein Prozent des Zürcher Gebäudebestands aus. Das Ziel ist, auch die zahlreichen Altbauten energetisch zu sanieren. In Zukunft werden neben Bauten im Minergie-Standard die im Verbrauch noch sparsameren Minergie-P-Standard-Häuser sowie die Nullenergiehäuser an Bedeutung gewinnen.